Die Armee Lappland/20. Gebirgs-Armee war ein Großverband des Heeres der Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges. Sie war Oberkommando jeweils wechselnder Armeekorps sowie zahlreicher Spezialtruppen.
Die deutsche Lapplandarmee (AOK Lappland) ging am 14. Januar 1942 aus der Befehlsstelle Finnland des AOK Norwegen hervor. Sie war damit eines von zwei Armeeoberkommandos, welche während des Zweiten Weltkriegs die deutschen Truppen in Norwegen und Finnland kontrollierten. Die Bildung der Armee war zur Verbesserung der Befehlsführung notwendig geworden, nachdem das AOK Norwegen zunehmend mit Aufgaben der Küstensicherung in Norwegen in Beschlag genommen wurde und für das Frühjahr 1942 eine neue Offensive gegen Kandalakscha vorgesehen war. Die Führung der neuen Armee übernahm General der Gebirgstruppe Eduard Dietl, der zuvor Kommandierender General des Gebirgskorps Norwegen gewesen war. Neben diesem unterstanden der Armee zu Beginn das XXXVI. Gebirgs-Armeekorps sowie operativ das III. finnische Korps. Im Mai 1942 kam noch das XVIII. Gebirgs-Armeekorps dazu. Am 22. Juni 1942 erfolgte die Umbenennung in 20. Gebirgs-Armee. Die Armee war in Lappland stationiert, war an der Eismeerfront in Stellungskämpfe einbezogen und hatte eine Personalstärke von bis zu 220.000 Mann.
1944 zog sich die Armee in der „Operation Birke“ in ihre nördliche Riegelstellung zurück.[1] Ende 1944 kämpfte die Armee an der Liza-Front gegen sowjetische Truppen und an der Rovaniemi-Front gegen das finnische Heer, welches bereits zu den Alliierten übergelaufen war. Ab dem 18. Dezember 1944 war die Armee zugleich auch die Wehrmachtsbefehlsstelle Norwegen. (Wehrmachtbefehlshabers Norwegen) und übernahm die Truppen des AOK Norwegen, nachdem dieses aufgelöst worden war. Die Angehörigen der Armee sollten für ihren Einsatz in Skandinavien im Mai 1945 mit dem Lapplandschild ausgezeichnet werden, was jedoch nicht mehr durchgeführt wurde.
Am 8. Mai 1945 kapitulierte die Armee vor britischen Truppen.
Generalstabsoffiziere (Ia) der 20. Gebirgs-Armee
| Dienstzeit |
Dienstgrad |
Name |
| 22. Juni 1942 – 10. April 1943 |
Oberst |
Hugo Sittmann |
| 10. April 1943 – 10. Mai 1944 |
Oberst |
Hans Steets |
| 10. Mai 1944 – 20. Dezember 1944 |
Oberst |
Friedrich Übelhack |
| 20. Dezember 1944 – 1. Februar 1945 |
Oberst |
Raimund Hörst |
| 1. Februar 1945 – 8. Mai 1945 |
Oberst |
Friedrich Übelhack |
[Bearbeiten] Unterstellte Großverbände
| Juni 1942 |
April 1945 |
- Gebirgskorps „Norwegen“
- XXXVI. Gebirgskorps
- III. finnisches Armeekorps
- z.Vfg.: XVIII. Gebirgskorps
|
- XXXVI. Gebirgskorps
- LXX. Armeekorps
- XXXIII. Armeekorps
- Armee-Abteilung „Narvik“ (XIX. Gebirgskorps)
- z.Vfg.: 7. Gebirgs-Division
|
- Georg Tessin: Verbände und Truppen der Deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 14. Die Landstreitkräfte. Namensverbände. Die Luftstreitkräfte. Fliegende Verbände. Flakeinsatz im Reich 1943–1945. Biblio-Verlag, Bissendorf 1980, ISBN 3-7648-1111-0.
- Georg Tessin: Verbände und Truppen der Deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 4. Die Landstreitkräfte 15–30. 2. Auflage. Biblio-Verlag, Osnabrück 1976, ISBN 3-7648-1083-1.
- Hermann Hölter: Armee in der Arktis. Die Operationen der deutschen Lappland-Armee. Podzun Verlag, Bad Nauheim 1953.
- Earl F. Ziemke: The German Northern Theater of Operations, 1940–1945 (siehe auch http://www.history.army.mil/books/70-7_02.htm)
- Roland Kaltenegger: Krieg in der Arktis. Die Operationen der Lappland-Armee 1942–1945. Stocker Verlag, Graz/Stuttgart 2003, ISBN 3-7020-1018-1.
[Bearbeiten] Anmerkungen und Einzelnachweise
- ↑ Militärpolitik im Schatten einer Großmacht
- ↑ verstarb am 23. Juni 1944 bei einem Flugzeugabsturz