212. Infanterie-Division (Wehrmacht)

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212. Infanterie-Division / 212. Volksgrenadier-Division/578. Volksgrenadier-Division
Aktiv 26. August 1939 bis 15. September 1944
Land Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Streitkräfte Wehrmacht
Teilstreitkraft Heer
Truppengattung Infanterie
Typ Infanteriedivision
Grobgliederung Gliederung
Stärke 15.000 Soll
Aufstellungsort München
Zweiter Weltkrieg Leningrader Blockade, Schlacht am Wolchow, Leningrad-Nowgoroder Operation
Kommandeure
Liste der Kommandeure

Die 212. Infanterie-Division und spätere 578. Volksgrenadier-Division bzw. 212. Volksgrenadier-Division war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht.

Divisionsgeschichte[Bearbeiten]

Einsatzgebiete:

  • Westwall: September 1939 bis Mai 1940
  • Frankreich: Mai 1940 bis November 1941
  • Ostfront, Nordabschnitt: November 1941 bis September 1944

Die 212. ID wurde als Division der 3. Aufstellungswelle im August 1939 in München aufgestellt. Unmittelbar danach wurde sie nach Sigmaringen und danach nach Freudenstadt an den Oberrhein verlegt und der 7. Armee unterstellt. Zu Beginn des Westfeldzugs lag die Division einsatzbereit auf dem Truppenübungsplatz Heuberg. In der Phase der Schlacht um Frankreich kämpfte die 212. ID im Verband mit der 16. Armee bei Nancy.

Vom Juli 1940 bis Februar 1941 war die Division inaktiv. Im Februar 1941 wurden die Soldaten der 212. ID erneut einberufen und mussten bis zum November 1941 an der Kanalküste Küstenschutz verrichten.

Im Winter 1941 wurde die 212. ID an die Ostfront zur Heeresgruppe Nord abgestellt, um an der Belagerung Leningrads teilzunehmen. Ihr zugeteilter Einsatzraum war zunächst die östliche Flanke des Oranienbaumer Brückenkopfes bei der Stadt Peterhof. Zu Beginn des Jahres 1942 war sie an der Schlacht am Wolchow beteiligt, bevor sie zum Oranienbaumer Kessel zurückkehrte, wo sie beim Angriff auf das Fort Krasnaja Gorka eingesetzt wurde. Später im gleichen Jahr kämpfte sie auch im Leningrader Einschließungsring, bevor sich die Gefechte im Januar 1943 auf Nowgorod und im Winter 1943/44 nach Tschudowo verlegten. Dort hatte die 212. ID so große Ausfälle, dass sie im Februar 1944 nur noch die Stärke einer Kampfgruppe besaß. Als der Druck der Roten Armee größer wurde, um Leningrad endgültig zu befreien, setzte sich die 212. ID über den Fluss Luga nach Pleskau an der Grenze zu Estland ab. Von dort musste sie sich über Lissino und Korpus zur Narwa zurückziehen. Die 212. ID wurde von der vorstoßenden Roten Armee bei Lepel gestellt und musste sich fluchtartig über Wilna nach Olita zurückziehen, wo sie vernichtet wurde. Die offizielle Auflösung erfolgte am 15. September 1944. Am 17. September 1944 wurden die Überlebenden der Division in die 212. Volksgrenadier-Division überführt, die auf dem Truppenübungsplatz Schieratz im Warthegau aufgestellt wurde.

Divisionsgeschichte der 578. bzw. 212. Volksgrenadier-Division[Bearbeiten]

Einsatzgebiete:

Auf dem Truppenübungsplatz Schieratz wurde im September die 578. Volksgrenadier-Division aus den Resten der 212. ID aufgestellt, die kurze Zeit später in 212. Volksgrenadier-Division umbenannt wurde. Die personelle Verstärkung erhielt diese Division überwiegend aus Bayern. Wie viele Volksgrenadier-Divisionen hatte die 212. VD kaum Funk-Ausrüstung und Sturmgeschütze[1]. Am 16. Dezember 1944 wurde die 212. VD zusammen mit dem LXXX. Armeekorps der 7. Armee in der Ardennenoffensive an der Westfront eingesetzt. Der Kommandeur der 7. Armee General der Panzertruppe Erich Brandenberger, stufte die 212. VD als einen seiner besten Verbände ein und befahl ihr die südliche Flanke des Operationsgebietes zu sichern. Im Laufe der bei angelsächsischen Historikern als „Battle oft he Bulge“ bekannt gewordenen Schlacht, stieß die 212. VD auf die 4. US Infanterie-Division. Die 212. VD verzeichnete einige Anfangserfolge, konnte letztlich ihre Operationsziele nicht erreichen, zog sich auf den Rhein zurück und kapitulierte bei Kriegsende vor den US-amerikanischen Truppen.

Personen[Bearbeiten]

Divisionskommandeure der 212. ID:
Dienstzeit Dienstgrad Name
26. August bis 15. September 1939 Generalmajor Walter Friedrichs
15. September 1939 bis 1. Oktober 1942 Generalleutnant Theodor Endres
1. Oktober 1942 bis 1. Oktober 1943 Generalleutnant Hellmuth Reymann
1. Oktober 1943 bis 1. Mai 1944 Generalmajor Karl Koske
1. Mai bis Oktober 1944 Generalleutnant Franz Sensfuß
Generalstabsoffiziere (Ia) der 212. ID:
Dienstzeit Dienstgrad Name
1939 bis April 1940 Oberstleutnant Heinz von Gyldenfeldt
1940 Hauptmann Hoefs
1941 bis September 1941 Hauptmann Reichel
1942 bis März 1943 Major Hermann Lassen
März 1943 bis September 1944 Oberstleutnant Horst Ogilvie
September 1944 Major Adolf Wicht
Divisionskommandeure der 212. Volksgrenadier-Division:
Dienstzeit Dienstgrad Name
Oktober 1944 bis 1. April 1945 Generalleutnant Franz Sensfuß
1.–21. April 1945 Generalmajor Max Ulich
21. April bis 8. Mai 1945 Generalmajor Jobst Freiherr von Buddenbrock
Generalstabsoffiziere (Ia) der 212. Volksgrenadier-Division
Dienstzeit Dienstgrad Name
20. September bis 30. Dezember 1944 Major Wolfgang Köstlin
30. Dezember 1944 bis 1945 Oberstleutnant Hans Ritter und Edler von Rosenthal

Gliederung[Bearbeiten]

Veränderungen in der Gliederung der 212. ID von 1939 bis 1943[2]

1939 1943
Infanterie-Regiment 316[3] Grenadier-Regiment 316
Infanterie-Regiment 320[4] Grenadier-Regiment 320
Infanterie-Regiment 423[5] Grenadier-Regiment 423
Artillerie-Regiment 212
Pionier-Bataillon 212
Panzerabwehr-Abteilung 212 Panzerjäger-Abteilung 212
Aufklärungs-Abteilung 212 Divisions-Füsilier-Bataillon 212
-- Feldersatz-Bataillon 212
Nachrichten-Abteilung 212
Nachschubstruppen 212

Literatur[Bearbeiten]

  •  Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 8: Die Landstreitkräfte 201–280. 2. Auflage. Biblio-Verlag, Bissendorf 1979, ISBN 3-7648-1174-9.
  • Werner Haupt: Die deutschen Infanterie-Divisionen 1921–1945, 3 Bände, Dörfler Verlag 2005, ISBN 978-3895552748.
  • Egid Gehring: Von der Saar bis an die Mosel. Marsch, Kampf und Sieg einer Infanterie-Division im Westen. Ein Erinnerungsbuch (= 212. Infanterie-Division), München 1942.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. die 212 VD besaß nur vier anstatt der vorgeschriebenen 28 Sturmgeschütze
  2. http://diedeutschewehrmacht.eu/212%20inf%20div.htm
  3. I.–III. Btl. durch Ausbildungsleiter Landsberg am Lech, Ersatz-Bataillon in Augsburg
  4. I.–III. Btl. durch Ausbildungsleiter Rosenheim, Ersatz-Bataillon in Ingolstadt
  5. I.–III. Btl. durch Ausbildungsleiter Landshut, Ersatz-Bataillon in Neuburg