2.4mR

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Klassenzeichen
2.4mR black.svg
Bootsmaße
Länge üA: 4,18 m
Breite üA: 0,813 m
Tiefgang: 0,99 m
Gewicht (segelfertig): 260 kg
Gewicht (Ballast, Kiel): 180 kg
Segelfläche
Segelfläche am Wind: 7,53 m²
Sonstiges
Takelungsart: Slup
Klasse: Konstruktionsklasse (Ausgleichsformel), paralympisch
2.4mR auf dem Großen Brombachsee

2.4mR ist die offizielle Klassenbezeichnung eines kleinen Kielbootes, das in Deutschland mit rund 30 Schiffen noch eher zu den kleineren Klassen zählt. Weltweit jedoch ist das Two-point-four ein Begriff, da es sich um die Klasse handelt, mit der bei den Paralympischen Spielen seit dem Jahre 2000 die Einzelwettbewerbe im Segelsport ausgetragen werden.

Begriff[Bearbeiten]

Die 2.4mR-Klasse ist nach ihrem Rating benannt – dem Vermessungswert, der sich unter anderem aus dem Längen-, Breiten- und Verdrängungswerten des Rumpfes sowie den Segelmaßen ergibt. Wird ein Wert nach persönlichen Anforderungen des Seglers geändert, müssen die anderen so angepasst werden, dass sich der Vermessungswert wieder ergibt.

Geschichtlicher Hintergrund[Bearbeiten]

Die Regatten des America’s Cup in der 12mR Klasse vor Newport (Rhode Island), USA, waren im Jahr 1980 der Auslöser für die Entwicklung der so genannten Mini-Zwölfer.

Entwicklung[Bearbeiten]

Drei bekannte Bootkonstrukteure Odd Lindqvist, Peter Norlin und Hakan Södergren entwarfen 1983 diese Yacht, die vor allem in Skandinavien mit weit über 300 Einheiten vertreten ist, zudem auch in England, den Niederlanden, den USA und in Australien gesegelt wird.

Die Popularität ist auf die Eigenschaft zurückzuführen, dass das Boot geradezu perfekt für die Anpassung an schwer behinderte Menschen ist. Für verschiedene Behinderungen ist es leicht umzubauen, es ist unsinkbar und sehr einfach zu segeln.

Im Normalfall wird das Boot mit Pedalen gesteuert. Für Menschen, die an Lähmungen oder verschiedenen Arten von Amputationen leiden, können die nötige Anpassungen und Änderungen im Cockpit durchgeführt werden, um mit nicht behinderten Seglern unter gleichen Bedingungen konkurrieren zu können.

Status als olympisches Boot[Bearbeiten]

Mit Hilfe der Skandinavischen Yachting Association wurden die Abmessungsgrundsätze des 260 Kilogramm schweren, mit 7,5 Quadratmeter Segelfläche ausgerüsteten und in schwedischen und finnischen Werften hergestellten Kielbootes der International Yacht Racing Union (IYRU) 1988 in London vorgestellt. Im Jahr 2000 erhielt das Schiff den offiziellen olympischen Status.

Bei Deutschen Meisterschaften segeln, wie in der Klasse allgemein üblich, behinderte und nicht behinderte Segler ohne Unterschied auf der gleichen Regattabahn gegeneinander um den Sieg. Lediglich am Ende der Meisterschaft gibt es eine „handicapped“-Auswertung für die behinderten Sportler.

Bekanntester Segler dieser Klasse ist der Goldmedaillengewinner der Paralympischen Spiele 2000 in Sydney und siebenfache Weltmeister Heiko Kröger aus Kiel, der dreimal die Kieler Woche gewann und 2004 erneut bei den Paralympischen Spielen von Athen den 4. Rang belegte.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: 2.4 Metre (keelboat) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien