2. Königlich Bayerische Division

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Die 2. Königlich Bayerische Division war ein Großverband der Bayerischen Armee.

Gliederung[Bearbeiten]

Friedensgliederung 1914[Bearbeiten]

1914 war die Division Teil des I. Bayerischen Armee-Korps.

Kriegsgliederung vom 2. August 1914[Bearbeiten]

Kriegsgliederung vom 22. März 1918[Bearbeiten]

  • 4. Infanterie-Brigade
    • 12. Infanterie-Regiment „Prinz Arnulf“
    • 15. Infanterie-Regiment „König Friedrich August von Sachsen“
    • 20. Infanterie-Regiment „Prinz Franz“
    • Bayerische MG-Scharfschützen-Abteilung Nr. 2
    • 3. Eskadron/8. Chevaulegers-Regiment
  • Bayerischer Artillerie-Kommandeur Nr. 2
    • 9. Feldartillerie-Regiment
  • Bayerisches Pionier-Bataillon 7
  • Bayerischer Divisions-Nachrichtenkommandeur Nr. 2

Geschichte[Bearbeiten]

Der Großverband wurde am 27. November 1815 zuerst als Infanterie-Division des Generalkommandos München gebildet. Im weiteren Verlauf ihres Bestehens änderten sich die Bezeichnungen mehrfach. Vom 1. Juni 1822 bis 31. März 1872 hieß sie 2. Armee-Division. Zwischenzeitlich führte sie vom 20. November 1848 bis 30. September 1851 den Namen 2. Infanterie-Division, sowie vom 1. Februar 1859 bis 31. Januar 1869 die Bezeichnung Generalkommando Augsburg. Schließlich erhielt sie am 1. April 1872 die letztliche Bezeichnung 2. Division. Das Kommando stand von 1815 bis 1817 in Ingolstadt, von 1817 bis 1822 in Regensburg und dann bis zur Auflösung 1919 in Augsburg.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Die Division wurde zu Beginn des Ersten Weltkrieges im Rahmen der 6. Armee an der Westfront eingesetzt. Aus ihrem Bereitstellungsraum westlich von Saarburg trat die Division mit der unterstellten 7. preußischen Kavallerie-Division gegen das französische VIII. und XIII. Armeekorps (2. frz. Armee) in Richtung Süden an und stieß bis 10. August 1914 auf Blâmont vor. Nachdem die Division wegen eines französischen Gegenangriffs in ihre Ausgangsstellungen bei Saarburg ausgewichen war, griff sie am 20. August 1914 erneut an und erreichte bis 24. August 1914 die Ortschaft Bazien. Nach der Schlacht in Lothringen wurde die bayerische 2. Division Mitte September 1914 im Zuge der Verlegung des I. Armeekorps nach Gouy verlegt. Nach Ankunft am 22. September 1914 trat die Division im Rahmen des Wettlaufes zum Meer unverzüglich an und überschritt tags darauf die Somme bei Péronne. Wegen einer Bedrohung der linken Flanke musste die Division den Angriff einstellen. Die rasch herangeführte 3. Kgl. Bay. Infanterie-Division brachte am 26. September 1914 Entlastung und es kam in diesem Raum für Monate zum Stellungskrieg.

Während der Herbstschlacht im Artois (23. September bis 13. Oktober 1915) wurde die Division zur Stütze des Bayerischen I. Reservekorps in den Raum nördlich Arras geworfen. Am 11. Oktober 1915 unternahmen zwei Korps der französischen 10. Armee den Versuch, die Front der 2. Bayerische Division (Genlt. Bernhard von Hartz) im Abschnitt Givenchy bis Thélus zu durchbrechen. Der französische Angriff brach aber vor den bayerischen Stellungen zusammen, die wenigen eingedrungenen Franzosen wurden in den Gräben niedergekämpft.

Mitte Mai 1916 wurde das I. bayerische Korps in die Schlacht von Verdun geworfen. Die 2. bayerische Division mußte nach französischen Gegenangriffen die abgekämpfte 5. Division beim Kampf um Fort Douaumont ablösen. Die Division konnte am 24. Mai die Ausgangslage schnell wiederherstellen, ein weiterer Vorstoß am 25. Mai scheiterte jedoch. Am 12. Juni setzte die Division den Angriff in Richtung Thiaumont fort. Danach wurde die Division aus dem Abschnitt herausgelöst und durch das Deutsche Alpenkorps ersetzt. Im Oktober 1916 wurde die Division im Rahmen der Schlacht an der Somme nordwestlich von Sailly eingesetzt, wo sie sich gegen Angriffe englischer Truppen behaupten und die Stellungen bis 5. November halten konnte.

Im April 1917 rückte die 2. bayerische Division während der Aisneschlacht zwischen Hurtebise und Craonne am Damenweg ein. Am 22. Mai 1917 wies sie französische Angriffe ohne Geländeverlust ab.

In der Michael-Schlacht im März/April 1918 unterstützte die 2. Division von Cambrai über Péronne kommend am rechten Flügel der 18. Armee den Angriff der 2. Armee und erreichte Moreuil an der Avre. Am 2. April 1918 setzte sie über die Avre und kam von allen deutschen Truppen am nächsten an das Angriffsziel, Amiens, heran. Am 8. April 1918 waren die Kräfte der Division vollkommen erschöpft und sie wurde nach Rosières zurückgenommen. Sie hatte in der 14 Tage dauernden Schlacht über 3000 Mann und hunderte von Offizieren verloren. Im Mai und Juni 1918 war die Division ununterbrochen im Kampf stehend schon schwer dezimiert, dass sie an der Schlacht bei Noyon (9.—3. Juni 1918) als Reserve der 18. Armee ostwärts Lagny nicht teilnehmen brauchte. Für die Schlacht ostwärts Reims wurde die 2. Division im Rahmen des I. Armeekorps der 3. Armee unterstellt und trat am 15. Juli 1918 westlich der Straße Somme PySouain-Perthes-lès-Hurlus zum Angriff auf Souain an. Nach anfänglichen Erfolgen versteifte sich der französische Widerstand und der Angriff wurde ohne weitere Truppen ins Gefecht zu schicken abgebrochen.

Am 25. Juli 1918 wurde die Division bei Courville und Crugny südostwärts Fismes eingesetzt. Am 11. November 1918 stand die Division westlich der Maas bei Givet. Anfang Dezember erreichte sie Wetzlar. Von dort erreichten die einzelnen Regimenter zu Fuß oder mit der Bahn die Demobilmachungsorte.

Gefechtskalender[Bearbeiten]

1914[Bearbeiten]
1915[Bearbeiten]
1916[Bearbeiten]
  • bis 9. Mai --- Stellungskämpfe in Flandern und Artois
  • 9. Mai bis 15. Juli --- Schlacht um Verdun
  • 14. Juli bis 9. Oktober --- Kämpfe auf den Maashöhen im Wald von Apremont und Ailly
  • 10. Oktober bis 6. November --- Schlacht an der Somme
  • ab 12. November --- Kämpfe bei Spada und St. Mihiel, Stellungskämpfe zwischen Maas und Mosel
1917[Bearbeiten]
  • bis 23. Februar --- Kämpfe bei Spada und St. Mihiel, Stellungskämpfe zwischen Maas und Mosel
  • 24. Februar bis 5. Mai --- Stellungskämpfe auf den Maashöhen bei Lamorville-Spada und St. Mihiel
  • 5. bis 27. Mai --- Doppelschlacht an der Aisne und in der Champagne
  • 10. bis 20. Juni --- Reserve der OHL
  • 21. Juni bis 3. September --- Stellungskämpfe in den Argonnen
  • ab 4. September --- Stellungskämpfe vor Verdun
    • 4. September bis 9. Oktober --- Abwehrschlacht vor Verdun
    • 25. November --- Kämpfe auf Höhe 344 vor Verdun
1918[Bearbeiten]
  • bis 25. Januar --- Stellungskämpfe vor Verdun
  • 25. Januar bis 17. März --- Reserve der OHL bei der 5. Armee
  • 17. bis 20. März --- Kämpfe in der Siegfriedstellung und Vorbereitungszeit für die Große Schlacht in Frankreich
  • 21. März bis 6. April --- Große Schlacht in Frankreich
  • 7. April bis 8. Juni --- Kämpfe an der Ancre, Somme und Avre
  • 9. Juni bis 7. August --- Kämpfe an der Avre und an der Matz
  • 4. August bis 3. September --- Stellungskämpfe an der Vesle
  • 3. September bis 9. Oktober --- Kämpfe vor der Siegfriedfront
  • 10. bis 12. Oktober --- Kämpfe vor der Hunding- und Brunhild-Front
  • 13. Oktober bis 4. November --- Kämpfe in der Hundingstellung
  • 5. bis 11. November --- Rückzugskämpfe vor der Antwerpen-Maas-Stellung
  • ab 12. November --- Räumung des besetzten Gebietes und Marsch in die Heimat

Kommandeure[Bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum
Maximilian von Feder 1869
Karl Anton Friedrich Haupt Graf von Pappenheim 1869 bis 1870
Joseph Maximilian von Maillinger 10. November 1870 bis 24. April 1873
Rudolf Freiherr von und zu Tann-Rathsamhausen 1873 bis 1875
August Freiherr von Leonrod 1875 bis 1882
Otto Ritter von Schmidt 1882 bis 1887
Benignus Ritter von Safferling 1887 bis 1889
Moritz von Orff 1890 bis 1893
Generalleutnant Adolf Freiherr von Asch zu Asch auf Oberndorf 1893
Eugen von Malaisé 1893 bis 1898
Karl Ritter von Klaus 1898 bis 1901
Theophil Freiherr Reichlin von Meldegg 1901 bis 1905
Karl Ritter von Endres 1905
Felix Graf von Bothmer 15. September 1905 bis 3. Dezember 1909
Maximilian Freiherr von Speidel 4. Dezember 1909 bis 14. Dezember 1911
Generalleutnant Ludwig Freiherr von Gebsattel 15. Dezember 1911 bis 19. März 1914
Generalleutnant Ludwig Ritter von Hetzel 19. März 1914 bis 8. August 1915
Bernhard von Hartz 7. September 1915 bis 8. Februar 1917
Eugen Ritter von Zoellner 8. Februar 1917 bis November 1918

Literatur[Bearbeiten]

  • Ruhmeshalle unserer Alten Armee. Herausgegeben auf Grund amtlichen Materials des Reichsarchivs, Militär-Verlag, Berlin 1927, S. 60, 86–87.
  • Histories of Two Hundred and Fifty-One Divisions of the German Army Which Participated in the War (1914–1918). United States War Office as War Department Document No. 905, Office of the Adjutant, 1920, S. 64–67.
  • Konrad Krafft von Dellmensingen, Friedrichfranz Feeser: Das Bayernbuch vom Weltkriege 1914–1918. Chr. Belser AG. Verlagsbuchhandlung. Stuttgart 1930.