Die 246. Infanterie-Division war ein militärischer Großverband der deutschen Wehrmacht, der während des Zweiten Weltkrieges vor allem im Westfeldzug und Krieg gegen die Sowjetunion eingesetzt wurde.
[Bearbeiten] Divisionsgeschichte
Die 246. ID wurde als Division der 3. Aufstellungswelle im August 1939 in Darmstadt aufgestellt. Ihr erstes Einsatzgebiet war nach Aufstellung und Ausbildung in Deutschland vom September 1939 bis Mai 1940 Frankreich während des Westfeldzuges vom Mai bis Juni 1940. Danach kehrte sie zur Beurlaubung und Reaktivierung nach Deutschland zurück. Vom August 1941 bis Januar 1942 war sie erneut im besetzten Frankreich stationiert. Ab Januar 1942 wurde sie an den Zentralabschnitt der Ostfront verlegt, wo sie bis zu ihrer Vernichtung im Juni 1944 kämpfte. [1] Im Russlandkrieg war sie der Heeresgruppe Mitte unterstellt und kämpfte vorwiegend an der Rollbahn Smolensk-Moskau, verteidigte unter anderem die Stadt Bely gegen die 22. sowjetische Armee und nahm 1942 im Rahmen der Schlacht von Rschew an der Operation Seydlitz gegen Partisanenaktivität südlich von Rschew teil. 1943 zog sie sich zusammen mit der 9. Armee im Rahmen der Operation Büffelbewegung auf rückwärtige Stellungen bei Duchowschtschina zurück.[1] Im Juni 1944 wurde die 246. Infanteriedivision mit dem 35.000 Mann starkem 53. Armeekorps im Verlauf der Operation Bagration in Witebsk eingeschlossen. Dabei kam es etwa am 25. Juni 1944 zu schweren Kämpfen im Stadtbereich, bei denen die Division schwere Verluste erlitt. Die Zerschlagung des Verbandes erfolgte in der Nähe von Witebsk, zwischen Schilki und Ostrowno.[1] Der überlebende Divisionskommandeur, Generalmajor Claus Müller-Bülow, geriet dabei in sowjetische Kriegsgefangenschaft.
Die offizielle Auflösung der Division erfolgte am 3. August 1944. Die Divisionsnummer 246 wurde wenig später durch die Umbenennung der 565. Volksgrenadier-Division in 246. Volksgrenadier-Division erneut vergeben.
Divisionskommandeure der 246. ID:
| Dienstzeit |
Dienstgrad |
Name |
| 1. September 1939 – 13. Dezember 1941 |
Generalleutnant |
Erich Denecke |
| 13. Dezember 1941 – 16. Mai 1943 |
Generalleutnant |
Maximilian Siry |
| 16. Mai – 12. September 1943 |
Generalmajor |
Konrad von Alberti |
| 12. September – 5. Oktober 1943 |
Generalmajor |
Heinz Fiebig |
| 5. Oktober 1943 – 20. April 1944 |
Generalleutnant |
Wilhelm Falley |
| 20. April – 27. Juni 1944 |
Generalmajor |
Claus Müller-Bülow |
Generalstabsoffiziere (Ia) der 246. ID:
| Dienstzeit |
Dienstgrad |
Name |
| 26. August 1939 – 20. April 1940 |
Hauptmann |
Wilhelm Knüppel |
| 20. April – 1. August 1940 |
Major |
Peter Pantenius |
| August 1940 – Februar 1941 |
Major |
unbekannt |
| Februar – Dezember 1941 |
Oberstleutnant |
Friedrich Kuhn |
| Dezember 1941 – Januar 1943 |
Oberstleutnant |
Max Freiherr von Schade |
| Januar 1943 – Juni 1944 |
Oberstleutnant |
Gerhard Rauch |
- Das Infanterie-Regiment 313 wurde Dezember 1941 zur 337. ID übertragen.
- Das Infanterie-Regiment 689 kam im Dezember 1941 von der 337. ID.
- Infanterie-Regiment 352
- Infanterie-Regiment 404
- Artillerie-Regiment 246
- Panzerabwehr-Abteilung 246
- Pionier-Bataillon 246
- Feldersatz-Bataillon 246
- Aufklärungs-Abteilung 246
- Infanterie-Divisions-Nachschubtruppen 246
[1]
- Georg Tessin: Verbände und Truppen der Deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 8: Die Landstreitkräfte 201–280. 2. Auflage. Biblio-Verlag, Bissendorf 1979, ISBN 3-7648-1174-9.
- Werner Haupt: Die deutschen Infanterie-Divisionen. Ed. Dörfler im Nebel-Verlag, Eggolsheim 2005, ISBN 3-89555-274-7.
- ↑ a b c d http://deutsches-wehrkundearchiv.de/resources/D0009.pdf