2011 HM102

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Asteroid
2011 HM102
Eigenschaften des Orbits (Animation)
Orbittyp Neptun-Trojaner (L5)
Asteroidenfamilie unbekannt
Große Halbachse 30,0 AE
Exzentrizität 0,08
Perihel – Aphel 27,7 AE – 32,4 AE
Neigung der Bahnebene 29,4°
Siderische Umlaufzeit 165 a
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 90 bis 180 km
Absolute Helligkeit 8,1 mag
Geschichte
Entdecker Alex H. Parker u.a.
Datum der Entdeckung 29. April 2011
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten von JPL Small-Body Database Browser. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

Der Asteroid 2011 HM102 ist der neunte bestätigte Neptun-Trojaner des Planeten Neptun. Das ist die Bezeichnung für Asteroiden, die auf den Lagrange-Punkten der Bahn des Neptun um die Sonne laufen. 2011 HM102 ist zudem der dritte Trojaner, der dem Lagrange-Punkt L5 zuzuordnen ist. Auf dieser Position läuft er dem Neptun um 60° hinterher.

Entdeckung und Benennung[Bearbeiten]

2011 HM102 wurde am 29. April 2011 im Rahmen des „New Horizons KBO Search Survey“-Programms zur Auffindung von Transneptunischen Objekten als mögliche Ziele für eine Passage an einem entfernteren Kuipergürtelobjekt nach dem Vorbeiflug der New Horizons-Raumsonde am Pluto-System im Juli 2015 entdeckt. Die Entdeckung eines weiteren L5-Neptun-Trojaners gelang daher eher zufällig. Die erste Aufnahme des Asteroiden stammt vom 29. April 2011, die Entdeckung wurde am 8. Oktober 2012 bekannt gegeben[1].

Bahneigenschaften[Bearbeiten]

2011 HM102 umkreist die Sonne auf einer prograden, mäßig elliptischen Umlaufbahn zwischen 27,7 AE und 32,4 AE Abstand. Die Bahnexzentrizität beträgt 0,08, die Bahn ist 29,4° gegenüber der Ekliptik geneigt. Die Umlaufzeit von 2011 HM102 beträgt 165 Jahre.

2011 HM102 besitzt die bisher am stärksten geneigt Umlaufbahn aller Neptun-Trojaner. Selbst bei den Jupiter-Trojanern weisen nur 5 % eine höhere Bahnneigung auf. Berechnungen zufolge sollte die Umlaufbahn des Asteroiden für eine weitere Million Jahre stabil bleiben.

Physikalische Eigenschaften[Bearbeiten]

Der Durchmesser von 2011 HM102 wird auf etwa 90 bis 180 Kilometer geschätzt, was von der bislang noch unbekannten Albedo des Asteroiden abhängt. Mit einer Absoluten Helligkeit von 8,1 mag ist er bislang der hellste L5-Trojaner im Sonnensystem. Er ist mindestens so hell oder etwas heller als (617) Patroclus, der mit seinem Mond Menoetius allerdings ein Binärsystem bildet. Falls es sich bei 2011 HM102 tatsächlich um ein einzelnes Objekt handelt und seine Albedo dem Patroclus-Menoetius-System ähnelt, macht ihn das zum größten L5-Trojaner im Sonnensystem.

Er besitzt eine rundliche Form und gleicht in der Farbe den bislang entdeckten L4-Trojanern des Neptun; dies lässt darauf schließen, dass die Trojaner auf beiden Lagrange-Punkten eine ähnliche Zusammensetzung aufweisen.

Erforschung[Bearbeiten]

Seit seiner Entdeckung 2011 wurde der Trojaner etwa ein Jahr beobachtet und so ließ sich seine Umlaufbahn berechnen. Er wurde bislang vom 29. April 2011 bis zum 17. April 2012 beobachtet, insgesamt bisher 145 Mal, was einen Beobachtungsbogen von 354 Tagen ergab[2] (Stand Feb. 2014).

New Horizons-Vorbeiflug[Bearbeiten]

2011 HM102 ist das erste transneptunische Objekt, bei dem eine Beobachtung durch die 2006 gestartete Raumsonde New Horizons mittels eines entfernten Vorbeifluges möglich ist. Ende 2013 betrug die Entfernung zu 2011 HM102 1,2 AE (180 Millionen km), der zu diesem Zeitpunkt der nächste Himmelskörper überhaupt (innerhalb von 4 AE) zur Sonde war. Trotz der Entfernung ist der Trojaner möglicherweise hell genug, um von einer der Kameras von New Horizons erfasst zu werden. Da der Vorbeiflug jedoch relativ kurz vor der Pluto-Passage erfolgt, ist allerdings noch unwahrscheinlich, dass die Systeme der Sonde sowie die New-Horizons-Bodencrew (die keine Beobachtung des Trojaners eingeplant haben) freie Kapazitäten haben werden, um 2011 HM102 überhaupt zu beobachten. Die Sonde wird am 24. August 2014 die Neptunbahn passieren.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alex H. Parker: Entdeckung
  2. 2011 HM102 beim JPL