24-Stunden-Rennen von Le Mans 1928

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Der Siegerwagen von Woolf Barnato und Bernard Rubin 2007
Stutz 4,9-Liter Blackhawk

Das sechste 24-Stunden-Rennen von Le Mans, der 6e Grand Prix d’Endurance les 24 Heures du Mans, fand vom 16. bis 17. Juni 1928 auf dem Circuit des 24 Heures bei Le Mans in Nordwestfrankreich statt.

Das Rennen[Bearbeiten]

Der auf dramatische Weise zustande gekommene Gesamtsieg des Bentley-Teams Sammy Davis und Dudley Benjafield im Vorjahr hatte zur Folge, dass sich weit mehr britische Rennmannschaften für das Rennen interessierten als die Jahre zuvor. Neben der Bentley-Werksmannschaft waren erstmals Lagonda und Aston Martin mit Werkswagen vertreten. Zum zweiten Mal kamen auch Fahrzeuge aus den USA an die Sarthe. Chrysler schickte zwei 72 six nach Europa, die von der französischen Vertretung eingesetzt wurden. Das Steuer des Wagens mit der Nummer Sieben teilte sich das rumänische Cantacuzino-Prinzenpaar. Den Wagen mit der Nummer Acht fuhren André Rossignol und Henri Stoffel. Auch aus den USA kam ein mächtiger 4,9-Liter-Stutz, der von Charles Weymann vorbereitet wurde. Am Steuer saßen der Sieger von 1926, Robert Bloch, und sein Landsmann Édouard Brisson. Die französischen Teams konzentrierten sich vor allem auf die kleinen Rennklassen.

Das Rennen war von Beginn an ein Dreikampf zwischen Bentley, Chrysler und Stutz. Unterschiedliche Teams lösten sich an der Spitze ab, und mehrmals wurde der Rundenrekord gebrochen. Nur drei Runden konnte der Ariès, der hubraumstärkste französische Wagen, mithalten, dann fiel das Team mit Kolbenschaden aus. Sir Henry Birkin hatte einen Reifenschaden und verlor mehr als drei Stunden und damit jede Chance auf den Sieg. In der Nacht führte der Stutz, der aber am Sonntagvormittag von Problemen mit dem Getriebe geplagt wurde. Während der Brikin/Chassagne-Bentley durch ein große Aufholjagd glänzte, kollidierten beide Lagondas in der Mulsanne und fielen aus.

Erst beim letzten Tankstopp konnte Woolf Barnato den führenden Stutz überholen, war aber selbst in großen Schwierigkeiten. Das Chassis des Bentley war gebrochen und Barnato konnte nur mehr in langsamer Fahrt um die Strecke rollen. Seinen Sieg rettete der Umstand, dass Brisson im Stutz nurmehr mit einem Gang fuhr und nicht mehr aufholen konnte. So siegte Barnato mit nur einer halben Runde Vorsprung, und Bentley konnte den dritten Gesamtsieg feiern.

Ergebnisse[Bearbeiten]

Piloten nach Nationen[Bearbeiten]

FrankreichFrankreich 43 Franzosen Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich 18 Briten Rumänien KonigreichRumänien 2 Rumänen Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) 1 Italiener ArgentinienArgentinien 1 Argentinier
MonacoMonaco 1 Monegasse
  • Ältester Fahrer: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Auguste Bertelli (48 Jahre)
  • Jüngster Fahrer: MonacoMonaco Louis Chiron (29 Jahre)

Schlussklassement[Bearbeiten]

Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Chassis Motor Reifen Runden
1 5.0 4 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bentley Motors Ltd. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Woolf Barnato
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bernard Rubin
Bentley 4½ Litre “Old Mother Gun” Bentley 4.4L I6 154
2 5.0 1 FrankreichFrankreich Charles Weymann FrankreichFrankreich Édouard Brisson
FrankreichFrankreich Robert Bloch
Stutz DV16 Blackhawk Stutz 4.9L I8 153
3 5.0 8 FrankreichFrankreich Chrysler France FrankreichFrankreich Henri Stoffel
FrankreichFrankreich André Rossignol
Chrysler 72 Six Chrysler 4.1L I6 144
4 5.0 7 FrankreichFrankreich Chrysler France Rumänien KonigreichRumänien Prince Jean Ghica Cantacuzino
Rumänien KonigreichRumänien G Ghica Cantacuzino
Chrysler 72 Six Chrysler 4.1L I6 139
5 5.0 3 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bentley Motors Ltd. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Sir Henry Birkin
FrankreichFrankreich Jean Chassagne
Bentley 4,5 Litre Bentley 4.4L I6 135
6 1.5 27 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Alvis Cars Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Major Maurice Harvey
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Harold Purdy
Alvis TA Alvis 1.5L I4 132
7 1.1 32 FrankreichFrankreich Michel Doré
FrankreichFrankreich Jean Treunet
B.N.C. B.N.C. 1.1L I4 131
8 2.0 12 FrankreichFrankreich Robert Benoist
FrankreichFrankreich Christian d’Auvergne
Itala Tipo 61S 2000 Itala 2.0L I6 130
9 1.5 28 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Alvis Cars Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Sammy Davis
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich William Urquhart-Dykes
Alvis TA Alvis 1.5L I4 130
10 1.1 35 FrankreichFrankreich Émile Salmson et Cie FrankreichFrankreich Georges Casse
FrankreichFrankreich André Rousseau
Salmson GS Salmson 1.1L I4 127
11 2.0 16 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich F.E. Metcalfe Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich André d’Erlanger
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Douglas Hawkes
Lagonda OH 2 Litre Speed Lagonda 2.0L I4 126
12 1.5 29 FrankreichFrankreich Pierre Fenaille FrankreichFrankreich Maurice Benoist
FrankreichFrankreich Louis Balart
Tracta S.C.A.P. 1.5L I4 121
13 1.1 37 FrankreichFrankreich Lucien Desvaux
FrankreichFrankreich Pierre Goutte
Lombard AL3 Lombard 1.1L I4 116
14 1.1 36 FrankreichFrankreich Etablissements Henri Precioux FrankreichFrankreich Guy Bouriat
FrankreichFrankreich Pierre Bussienne
E.H.P. C.I.M.E. 1.1L I6 115
15 2.0 19 FrankreichFrankreich Gaston Duval
FrankreichFrankreich Gaston Mottet
S.A.R.A. SP7 S.A.R.A. 1.8L I6 114
16 1.1 31 FrankreichFrankreich Pierre Fenaille FrankreichFrankreich Roger Bourcier
ArgentinienArgentinien Hector Vasena
Tracta S.C.A.P. 1.1L I4 110
17 1.1 42 FrankreichFrankreich Pierre Fenaille FrankreichFrankreich Jean-Albert Grégoire
FrankreichFrankreich Fernand Vallon
Tracta S.C.A.P. 1.1L I4 108
Ausgefallen
18 1.5 24 FrankreichFrankreich Henri Guilbert
FrankreichFrankreich André Lefebvre
S.C.A.P. S.C.A.P. 1.5L I4 95
19 1.1 39 FrankreichFrankreich Lucien Lemesle
FrankreichFrankreich Henry Godard
S.C.A.P. S.C.A.P. 1.1L I4 91
20 1.5 26 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Aston Martin Ltd. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jack Bezzant
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Cyril Paul
Aston Martin 1,5 International Aston Martin 1.5L I4 82
21 5.0 2 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bentley Motors Ltd. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Dudley Benjafield
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Frank Clement
Bentley 4,5 Litre Bentley 4.4L I6 71
22 5.0 5 MonacoMonaco Louis Chiron FrankreichFrankreich Cyril de Vere
MonacoMonaco Louis Chiron
Chrysler 72 Chrysler 4.1L I6 66
23 1.1 41 FrankreichFrankreich Ariès FrankreichFrankreich Fernand Gabriel
FrankreichFrankreich Louis Paris
Ariès 8-10 CV Ariès 1.1L I4 51
24 2.0 14 FrankreichFrankreich Louis Charaval
FrankreichFrankreich „Christian“
Itala Tipo 61S 2000 Itala 2.0L I6 50
25 1.5 21 FrankreichFrankreich Henri de Costier
FrankreichFrankreich Sosthènes de la Rochefoucauld
Alphi Alphi 1.5L I4 45
26 1.5 25 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Aston Martin Ltd. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Auguste Bertelli
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Capt. George E.T. Eyston
Aston Martin 1,5 International Aston Martin 1.5L I4 32
27 1.1 30 FrankreichFrankreich Émile Salmson et Cie FrankreichFrankreich Joseph Hasley
FrankreichFrankreich Albert Perrot
Salmson GS Salmson 1.1L I4 30
28 2.0 20 FrankreichFrankreich Emile Maret
FrankreichFrankreich Gonzaque Lécureul
S.A.R.A. SP7 S.A.R.A. 1.8L I6 25
29 2.0 18 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich F.E. Metcalfe Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Capt. R. Clive Gallop
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Maj. E.J. Hays
Lagonda OH 2-Litre Speed Lagonda 2.0L I4 23
30 1.1 40 FrankreichFrankreich Ariès FrankreichFrankreich Arthur Duray
FrankreichFrankreich Roger Delano
Ariès 8-10CV Ariès 1.1L I4 22
31 2.0 15 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich F.E. Metcalfe Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Sir Francis Samuelson
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Frank King
Lagonda OH 2-Litre Speed Lagonda 2.0L I4 13
32 5.0 6 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Goffredo Zehender
FrankreichFrankreich Jérôme Ledure
Chrysler 72 Chrysler 4.1L I6 5
33 3.0 9 FrankreichFrankreich Ariès FrankreichFrankreich Robert Laly
FrankreichFrankreich Louis Rigal
Ariès Surbaissée 3-Litre Ariès 3.0L I4 3
Nicht gestartet
34 2.0 17 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich F.E. Metcalfe Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Berd Hammond
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich E. J. Hayes
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich W. C. Handley
Lagonda OH 2-Litre Speed Lagonda 2.0L I4 1
35 5.0 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bentley Motors Ltd. Bentley 4,5 Litre Bentley 4.4L I6 2

1 Nicht gestartet 2 Ersatzwagen

Nur in der Meldeliste[Bearbeiten]

Hier finden sich Teams, Fahrer und Fahrzeuge die ursprünglich für das Rennen gemeldet waren, aber aus den unterschiedlichsten Gründen daran nicht teilnahmen.

Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Chassis Motor Reifen
36 1.5 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Donald Marendaz
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich P. L. Densham
Marendaz Spezial
37 1.1 Ariès
38 3.0 Ariès
39 1.5 Aston Martin
40 1.5 Sowjetunion 1923Sowjetunion Boris Iwanowski
ItalienItalien Attilio Marinoni
FrankreichFrankreich Rachevsky
Alfa Romeo 6C 1500
41 1.1 Lombard
42 1.1 Lombard
43 1.1 Lombard
44 1.1 Lombard
45 1.1 Lombard
46 1.1 FrankreichFrankreich Simas
FrankreichFrankreich Ego
D’Yrsan K Sport Ruby 1.1L I4
47 1.1 FrankreichFrankreich Marquis Raymond Siran de Caranac
FrankreichFrankreich de Souassy
D’Yrsan K Sport Ruby 1.1L I4

Klassensieger[Bearbeiten]

Klasse Fahrer Fahrer Fahrzeug Platzierung im Gesamtklassement
4. Biennial Cup – Index of Performance FrankreichFrankreich George Casse FrankreichFrankreich André Rousseau Salmson GS Rang 10
3000–5000 cm³ Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Woolf Barnato Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bernard Rubin Bentley 4,5 Litre Gesamtsieg
1500–2000 cm³ FrankreichFrankreich Robert Benoist FrankreichFrankreich Christian d’Auvergne Itala Tipo 61S 2000 Rang 8
1101–1500 cm³ Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Major Maurice Harvey Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Harold Purdy Alvis TA Rang 6
750–1100 cm³ FrankreichFrankreich Michel Doré FrankreichFrankreich Jean Treunet B.N.C Rang 7

Renndaten[Bearbeiten]

  • Gemeldet: 47
  • Gestartet: 33
  • Gewertet: 17
  • Rennklassen: 5
  • Zuschauer: unbekannt
  • Ehrenstarter des Rennens: unbekannt
  • Wetter am Rennwochenende: trocken
  • Streckenlänge: 17,262 km
  • Fahrzeit des Siegerteams: 24:00:00,000 Stunden
  • Gesamtrunden des Siegerteams: 155
  • Gesamtdistanz des Siegerteams: 2669,272 km
  • Siegerschnitt: 111,219 km/h
  • Pole Position: unbekannt
  • Schnellste Rennrunde: Sir Henry Birkin – Bentley 4,5 Litre (#3) – 8.07.000 = 127,604 km/h
  • Rennserie: zählte zu keiner Rennserie

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Moity, Jean-Marc Teissèdre, Alain Bienvenu: 24 heures du Mans, 1923–1992. Éditions d’Art, Besançon 1992, ISBN 2-909-413-06-3.
  • R. M. Clarke: Le Mans. The Bentley & Alfa Years 1923–1939. Brooklands Books, Cobham 1998, ISBN 1-85520-465-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1928 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien