1984 (1984)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel 1984
Originaltitel Nineteen Eighty-Four
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1984
Länge 106 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Michael Radford
Drehbuch Michael Radford
Produktion Simon Perry
Musik Dominic Muldowney
Eurythmics
Kamera Roger Deakins
Schnitt Tom Priestley
Besetzung

1984 ist eine Verfilmung der gleichnamigen Dystopie von George Orwell. Sie wurde im „Orwell-Jahr“ 1984 von Michael Radford mit John Hurt in der Hauptrolle gedreht. Diese Filmversion wurde für ihre Vorlagentreue gelobt, die auch auf Orwells Erben zurückging, die mit der freieren Filmversion von 1956 nicht einverstanden waren. Die Rolle des O’Brien war die letzte Filmrolle Richard Burtons, dem der Film gewidmet ist.

Handlung[Bearbeiten]

London ist Hauptstadt des Reiches Ozeanien, das ständig im Krieg mit den Mächten Ostasien oder Eurasien ist. Beherrscht wird das Reich von der Partei, geleitet vom Großen Bruder, um den ein allgegenwärtiger Personenkult getrieben wird. Alle Bürger werden auf ihre Treue zum System überwacht. Winston Smith ist ein Mitglied der Äußeren Partei und arbeitet für das Ministerium für Wahrheit, das Nachrichten und Informationen nach den Vorgaben der Regierenden zu Gunsten der Partei verdreht. Er beginnt eines Tages, am System zu zweifeln und schreibt ein Tagebuch. Damit begeht er ein Gedankenverbrechen. Heimlich trifft er sich mit der Parteigenossin Julia. Beide tun sich mit dem Parteifunktionär O’Brien zusammen, einem Mitglied der Inneren Partei und angeblichem Oppositionellen. Als Smith und Julia vom Vermieter des Zimmers, in dem sie sich heimlich treffen, verraten werden, stellt sich heraus, dass O’Brien in Wahrheit ein Gedankenpolizist ist, der Kritiker des Systems aufspüren soll. Winston widersteht zunächst der Folter der Gedankenpolizisten; erst als man ihn seiner schlimmsten Angst – der vor Ratten – aussetzt, verrät er Julia und nimmt das Doppeldenk vollständig an. Er wird freigelassen und vegetiert im Café Kastanie vor sich hin. Die Begegnung mit Julia dort scheint ihn nicht im Geringsten zu berühren und über eine eintreffende Meldung bezüglich eines Kriegserfolges freut er sich übermäßig und gesteht sich ein, dass er den Großen Bruder liebt, was einmal mehr den Erfolg der Gehirnwäsche durch O’Brien und das System zeigt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Produktion[Bearbeiten]

Der Film entstand zwischen April und Juli 1984 an Originalschauplätzen in London sowie den Shepperton Studios, Surrey.[1] Für die kontrastreiche, grobkörnige Wirkung der Filmbilder wurde das Verfahren der Bleichauslassung angewendet.

Filmmusik[Bearbeiten]

Die Musik zum Film stammt von der britischen Band Eurythmics; sie erschien als Album unter dem Titel 1984 (For the Love of Big Brother). Von Dominic Muldowney stammen neben dem Titelstück Oceania, Tis for Thee die Stücke The Hiking Song und The Washerwoman's Song.

Dies und Das[Bearbeiten]

Richard Burton erlebte die Premiere des Films am 10. Oktober 1984 nicht mehr mit. Er verstarb am 5. August. Der deutsche Kinostart war 9. November 1984.

Kritiken[Bearbeiten]

„Werkgetreue Neuverfilmung des Romans von George Orwell, die hart und direkt mit den Schockeffekten der Vorlage die Vision eines totalitären Überwachungsstaates entfaltet, zugleich aber auch Ästhetik und Lebensgefühl der englischen Nachkriegsgesellschaft im Entstehungsjahr des Romans (1948) heraufbeschwört. – Sehenswert.“

Lexikon des internationalen Films

„Das 1984 des Films scheint wie ein Jahr, in dem man durch den Zeittunnel ankommt, eine alternative Realität erstellt aus alten Radioröhren und zerschmissener Büroeinrichtung. Es findet sich keine Requisite, die man nicht auf dem Schrottplatz kaufen könnte, doch das optische Ergebnis ist schaurig: Orwells Held, Winston Smith, lebt in einer Welt der düsteren und erdrückenden Unmenschlichkeit, der zerbombten Fabriken, verwanzten Schlafzimmer, der einfachsten Freuden entwöhnten Bevölkerung. […Der Film] sieht aus, fühlt sich an und riecht und schmeckt fast wie Orwells kahle und zornige Vision.“

Roger Ebert:[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film war 1985 für einen British Academy Film Award in der Kategorie Bestes Szenenbild nominiert, konnte sich aber nicht gegen Roland Joffés Oscar-nominiertes The Killing Fields – Schreiendes Land durchsetzen.

Bei den Evening Standard British Film Awards des Jahres 1985 erhielt „1984“ die Auszeichnungen für Bester Film und Bester Hauptdarsteller (John Hurt).

John Hurt wurde beim Fantasporto, einem Preis für Fantasy-Filme, als Bester Darsteller ausgezeichnet. Der Film selbst war als Bester Film nominiert. Hurt wurde, gemeinsam mit Richard Burton, außerdem beim spanischen Valladolid International Film Festival ausgezeichnet.

Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden vergab das „Prädikat besonders wertvoll“.

1984 erhielt es auf dem International Istanbul Film Festival die Goldene Tulpe.

Andere Adaptionen[Bearbeiten]

1953 strahlten der amerikanische Fernsehsender CBS, 1954 die britische BBC Fernsehadaptionen des Buchs aus.

1956 wurde der Roman unter dem Titel "Neunzehnhundertvierundachtzig" von Michael Anderson verfilmt.

1984 wurde auch ein Werbespot zu diesem Thema zur Promotion des Macintosh Computers unter der Regie von Ridley Scott produziert. In diesem Spot zerstört eine Frau die Macht von „Big Brother“.

Im Jahr 2005 wurde die Oper 1984 im Royal Opera House uraufgeführt. Regie führte hier Robert Lepage.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1984 in der Internet Movie Database.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRoger Ebert: 1984. In: rogerebert.suntimes.com. 1. Januar 1984, abgerufen am 13. März 2008 (englisch).