22. Klavierkonzert (Mozart)

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Das 22. Klavierkonzert in Es-Dur, KV 482 ist ein Klavierkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart. Einer abweichenden Zählung zufolge handelt es sich um das 16. Klavierkonzert des Komponisten.

Entstehung[Bearbeiten]

Das 22. Klavierkonzert entstand im Winter 1785 in Wien. Zeitlich fällt die Entstehung mit der Komposition der Oper Die Hochzeit des Figaro zusammen. Das Klavierkonzert wurde bei einem Konzert im Dezember 1785 in Wien, zwischen den Teilen eines Oratoriums von Dittersdorfs, uraufgeführt. Auch dieses Konzert entstand, wie alle der großen Wiener Konzerte, für den Gebrauch eigener Konzertaufführungen. Das 22. Klavierkonzert gehört zu den längsten Konzertwerken Mozarts, eine Aufführung dauert etwa 35 Minuten.

Zur Musik[Bearbeiten]

1. Satz: Allegro[Bearbeiten]

Das Orchester beginnt mit einer fanfarenartigen Phrase, auf welche das Horn mit einer absteigenden, wehmütigen Melodie antwortet. Die Überleitung zum zweiten Thema geschieht in einer langen Überleitung, welche sich in vier Abschnitten vollzieht. Das zweite Thema besteht aus einer einfachen, grazilen Melodie. Erst nach 76 Takten meldet sich das Soloklavier mit einem eigenen Entrée zu Wort, bevor es das wiederkehrende Fanfaren-Thema umspielt. Es folgt eine Überleitung nach b-Moll, welche in einem nur scheinbaren dritten Thema endet, jedoch weitergeleitet wird und zum wirklichen dritten Thema führt. Dieses wird durch das Soloklavier eingeführt, welches das zweite Thema ausspart. Die Durchführung ist einfach gestaltet und bleibt für Mozarts Verhältnisse relativ undifferenziert. Einige Wendungen erinnern an die frühe 19. Sinfonie KV 132. Die Reprise bringt neue Umspielungen des Hauptthemas durch das Solokalvier. Nun wird auch das zweite Thema vom Klavier übernommen. Es folgt eine lange Solokadenz, in welcher das komplette Themenmaterial berührt wird. Ein feuriges Orchesterritornell beendet den Satz mit einigen brillanten Akkorden.

2. Satz: Andante[Bearbeiten]

Das Andante verbindet Rondoform und Variationssatz. Das klagende c-Moll-Thema wird getragen von den Streichern intoniert. Das Soloklavier steigt mit der ersten Variation in den Satz ein, indem es das Thema umspielt. Es folgt ein ausgedehntes Zwischenspiel von Orchester und Holzbläsern, in welchem das Klavier vollständig schweigt. Es kehrt mit der bewegteren zweiten Variation zurück. Nun vereinen sich Klavier und Orchester zur gemeinsamen Klage. Ein zweites Zwischenspiel in C-Dur bringt ungewöhnlicherweise erneut das Klavier für längere Zeit zum schweigen. Dies führt vor Augen, dass Mozart sich längst in der Welt des sinfonischen Konzertes bewegt. Ein Forteschlag des Orchesters leitet die dramatische, wieder in c-Moll statt findende, dritte Variation ein. Es handelt sich um die längste Variation des Satzes, in welcher es immer wieder zu klangenden Einwürfen des Soloklaviers kommt. Im Anschluss folgt eine ausgedehnte Coda, welche inhaltlich sowohl an die letzte Variation, als auch an das erste Zwischenspiel anknüpft. Eine aufsteigende c-Moll-Tonleiter des Klaviers beendet den ergreifenden und tiefgehenden Satz.

3. Satz: Allegro[Bearbeiten]

Das Finalerondo im 6/8-Takt beginnt mit einem verhaltenen Thema im Klavier. Wie üblich übernimmt das Orchester dieses Thema und formuliert es aus. Eine Überleitung, welche zum ersten Couplet führt, enthält eine liedhafte, einfache und eingängige Melodie des Klaviers. Auch das erste Couplet ist zwar durchaus schnell, wirkt aber zu keiner Zeit ausgelassen. Der ganze Satz wirkt ein wenig gehemmt in der Freude, was an den vorherigen, tiefgehenden c-Moll-Variationen liegen könnte. Nach einer Wiederholung des Refrains folgt das zweite Couplet. Hierbei wird das Rondo durch eine Andantino-Episode unterbrochen. Dieses zweite Couplet wirkt wie ein fast eigenständiger Satz, in welchem in den Bläsern erstmals statt Oboen Klarinetten auftreten. Eine solche Unterbrechung eines schnellen Finalrondos, war zuvor nur in Mozarts 9. Klavierkonzert KV 271 geschehen. Anschließend folgen regelgerecht die Wiederholungen von Refrain und erstem Couplet. Eine kurze Solokadenz enthält keine größeren technischen Schwierigkeiten. Es folgt die Coda, welche dem Satz einen optimistischen Abschluss gibt.

Stellenwert[Bearbeiten]

Das 22. Klavierkonzert KV 482 gehört, wie seine beiden Vorgänger KV 466 und KV 467, zu den großen sinfonischen Konzerten Mozarts. Eine große Gemeinsamkeit hat es mit seinen beiden nachfolgenden Klavierkonzerten KV 488 und KV 491, da es sich um die einzigen Klavierkonzerte Mozarts handelt, in welchen Klarinetten vorgeschrieben sind. Diese drei Konzerte werden deshalb oft als Klarinettenkonzerte bezeichnet. Auch der übrige Orchesterappart ist groß angelegt und schreibt, wie in den Konzerten KV 451 und KV 467 Trompeten und Pauken vor. Neu ist hingegen die größere Rolle der Hörner, welche am konzertierenden Geschehen teil haben. Das 22. Klavierkonzert hält also vor allem Neuerungen im Bereich der Instrumentierung bereit, ist anderweitig jedoch relativ regelmäßig gestaltet. Der Mozartforscher Alfred Einstein betrachtete dieses Konzert gar als einen Rückschritt, da es in den Ecksätzen eine starke thematische Anlehnung an frühere Werke erfährt. So zitiert der Hauptsatz beinahe einige Stellen aus der zum Frühwerk Mozarts gehörenden 19. Sinfonie KV 132. Das Finale enthält die gleiche Idee, wie das frühe 9. Klavierkonzert KV 271: Eine Unterbrechung der Rondoform durch einen langsamen Zwischensatz.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hansjürgen Schaefer: Konzertbuch Orchestermusik G-O. VEB Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1978.
  • Harenberg Konzertführer. Harenberg Kommunikation, Dortmund 1998, ISBN 3-611-00535-5.
  • Marius Flothuis: Mozarts Klavierkonzerte. C.H.Beck Wissen, München 1998

Weblinks[Bearbeiten]