24 (Fernsehserie)

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24
24 – Twenty Four
Originaltitel 24
24-Logo.svg
Genre Action, Drama, Politthriller
Fernsehserie
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Jahr(e) 2001–2010
Produktions-
unternehmen
Imagine Entertainment,
20th Century Fox,
Real Time Productions,
Teakwood Lane Productions
Länge 24 fps: 45 Minuten,
25 fps: 42 Minuten
Episoden 192 in 8 Staffeln
Produktion Andrea Newman,
Cyrus Yavneh,
Michael Loceff,
Kiefer Sutherland,
Norman S. Powell,
Jon Cassar,
Stephen Kronish,
Tim Iacofino,
Brad Turner,
Sam Montgomery,
Michael Klick,
Paul Gadd[1]
Idee Joel Surnow,
Robert Cochran
Musik Sean Callery
Kamera Rodney Charters,
Jeffrey C. Mygatt,
Guy Skinner,
Peter Levy
Erstausstrahlung 6. November 2001 (USA) auf Fox
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
2. September 2003 auf ORF 1 und RTL 2
Besetzung
Nebenfiguren
Synchronisation
Videospiel
24: The Game (2006)
Fernsehfilm
24: Redemption (2008)
Fernseh-Miniserie
24: Live Another Day (2014)

24, auch 24 – Twenty Four,[2] ist eine US-amerikanische Fernsehserie, deren Ausstrahlung 2001 begann und die vorwiegend den Genres Thriller und Drama zugeschrieben wird. Sie thematisiert Versuche der amerikanischen Regierung, terroristische Angriffe zu verhindern, Attentäter aufzuspüren und bis in Regierungskreise reichende Verschwörungen aufzudecken, wobei die handelnden Figuren wiederholt mit moralischen Dilemmas konfrontiert werden. Charakteristisch für die Serie, deren Staffeln je einen 24-stündigen, ununterbrochenen Zeitraum erzählen, sind die in Echtzeit ablaufende Handlung und Splitscreens. Die Idee zur Serie hatten Robert Cochran und Joel Surnow, dem Howard Gordon 2009 als Showrunner folgte.

Motiviert durch die politisch-gesellschaftliche Situation in den USA nach den Terroranschlägen am 11. September 2001, thematisierte die Serie ab der zweiten Staffel Bedrohungen durch Massenvernichtungswaffen. In der Handlung setzen vor allem Staatsbedienstete, darunter der von Kiefer Sutherland gespielte Protagonist Jack Bauer, Folter als Mittel zur Informationsgewinnung bei Vernehmungen ein, wenn es die Situation zu erfordern scheint und viele Menschenleben auf dem Spiel stehen. Für die Folterdarstellungen wurde die Serie heftig kritisiert, wobei unter anderem mit einer normalisierenden und befürwortenden Wirkung von Folter argumentiert wurde. US-Militärbedienstete gaben an, dass die Folterdarstellungen eine Vorbildwirkung auf im Irak stationierte US-Soldaten und im Gefangenenlager von Guantanamo Beschäftigte gehabt hätten. Politiker und andere Interessenvertreter bewerteten die Darstellung von Terrorismusbekämpfung und Folter öffentlich. Bürgerrechtsorganisationen kritisierten, dass die Serie Muslime diskriminiere. Schauspielerleistungen, Authentizität und Inszenierung stießen bei Kritikern auf ein geteiltes Echo. Während sich die Serie in den USA mit streckenweise über 13 Millionen Zuschauern zu einem Erfolg für den Sender Fox entwickelte, blieb sie im deutschsprachigen Raum hinter den Erwartungen der meisten ausstrahlenden Sender zurück. Zu den bisherigen Auszeichnungen und Nominierungen gehört die Prämierung mit je einem Golden Globe Award und einem Emmy Award für die beste Dramaserie und den besten Hauptdarsteller.

Bis 2010 entstanden 192 Episoden in acht Staffeln und ein Fernsehfilm (24: Redemption). Im März 2013 wurde der mehrfach verschobene Produktionsbeginn eines auf der Serie basierenden Kinofilms abgesagt.[3] Wenig später gab Fox bekannt, 24 als Fernseh-Miniserie fortzusetzen.[4] Der US-Ausstrahlungsbeginn dieser, aus nunmehr 12 Episoden bestehenden und teilweise auch als neunten Staffel bezeichneten Serie mit dem Titel 24: Live Another Day ist für den 5. Mai 2014 angekündigt.[5]

Die Serie fand unter anderem durch Erwähnungen in Fernsehsendungen und Printmedien Eingang in die Populärkultur und wurde für Romane, Comics, Computerspiele und andere Merchandising-Produkte adaptiert. Produktion und Erstausstrahlung eins gleichnamigen, indischen Remakes begannen 2013.[6]

Handlung[Bearbeiten]

Bauer-Darsteller Kiefer Sutherland (2008)

Im Kern der Handlung stehen die fiktive, US-amerikanische Anti-Terror-Einheit Counter Terrorist Unit (CTU), für die Jack Bauer, die Hauptfigur, als Bundesagent tätig ist, und – in Staffel 7 – das FBI. Jede 24-Staffel deckt eine 24-stündige Handlungsspanne ab und schildert die Geschehnisse üblicherweise aus drei Sichten: Erstens werden – mit besonderem Gewicht auf Bauer – die Bemühungen der Ermittlungsbehörde gezeigt. Zweitens spielt die Situation des US-Präsidenten (Staffeln 2–8) bzw. eines Präsidentschaftskandidaten (Staffel 1), seines Stabs und seiner Regierung eine zentrale Rolle. Drittens nimmt die Serie oft die Perspektiven der Gangster bzw. Terroristen ein, mit deren Verbrechen der Staatsapparat konfrontiert wird. In den ersten beiden Staffeln liegt der Fokus zudem auf Bauers Familie, vor allem seiner Tochter Kim. In der Serie werden Terroranschläge gegen die USA, ihre Institutionen und Repräsentanten thematisiert, ein weiterer Schwerpunkt sind Attentate und die Einflussnahme auf hochrangige politische Funktionsträger.

Staffel 1 beginnt und endet um Mitternacht und spielt am Tag der kalifornischen Vorwahlen zur US-amerikanischen Präsidentschaft. Jack Bauers Auftrag ist es, den Senator David Palmer vor einer Verschwörung zu schützen, die zum Ziel hat, Palmer zu ermorden. Zudem geraten Bauers Tochter Kim und seine Frau Teri in die Fänge der Verschwörer, die sich für Bauers und Palmers Verwicklung in eine geheime Mission auf dem Balkan rächen möchten.

Staffel 2 spielt 18 Monate nach dem ersten Tag, beginnt um 8 Uhr morgens und handelt von den Bemühungen der CTU, die Explosion einer Atombombe in Los Angeles zu verhindern sowie US-Präsident Palmer dabei zu helfen, die Verantwortlichen zu finden. Zugleich gilt es, einen unbegründeten Krieg zwischen den USA und drei Staaten im Mittleren Osten zu verhindern. Bauers Tochter Kim ist mit ihrer Pflegetochter auf der Flucht vor deren gewalttätigem Vater.

Staffel 3 spielt drei Jahre nach der zweiten Staffel und beginnt um 13 Uhr. Bauer ist seit verdeckten Ermittlungen in einem mexikanischen Drogenkartell heroinabhängig und infiltriert die Gruppe erneut, um zu verhindern, dass tödliche Viren freigesetzt werden. Präsident Palmer wird mit privaten Enthüllungen konfrontiert, die seine Wiederwahl gefährden. Später ist Palmer gezwungen, mit dem Terroristen Stephen Saunders zu kooperieren und ihn davon abzuhalten, die Viren freizusetzen.

Staffel 4 spielt 18 Monate nach der dritten Staffel und beginnt um 7 Uhr morgens. Nachdem der US-Verteidigungsminister und seine mit Bauer liierte Tochter durch Terroristen entführt werden, arbeiten Bauer und die CTU an deren Befreiung. Daraufhin führen dieselben Terroristen weitere Angriffe gegen die USA durch, durch die es in einem Atomkraftwerk zu einer Kernschmelze kommt, der US-Präsident amtsunfähig wird und es in der Folge zu diplomatischen Verwicklungen mit China kommt.

Carlos Bernard, Darsteller des Tony Almeida

Staffel 5 spielt, ebenfalls um 7 Uhr morgens beginnend, weitere 18 Monate später. Bauer gilt offiziell als tot und nur wenige seiner engsten Vertrauten wissen, dass er lebt. Als jedoch einige dieser Freunde – unter ihnen der ehemalige US-Präsident David Palmer – ermordet werden und Bauer selbst in eine Falle gerät, ist er gezwungen, seine Deckung aufzugeben. Zugleich stehlen Terroristen mit Verbindungen in die US-Regierung Nervengas mit dem Ziel, die Interessen der US-Ölindustrie in Asien zu schützen. Während Bauer versucht, sie zu stoppen und die Mörder seiner Freunde zu fassen, entdeckt er eine Verschwörung, in die höchste Regierungskreise involviert sind.

Staffel 6 beginnt 20 Monate nach der fünften Staffel um 6 Uhr morgens. Da Terroristen planen, in den Vereinigten Staaten nukleare Sprengsätze explodieren zu lassen, arbeitet die CTU mit der Hilfe des von Misshandlungen in einem chinesischen Gefängnis gezeichneten Jack Bauer daran, die Attentate zu verhindern. Später ist Bauer vor die Wahl gestellt zwischen seinen Freunden und der nationalen Sicherheit, als es die Chinesen auf ein Steuermodul abgesehen haben, das einen Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Russland auslösen könnte.

Der Fernsehfilm Redemption handelt, dreieinhalb Jahre nach der sechsten Staffel und zwischen 15 Uhr und 17 Uhr spielend, von Jack Bauers Bemühungen, im fiktiven afrikanischen Staat Sangala gegen einen militärischen Putsch vorzugehen, und von der Amtseinführung der neuen US-Präsidentin.

Staffel 7 spielt 65 Tage nach Redemption und beginnt um 8 Uhr morgens. Bauer wird wegen seiner Vernehmungsmethoden von einem Senatsausschuss in Washington, D.C. verhört. Anschließend assistiert er dem FBI, als die Firewall, die die Computerinfrastruktur der US-Regierung schützt, von den sangalesischen Putschisten durchbrochen wird. Gemeinsam mit FBI-Mitarbeitern versucht Bauer, die Schuldigen dingfest zu machen, von denen einige sogar US-Präsidentin Taylors engstem Stab angehören. Die Putschisten greifen auch das Weiße Haus an. Außerdem plant ein privates Sicherheits- und Militärunternehmen, biologische Waffen auf US-Territorium auszulösen, während seine Hintermänner mit Tony Almeida kooperieren, Bauers ehemaligem Kollegen.

Staffel 8 spielt weitere 18 Monate später und beginnt um 16 Uhr. Bauer wird von der neu gegründeten CTU engagiert, um eine russische Verschwörung aufzudecken, die darauf abzielt, den islamischen Führer Omar Hassan während Friedensverhandlungen mit der US-Präsidentin zu ermorden. Da Russland durch die Verhandlungen seine Macht in Gefahr sieht, bringen islamistische Extremisten eine schmutzige Bombe für eine baldige Explosion in Stellung. Später beginnt Bauer, sich für die im Zuge einer Vertuschungsaktion der ehemaligen Regierung unter Charles Logan Getöteten zu rächen.

Live Another Day spielt vier Jahre nach der Handlung der achten Staffel und beginnt um 12 Uhr mittags.[7]

Genres und Inszenierung[Bearbeiten]

Die Serie wurde unterschiedlichen Genres zugeordnet, vor allem dem Thriller, aber auch der Seifenoper.[8] Die Staffeln 2 bis 8 wurden auch als „Alternativweltgeschichte“ verstanden, ein Subgenre der Science-Fiction.[9] Mitunter wurde die Serie – allerdings teilweise ohne die Verwendung des Begriffs Genre – zusammen mit Werken wie etwa Homeland dem „Spytainment“ zugeordnet, das heißt der Darstellung von Geheimdiensten in Unterhaltungsprogrammen und -literatur.[10]

Jede Episode spielt während einer Stunde und gliedert sich üblicherweise in vier etwa gleich lange Akte, die von drei Pausen unterbrochen werden. Die Pausen dienten – zumindest bei der Ausstrahlung im US-amerikanischen Fernsehen – den Werbespots und implizieren, dass die Handlung währenddessen unbemerkt weiterläuft. Die Uhrzeit, zu der sich die Handlung gerade abspielt, wird zu Beginn und am Ende jedes Aktes als eine mit metallischem, schrillem Klang und sekündlich tickende Digitaluhr auf einem Splitscreen angezeigt. Eine kleinere, geräuschlose Digitaluhr und mitunter weitere Splitscreens werden sporadisch während der Handlung eingeblendet. Das Tickgeräusch der Uhr am Episodenende bleibt nur bei außergewöhnlichen Ereignissen aus, wie etwa unmittelbar nach dem Tod einer wichtigen Figur oder einem verheerenden Unglück. Die Splitscreens bestehen in der Regel aus je drei bis fünf Fenstern und zeigen die wesentlichen Handlungsstränge und Figuren.

Durchschnittlich sechs Handlungsstränge verfolgt jede Episode simultan,[11] die Szenen dauern je etwa zwei bis drei Minuten.[12] Die Episoden beginnen mit einem etwa zweiminütigen Rückblick auf Ereignisse aus zurückliegenden Episoden. Zu Beginn der Episoden der ersten Staffel ist an dieser Stelle zusätzlich eine aus vier Sätzen bestehende, im Laufe der Staffel leicht variierte Einführung zu hören, in der sich Bauer vorstellt und auf die Gefahren hinweist, in denen sich seine Familie und Senator Palmer befinden. In der Haupthandlung wird – mit Ausnahme der letzten Episode der ersten Staffel – kein weiterer Gebrauch von Rückblenden gemacht.

Eine wesentliche Eigenschaft der Episoden ist der Cliffhanger vor den Werbepausen und am Episodenende. Das bedeutet, dass sich in mindestens einem der verschiedenen Handlungsstränge stets Probleme ergeben, die erst zu Beginn des nächsten Aktes bzw. der nächsten Folge aufgelöst werden. Die Serienhandlung spielt sich somit als Fortsetzungsgeschichte ab. Cliffhanger gibt es auch am Staffelende.

Die Wortwechsel der Charaktere sind oft auf das Wesentliche reduziert, die Sprache ist knapp und formelhaft.[13] Die Kamera wird wackelig und nervös geführt und zeigt die Figuren aus einigen Metern Entfernung mit erhöhtem Zoomfaktor, wobei im Vordergrund überaus häufig verschwommene Umrisse sichtbar sind.[14][15] Die Akustik besteht aus sich permanent an Handlung und Atmosphäre anpassender elektronischer Musik.[14][15]

Spannung wird erzeugt durch das Spiel mit dem Verdacht, dass die Figuren nicht die sind, die sie vorgeben zu sein. Etliche Figuren wechseln innerhalb der Handlung wiederholt die Seite, enge Freunde werden als tödliche Gegner enthüllt und zentrale Charaktere werden plötzlich getötet. Häufig erfahren die Zuschauer schon, wer der Verräter ist, noch bevor er als solcher enttarnt wird oder sich als solcher zu erkennen gibt.[16][9]

Die US-amerikanische Interessenvertretung Parents Television Council zählte in den Staffeln 1 bis 6 insgesamt 89 Folterszenen.[17] Nach Pinedo (2010) werde die Wirkung der Gewalt von Folterdarstellungen durch verschiedene inszenatorische Faktoren abgeschwächt oder betont. Dazu gehören das Zeigen oder Verbergen sowohl der Folterhandlung als ganzes als auch von Details, die Dauer der durch Gewalt auf dem Bildschirm beanspruchten Zeit, und die Benutzung von Klängen, um Schmerz auszudrücken.[18]

Manche Rezipienten befanden, dass durch die Echtzeit-Idee ein völlig neues Genre erfunden worden sei.[16] Haas (2003) zum Beispiel bezog dies auf die Anzeige der Uhrzeit und die Splitscreens.[19]

Keller (2003) befand, dass durch die mit den Splitscreens betonte Gleichzeitigkeit die kompliziert verzahnten und auch das Privatleben betreffenden Abläufe innerhalb der westlichen Gesellschaft verbildlicht würden.[20] Poniewozik (2001) interpretierte die Splitscreen-Technik als eine visuelle Metapher für Geschäftigkeit und die Serie in dem Zusammenhang als ein „Drama für das Zeitalter des Informationsüberflusses“.[21]

Bezüglich des Vorwärtstreibens der Handlung wurden zahlreiche Vergleiche angestellt. Pfister (2011) zufolge funktioniere die Serie „wie Heroin“, da sie inszenatorisch einem Reiz-Reaktions-Muster folge, dementsprechend sie den Zuschauer süchtig zu machen versuche, indem sie sein Verlangen nach Spannung bedient.[22] 24 spiele, so Fantasia (2003), mit dem „Prinzip der perpetuierten Klimax“ – ähnlich dem Techno, dessen Beats permanent einen nie endenden Höhepunkt simulieren.[23] Joachim Widmann (2005) deutete die Handlung als bestehend aus lauter MacGuffins, also aus lauter die Geschichte vorantreibender Vorwände.[24]

Pinedo (2010) verglich die Serie mit einem Videospiel, bei dem jede Episode einem neuen Level entspreche,[18] Huber (2008) mit einem Killerspiel, das der Zuschauer linear und passiv konsumiere, indem er, ohne selbst zu schießen, Bauer beim Töten zusehe.[25]

Entstehung[Bearbeiten]

Idee und Konzept[Bearbeiten]

Der US-Drehbuchautor und Produzent Joel Surnow hatte einst die Idee zu der 1997 gestarteten Fernsehserie Nikita, die von der Arbeit einer Geheimagentin handelt. Er und Robert Cochran, mit dem Surnow bereits 1988 für die Fernsehserie Falcon Crest zusammenarbeitete, waren bei Nikita als Berater tätig. Als sich im Jahr 2000 abzeichnete, dass das Ende der Serie bevorsteht, waren Surnow und Cochran auf der Suche nach einer Idee für eine neue Fernsehserie, mit der sie das Nikita-Konzept weiterentwickeln können. Surnows Idee war es, die neue Serie innerhalb eines 24 Stunden dauernden Zeitraums in Echtzeit spielen zu lassen. Er beabsichtigte, eine Situation zu finden, in der den Figuren weder Zeit zum Schlafen noch zum Essen bleibt und in der persönliche und berufliche Probleme untrennbar voneinander aufeinandertreffen. Außerdem sollte den Figuren keine Zeit gegeben werden, herkömmliche Vorgehensweisen in Erwägung zu ziehen, weil die Dilemmas, mit denen sie konfrontiert sind, viel zu überwältigend sind. Im Laufe der Überlegungen bildete sich schließlich Terrorismusbekämpfung als Thema heraus. Surnow und Cochran einigten sich auf 24 als Seriennamen und einen Geheimagenten als Protagonisten, der für die in Los Angeles stationierte, fiktive Counter Terrorist Unit tätig ist. Sie stellten ihr Konzept einem Verantwortlichen des Fernsehsenders FOX vor, der davon hellauf begeistert war und es sofort kaufte. Dadurch konnten eine Pilotepisode produziert und weitere Episoden entwickelt werden.[8][26]

Produktionsaufträge und Fortsetzung[Bearbeiten]

Für die erste Staffel bestellte FOX zunächst nur 13 Episoden. Erst nach Beurteilung des Ausstrahlungserfolges entschied sich das Network zur Beauftragung weiterer elf Episoden für die erste Staffel. Als sich deren Erstausstrahlung dem Ende neigte, erteilte FOX den Auftrag zur Produktion der zweiten Staffel.[27] Auch die Produktion der dritten und vierten Staffel gab FOX erst während der jeweils vorhergehenden Staffel bekannt.[28][29] Als mit Ende der vierten Staffel die bestehende Lizenzvereinbarung zwischen FOX und dem Produktionsunternehmen 20th Century Fox auslief, äußerte FOX-Konkurrent NBC Interesse am Einkauf der fünften Staffel, allerdings erfolglos.[30] FOX erwarb die Rechte an der fünften und sechsten Staffel.[31] Im Mai 2007 gab FOX die Beauftragung der Staffeln 7 und 8 bekannt.[32]

Am 26. März 2010 gab FOX bekannt, 24 nach der achten Staffel zu beenden, wegen gestiegener Produktionskosten, gesunkener Einschaltquoten und, weil seitens der Produzenten von Beginn an die Absicht bestand, die Serie auf ihrem Höhepunkt zu beenden.[33][34] Zur Begründung für das Serienende wurde außerdem das Fehlen einer leitenden Idee genannt und das vom Drehbuchautor Howard Gordon während der Produktion der achten Staffel forcierte Bestreben, einen Kinofilm zu produzieren, in dem die Handlung der Serie nach deren Ende fortgesetzt werden sollte.[35][36] Im März 2012 wurde bekannt, dass die erstmals 2006 fokussierte und danach mehrfach verschobene Produktion eines Kinofilmes wegen Budget- und Zeitproblemen frühestens 2013 beginnen könne.[3] Im März 2013 gab der als Regisseur vorgesehene Antoine Fuqua aber den Abbruch der Planungen des Filmprojekts bekannt.[37] Zwei Monate später verkündete FOX dann, 24 unter dem Titel 24: Live Another Day als 12-teilige Fernseh-Miniserie fortzusetzen.[4]

Das Budget betrug für die Pilotepisode etwa 4 Millionen US-Dollar, für die weiteren Episoden der ersten Staffel jeweils etwa 1,5 Millionen US-Dollar und für die Episoden der zweiten Staffel jeweils etwa 2,2 Millionen.[8] Bis zur achten Staffel stieg das Budget auf etwa 5 Millionen US-Dollar pro Episode und war damit etwa doppelt so hoch wie das anderer Dramaserien US-amerikanischer Networks.[38][39]

Drehbücher[Bearbeiten]

Drehbuchautor und späterer Showrunner Howard Gordon

Für den Fall, dass die Serie nach der 13. Episode der ersten Staffel nicht fortgesetzt wird, sollte diese Episode als Staffelfinale dienen. Dadurch beinhaltet die erste Staffel an dieser Stelle einen erzählerischen Bruch.[40]

Der Fernsehsender FOX ließ vor Produktionsbeginn der zweiten Staffel einen Drehbuchentwurf für eine Staffel mit inhaltlich abgeschlossenen Episoden verfassen. Zur Begründung gab der Sender an, dass die starke Ausrichtung der Handlung als Fortsetzungsgeschichte später hinzukommende Zuschauer abschrecken könne und dass sich die Serie im Rahmen der Syndikation schlechter verwerten lasse als Serien mit alleinstehenden Episoden. Die Produzenten entschieden sich jedoch für das bisherige und gegen ein „konventionelles“ Format.[41][42]

In den meisten Episoden nennen die Credits zwei oder mehr Personen als Drehbuchautoren. Bezogen auf die Staffeln 1 bis 8 gehören dazu neben Joel Surnow (30 Nennungen) und Robert Cochran (27 Nennungen) 22 Personen, darunter Howard Gordon (52 episodenbezogene Nennungen sowie Redemption), Michael Loceff (42 Nennungen), Evan Catz (41), Brannon Braga (16), Alex Gansa (10) und Peter M. Lenkov (4). Die Autoren konzipierten die Handlungsstränge stets für sechs bis acht aufeinanderfolgende Episoden und verfolgten damit die Absicht, nicht zu weit im voraus zu planen.[8][41] Sie ließen sich für die Folterszenen teilweise von den jeweiligen Schauplätzen der Szenen und von Requisiten inspirieren. Ihnen lagen außerdem mehrere Exemplare des von 1963 stammenden CIA-Handbuchs KUBARK Interrogation Manual vor, das Anweisungen für Verhöre enthält.[43]

Die auf den US-Präsidenten fokussierten Handlungsstränge spielten oft außerhalb des Oval Office und des Weißen Hauses, beispielsweise in Hotels oder Bunkern. Damit verfolgten die Erschaffer die Absicht, der Serie Individualität gegenüber Konkurrenzproduktionen zu verleihen.[44]

Ursprünglich war geplant, den Roman Sakrileg als Drehbuch für die dritte Staffel zu adaptieren; dies scheiterte jedoch wegen zu hoher Kosten für den Einkauf der Rechte.[45]

Die Rolle der von Jean Smart gespielten Martha Logan, die in der fünften Staffel First Lady ist, basiert auf Martha Mitchell, der Gattin von Richard Nixons Justizminister John N. Mitchell.[46]

Zu Beginn des Jahres 2007 kam es zu öffentlichen Diskussionen, in denen der Serie auch vorgeworfen wurde, sie glorifiziere Folter (→ siehe auch Abschnitt Kontroverse um Vorbildwirkung der Folterdarstellung). Unzufrieden mit dieser Situation, verfolgten der Sender FOX und die 24-Produzenten daraufhin die Absicht, die Serie inhaltlich neu auszurichten und dabei auch dem Vorwurf der Glorifizierung von Folter entgegenzuwirken. Die Drehbuchautoren entwickelten mehrere Szenarien zur Ausrichtung der zukünftigen Handlung (→ Hauptartikel: Staffel 7). Dabei verwarfen sie beziehungsweise FOX unter anderem die Ideen, Jack Bauer für seine Folterhandlungen büßen zu lassen, indem er in Afrika gemeinnützige Arbeit leistet, und zumindest an einer Stelle auf die Echtzeiterzählweise zu verzichten. Bedingt durch die Dauer der Konzeptsuche kam es im Sommer 2007 auch zu mehrwöchigen Verzögerungen bei der Umsetzung des Produktionsplanes. FOX stimmte schließlich dem Konzept der Autoren zu, die CTU abzuschaffen und Bauer in der Handlung in Washington, D.C. mit Anschuldigungen gegen seine Folterhandlungen zu konfrontieren.[47]

Ein von November 2007 bis Februar 2008 ausgetragener Streik der Gewerkschaft der Drehbuchautoren hatte zur Folge, dass zunächst keine neuen Drehbücher entstanden und die Produktion nach acht Episoden zum Erliegen kam. Sowohl durch die Produktionspause als auch durch den Produktionsrückstand infolge der langwierigen Überlegungen zur inhaltlichen Neuausrichtung verschob FOX den Ausstrahlungsbeginn der siebten Staffel.[48] Zur Überbrückung der dadurch entstandenen Ausstrahlungspause (→ siehe Abschnitt: Veröffentlichung), wurde 24: Redemption produziert, ein Fernsehfilm, der ebenfalls in Echtzeit spielt. Für den Film wurde das ursprünglich für die siebte Staffel entwickelte Drehbuchmaterial verwendet, das von Bauer in Afrika handelt. Als ursprünglicher Titel war Exile vorgesehen. Der Film wurde als Prequel und als Pilotfilm zur siebten Staffel bezeichnet.[47][49][50]

Während der streikbedingten Produktionspause kündigte Joel Surnow seinen Vertrag als Executive Producer bei FOX, ohne dass Gründe dafür bekannt wurden, und wirkte fortan nicht mehr an der Serie mit.[51] Showrunner und Executive Producer wurde anschließend Drehbuchautor Howard Gordon. Damit einhergehend ersetzte Gordons Produktionsfirma Teakwood Lane Productions Surnows Studio Real Time Productions.[52]

Product-Placement und Sponsoring[Bearbeiten]

In 24 wurde Product-Placement betrieben, zudem sponserten mehrere Unternehmen die Produktion. FOX und Ford schlossen 2002 einen Werbevertrag ab, auf dessen Grundlage Ford für das Sponsoring der zweiten Staffel je nach Quelle zwischen 1,5 und 5 Millionen US-Dollar zahlte.[53] Zur damaligen Zeit war es der umfassendste Vertrag dieser Art. Vertragsbedingt handelt es sich bei den in vielen Episoden – vor allem der zweiten und dritten Staffel – gefahrenen und gezeigten Autos um Ford-Fahrzeuge, oft um SUVs. Die Premierenepisoden der zweiten und dritten Staffel wurden – mit Ausnahme von mehrminütigen Ford-Werbefilmen vor Episodenbeginn und nach -ende – werbefrei ausgestrahlt und dauerten netto etwa zehn Minuten länger.[54][20] Das Product-Placement umfasste außerdem Kraftfahrzeuge von Toyota und Hyundai, Verizon-Telefone, Apple-Computer, Telepresence-Software von Cisco Systems sowie Technik von Dell, Nikon, Sprint Nextel und Garmin.[55][56][57][58][59] Gesponsert wurde die Serie außerdem durch die Versicherungsfirma Allstate, für die Hauptdarsteller Dennis Haysbert zudem als Werbeträger aktiv war.[60]

Nach Ansicht des US-Marketing- und Medienmagazins Advertising Age (2007) habe 24 hinsichtlich Product Placement und Markenerweiterung – vor allem unter mit Drehbuch produzierten Fernsehsendungen – eine Vorreiterrolle eingenommen (Zur Markenerweiterung siehe auch Abschnitt Adaptionen).[61]

Besetzung und deutsche Synchronfassung [Bearbeiten]

Haupt- und Gastdarsteller der siebten Staffel (2009)

Die Hauptbesetzung wurde, einhergehend mit dem Figurenensemble, häufig geändert. Ihr gehörten – bezogen auf die Staffeln 1 bis 8 und den Fernsehfilm – 41 Schauspieler an, darunter 18 weibliche. Sie umfasste in den Staffeln 1 bis 4 zwischen fünf und sieben Personen und in den Staffeln 5 bis 8 zwischen neun und elf; 31 wirkten nur in je einer Staffel mit, viele außerdem in Neben- oder Gastrollen.

Kiefer Sutherland spielte als einziger Schauspieler in allen Episoden mit. Sein 2006 um drei Jahre verlängerter Vertrag sicherte ihm eine Gesamtgage von etwa 40 Millionen US-Dollar zu und umfasste neben der sechsten Staffel auch die Staffeln 7 und 8, deren Produktion zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung aber noch nicht sicher war. Im Gegensatz zu Sutherland erhielten alle anderen Schauspieler Verträge mit einer Laufzeit von maximal einem Jahr, die dann gegebenenfalls verlängert wurden.[62][63] Ursprünglich waren für die Rolle des Jack Bauer als Schauspieler Jeff Goldblum und – davon unabhängig – als Rollenname Jack Barrett vorgesehen.[64][65]

Glenn Morshower, einer der häufigsten Nebendarsteller

Die in der zweiten Staffel zur Hauptbesetzung gehörende Sarah Wynter war für ihre Rolle ursprünglich auch in der dritten Staffel vorgesehen, lehnte jedoch wegen des Angebots für eine Rolle in einem Kinofilm ab.[66]

Mit Abstand am häufigsten als Nebendarsteller eingesetzt wurden Jude Ciccolella (59 Episoden), Glenn Morshower (49), der nach Kiefer Sutherland in den meisten Staffeln (sieben) mitwirkte, und – vor Beginn ihrer Hauptrolle – Mary Lynn Rajskub (40). Ab der fünften Staffel spielte Paul McCrane mit, aber erst in der sechsten erfuhren die Zuschauer, dass die von ihm dargestellte Figur der Bruder von Jack Bauer ist. Für die Rolle des von James Cromwell in der sechsten Staffel gespielten Vaters von Jack Bauer, Phillip Bauer, war ursprünglich Donald Sutherland vorgesehen, Vater von Kiefer Sutherland. Als Begründungen dafür, dass er die Rolle nicht wahrnahm, wurden seinerseitige Terminschwierigkeiten genannt und, dass er sie wegen des Drehbuches ablehnte.[67][68] Mindestens zwei weitere Schauspieler lehnten es ab, in 24 mitzuspielen. Dazu gehört David Clennon, der für eine Nebenrolle als Senator in der siebten Staffel vorgesehen war und das Angebot ausschlug, weil er Folter als durch die Serie angepriesen beurteilte.[69]

Für in der Serie auf Bildschirmen gezeigte Nachrichtensendungen verpflichtete man meist Nachrichtensprecher von FOX.[70] Bei seinem Besuch des Sets absolvierte der spätere republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain einen Cameo-Auftritt, der in die Episode Tag 5: 13:00 – 14:00 Uhr (Day 5: 1:00 P.M. – 2:00 P.M.) integriert wurde.[71]

Die deutsche Synchronfassung der ersten Staffel stellte die Firma Cine Entertainment in Hamburg her, Dialogbuchautor und Dialogregisseur war Dieter B. Gerlach. Mit Beginn der zweiten Staffel übernahm Interopa Film in Berlin die Synchronisation, das Dialogbuch lieferte nunmehr Markus Engelhardt, die Dialogregie führten Joachim Tennstedt (Staffeln 2–5) und Stefan Fredrich (Staffeln 6–8). Im Zuge des Wechsels des Synchronstudios tauschte man nach der ersten Staffel die Synchronsprecher einiger Darsteller aus, darunter die von Dennis Haysbert, Elisha Cuthbert, Glenn Morshower, Jude Ciccolella und Paul Schulze.[72]

Überblick über Hauptdarsteller und in mindestens zwei Staffeln auftretende Neben- und Gastdarsteller
Die Tabelle nennt die Schauspieler, ihre Rollennamen, ihre Zugehörigkeit zur Hauptbesetzung (●) bzw. zu den Neben- und Gastdarstellern (•) je Staffel (1–8) bzw. Fernsehfilm (R), die Summe der Episoden mit Auftritten in Haupt- und Neben- bzw. Gastrolle (den Fernsehfilm nicht mitgezählt) sowie ihre deutschen Synchronsprecher. Roger Cross und Lana Parrilla begannen in der vierten Staffel zunächst als Nebendarsteller und gehörten ab der Staffelmitte zur Hauptbesetzung. Eine Übersicht über die Neben- und Gastdarsteller, die nur in je einer Staffel mitspielen, bieten die Staffel-Artikel.
Staffel, Film oder Serie
Schauspieler Rollenname 1 2 3 4 5 6 R 7 8 LAD Episoden
(Staffeln 1–8)
Deutscher Synchronsprecher[72]
Sutherland, KieferKiefer Sutherland Jack Bauer 192 Meister, TobiasTobias Meister
Haysbert, DennisDennis Haysbert David Palmer 080 Hecker, BenBen Hecker (Staffel 1), Schmitz, TiloTilo Schmitz (Staffel 2–5)
Cuthbert, ElishaElisha Cuthbert Kim Bauer 079 Weckler, SaskiaSaskia Weckler (Staffel 1), Spuhl, SonjaSonja Spuhl (Staffel 2–8)
Clarke, SarahSarah Clarke Nina Myers 036 Reitzenstein, AnkeAnke Reitzenstein
Hope, LeslieLeslie Hope Teri Bauer 024 von Stengel, MarionMarion von Stengel
Bernard, CarlosCarlos Bernard Tony Almeida 115 Brosch, RobinRobin Brosch
Johnson Jerald, PennyPenny Johnson Jerald Sherry Palmer 045 Johannson, UlrikeUlrike Johannson
Berkeley, XanderXander Berkeley George Mason 027 Mahlich, HolgerHolger Mahlich
Ciccolella, JudeJude Ciccolella Mike Novick 059 Weckler, MichaelMichael Weckler (Staffel 1), Gescher, NorbertNorbert Gescher (außer Staffel 1)
Kirshner, MiaMia Kirshner Mandy 007 Kindermann, StephanieStephanie Kindermann (Staffel 1), Ringer, AngelaAngela Ringer (Staffel 2), Lehmann, DaschaDascha Lehmann (Staffel 4)
Morshower, GlennGlenn Morshower Aaron Pierce 049 Gerlach, Dieter BrianDieter Brian Gerlach (Staffel 1), Eichel, KasparKaspar Eichel (außer Staffel 1)
Schulze, PaulPaul Schulze Ryan Chappelle 024 Gerhard, ClemensClemens Gerhard (Staffel 1), Keßler, MartinMartin Keßler (Staffeln 2 und 3)
Shannon, VicellousVicellous Shannon Keith Palmer 013 Rönfeldt, Jan-DavidJan-David Rönfeldt
Balfour, EricEric Balfour Milo Pressman 028 Wawrczeck, JensJens Wawrczeck (Staffel 1), Clarén, MariusMarius Clarén (Staffel 6)
Wynter, SarahSarah Wynter Kate Warner 025 Bartholomäus, HeidrunHeidrun Bartholomäus
Aylesworth, ReikoReiko Aylesworth Michelle Dessler 062 Stürzbecher, UlrikeUlrike Stürzbecher
Dale, AlanAlan Dale Jim Prescott 008 Ehrlicher, WernerWerner Ehrlicher
Kim, Daniel DaeDaniel Dae Kim Tom Baker 011 Neumann, ViktorViktor Neumann
Badge Dale, JamesJames Badge Dale Chase Edmunds 024 Schmidt-Foß, DennisDennis Schmidt-Foß
Rajskub, Mary LynnMary Lynn Rajskub Chloe O'Brian 125 Ziffer, JuliaJulia Ziffer
Pierson, GeoffreyGeoffrey Pierson John Keeler 018 Meincke, ErnstErnst Meincke
Woodside, D. B.D. B. Woodside Wayne Palmer 048 Feld, OliverOliver Feld
Chang, ChristinaChristina Chang Dr. Sunny Macer 011 Domanowski, HeideHeide Domanowski
Raver, KimKim Raver Audrey Raines 052 Bonalana, RanjaRanja Bonalana
Devane, WilliamWilliam Devane James Heller 020 Telloke, MichaelMichael Telloke (Staffel 4), Krohm, UliUli Krohm (Staffel 5–6)
Watson, AlbertaAlberta Watson Erin Driscoll 012 Sanders-Dornseif, KerstinKerstin Sanders-Dornseif
Morrison, JamesJames Morrison Bill Buchanan 064 Langer, NorbertNorbert Langer
Itzin, GregoryGregory Itzin Charles Logan 044 Mackensy, LutzLutz Mackensy
Lombardi, LouisLouis Lombardi Edgar Stiles 037 Reinhardt, PeterPeter Reinhardt
Ma, TziTzi Ma Cheng Zhi 013 Condrus, WolfgangWolfgang Condrus
Cross, RogerRoger Cross Curtis Manning • | ● 044 Flechtner, PeterPeter Flechtner
Parrilla, LanaLana Parrilla Sarah Gavin • | ● 012 Urbschat-Mingues, ClaudiaClaudia Urbschat-Mingues
Smart, JeanJean Smart Martha Logan 024 Tomaschewsky, KatarinaKatarina Tomaschewsky
Rota, CarloCarlo Rota Morris O'Brian 029 Räuker, ErichErich Räuker
Atkinson, JayneJayne Atkinson Karen Hayes 030 Bielenstein, MonicaMonica Bielenstein
Jameson, NickNick Jameson Yuri Suvarov 015  ?
Gati, KathleenKathleen Gati Anya Suvarov 006  ?
McCrane, PaulPaul McCrane Graem Bauer 009 Hagen, TillTill Hagen
MacNicol, PeterPeter MacNicol Tom Lennox 024 Reichmann, OlafOlaf Reichmann
Nichols, MarisolMarisol Nichols Nadia Yassir 024 Krahl, BiancaBianca Krahl
King, ReginaRegina King Sandra Palmer 009 Sander, PeggyPeggy Sander
Gunton, BobBob Gunton Ethan Kanin 031 Pukaß, JoachimJoachim Pukaß
Jones, CherryCherry Jones Allison Taylor 043 Groß, MarianneMarianne Groß
Feore, ColmColm Feore Henry Taylor 012 Schenk, UdoUdo Schenk
Wersching, AnnieAnnie Wersching Renee Walker 037 Geke, TanjaTanja Geke
Garofalo, JaneaneJaneane Garofalo Janis Gold 021 Weigert, DeboraDebora Weigert
Nordling, JeffreyJeffrey Nordling Larry Moss 019 Moeseritz, TimTim Moeseritz
Coiro, RhysRhys Coiro Sean Hillinger 010 Nath, TobiasTobias Nath
Hughes, Frank JohnFrank John Hughes Tim Woods 024 Schaale, GeraldGerald Schaale
Diamantopoulos, ChrisChris Diamantopoulos Rob Weiss 012 Doering, AlexanderAlexander Doering
Williamson, MykeltiMykelti Williamson Brian Hastings 017 Lutter, AxelAxel Lutter
Kapoor, AnilAnil Kapoor Omar Hassan 015 Rumpf, BerndBernd Rumpf
Prinze junior, FreddieFreddie Prinze junior Cole Ortiz 024 Schmidt-Foß, DennisDennis Schmidt-Foß
Boyd, JohnJohn Boyd Arlo Glass 024 Makino, JanJan Makino
Sackhoff, KateeKatee Sackhoff Dana Walsh 020 Geisler, NataschaNatascha Geisler
Akinnagbe, GbengaGbenga Akinnagbe Erik Ritter
Matthey, GilesGiles Matthey Jordan Reed
Strahovski, YvonneYvonne Strahovski Kate Morgan
Bratt, BenjaminBenjamin Bratt Steve Navarro
Donovan, TateTate Donovan Mark Boudreau
Wincott, MichaelMichael Wincott Adrian Cross

Schauplätze, Drehorte und Kulissen[Bearbeiten]

Die Handlung der ersten sechs Staffeln spielt überwiegend in Los Angeles

Die ersten drei Staffeln entstanden in Woodland Hills,[12] die folgenden Staffeln – mit Ausnahme der siebten Staffel – in Chatsworth.[11][73] Dort entstanden viele der Innenaufnahmen in einer ehemaligen Fabrik, darunter auch die in der CTU spielenden.[11] Mit dem Umzug in die dortigen Räume vor der vierten Staffel wurde unter anderem bezweckt, während der Dreharbeiten über eine störgeräuschärmere Akustik und über mehr Platz für die Beleuchtung zu verfügen.[74]

Etwa 70 Prozent der Spieldauer entstanden als Außenaufnahmen, vor allem in der Gegend um Los Angeles.[12] Zu den Außenschauplätzen zählten vor allem Rangierbahnhöfe, Industriegebiete, Freeways und Parkhäuser.[75] Staffel 2 wurde unter anderem in Toronto gedreht,[76] Staffel 7 am Handlungsort Washington, D.C.. Der Fernsehfilm 24: Redemption entstand überwiegend in Südafrika.[77] Obwohl die achte Staffel in New York City spielt, wurde aus Budgetgründen nicht dort gedreht, sondern in Los Angeles.[78]

Die meisten Sets wurden zunächst als 3D-Bilder erstellt, ehe sie als reale Kulissen gebaut wurden. Das gilt zum Beispiel für den unter dem Weißen Haus befindlichen Luftschutzbunker in Staffel 6. Als 3D-Bilder entstanden zudem Szenen mit der Air Force One, der Air Force Two und anderen Flugzeugen.[79]

Im Rahmen der Produktion half der CIA-Mitarbeiter und Ex-Geheimdienstagent Chase Brandon dabei, eine möglichst realistische Umgebung zu schaffen.[80] Brandons Arbeit war Teil der von der CIA in der Mitte der 1990er Jahre begonnenen Bemühungen, ihr Erscheinen in Filmen und Fernsehen – wie es die Los Angeles Times (2001) formulierte – „weniger böse“ als zuvor wirken zu lassen.[81]

Dreharbeiten[Bearbeiten]

Bedingt durch die jahreszeitlich unterschiedliche Dauer von Tages- und Nachtzeit und den Beginn der Handlung um Mitternacht ergaben sich bei den Dreharbeiten zur ersten Staffel logistische Probleme. Aus diesem Grund ließ man die Handlung der folgenden Staffeln nicht mehr nachts beginnen.[64]

Es wurden stets zwei Episoden zusammen und innerhalb von etwa 15 Tagen gedreht.[12] Die durchschnittliche Drehzeit einer Staffel dauerte neun Monate.[20] Täglich entstand Filmmaterial im Umfang von etwa acht Drehbuchseiten.[82] Es wurden pro Staffel etwa 1,22 Kilometer Filmmaterial gedreht.[79] Szenen, die am selben Schauplatz spielen, aber für verschiedene Episoden vorgesehen waren, wurden oft auf einmal gedreht.[79]

Die Serie wurde überwiegend mit einer Kamera gefilmt, die mit Zoomobjektiven mit einem Brennweitenbereich von 27 mm bis 68 mm ausgestattet war; der Kameramann führte sie per Hand und meist sitzend auf einem Dolly. Die andere Kamera verfügte zwecks Nahaufnahmen über einen mit 11:1 oder 3:1 besonders hohen Zoomfaktor.[79] Vor allem Dialogszenen wurden meist mit zwei Kameras gleichzeitig gefilmt,[79] Actionszenen oft mit drei Kameras gleichzeitig.[59] Weil die Serie häufig handgeführt und Szenen oft mit schwacher Beleuchtung gefilmt wurden, sollte die Möglichkeit, die Farben nachträglich zu korrigieren, gewahrt werden. Zu diesen Zwecken verwendeten die Kameraleute ein Negativfilm-Material von Kodak, das für Aufnahmesituationen mit wenig Licht konzipiert ist.[79]

Von Serienbeginn an gab es Überlegungen seitens der Regisseure und Kameraleute, mit Digitalkameras und in HD zu drehen.[79] Sie verwendeten jedoch überwiegend 35-mm-Film, um mit veränderbarer Schärfentiefe filmen zu können. Damit beabsichtigten sie, die Konzentration des Zuschauers auf das Objekt beziehungsweise Subjekt zu lenken, auf das die Kamera fokussiert ist. Zudem war es ihre Absicht, den bei Digitalkameras bestehenden Nachteil der unendlichen Schärfentiefe und damit die optische Wirkung zu vermeiden, die den Zuschauer durch das im Hintergrund ebenfalls fokussierte Material vom Wesentlichen ablenkt.[79] Dennoch wurden einige Szenen in HD gedreht, dies geschah innerhalb der Serie erstmals für die letzte Episode der vierten Staffel.[83]

Das Produktionsteam arbeitete eng mit dem US-Militär zusammen, um Nutzungs- und Drehgenehmigungen zu erhalten. Beispielsweise erlaubte die US-Navy den Dreh von Szenen, die für die fünfte Staffel entstanden, an Bord eines ihrer Atom-U-Boote.[84] Im Gegenzug für die Hilfe des Militärs wurden bei der Fernsehausstrahlung der Serie auch sogenannte Public Service Announcements gesendet – kurze Werbefilme des Militärs.[85]

Die Schauspieler trugen bei den Dreharbeiten zwecks Wahrung der Kontinuität jeweils in der ganzen Staffel überwiegend die identische Kleidung und die identische Frisur. Zum Wiederherstellen des Erscheinungsbildes der Schauspieler wurden Fotos geschossen.[86] Ihre Kopfhaare wurden in fünftägigem Abstand geschnitten.[15][87] Den Schauspielern und ggf. entsprechenden Stuntmen standen je durchschnittlich sechs bis acht, verschieden stark verschmutzte Exemplare Garderobe zur Verfügung.[42]

Mitarbeiter und Schauspieler mussten sich schriftlich zur Geheimhaltung der zukünftigen, noch nicht im Fernsehen ausgestrahlten Handlung verpflichten.[87]

Die siebte Staffel wurde im Rahmen einer Initiative der News Corporation produziert, die zum Ziel hatte, klimaneutral zu werden, und durch die Emissionen – unter anderem bei den Dreharbeiten und bei den Spezialeffekten – verringert werden sollten (→ Hauptartikel: Staffel 7).[88]

In den ersten acht Staffeln kamen 19 Regisseure zum Einsatz. Jon Cassar, der auch beim Fernsehfilm Redemption Regie führte, mit 59 Episoden und Brad Turner mit 46 Episoden waren die mit Abstand am häufigsten eingesetzten Regisseure. Zu den Regisseuren gehörten außerdem Stephen Hopkins (12), Winrich Kolbe, Nelson McCormick, Dwight H. Little und Davis Guggenheim (je 2 Episoden). Verantwortliche Kameraleute waren Rodney Charters, Jeffrey C. Mygatt, Peter Levy und Guy Skinner.

Im Januar 2014 wurde bekannt, dass die Dreharbeiten für Live Another Day in London begonnen haben.[89]

Nachbearbeitung[Bearbeiten]

Aus der Pilotepisode schnitt man infolge der Terroranschläge vom 11. September 2001 eine Einstellung heraus, die eine explodierende Boeing 747 zeigt.[90]

Um zu erreichen, dass alle Szenen jeder Staffel so wirken, als seien sie am selben Tag gefilmt worden, wurden ausgiebige Farbkorrekturarbeiten durchgeführt und das Filmmaterial bevorzugt kontrastarm erstellt. Dies gilt in besonderem Maße für Außenaufnahmen und Spezialeffekte.[79] Verantwortlich für Farbkorrekturarbeiten, für Compositing und für einfache visuelle Effekte war die kalifornische Firma Level 3 Post. Mit der Realisierung komplexerer Effekte wurden verschiedene Firmen im Raum Los Angeles beauftragt. Dazu zählten etwa Zoic Studios, die den in der sechsten Staffel gezeigten Atompilz generierte,[79] und Stargate Studios.[91]

In vielen Szenen, die innerhalb von Fahrzeugen spielen, aber auch in anderen Szenen, kam die Rückprojektionstechnik zum Einsatz.[79] Szenen, in denen Hubschrauber landen und starten, wurden zunächst in Valencia und im Stadtzentrum von Los Angeles gefilmt. Mit der Greenscreen-Technik wurde der grüne Hintergrund anschließend durch am Handlungsort gefilmtes, aus einer Backlot-Sammlung stammendes Archivmaterial ersetzt. Die Möglichkeit der Nutzung der Greenscreen-Technik war ein wesentlicher Grund dafür, dass die achte Staffel in Los Angeles produziert werden konnte, obwohl es dem 24-Produzenten und -Regisseur Brad Turner zufolge Anreize gegeben habe, die Produktion an einen Ort außerhalb Kaliforniens zu „locken“.[92]

Im Rahmen des Schnitts entfernte man jede Szene ohne neue Aussage und verfolgte damit die Absicht, die Handlung permanent voranzutreiben.[93] Für den Schnitt verantwortlich waren meist David Latham (67 Episoden), Scott Powell (62) und Chris G. Willingham (27). Sie nutzten dazu Technik von Avid.[79] Um eine möglichst realitätsnahe Wirkung zu erzielen, entstanden keine Überblendungen, Zeitschleifen oder Zeitlupenszenen.[79] Als Konsequenz aus Zuschauerreaktionen wurden zumindest in die zweite Staffel wesentlich weniger Split Screens integriert als in die erste Staffel.[8]

In allen Episoden wurde Sean Callery als Komponist eingesetzt. Im Rahmen der Tongestaltung wurden pro Episode etwa 38 bis 41 Minuten mit Musik unterlegt.[94]

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Fernsehausstrahlung[Bearbeiten]

24 wurde weltweit auf mindestens 236 Fernsehsendern ausgestrahlt.[95]

Vereinigte Staaten[Bearbeiten]

Der Sender FOX hatte den Start der Serie ursprünglich für den 30. Oktober 2001 vorgesehen, verschob ihn aber infolge der Terroranschläge vom 11. September 2001 um eine Woche auf den 6. November 2001.[90] Die Erstausstrahlungen wurden bis einschließlich der dritten Staffel zwischen Herbst und Mai stets dienstags gezeigt und wurden – wie im US-amerikanischen Fernsehen üblich – auch durch Wiederholungen älterer Episoden unterbrochen. Die erste Staffel erreichte durchschnittlich etwa 8,6 Millionen Zuschauer, die zweite 11,7 Millionen. Die Reichweitensteigerung war für FOX 2003 entscheidend für die Produktion einer weiteren, dritten Staffel. Deren Einschaltquoten entwickelten sich jedoch wieder rückläufig und waren für FOX unbefriedigend.[8]

Durch mehrere Änderungen im Sendeschema der vierten Staffel erhoffte sich FOX eine höhere Zuschauerakzeptanz:[96] Die Erstausstrahlung der Staffel begann erst im Januar, um bis zum Saisonende ohne Unterbrechungen durch Wiederholungen senden zu können; zudem wurden die ersten vier Episoden zeitnah in Form von zwei Doppelfolgen am Sonntag und – dem nunmehr zum regulären Sendeplatz bestimmten – Montag gezeigt. In der Tat verbesserte sich die durchschnittliche Reichweite pro Episode um etwa 20 Prozent auf 12,1 Millionen Zuschauer.[97] Das Sendeschema wurde für die folgenden Staffeln beibehalten. Die 2006 gesendete, fünfte Staffel wurde mit durchschnittlich 13,8 Millionen Zuschauern zur hinsichtlich der Reichweite erfolgreichsten im Serienverlauf.[98]

Anlässlich des Ausstrahlungsbeginns der sechsten Staffel im Januar 2007 begann FOX im Herbst 2006 mit einer separaten Werbekampagne, die aus Fernseh- und Radiowerbung bestand (→ siehe Hauptartikel: Staffel 6).[99] Die erste Doppelfolge des Staffelauftaktes erreichte bei der Erstausstrahlung etwa 15,7 Millionen Zuschauer[100] und damit die für die Serie bis dahin höchste Reichweite.[101] Die sechste Staffel erzielte schließlich mit durchschnittlich 13 Millionen Zuschauern zwar nur eine geringfügig niedrigere Reichweite als die fünfte, dennoch verringerte sich die Reichweite im Staffelverlauf, also verglichen zwischen Staffelbeginn und -ende, um etwa ein Drittel.[47][102]

Wegen des Produktionsrückstandes, der auch durch den Drehbuchautorenstreik Ende 2007 verursacht worden war, beschloss FOX, die Erstausstrahlung der siebten Staffel vom Januar 2008 auf den Januar 2009 zu verschieben (→ siehe Hauptartikel: Staffel 7). Der zur Überbrückung der Ausstrahlungspause produzierte Fernsehfilm 24: Redemption wurde am 23. November 2008 erstausgestrahlt. Die siebte Staffel erzielte mit durchschnittlich etwa 12,6 Millionen Zuschauern gegenüber der sechsten wiederum leicht verringerte Reichweiten.[103] Die achte Staffel erreichte 2010 etwa 10,7 Millionen Zuschauer pro Episode.[104] Das waren rund 2 Millionen weniger als im Jahr zuvor und so wenig wie seit der dritten Staffel nicht mehr. Mit einer als Serienfinale beworbenen Doppelfolge – FOX verlangte 650.000 US-Dollar pro darin gesendetem, 30-sekündigen Werbespot[105] – endete am 24. Mai 2010 die Erstausstrahlung der achten Staffel.

Der Erstausstrahlungsbeginn von Live Another Day ist für den 5. Mai 2014 angekündigt.[106]

Überblick Erstausstrahlung USA
Die Tabelle nennt staffelbezogen die Daten der Fernseherstausstrahlung, zusammen mit der durchschnittlichen Reichweite (in Millionen Zuschauern) pro Episode und der Platzierung in der Rangfolge der in der Fernsehsaison USA-weit meistgesehenen Sendungen.
Staffel Zeitraum Reichweite Rang
1 06. Nov. 2001 – 21. Mai  2002 08,6 Mio.[107] 73[108]
2 29. Okt. 2002 – 20. Mai  2003 11,7 Mio.[109] 36[109]
3 28. Okt. 2003 – 25. Mai  2004 10,3 Mio.[110] 46[110]
4 09. Jan. 2005 – 23. Mai  2005 11,9 Mio.[111] 31[111]
5 15. Jan. 2006 – 22. Mai  2006 13,8 Mio.[98] 23[98]
6 14. Jan. 2007 – 21. Mai  2007 13,0 Mio.[102] 27[102]
R 23. Nov. 2008 12,1 Mio.[112]
7 12. Jan. 2009 – 18. Mai  2009 12,6 Mio.[103] 20[103]
8 17. Jan. 2010 – 24. Mai  2010 10,7 Mio.[104] 27[104]
LAD 05. Mai  2014 –

Deutschsprachige Länder[Bearbeiten]

Die ersten fünf Staffeln wurden in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein durch RTL II ausgestrahlt, beginnend am 2. September 2003. Außerdem waren in Österreich die ersten beiden Staffeln bei ORF 1 zu sehen und die Staffeln 3 bis 5 bei ATVplus. In der Schweiz und in Liechtenstein strahlte SF zwei diese Staffeln aus, zumindest ab der vierten Staffel in deutsch-englischem Zweikanalton.[113] Die ersten fünf Staffeln wurden durch die österreichischen und schweizerischen Sender relativ zeitnah zu RTL II ausgestrahlt; zumindest zwischen ORF 1 und RTL II bestand ein Kooperationsabkommen bezüglich der Ausstrahlung.[114] Die fünf Sender waren wechselnd an der deutschsprachigen Erstausstrahlung der fünf Staffeln beteiligt.

Für die deutschen und österreichischen Sender war die Ausstrahlung nicht erfolgreich genug.[78] RTL II erzielte in Deutschland mit den ersten beiden Staffeln durchschnittliche Reichweiten von etwa eineinhalb Millionen Zuschauern, bei den folgenden drei Staffeln verringerten sie sich auf knapp unter eine Million.[115] Nach den fünf Staffeln, die zu verschiedenen Uhrzeiten des Abendprogramms staffelweise geänderter Wochentage (Dienstag, Mittwoch, Samstag, Mittwoch) gezeigt wurden, beendete RTL II die Erstausstrahlungen. Für ORF 1 blieben die Einschaltquoten vor allem der zweiten Staffel deutlich hinter den Erwartungen zurück.[116] ATVplus beendete die Ausstrahlung schließlich wegen ebenfalls zu niedriger Einschaltquoten.[117] Für den Sender SF 2 zählte 24 zumindest bei der Erstausstrahlung der vierten Staffel, die durchschnittlich 105.000 Zuschauer erreichte, zu seinen erfolgreichsten Serien.[118]

In der Schweiz und in Liechtenstein strahlte SF 2 im Frühjahr 2008 die sechste Staffel als deutschsprachige Erstausstrahlung aus. Der Fernsehfilm Redemption und die Staffeln 7 und 8 waren im Schweizer Fernsehen bislang nicht zu sehen (Stand: 10. Oktober 2012).[119] Auf den Kauf der Rechte an der siebten Staffel verzichtete das Schweizer Fernsehen aus zeitlichen und finanziellen Gründen und, weil der Verleih auf der Erstausstrahlung in Deutschland bestand.[120][121] Die Staffeln 6 bis 8 und der Fernsehfilm Redemption wurden bislang von keinem österreichischen Sender ausgestrahlt (Stand: 10. Oktober 2012).[119]

In Deutschland wurde die sechste Staffel an den Montagabenden im Sommer 2008 nunmehr durch ProSieben erstmals ausgestrahlt. Wegen der mit durchschnittlich 870.000 Menschen ebenfalls zu geringen Zuschauerzahlen[115][117] wechselte die Serie den Sender und den Sendeplatz abermals, nun zu Kabel eins und auf den Dienstagabend. Dort startete die siebte Staffel am 1. September 2009, direkt im Anschluss an den Fernsehfilm Redemption. Die achte Staffel wurde im Herbst 2010 wieder von Kabel eins ausgestrahlt, nun jedoch an den Montagabenden. Mit den Staffeln 7 und 8 sanken die Zuschauerzahlen auf durchschnittlich zuletzt etwas mehr als eine halbe Million pro Episode.[115]

Der Fernsehfilm und die letzten beiden Staffeln wurden durch das Bezahlfernsehen als deutschsprachige Erstausstrahlung gezeigt und damit früher, als durch das frei empfangbare Fernsehen. Redemption wurde am 30. November 2008 ausgestrahlt, die siebte Staffel von Januar bis Juni 2009 und die achte Staffel von März bis Juni 2010. Die siebte Staffel lief dabei im deutsch-englischen Zweikanalton. Ihre erste Episode wurde zeitgleich zur Ausstrahlung bei FOX in den USA gesendet.[78][122][123]

Durchschnittlich zwei Drittel aller Zuschauer der Erstausstrahlungen auf RTL II, ProSieben und Kabel eins kamen aus der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. In dieser Altersgruppe lag der durchschnittliche Marktanteil je Staffel zwischen 4,9 Prozent (Staffeln 4 und 8) und 9,6 Prozent (Staffel 6).[115]

Etliche Episoden kamen im deutschen Free-TV nur in geschnittenen Fassungen zu ihrer Erstausstrahlung.[124] Belegt sind jugendschutzbedingte Kürzungen der Originalfassungen bei insgesamt 26 Episoden der Staffeln 1, 2, 4 und 8 sowie beim Fernsehfilm Redemption.[124][125] Die Premierenepisode der zweiten Staffel wurde dergestalt umgeschnitten, dass Szenen, in denen gefoltert wird, ausgetauscht, verlangsamt und verlängert wurden.[126] Szenen aus zwei Episoden der vierten Staffel, in denen gefoltert wird, wurden von der FSK als „sozialethisch desorientierend“, „übermäßig ängstigend“ bzw. „potentiell entwicklungsbeeinträchtigend“ beurteilt und mussten – zusammen mit Szenen weiterer Episoden – für eine Ausstrahlung ab 20 Uhr geschnitten werden.[127]

Bei den Ausstrahlungen im deutschsprachigen Raum waren die Werbeunterbrechungen meist kürzer als die zwischen den Akten jeder Episode verstreichende Erzählzeit. Eine mögliche Ursache dafür ist die in Deutschland kürzere, pro Stunde maximal zulässige Zeitspanne für Werbung.[128]

Überblick Erstausstrahlungsdaten deutschsprachige Länder
Die Tabellen nennen staffelbezogen die Erstausstrahlungsdaten im frei empfangbaren Fernsehen von Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtensteins sowie im Pay-TV. Für Deutschland sind außerdem die Reichweiten in Millionen Zuschauern und die durchschnittlichen Marktanteile in Prozent angegeben, jeweils in der Altersgruppe ab 3 Jahren. Grün unterlegt sind die senderbezogenen Zeiträume, in denen Episoden erstmals deutschsprachig ausgestrahlt wurden.
Deutsche Free-TV-Sender
(Staffeln 1–5: RTL II, Staffel 6: ProSieben,
Redemption, Staffeln 7, 8: kabel eins)
Österreichische Free-TV-Sender
(Staffeln 1, 2: ORF 1,
Staffeln 3–5: ATVplus/ATV)
Schweizerische
Free-TV-Sender
(SF 2/SF zwei)
Pay-TV
(Redemption, Staffeln 7, 8:
Premiere HD/Sky Cinema)
Staffel Zeitraum Reich-
weite

(DeutschlandDeutschland)[115][129]
Markt-
anteil

(DeutschlandDeutschland)[115][129]
Zeitraum Zeitraum Zeitraum
1 02. Sep. 2003 – 28. Sep. 2003 1,6 Mio. 5,1 % 02. Sep. 2003 – 28. Sep. 2003 04. Okt. 2003 – 20. Dez. 2003 ?
2 09. Mär. 2004 – 18. Mai  2004 1,5 Mio. 5,0 % 12. Mär. 2004 – 21. Mai  2004 01. Mär. 2004 – 17. Mai  2004 ?
3 05. Jan. 2005 – 08. Juni 2005 0,9 Mio. 3,9 % 09. Jan. 2005 – 21. Mär. 2005 03. Jan. 2005 – 21. Mär. 2005 ?
4 13. Jan. 2006 – 25. Feb. 2006 0,9 Mio. 3,0 % 15. Dez. 2005 – 16. Feb. 2006 28. Nov. 2005 – 13. Mär. 2006 ?
5 03. Jan. 2007 – 21. Feb. 2007 1,0 Mio. 4,3 % 26. Nov. 2006 – 18. Feb. 2007 27. Nov. 2006 – 12. Feb. 2007 ?
6 23. Juni 2008 – 26. Aug. 2008 0,9 Mio. 6,6 % ––– 13. Mär. 2008 – 05. Juni 2008 ?
R 01. Sep. 2009 1,0 Mio. 4,7 % ––– ––– 30. Nov. 2008
7 01. Sep. 2009 – 17. Nov. 2009 0,7 Mio. 5,0 % ––– ––– 12. Jan. 2009 – 19. Juni 2009
8 04. Okt. 2010 – 20. Dez. 2010 0,6 Mio. 4,1 % ––– ––– 08. Mär. 2010 – 08. Juni 2010

Japan[Bearbeiten]

In Japan war 24 ein großer Erfolg im Fernsehen. Allerdings entwickelten sich die Zuschauerzahlen auch dort in jüngeren Staffeln rückläufig.[130] Im Januar 2011 zeigte der japanische FOX-Sender anlässlich des bevorstehenden Sendetermins der achten Staffel die ersten sieben Staffeln am Stück und stellte so mit der längsten ununterbrochenen Ausstrahlung einer Fernsehserie einen neuen Weltrekord auf, der in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen wurde.[131] Der Sender TV Tokyo sagte die Erstausstrahlung der achten Staffel im April 2011 ab, weil er ihre Handlung angesichts der Nuklearkatastrophe von Fukushima als unpassend beurteilte.[130]

Vertrieb auf Videodatenträgern[Bearbeiten]

Die Serie wird seit 2002 auf DVD und seit 2009 auf Blu-ray vertrieben. Die DVD- und Blu-ray-Boxen sind mit Bonusmaterial wie beispielsweise entfallenen Szenen, Making-of-Dokumentationen und Interviews ausgestattet. Zu dem Bonusmaterial gehören drei auf den DVDs der Staffeln 3, 4 und 5 enthaltene Prequels für die Staffeln 4, 5 und 6. Dabei handelt es sich um 6- bis 12-minütige Kurzfilme, die nach dem Handlungsende der jeweils vorangegangenen Staffel spielen, mit deren letzten Szenen sie beginnen.[132][133][134] Von den ersten sechs Staffeln wurden bis Mai 2009 über 7,5 Millionen DVD-Boxen verkauft.[135] Zumindest bis Anfang 2008 war die erste Staffel mit einem Anteil von etwa 30 Prozent an allen verkauften Staffeln der Serie die meistverkaufte.[136]

Überblick Erstveröffentlichungsdaten
Die Tabelle nennt staffelbezogen die Erstveröffentlichungsdaten der DVD- und Blu-ray-Boxen.
Vereinigte Staaten Deutschsprachige Länder
DVD Blu-ray DVD Blu-ray
Staffel Datum Absatzvolumen
in 1. Woche
Datum Datum Datum
1 17. Sep. 2002 ? ––– 29. Sep. 2003 –––
2 09. Sep. 2003 ? ––– 26. Juni 2004 –––
3 07. Dez. 2004 ? ––– 07. Juli 2005 –––
4 06. Dez. 2005 ? ––– 18. Mai  2006 –––
5 05. Dez. 2006 460.000 St.[137] ––– 02. Apr. 2007 –––
6 (Ep. 1–4) 16. Jan. 2007 ? ––– ––– –––
6 04. Dez. 2007 285.000 St.[137] ––– 02. Okt. 2008 –––
R 25. Nov. 2008 ? ––– 23. Okt. 2009 –––
7 19. Mai  2009 275.000 St.[137] 19. Mai  2009 20. Nov. 2009 20. Nov. 2009
8 14. Dez. 2010 180.000 St.[138] 14. Dez. 2010 26. Nov. 2010 26. Nov. 2010

USA[Bearbeiten]

Alle acht Staffeln und der Fernsehfilm wurden auf DVD im Regionalcode 1 veröffentlicht. Die ersten fünf Staffeln erschienen einen Monat vor dem Beginn der Erstausstrahlung ihrer Folgestaffel. FOX verfolgte damit die Absicht, aus der zu diesen Zeitpunkten erhöhten Aufmerksamkeit zu profitieren.[139] Das Erscheinen der ersten Staffel auf DVD im September 2002 markierte zugleich das erste Mal, dass eine komplette Staffel einer noch nicht für die Syndikation verkauften oder eingestellten Fernsehserie eines der sechs großen Filmstudios auf DVD veröffentlicht wurde.[140] Im Mai 2008 erschien die erste Staffel erneut auf DVD, diesmal jedoch als Special Edition, die gegenüber der Erstveröffentlichung zusätzliches Bonusmaterial enthielt. Eine solche DVD-Veröffentlichungsform war zuvor für Fernsehserien noch nicht erprobt worden.[136] Ab dem Erstveröffentlichungstag jeder Staffel auf DVD wurden alle bis dahin erschienenen Staffeln zusammen erneut auf DVD vertrieben. Anlässlich des Erscheinens der vollständigen Serie auf DVD veranstaltete FOX im Dezember 2010 einen Fernsehmarathon. Dabei stellten schließlich drei Zuschauer von 24-Episoden über mehr als 86 Stunden hinweg einen neuen Weltrekord im Dauerfernsehen auf, der danach in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen wurde.[141]

Die ersten vier Episoden der sechsten Staffel wurden am Tag nach der Erstausstrahlung der zweiten Doppelfolge auf DVD veröffentlicht. Eine solch zeitnahe DVD-Veröffentlichung von Fernsehserienepisoden war damals ein Novum und diente zum gegenseitigen Bewerben beider Formate.[142][143] Der Fernsehfilm Redemption erschien zwei Tage nach seiner Erstausstrahlung zusammen mit einer etwa 13 Minuten längeren Fassung auf DVD. Die siebte Staffel wurde schon einen Tag nach dem Ende ihrer Fernseherstausstrahlung auf DVD veröffentlicht, weil die Produktion infolge der Ausstrahlungspause deutlich eher abgeschlossen war.[135]

Von den ersten drei Staffeln wurden bis 2005 etwa 2,5 Millionen Exemplare verkauft,[97] von den Staffeln 5 bis 8 bis Dezember 2010 etwa 3,7 Millionen Exemplare.[137] Bezogen auf die erste Woche nach dem Verkaufsstart verkaufte sich die vierte Staffel deutlich öfter als die dritte, wohingegen die Staffeln 6 und 8 in der ersten Verkaufswoche signifikant seltener als ihre vorangegangenen Staffeln verkauft wurden. Für die in den ersten sechs Wochen nach Erscheinen verkauften, circa 550.000 DVD-Boxen der achten Staffel wurde ein Erlös von etwa 21 Millionen US-Dollar erzielt, was einem Durchschnittserlös von etwa 38 US-Dollar pro DVD-Box entspricht.[138]

Der Serie wurde eine wegbereitende Bedeutung in der Vermarktung von Fernsehserien auf DVD bescheinigt.[144] Der britische Telegraph meinte dazu, die Serie habe dabei geholfen, „die ‚DVD-Boxset-Kultur‘ zu erschaffen“,[145] die New York Times schrieb, die Serie „validierte das aufkommende Geschäft mit Verkäufen ganzer Serienstaffeln auf DVD“.[146]

Die Staffeln 7 und 8 erschienen zudem auf Blu-ray (Regionalcode A/1) zeitgleich zu ihren DVD-Versionen und mit weitgehend identischer Ausstattung.

Vereinigtes Königreich[Bearbeiten]

Im Vereinigten Königreich wurde die DVD-Version der ersten Staffel im Oktober 2002 veröffentlicht und erreichte sofort den ersten Platz der Verkaufscharts, trotz großer Konkurrenz durch Der Herr der Ringe: Die Gefährten.[147] Den höchsten Verkaufsrang hatte dort zuvor noch keine Fernsehserie erreicht.[148] In einem Interview mit dem britischen Sender BBC sagte Kiefer Sutherland 2009, dass der DVD-Verkaufserfolg der ersten Staffel in England bedeutend für die Fortsetzung der Produktion nach der ersten Staffel gewesen sei: „Wir hatten kein wirklich großes Publikum, wir brauchten eine lange Zeit, um die Serie in den USA aufzubauen, während die Serie hier einen Senkrechtstart hinlegte, und es war der Erfolg der Serie hier in England, der es uns erlaubte, in den USA weiterzuarbeiten, bis wir ein Publikum aufgebaut haben.“[149]

Für den britischen Markt erschienen die ersten beiden Staffeln im August 2002 bzw. 2003 auch auf VHS.[150]

Deutschsprachiger Raum[Bearbeiten]

Alle acht Staffeln wurden auf DVDs im Regionalcode 2 mit deutschsprachiger Tonspur veröffentlicht. Sie erschienen teils wenige Tage, teils bis zu vier Monate nach dem Ende ihrer Erstausstrahlung im deutschen Free-TV. Der Film Redemption erschien im Oktober 2009, ohne die in den USA mitveröffentlichte, längere Version. Zu den Erscheinungszeitpunkten der Staffeln 3, 6 und 8 wurden alle bis dahin veröffentlichten Staffeln zusammen erneut auf DVD vertrieben. Die Staffeln 7 und 8 erschienen zusätzlich als Blu-ray im Regionalcode B/2, zeitgleich zu ihren DVD-Versionen.

Episode 189, 12:00 Uhr – 13:00 Uhr (12:00 p.m. – 1:00 p.m., Staffel 8), erhielt in ihrer ungeschnittenen Fassung von der FSK keine Jugendfreigabe.[151] Dadurch sind die DVD- und Blu-ray-Boxen der achten Staffel erst ab 18 Jahren freigegeben. Die anderen Episoden der achten Staffel sowie alle anderen Staffeln und der Fernsehfilm erhielten eine Freigabe ab 16 Jahren.

Für die deutschsprachigen DVD-Ausgaben sind offizielle Verkaufszahlen rar. Der Spiegel nennt im Februar 2007 400.000 in Deutschland verkaufte DVD-Boxen der ersten vier Staffeln.[152] Dagegen nennt das Schweizer medienheft 2007 eine Menge von jährlich 400.000 innerhalb Deutschlands verkauften Exemplaren.[14]

Andere Veröffentlichungsformen[Bearbeiten]

24 wurde auf der Cologne Conference 2002 als deutsche Erstaufführung gezeigt.[153] Dabei lief am 15. Juni 2002 im Rahmen der Wettbewerbsreihe TopTen Fiction mindestens eine Episode aus der ersten Staffel.[154]

Seit 2006 sind Episoden der Serie bei iTunes erhältlich.[155] Die Serie ist per Video-on-Demand zudem bei Netflix und Amazon erhältlich. Nachdem die ersten vier Episoden der sechsten Staffel schon vor ihrer US-Erstausstrahlung in Internet-Tauschbörsen erhältlich waren,[156] kam es zu juristischen Schritten von FOX gegen YouTube.[157] Auch andere Episoden der Serie waren auf Filesharing-Plattformen verfügbar.[158]

In den Vereinigten Staaten wurden drei Audio-CDs mit dem Soundtrack zur Serie veröffentlicht. Im Dezember 2004 erschien eine CD mit 19 Musikstücken aus den ersten drei Staffeln.[159] Eine weitere CD mit 21 Titeln aus den Staffeln 4 und 5 erschien im November 2006,[160] eine dritte CD mit 17 Titeln aus dem Fernsehfilm 24: Redemption im November 2008.[161] Die erste und dritte CD erschienen im Januar 2005 bzw. November 2008 auch für den deutschen Markt, wobei die erste fünf zusätzliche Titel enthält.[162][163]

Themen, Deutungen und Motive[Bearbeiten]

Der Protagonist als tragische Figur[Bearbeiten]

Bei der Konzeption von 24 beabsichtigten Surnow und Cochran, dem Protagonisten Jack Bauer ein menschlicheres Wesen zu verleihen, indem er nun – anders als noch in Nikita – eine eigene Familie bekommt.[26] Die Geschichte der ersten Staffel entwickelte sich jedoch schließlich so, dass Bauers Frau getötet wurde, die Familie also wieder zerbrach. Für all die Anstrengungen, die Bauer in der ersten Staffel sowohl für das Verhindern des Attentats auf den Senator als auch für das Retten seiner Familie aus den Händen der Entführer unternahm, blieb ihm somit letztlich der Lohn verwehrt. Keller (2003) interpretierte die Geschichte, der somit ein Happy-End fehlt, als eine für Bauer „purgatorische Erfahrung, an deren Ende jedoch nicht die Erlösung wartet“. Diese Entwicklung beschrieb Keller – bezogen sowohl auf die erste als auch auf die zweite Staffel – auch als eine „physische wie psychische Dekomposition der klassischen Heldenfigur“, gegen die sich der Sender FOX teilweise zunächst noch zur Wehr setzte.[20] Derartige Entwicklungen finden sich im Laufe der Serie wiederholt. Am Ende der fünften Staffel beispielsweise wird Bauer von den Chinesen gefangen genommen, in der achten Staffel stirbt seine Geliebte bei einem Attentat. Diesbezüglich wird Bauer auch mehrfach als tragische Figur und gebrochener Held interpretiert,[87] etwa durch Miesen (2007): „Die Tatsache, dass aber eben dieses Leben ihn moralisch und seelisch zerstört, macht ihn zu einer tragischen Figur. Bauer opfert sich im übertragenen Sinne für eine Gesellschaft, die ihn und seine Methoden verabscheut.“[164] Drehbuchautor Robert Cochran interpretiert ihn wie folgt: „Er nimmt sozusagen die Schandtaten der Gesellschaft auf sich, tut Dinge, die getan werden müssen, die sonst keiner tut für die Sicherheit aller.“[165] Er betonte weiterhin, dass diese psychischen Belastungen durchaus so beabsichtigt waren: „Wir haben versucht, seine emotionalen Probleme deutlich zu machen, die dadurch entstehen, dass er Dinge tut, die normalerweise verboten sind.“[165]

Bauer wird in der Rolle des Odysseus oder Beowulf des „epischen Gedichts“ 24 gesehen, weil er „schreckliche Monster“ bekämpfen müsse, die voller politischer Korruption und Feigheit, Narzissmus und Größenwahn, Rücksichtslosigkeit und Dummheit sind, wie etwa den Präsidenten Charles Logan.[166] Bauer wird zudem als Ahasver gedeutet, der ruhelos über die „Schlachtfelder der modernen asymmetrischen Kriege“ irrt, dem kein familiärer Frieden vergönnt ist und der immer wieder „durch das Fegefeuer gejagt“ wird.[167]

Moralische Dilemmas[Bearbeiten]

Wie Keller (2008) festhielt, gibt es in der Serie immer wieder Situationen, in denen die Figuren mit Problemen konfrontiert sind, für die es nur Lösungen mit Nachteilen zu geben scheint, mit anderen Worten, sie befinden sich in Dilemmas. Wiederholt müssen integre Menschen Entscheidungen treffen, die gegen ihre persönlichen Überzeugungen verstoßen, so Keller.[43] Beispielsweise wird Präsident Palmer in der dritten Staffel durch den Terroristen Saunders vor die Wahl gestellt, entweder den CTU-Leiter Chappelle töten zu lassen oder das Leben einer großen Menge von Menschen zu riskieren, indem Saunders tödliche Viren freisetzt. Palmer entscheidet sich schließlich für Chappelles Tod und opfert somit nur ein Leben statt vieler Leben.

Keller (2008) interpretierte die Dilemmas als gegenpolig zu den Actionszenen und als die eigentliche Dramatik des Geschehens ausfüllend.[43] Für Chamberlain et al. (2007) suggerierten die in 24 gezeigten moralischen Dilemmas, dass alle politischen und thematisch schwierigen Handlungen Konsequenzen haben. Damit einhergehend unterlasse es die Serie mit Entschiedenheit, vollständige, geordnete Situationen zu zeigen.[12]

24 war in etlichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen Gegenstand von Untersuchungen über moralische Dilemmas.[168] Parrish (2009) etwa schrieb, dass verschiedene, in der Serie vorkommende Situationen nicht als moralische Dilemmas thematisiert werden, obwohl es sich bei ihnen um solche handele.[169] Ein Beispiel dafür sei das Verhalten der Datenanalytikerin Chloe O'Brian: Sie hilft Bauer oft dabei, Spuren zu verfolgen, vermeidet aber zugleich die Verfolgungsjagd durch die CTU – entgegen der klaren, rechtmäßigen und begründeten Anweisungen ihrer Vorgesetzten. Dieses, im Übrigen überaus häufig vorkommende, Verhalten O'Brians werde, so Parrish, durch die Serie oder ihre Charaktere – wenn überhaupt – nur selten als ethisches Problem dargestellt.[170] Dadurch finde eine Entwertung und Delegitimierung moralischer Dilemmas statt, so Parrish.[171]

Terrorismusbekämpfung und Folter[Bearbeiten]

24 hat die Angst vor terroristischen Angriffen zu einer wichtigen Grundlage der Handlung gemacht. Dabei handelt es sich um die Angst, die in der US-Bevölkerung durch die Terroranschläge vom 11. September 2001 ausgelöst worden ist. Ab der zweiten Staffel sei diese Angst zum Handlungsmotiv geworden, meint unter anderen Franklin (2006), weil die in der Serie thematisierten Bedrohungen, wie etwa nukleare, biologische und chemische Angriffe, seitdem umfassender und schrecklicher geworden seien.[172] Auch für Joel Surnow stand dieser Aspekt fest: 24 sei eine Art von „Wunscherfüllung für Amerika“ und entstamme dem Zeitgeist der Paranoia der Menschen, angegriffen zu werden. „Amerika will den Krieg gegen den Terror, den Jack Bauer kämpft. Er ist ein Patriot.“[173]

In 24 werden wiederholt dringend tatverdächtige Personen gefoltert, und zwar durch das Hinzufügen von psychischem oder körperlichem Leid. Die Folter dient in der Handlung dem Ziel der Gewinnung von Informationen, aufgrund derer ein unmittelbar bevorstehender Terroranschlag oder eine ähnliche Katastrophe verhindert werden kann. Solche Situationen werden in der Literatur als “ticking bomb scenario” oder “ticking time bomb scenario” beschrieben und ähneln in ihrer Bedeutung dem Rettungsfolter-Szenario. Das Szenario der tickenden Zeitbombe wurde durch den Justizprofessor Alan M. Dershowitz in der Folge der Terroranschläge vom 11. September 2001 neu interpretiert. Er argumentierte, dass in Fällen, in denen nur 24 Stunden zum Abwenden eines tödlichen Terroranschlages bleiben, der Staat – ermächtigt durch ein Gericht – in der Lage sein sollte, Folter mit dem Ziel anzuwenden, Informationen zu erlangen, aufgrund derer sich der Anschlag verhindern lässt. Wie Pinedo (2010) feststellte, erhält Jack Bauer in der Serie aber nie eine Ermächtigung, Folter auszuüben, dafür jedoch in Ausnahmefällen stillschweigende Zustimmung vom US-Präsidenten.[18] Die Produzenten waren sich bewusst, dass das Szenario der tickenden Zeitbombe unrealistisch ist, wie Drehbuchautor Robert Cochran versicherte: „Die meisten Terrorismusexperten werden Ihnen sagen, dass die Tickende-Zeitbombe-Situation im wirklichen Leben nie oder nur selten auftritt. Aber in unserer Serie kommt sie jede Woche vor“.[174]

Präsidentschaft und Regierungshandeln[Bearbeiten]

Dennis Haysbert (2009), Darsteller des Präsidenten David Palmer
Cherry Jones (2009), Darstellerin der Präsidentin Alison Taylor

Schneider (2007) interpretierte das in der Serie gezeigte politische Spitzenpersonal und das Regierungshandeln als „mit respektloser Unbekümmertheit“ „vorgeführt“. Dies zeige sich etwa an Präsident Palmers, von Intrigen erschüttertem Familienleben, und am grotesken Verhalten des Vizepräsidenten Logan, „der agiert, als würde Dick Cheney von Bob Hope gespielt“.[16] Gartenstein-Ross et al. (2008) fanden, dass die Serie die Vereinigten Staaten als „Quasi-Bananenrepublik“ darstelle. Fraktionen verschworen sich darin aktiv und mit großem Erfolg gegen den Präsidenten, was auch an der mit sieben sehr hohen Anzahl an Präsidenten in den ersten sechs Staffeln deutlich werde.[175] Alston (2010) erkannte einen sich im Laufe der Serie verschlechternden Zustand der US-Präsidentschaft, was vor allem auf das Bestreben der Drehbuchautoren, Spannung zu erzeugen, zurückzuführen sei: „Der Abstieg vom Superheldenpräsidenten zu einem Anführer, der bestenfalls unbeholfen und schlechtestenfalls schurkisch ist, rührt größtenteils von der Tendenz von 24, den Einsatz mit jeder Staffel zu erhöhen.“[176]

Die Entscheidung dafür, mit David Palmer einen afroamerikanischen Präsidentschaftskandidaten bzw. -präsidenten in die Handlung zu integrieren, basierte auf dem Wunsch der Drehbuchautoren, angesichts des großen Anteils von Afroamerikanern an der US-Gesamtbevölkerung einen nationalen Repräsentanten aus dieser ethnischen Gruppe zu haben.[36] Wegen des Erfolgs Barack Obamas bei den Präsidentschaftswahlen 2008 behaupteten mehrere Autoren, dass die Bereitschaft der US-Amerikaner, einen afroamerikanischen Präsidenten zu wählen, durch die Figur David Palmer und 24 erhöht worden sei.[177] Sterneborg verwies in der Süddeutschen Zeitung 2008 sogar auf – allerdings ungenannte – Studien, durch die dieser Einfluss belegt werde.[178]

Die Entscheidung zugunsten einer US-Präsidentin basierte auf der Annahme der Autoren, dass sich Hillary Clinton um die Präsidentschaftskandidatur bewerben würde.[36] Während Stanley (2009) die Figur der Präsidentin Alison Taylor als „entscheidungsfreudig und sogar ausgesprochen martialisch“ charakterisierte,[179] sah Alston (2010) bei Taylor eine Tendenz, stets dem aktuellsten Vorschlag eines ihrer männlichen Berater blind zu folgen, so wie etwa bei ihrer Entscheidung am Ende der Serie, von ihrem Amt zurückzutreten.[176]

Vertrauen und Instrumentalisierung[Bearbeiten]

Ein wichtiges Thema der Serie ist Vertrauen. Das wird deutlich an den überaus häufig vorkommenden Sätzen Bauers: „Du mußt mir vertrauen. Mehr kann ich dir im Moment nicht sagen.“ Johanna Adorján (2005) fand, dass dieses Prinzip dem von Religionen wie unter anderem dem Christentum entspreche.[13] Wegen des permanenten Zeitmangels und Entscheidungsdrucks sei die Aufforderung die im Serienverlauf am häufigsten wiederholte, so Manderson (2009). „Wann auch immer Bauer mit Dissens oder Konfusion konfrontiert ist, sucht er nie nach Begründungen. Nie richtet er sich nach Alternativen oder lässt mit sich diskutieren.“ „Vertrau mir einfach“ sei das Mantra von 24 sowie zugleich Metapher für Bauers „perfekte Entfremdung von der Welt“, die im Serienverlauf stetig stärker geworden sei: Anfangs noch Leiter einer „schurkischen Regierungsorganisation“, der CTU, finde er sich zunehmend als ein Schurke und ein Ausreißer innerhalb der Organisation selbst wieder. Ein Großteil der Dramatik in der Serie komme durch den Deckmantel von Geheimhaltung und Isolation zustande, unter dem Bauer, basierend auf seinem Drängen, blind zu vertrauen, operiere und der im Serienverlauf mehrfach Fehltritte, Konfusionen und Missverständnisse auslöse.[180]

Freuler (2006) empfand es als eine der Kernbotschaften der Serie, niemandem zu vertrauen. Das werde an Bauers wiederholten Aufforderungen deutlich, anderen zu misstrauen, und beim Enttarnen von Maulwürfen bestätigt.[181]

Mehrere Autoren hoben hervor, dass es in 24 um die Instrumentalisierung von Menschen und Menschengruppen gehe. Für Riegler (2008) etwa stand fest, dass sich die Terroristen in der Handlung stets als Handlanger und Marionetten übergeordneter Interessen erweisen, so wie in der zweiten Staffel, in der die Gruppe Second Wave von einem US-amerikanischen Ölkonsortium gesteuert wird.[182] Keller (2008) meinte, dass fast jeder käuflich sei, Eigennutz über moralische Skrupel siege und die gesellschaftlichen Gruppen, die die Wirtschaft beherrschen, ethische Bedenken nur als Zeichen von Schwäche interpretierten. Keller schloss daraus auch auf eine alle sozialen Schichten durchdringende Korruption der US-Gesellschaft als ein Thema von 24.[43]

Technologie[Bearbeiten]

Mary Lynn Rajskub (2009), Darstellerin der Chloe O'Brian

Computer besitzen in der Serie eine zentrale Bedeutung. Schneider (2007) etwa hob die Bedeutung des Computers für Handlung und Spannungshaltung als so dominierend wie die Gottes hervor. Der Computer bilde in der Serie zusammen mit Mobiltelefon und Satellit „so etwas wie eine digitale Trinität“, mit den vier Eigenschaften Allgegenwart, Allwissenheit, Allmächtigkeit und Unerforschbarkeit. „Wenn alles ins Ausweglose abgeht, wenn die Logik verdorrt ist, wenn die Spuren verweht sind und die Ermittler wütend durch Sackgassen stampfen, geht ein digitales Lichtlein an – und schon sind alle wieder in Aktion.“ Bauer habe die Fäden nicht selbst in der Hand und hänge in Wirklichkeit „am Tropf der digitalen Maschine“.[16] Dowd meinte in Arnone (2006), die Technologie in der Serie diene dem Steigern der Fähigkeit der Charaktere, die richtige Entscheidung so schnell wie möglich zu treffen.[80]

Marc Ottiker (2013) meinte, dass in der Serie „Bildschirme in hypergeheimen Kommandozentralen als ikonische Zeichen einer Welt“ wirkten, „in der Drohnenangriffe in fernen Weltgegenden und die vertraute Heimat eine gespenstische Beziehung eingehen“; die Technik suggeriere Überlegenheit und Sicherheit.[183]

Haas (2007) verstand die überaus wichtige Rolle, die Mobiltelefone in der Handlung spielen, als Symbol für die Anforderungen der heutigen Arbeitswelt, flexibel und stets erreichbar zu sein.[184] In Bezug auf permanente Mobilität und Erreichbarkeit habe Bauer „das neoliberale Arbeitsethos zutiefst verinnerlicht“, so Riegler (2008).[182]

Eine oft zentrale Rolle bei der Beschaffung von Informationen per Computer spielte ab der dritten Staffel die Figur Chloe O'Brian. Sie wurde mehrfach mit den stereotypischen Eigenschaften eines Nerds charakterisiert. Stevens (2010) etwa empfand sie als „brillantes, aber sozial unbeholfenes Computer-Genie“ und als „äußerst talentiert, aufs Schärfste loyal und eine zutiefst sensible Seele“.[185] Darüber hinaus befand Stanley (2010), dass ihre „Griesgrämigkeit“ das einzige wiederkehrende Humorelement der Serie sei.[186]

Kritik[Bearbeiten]

Kritiker nahmen 24 unterschiedlich auf.

Unterhaltungswert, Inszenierung, Authentizität[Bearbeiten]

Die Funkkorrespondenz (2002) lobte die Serie als „ungemein facettenreich und kurzweilig“.[187] Das Schweizer medienheft (2007) sprach von „einer der unterhaltsamsten und spannendsten Fiktionen der Gegenwart“,[188] das American Film Institute empfand 24 als „kraftvoll und anziehend“ (2005)[189] und als „bahnbrechende Übung in fortgesetzter Spannung“ (2003).[190] Die Los Angeles Times (2010) beurteilte die Serie dagegen als „übertrieben, aber fesselnd“.[191] Der New York Times (2005) zufolge behalte die Serie die „Spannung, sogar wenn Charaktere und Handlung gefährlich dünn gestreckt werden“.[192] Ein Strecken der Handlung erkannte auch Stephen King in Entertainment Weekly (2007), es habe in der Regel zwischen der 16. und 20. Episode der Staffel eingesetzt.[193] Der Tagesspiegel (2008) sah in 24 trotz Merkwürdigkeiten und trotz Brüchen in der Handlung ein „TV-Suchtmittel größter Wirkung“.[25] Entertainment Weekly (2010) meinte, dass die erste Hälfte der achten Staffel sinnbildlich für das stehe, was mit der ganzen Serie falsch gelaufen sei. Das äußere sich in vorhersehbaren Zwisten und der „schamlosen Wiedereinführung“ beliebter Figuren wie etwa dem US-Präsidenten Logan, als es die Serie nicht geschafft habe, neue einzuführen.[194]

Die Echtzeit-Erzählweise beurteilte das medienheft (2007) als einen „dramaturgischen Kunstgriff“, der nicht nur eine bisher ungekannte Verbindung mit dem Zeitempfinden der Zuschauer geschaffen habe, sondern die Spannung trotz mancher Längen „erstaunlich gut“ habe halten können.[188] Vom britischen Guardian (2010) kam dagegen die Kritik, dass das Echtzeitformat die Serie „schließlich in wenig mehr als eine Kette grotesker Deadlines verwandelt hat“.[195] Als unrealistisch beurteilte Michael Reufsteck (2007) im Fernsehlexikon die hohe Anzahl an Ereignissen in dem verglichen mit anderen Fernsehserien wesentlichen kürzeren Erzählzeitraum.[196] Mit ähnlich negativer Kritik wurde schließlich auch Drehbuchautor Howard Gordon in der britischen Zeitung The Independent (2012) zitiert: „Nun, die ganze Struktur von 24 war irgendwie absurd, diese Idee, dass man nur 24 Stunden Zeit hat, um die Welt zu retten, und dass all diese bedeutenden Dinge innerhalb dieses Zeitrahmens geschehen können […].“[197]

Als unglaubwürdig beurteilte Reufsteck (2007) weiterhin die bei Diensteinsätzen hohe Anzahl von Todesfällen unter Bauers Kollegen, während Bauer selbst stets überlebte, sowie die häufigen Neubesetzungen der Arbeitsstelle des CTU-Direktors.[196] Michael Hanfeld war in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (2004) dagegen begeistert, denn die Serie sei „eine intelligente, bis in die kleinste Folgenabschätzung stichhaltige Schilderung, Erläuterung und Kommentierung der Verfaßtheit dieser Welt. Daß nichts an diesem Szenario künstlich oder übertrieben und die Handlung nur in ein paar Wendungen an den Haaren herbeigezogen scheint, das macht die fiktionale Meisterschaft von "24" aus.“[198] Der Autor des New York Magazine (2007) kritisierte, dass die CTU-Agenten immer zu spät am Tatort einträfen, obwohl ihre Zentrale durch Überwachungskameras und Mobiltelefone stets über alles informiert sei.[199] Die Review-Seite DVD Verdict (2003) kritisierte, dass in der Serie niemand eine Toilettenpause nehme, etwas esse, mehr als zehn Minuten für Autofahrten durch Los Angeles brauche und dass die Straßen der Stadt selbst Mittags merkwürdig leer seien.[40] Als unauthentisch empfand das Branchenblatt Variety (2006) die in der Serie auf Bildschirmen häufig eingeblendeten Fox-Nachrichten,[200] wohingegen Tobias Moorstedt in der Süddeutschen Zeitung (2009) durch das Product Placement die Glaubwürdigkeit der Handlung gestärkt sah.[56]

In einem Artikel des Magazins Federal Computer Week (2006) befand Tom Tutko von Northrop Grumman die Technologiedarstellung in 24 als „glaubhaft genug, sodass die Menschen nicht erkennen, ob die Darstellung real ist“. Marcus Fedeli vom Marktforschungsunternehmen Input beurteilte die Logik des Technologieeinsatzes als inkonsistent, da beispielsweise Satellitenverbindungen, die die CTU zur Überwachung nutzt, plötzlich und ohne erkennbaren Grund zusammenbrächen. Dan Smith vom Systemintegrator gtsi kritisierte, dass Datenqualität und Verbindungsgeschwindigkeit, etwa beim Herunterladen von Satellitenbildern auf einen PDA, in der Realität nicht so schnell und vielseitig wie in der Serie dargestellt seien.[201]

Den Einsatz des Lichts in den Gesichtern der Schauspieler beurteilte das Magazin The Atlantic (2010) als „bemerkenswert zurückhaltend“.[202]

Charaktere, Besetzung, deutsche Synchronfassung[Bearbeiten]

Die New York Times (2009) sah „spannende Charaktere, die weiter als einfache, Tom-Clancy-ähnliche Karikaturen gehen“.[203] Die Funkkorrespondenz (2004) lobte die Breite des Schauspieler-Ensembles als „bemerkenswert“, auch weil Figuren mit den unterschiedlichsten Lebensläufen gleichberechtigt nebeneinander agierten.[93] Andererseits meinte die Presse aber, dass solides Schauspiel und Dialog in der Serie oft nicht die höchste Priorität erhalten hätten (U-T San Diego, 2010)[204] und dass mit Ausnahme von Jack Bauer und Präsident Logan keinen der Figuren erlaubt gewesen sei, „den Anschein eines komplizierten Innenlebens zu zeigen“ (Entertainment Weekly, 2010);[205] die New York Times (2010) vermisste Einfallsreichtum bei der Entwicklung der Charaktere.[186] Die Tageszeitung (2008) übte besonders scharfe Kritik an den Dialogen, diese hätten sich schon seit dem Serienbeginn auf einem „unterirdischen Niveau“ bewegt und den Verstand der Zuschauer beleidigt.[206]

Für Besetzung und Schauspieler gab es sowohl Lob als auch Tadel. In der New York Times (2005) etwa hieß es, dass es 24 verstanden habe, „unfamiliäre und interessante Schauspieler“ wie beispielsweise Dennis Haysbert auszusuchen.[207] Eher negativ beurteilte Daniel Haas von Spiegel Online (2003) die Darsteller, bis auf Kiefer Sutherland seien die meisten von ihnen „erstaunlich blass und beliebig“ geblieben.[19] Die Zeitung USA Today (2010) fand, dass 24 nie als „Schauspieler-Serie“ bekannt gewesen sei.[208]

Uneinig waren sich die Kritiker in der Frage, mit welchem Grad an Emotionalität Kiefer Sutherland seine Rolle verkörpert hat. Der Funkkorrespondenz (2003) zufolge, die die Leistung Sutherlands als „exzellent“ lobte, habe Sutherland die Aufgabe, Bauer „mit allen erdenklichen menschlichen Regungen und Emotionen“ darzustellen, „mit Bravour bewältigt“.[20][93] Das US-Blatt U-T San Diego (2010) hingegen bedauerte bei Sutherland die Seltenheit berührender, dramatischer Momente und die Häufigkeit von Szenen, in denen er Befehle gibt und schießt.[204] Entertainment Weekly (2010) vermisste bei Sutherlands Rolle Humor und Ironie.[205] Die NZZ (2013) nannte es ein „schlicht-brachiales“ Schauspiel.[209] Das Time Magazine (2001) urteilte, dass Sutherland Bauer mit einer Sicherheit gespielt habe, die über seine Vergangenheit als Jugendschauspieler hinwegtäusche.[210]

Die Leistungen einiger anderer Schauspieler, vor allem der Darsteller der US-Präsidenten, wurden positiv hervorgehoben. Das DVD Center (2003) etwa lobte Dennis Haysberts Darstellung als überzeugend.[211] Dem Schauspiel von Cherry Jones in der Rolle der US-Präsidentin zollte Hannes Stein in der Welt (2009) Anerkennung, sie habe „sehr überzeugend“ gespielt.[212] Mehrfach gelobt wurde das Schauspiel von Gregory Itzin und Jean Smart als Präsidentenehepaar Logan (→ Hauptartikel: Staffel 5).

Die Qualität der deutschen Synchronfassung beurteilte Joachim Widmann in der Netzeitung (2005) zwar als „gar nicht einmal schlecht“, jedoch sei gegenüber der Originalfassung „leises, ungewöhnlich nuanciertes Spiel“ teilweise verloren gegangen.[24] Harald Keller kritisierte in der Funkkorrespondenz (2003), dass in 24 deutsche Synchronsprecher zum Einsatz gekommen seien, die auch in anderen, auf deutschen Fernsehsendern gezeigten Spielfilmen und Fernsehserien oft zu hören gewesen seien. Dadurch, so Keller, hätten sich die verschiedenen Images der Schauspieler im Kopf des Zuschauers zu überlagern begonnen, die Illusion hätte Schaden genommen und der Spaß sei getrübt worden. Als besonders störend beurteilte er darüber hinaus, dass die von Sarah Clarke gespielte Figur Nina Myers, deren Sprache im englischen Originalton „emotionsarm, knapp, hart“ sei, in der deutschen Synchronfassung durch eine „mädchenhaft weiche“ Stimme ihren ursprünglichen Charakter verliere.[20]

Staffelbezogene Kritiken[Bearbeiten]

Die einzelnen Staffeln fanden unterschiedlichen Anklang bei den Kritikern. Die Handlung der ersten Staffel wurde einerseits als „fesselnd bis zum Ende“ gelobt, aber andererseits – bezogen auf die zweite Staffelhälfte – als mit abnehmender Logik und Glaubwürdigkeit kritisiert (DVD talk, 2009).[213] Die zweite Staffel fand Anerkennung für gegenüber der ersten Staffel verstärkten Realismus (TV Highlights, 2009[214]) und erhöhtes Erzähltempo (IGN, 2003[215]). An beiden Staffeln wurden die vorwiegend von Kim Bauer handelnden Geschichten mehrheitlich negativ beurteilt, darunter als klischeebeladen und langweilig (TV Highlights, 2009).[214] Die dritte Staffel wurde unter anderem als spannend, aber als schwächer als ihre Vorgänger beurteilt, auch wegen als unnötig empfundener Nebenhandlungsstränge (DVD talk, 2004[216]). Die folgenden beiden Staffeln wurden jeweils als die bis dahin besten hervorgehoben.[217][203] Die vierte Staffel fand beispielsweise Lob für die Einführung neuer Hauptdarsteller (New York Times, 2005[207]), die fünfte unter anderem für Kurzweiligkeit und Unvorhersehbarkeit (DVD talk, 2006[218]). Die sechste Staffel hingegen wurde eher negativ beurteilt, beispielsweise wegen inhaltlicher Parallelen zur zweiten Staffel (Deseret News, 2007[219]) und wegen oftmals vorhersehbarer Handlungswendungen (Süddeutsche.de, 2008[178]). Der Fernsehfilm Redemption wurde als „spannende Unterhaltung als Zwitter zwischen TV-Movie und solide, aber unterproduziertem Kinofilm“ (Lexikon des Internationalen Films[220]) und als „reines Routineprodukt“ (NZZ, 2008[221]) bewertet. Die siebte Staffel fand zwar ein positiveres Echo als die sechste, wurde aber beispielsweise für das Thematisieren der Folterhandlungen aus früheren Staffeln negativ beurteilt (The Guardian, 2009[222]). Die achte Staffel schließlich wurde etwa positiv kritisiert für Unterhaltungswert und Szenenbild, aber negativ für Logik und Glaubwürdigkeit der Handlung (DVD talk, 2011[223]). Eine größere Zusammenstellung von Kritiken bieten die Staffel-Artikel.

Die Website Metacritic bewertet die Staffeln 5 bis 8, basierend auf je 19 bis 23 Kritiken, mit den Metascores 89 %,[224] 79 %,[225] 72 %[226] beziehungsweise 67 %[227], also mit einer mit zunehmender Serienlänge signifikant fallenden Zustimmung (Stand: 7. Januar 2013).

Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten]

Für die Staffeln 1 bis 8 und den Fernsehfilm gab es mindestens 208 Nominierungen und 48 Prämierungen.[228]

Bei den Primetime Emmy Awards gab es für jede Staffel mindestens fünf Nominierungen und eine Prämierung. Insgesamt stehen 73 Emmy-Nominierungen – davon fünf für den Fernsehfilm – 20 Prämierungen gegenüber. Für die fünfte Staffel wurde die Serie in der wichtigsten Kategorie Beste Dramaserie prämiert, für die sie in den vorherigen Staffeln bereits nominiert war. Kiefer Sutherland wurde für die ersten sechs Staffeln und für den Fernsehfilm Redemption als bester männlicher Hauptdarsteller nominiert und für die fünfte Staffel prämiert. Cherry Jones wurde für die siebte Staffel mit einem Emmy in der Kategorie Beste Nebendarstellerin in einer Dramaserie prämiert. Gregory Itzin und Jean Smart wurden je zweimal als Bester männlicher bzw. weiblicher Gast- bzw. Nebendarsteller nominiert. Am erfolgreichsten war die Serie beim Bildschnitt (12-mal nominiert, 4-mal prämiert), bei der Musikkomposition (9-mal nominiert, 3-mal prämiert), bei der Tonmischung (9-mal nominiert, 2-mal prämiert) und beim Tonschnitt (8-mal nominiert, 3-mal prämiert). Weitere Nominierungen und teilweise Prämierungen gab es für die Stunt-Koordination, das Casting, die Regie, die Kamera, das Drehbuch und die künstlerische Leitung.[229]

Im Rahmen der Golden Globe Awards wurde die Serie von 2002 bis 2007 11-mal nominiert und 2-mal prämiert. Darunter befinden sich fünf Nominierungen für Kiefer Sutherland in der Kategorie Beste Leistung eines Schauspielers in einer Fernsehserie (Drama) (2002–2004, 2006, 2007) mit einer Prämierung 2002 sowie ebenfalls fünf Nominierungen in der Kategorie Beste Fernsehserie (Drama) (2002–2005, 2007) mit einer Prämierung 2004. 2003 wurde Dennis Haysbert in der Kategorie Beste Leistung eines Schauspielers in einer Nebenrolle in einer Serie, einer Miniserie oder einem Film, hergestellt für das Fernsehen nominiert.[230] Sutherland wurde 2009 zudem als bester männlicher Hauptdarsteller im Film Redemption nominiert.[231]

2004, 2006 und 2007 prämierte das American Film Institute die Serie als je eines von zehn Fernsehprogrammen des Jahres. Von der Television Critics Association gab es von 2002 bis 2006 14 Nominierungen, hauptsächlich für Sutherland als besten Schauspieler und für die Serie als bestes Drama. Schauspielerleistungen wurden darüber hinaus vor allem mit den Screen Actors Guild Awards geehrt (11-mal nominiert, 4-mal prämiert), den Teen Choice Awards (13-mal nominiert), den Goldenen Nymphen beim Fernsehfestival Monte-Carlo (7-mal nominiert, 3-mal prämiert), den NAACP Image Awards für farbige Schauspieler (8-mal nominiert) und den ALMA Awards für lateinamerikanische Schauspieler (4-mal nominiert). 14 Nominierungen und 5 Prämierungen gab es für die Satellite Awards, mit denen neben den Schauspielern 24 als beste Dramaserie und als beste DVD-Veröffentlichung geehrt wurde. Sean Callery wurde 2-mal von der American Society of Composers, Authors and Publishers prämiert. Die Tonmischung ehrte die Cinema Audio Society mit acht Nominierungen und zwei Prämierungen. Der Filmschnitt wurde bei den Eddie Awards 7-mal nominiert und 2-mal prämiert. Die Casting Society of America nominierte die Serie 7-mal für einen Artios Award und damit für die beste Besetzung. Je eine Prämierung gab es zudem für den Directors Guild of America Award (3-mal nominiert) und den Writers Guild of America Award (2-mal nominiert), die Regie- beziehungsweise Drehbuchleistungen ehren.[230][231] Die Writers Guild of America nahm 24 2013 zudem in ihre Liste der 101 Best Written TV Series auf, dort teilt sich die Serie den 71. Platz mit zwei anderen Fernsehserien.[232]

Kontroversen[Bearbeiten]

Folter[Bearbeiten]

In den USA kam es im Zuge der Erstausstrahlung der Staffeln, vor allem der vierten Staffel, zu öffentlichen Diskussionen, die sich auch um mögliche Beeinflussungen, Auswirkungen und Einflüsse der Darstellungen von Folter in der Serie drehten. An den Diskussionen waren neben der Presse auch Wissenschaftler sowie Politiker, Vertreter von Militär und Justiz und andere Interessenvertreter beteiligt. In Deutschland erlangte die Debatte kein ähnliches Maß an Öffentlichkeit, in der Schweiz kam es im Rahmen der Folter-Kontroverse zu einer juristischen Auseinandersetzung.

Wirkung auf Zuschauer[Bearbeiten]

In der Wochenzeitschrift The Nation interpretierte Kim (2005) die Funktion von Folter in den ersten drei Staffeln als eine Art von notwendigem Übel und als Zeichen der Auflösung eines bestimmten Problems. In der vierten Staffel gebe es jedoch nicht nur deutlich mehr Folterszenen, sondern die Folter erstrecke sich nun außer auf Agenten und Verdächtige auch auf die Liebesbeziehungen zwischen Familienmitgliedern, Arbeitskollegen und Rivalen in Beziehungsdreiecken. Beispielsweise foltert Bauer den Ehemann Paul Raines seiner Geliebten Audrey; Paul freundet sich danach jedoch zunehmend mit Bauer an, hilft ihm bei der Beschaffung von Informationen und opfert sich, indem er mit seinem Körper verhindert, dass Bauer von einer Kugel getroffen wird. Indem die Serie, so Kim unter anderen auf dieses Beispiel Bezug nehmend, Folter als Melodram einsetze, kehre 24 die entmenschlichende Art tatsächlicher Folter um und ersetze sie durch etwas Familiäres und Soziales.[233] Zu einer ähnlichen Meinung kam Green (2005) in der New York Times. Ihm zufolge repräsentiere Folter in Situationen wie diesen nicht den Zusammenbruch einer Gesellschaft, sondern den Wendepunkt und teilweise sogar den Beginn für soziale Beziehungen. Durch diesen „kunstvollen Trick“ lasse die Serie Folter als normal erscheinen.[234]

Die vierte Staffel wurde in verschiedenen Hinsichten in Beziehung zum Faschismus gesetzt. Im Zusammenhang mit den Folterhandlungen zog beispielsweise der Philosoph Slavoj Žižek Anfang 2006 in seinem Artikel The depraved heroes of 24 are the Himmlers of Hollywood (deutsch etwa: „Die verdorbenen Helden von 24 sind die Himmlers von Hollywood“) für den britischen Guardian Parallelen zwischen der Serie und dem Dilemma Heinrich Himmlers bei der Organisation des Holocaust, wie Menschen dazu zu bewegen seien, „schmutzige Dinge“ zu erledigen, ohne sie „in Monster zu verwandeln“ (→ Hauptartikel: Staffel 4).[235] Die vierte Staffel wurde außerdem mehrfach als rechts-konservativ charakterisiert, etwa durch Brönnimann (2006). Ihm zufolge habe die Staffel versucht, das Publikum zu manipulieren, indem sie Kriegsgegner und Menschenrechtler als Feinde der USA und als Unterstützer des Terrorismus dargestellt habe. Beispielsweise werde der regierungskritische Sohn des Verteidigungsministers „als unpatriotischer Schwächling ohne Rückgrat“ porträtiert, indem ihm sein Vater nur Verachtung für seine Ansichten entgegenbringt und ihn foltern lässt. Solche Zwangssituationen habe die fünfte Staffel aber wieder abgeschafft, so Brönnimann weiter, weil sie dem Zuschauer nicht mehr vorschreibe, was er zu denken hat.[236] Arnold (2007) sprach bei der fünften Staffel von einer ideologischen Kurskorrektur von rechts-konservativ hin zu demokratisch, da hinter der terroristischen Bedrohung das Weiße Haus steckt, das im Interesse der US-Ölindustrie einen internationalen Konflikt auslösen will.[188] Mit selbiger Begründung vertraten Hanks (2008) und Wilson (2009) die Ansicht, dass die fünfte Staffel liberale Elemente habe erkennen lassen.[237][71] Diez und Hüetlin (2013) interpretierten 24 im Spiegel pauschal als „rechte Rache-Serie“.[238]

Unter anderem Menschenrechtsaktivisten stellten die Theorie auf, es existiere ein sogenannter “Jack Bauer effect”. Der Effekt sei ein psychologischer und besage, so Hill (2009), dass dem Zuschauer verstandesmäßig klar sei, dass er eine fiktive Handlung verfolge, durch das Anschauen der Sendung trete aber eine Gewöhnung ein und die Folter werde verharmlost.[239]

Eine Meinungsumfrage des von der Universität von Maryland geführten Projektes WorldPublicOpinion.org ergab 2008, dass 44 Prozent aller US-Amerikaner die Anwendung von Folter zur Terrorismusbekämpfung oder für andere Zwecke befürworten; 2006 waren es noch 36 Prozent.[240] Für den Arzt Dr. Homer Venters stand fest, dass Jack Bauer diese Zustimmung zur Folter erzeugt und reflektiert habe, wie Venters in einem Artikel für die medizinische Fachzeitschrift The Lancet (2008) schrieb: „Wir geraten durch den Glanz und das raue Charisma, die wir auf Jack Bauer, auf die Illusion von Schutz und auf die Verlockung von Selbstjustiz projizieren, in Versuchung.“[241] Ebenfalls mit der Begründung, dass Folter wegen Fernsehserien wie 24 durch die Bevölkerung befürwortet werde, behauptete Alfred W. McCoy, Autor des Buches A Question of Torture, dass es der Bush-Regierung ermöglicht worden sei, Gesetze und Abkommen zu unterlaufen, ohne öffentliche Empörung auszulösen. McCoy ließ sich mit dieser Aussage in dem oscarprämierten US-Dokumentarfilm Taxi zur Hölle (Taxi to the Dark Side) zitieren, in dem Regisseur und Drehbuchautor Alex Gibney unter anderem die Verantwortung für den Abu-Ghuraib-Folterskandal und für Folterhandlungen im Guantanamo-Lager thematisierte und auch zwei Szenen aus der vierten 24-Staffel zeigte.[242] Zu einem ähnlichen Urteil wie Venters kam auch Suter (2008) im SWR2: „Wenn ein Jack Bauer foltert, nimmt das zuschauende Publikum während der ganzen Prozedur an, dass die gefolterte Person schuldig ist oder geheime Informationen besitzt und wird so zum Komplizen in der Hoffnung, dass die Folter ‚gelingt‘.“[243] Bezug nehmend auf den selben Aspekt nannte der Psychologe Wolfgang Hantel-Quitmann (2009) die Serie als Beispiel für die Hybris, also für die „Verletzung ethischer Werte durch eine Person, die sich in großer Verblendung und Selbstherrlichkeit als Retter aufspielt“. Der Zuschauer werde in der Identifikation mit dem Hauptdarsteller dazu gebracht, sich von beinahe sämtlichen Werten des demokratischen Rechtsstaates und der Genfer Konventionen zu verabschieden, da zur Terrorismusabwehr jedes Mittel recht sei.[244]

Miesen (2007) äußerte sich überzeugt, dass die Serie Folter zwar als Ultima Ratio in Grenzsituationen einsetze, sie aber nicht glorifiziere, weil sie die seelischen Folgen sowohl für die Gefolterten als auch für die Folternden, die stets auch einen Teil von sich selbst zerstörten, aufzeige.[164] Mendelson meinte in der Onlinezeitung Huffington Post (2013), dass 24 im Rahmen der Kontroverse um die Folterdarstellungen in dem Spielfilm Zero Dark Thirty als stereotyp für die Glorifizierung von Folter benutzt worden sei. Jedoch sei 24 „nie ‚die Folter-Serie‘“ gewesen, weil sie die Anwendung von Folter zur Benutzung in einer zivilisierten Gesellschaft nie gefeiert oder geduldet habe. Folter sei in der Serie entweder der letzte Akt der verzweifelten „Guten“ oder die erste Handlung der „Bösen“ gewesen, und sie habe ebenso oft im Misserfolg geendet.[245]

Vorbildwirkung auf Militärpersonen und Gefängnisbedienstete[Bearbeiten]

Im November 2006 besuchten Patrick Finnegan, Brigadegeneral und Dekan der Militärakademie in West Point, und drei Vernehmungsspezialisten der US-Armee und des FBI das Produktionsteam in dessen Studio. Der Besuch war durch die Menschenrechtsorganisation Human Rights First im Rahmen ihrer politischen, gegen Folter gerichteten Arbeit arrangiert worden. Finnegan und seine Begleiter vertraten die Meinung, dass die Serie unethisches und illegales Verhalten fördere und US-Soldaten bei der Ausübung ihres Dienstes nachteilig beeinflusse. Sie beabsichtigten deshalb, die Produzenten davon zu überzeugen, Folter in der Serie zukünftig nicht als erfolgreiche, sondern als scheiternde Verhörmethode darzustellen. Einer der drei Experten, einst Vernehmungsbeamter im Irakkrieg, argumentierte damit, dass sich im Irak stationierte US-Soldaten durch die in der Serie gezeigten Verhörmethoden für reale, selbst durchgeführte Vernehmungen inspirieren ließen. Finnegan zufolge sei es unter anderem durch 24 schwieriger geworden, einige der von ihm unterrichteten Kadetten davon zu überzeugen, dass die USA Gesetze und Menschenrechte zu respektieren hätten. Als weiteres Argument brachte er vor, dass die Serie durch das Zeigen einer US-Regierung, die vielfältige Formen der Folter ausüben lasse, dem internationalen Ansehen der USA schade. Die Vernehmungsspezialisten schlugen außerdem Verhörtechniken vor, bei deren Anwendung die Befragten nicht misshandelt werden.[11]

Über den Besuch Finnegans und der Vernehmungsexperten berichtete erstmals Jane Mayer, Autorin des Buches The Dark Side, in dem Artikel Whatever It Takes für das Magazin The New Yorker am 19. Februar 2007. Ebenfalls ging es darin um ein Interview von Mayer mit Surnow, in dem das republikanische Parteimitglied Surnow die Anwendung von Folter in Ausnahmesituationen wie etwa einer drohenden Atombombenexplosion befürwortete.[11] Unter anderem Presseautoren reagierten darauf mit Beiträgen, dass die Serie durch die politischen Ansichten Surnows motiviert sei. Zum Beispiel Häntzschel (2007) schrieb, dass die Serie „dem Bush-Regime die fiktiven Präzedenzfälle liefere, mit der sie die Wählerschaft an den Tabubruch gewöhnen kann“.[246] Wenige Tage nach Erscheinen von Mayers Artikel kündigte Drehbuchautor Howard Gordon an, dass die Serie zukünftig weniger Folterszenen beinhalten werde, weil die Folter beginne, „etwas abgedroschen“ zu wirken, und weil die Idee von körperlicher Nötigung oder Folter „keine Neuheit oder Überraschung mehr“ darstelle.[247] Im Zuge der daraufhin vor Beginn der siebten Staffel vorgenommenen, inhaltlichen Neuausrichtung beendete Surnow seine Mitwirkung an der Serie (→ siehe Abschnitt Drehbuchentwicklung). Keller (2008) nannte es in der Funkkorrespondenz „verräterisch“, dass einer der drei Vernehmungsspezialisten von eigenen Erfahrungen mit Folterverhören berichten konnte, und wies darauf hin, dass das Militär und die Behörden trotz Befürwortens von Folter die körperliche Gewaltanwendung auf Befehl des US-Präsidenten hin lieber vor der Öffentlichkeit verbergen würden.[43]

2008 berichtete der britische Jurist Philippe Sands im Guardian von Interviews, die er 2007 mit einstigen Angestellten des Gefangenenlagers von Guantanamo geführt hatte. Der Militärjuristin und Offizierin Diane Beaver zufolge habe die Figur Jack Bauer den Menschen im Herbst 2002 „eine Menge Ideen“ gegeben. Den Aussagen anderer Mitarbeiter entsprechend habe die Serie direkt dazu beigetragen, dass die in den Vernehmungseinrichtungen Beschäftigten dazu ermutigt worden seien, sich selbst „als an der Frontlinie zu betrachten und weiter zu gehen, als sie es unter anderen Umständen getan hätten“. Zudem habe es 24 Gegnern von Misshandlungen schwieriger gemacht, die Misshandlungen zu stoppen.[248]

Bewertungen durch Politiker und Interessenvertreter[Bearbeiten]

Im Juni 2006 lobte der republikanische US-Innensicherheitsminister Michael Chertoff die Darstellung des Krieges gegen den Terror in der Serie und bewertete sie als Reflexion der Realität. Er sagte das als Teilnehmer einer Podiumsdiskussion, die durch die politisch konservative Denkfabrik Heritage Foundation veranstaltet und von Rush Limbaugh moderiert wurde, über 24 und das Image der USA in Bezug auf Terrorismusbekämpfung. Am selben Tag folgten Joel Surnow und andere Mitglieder des Stabes der Serie einer Einladung ins Weiße Haus, bei der die Republikaner Karl Rove, Tony Snow und Mary Cheney zugegen waren.[11] O´Mathuna (2010) nannte die Diskussion als Beispiel für mögliche Einflüsse von 24 auf hochrangige, US-amerikanische Entscheidungsträger.[249]

Etliche Vertreter des republikanischen beziehungsweise konservativen politischen Spektrums äußerten sich zu den Folterdarstellungen in der Serie. Antonin Scalia, Richter am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten, verteidigte im Juni 2007 als Teilnehmer einer Podiumsdiskussion die Verhörmethoden Jack Bauers und argumentierte, dass Strafverfolgungsbehörden in Krisenzeiten Handlungsspielraum benötigten.[250] Der Jurist John Yoo, der unter der Bush-Regierung maßgeblich am Entwurf der sogenannten Folter-Memos beteiligt war, zitierte in seinem Buch War by Other Means: An Insider's Account of the War on Terror Jack Bauer und argumentierte, dass Folter in extremen Fällen wie beispielsweise dem Tickende-Zeitbombe-Szenario gerechtfertigt sei.[17] Der Präsidentschaftskandidat Tom Tancredo befürwortete in einer Wahlkampfdebatte der Republikaner, die im Mai 2007 stattfand, die Verhörmethoden Bauers für das Verhindern von angedrohten Nuklearwaffen-Anschlägen, und erhielt dafür großen Applaus aus dem Publikum; zudem kam es diesbezüglich zu heftigen Debatten im Internet. Aus dem konservativen Spektrum kamen aber auch ablehnende Standpunkte. Melissa Caldwell von der konservativen Interessenvertretung Parents Television Council sagte: „‚24‘ ist der schlimmste Straftäter im Fernsehen: der häufigste, der drastischste und der Anführer des Trends, die Protagonisten beim Ausüben von Folter zu zeigen“.[251] Die Radiomoderatorin Laura Ingraham führte die Bekanntheit der Serie als Beweis dafür an, dass brutales Vorgehen durch die US-Amerikaner favorisiert wird.[11]

Es äußerten sich aber auch Personen aus dem demokratischen politischen Spektrum öffentlich in Bezug auf 24. Die pro-demokratische Moderatorin und Bloggerin Taylor Marsh etwa verspottete im Januar 2006 in ihrem Blog die Republikaner und bezeichnete dabei Jack Bauer als Held und Demokrat.[43][252] Bill Clinton verteidigte 2007 Aussagen, in denen Hillary Clinton Folter ablehnte, und äußerte sich dabei zum Tickende-Zeitbombe-Szenario, indem er mehrfach auf die Serie einging. Die Äußerungen sorgten ebenfalls für Diskussionen im Internet und wurden zu einem Thema in der Tagespresse.[253]

An der juristischen Fakultät der Universität von New York wurde 2007 öffentlich über die Folterdarstellungen in 24 diskutiert. Daran nahmen auch Vertreter von Human Rights Watch und des amerikanischen Militärs sowie der Kulturwissenschaftsprofessor Richard Slotkin teil. Gemäß Arnold (2007) sah Slotkin in der Serie das klassische Muster der amerikanischen Nationalmythologie, den stets schwelenden Konflikt zwischen Ordnung und Gesetzlosigkeit. Slotkin: „Immer steht die Zukunft der Nation auf dem Spiel, immer ist der Konflikt nur lösbar durch die entschlossene Tat, nie durch Verhandeln; und stets ist die Ordnung nur wiederherzustellen, indem sie verletzt wird“. Folter sei nun „Teil unserer nationalen Mythologie geworden“, so Slotkin.[188]

Juristische Auseinandersetzung in der Schweiz[Bearbeiten]

Der Schweizer Rechtsanwalt Claude Schönthal reichte im Oktober 2007 bei der Ombudsstelle der SRG SSR Beschwerde gegen die Ausstrahlung der Serie im Schweizer Fernsehen ein. Seiner Meinung nach würden die USA in 24 Propaganda für Folter betreiben mit dem Ziel, Folter als notwendiges Mittel darzustellen. Schönthal gab sich überzeugt, dass die hemmungslose Gewaltanwendung für den Zuschauer zur akzeptablen und vertrauten Handlung werde. Das komme dadurch zum Ausdruck, dass Folter stets durch die Guten – vor allem in Form von Bauer als Identifikationsfigur – ausgeübt werde und diese die Menschenwürde nicht beachten. Schönthal sah durch die Ausstrahlung bestimmter Szenen der Serie auch verschiedene Vorschriften und Regelungen verletzt, darunter solche der Schweizerischen Verfassung und des Strafgesetzbuches. Der SF-Redaktionsleiter Michel Bodmer sagte in seiner Stellungnahme zu den Vorwürfen unter anderem: „Die Darstellung von Folter in '24' ist […] vielfältig und widersprüchlich, also keineswegs einseitig und positiv, wie dies zum Zwecke der Propaganda sein müsste.“ Im Ergebnis von Schönthals Beschwerde wurde die Richtlinie Gewaltdarstellungen im fiktionalen Programm des Schweizer Fernsehens um zwei Sätze ergänzt, die unter anderem besagen, dass der Rechtsstaat bei der Strafverfolgung keine Folter anwenden darf.[14]

Darstellung von Muslimen[Bearbeiten]

Für die Darstellung von Muslimen als Verdächtige beziehungsweise als Terroristen wurde 24 von mehreren Interessenvertretungen kritisiert.

Zum US-Erstausstrahlungsbeginn der vierten Staffel im Januar 2005 äußerte der Rat für Amerikanisch-Islamische Beziehungen (CAIR) nach der Sichtung der ersten vier Episoden Bedenken gegenüber FOX dahingehend, dass sich die Geschichte „in eine gefährliche Richtung“ entwickele und gewöhnliche amerikanische Muslime als Verdächtige erscheinen lasse. Daraufhin strahlte FOX zwei Werbespots aus, die Muslime in einem positiven Licht zeigen sollen,[254] und eine Ansage, in der Kiefer Sutherland die Zuschauer darauf hinwies, dass die in der Serie gezeigten Schurken nicht repräsentativ für alle Muslime seien.[255] Außerdem wurden in Kooperation von FOX mit dem Rat mehrere Episoden vor ihrer Ausstrahlung dergestalt überarbeitet, dass Aspekte, die als stereotypisch verstanden werden können, entfernt wurden.[256] Im selben Monat kam vom Britischen Rat der Muslime die Kritik, dass die Porträtierung von Muslimen „durchweg feindschaftlich und unausgeglichen“ sei und Islamophobie fördere. Der Rat kündigte an, die Serie bei der britischen Medienaufsichtsbehörde anzuzeigen, da sie Richtlinien betreffend die Darstellung von Minderheiten breche.[257]

Zum Start der sechsten Staffel im Januar 2007 erneuerte der CAIR seine Kritik und forderte die Drehbuchautoren dazu auf, bei ihrer Darstellung von Muslimen vorsichtig zu sein.[258] Als Reaktion darauf erklärte FOX schriftlich, dass es mit der Auswahl seiner Charaktere keine spezielle ethnische oder religiöse Gruppe beschuldigen wolle.[255]

Auf die von den Interessenvertretungen geäußerte Kritik gingen manche Autoren ein. Yin (2009) meinte, dass das Problem bei der Darstellung von Arabern als Terroristen in der Serie weniger in ihren Rollen als Schurken liege, sondern vielmehr in ihrer eindimensionalen Natur als „nihilistische Nullen“, wodurch die an ihnen ausgeübte Folter akzeptabler erscheine, als wenn sie als Menschen betrachtet würden. Er hielt 24 deswegen für nicht so negativ voreingenommen wie von anderen Kritikern beklagt. Denn sogar in den Staffeln, in denen die Terroristen arabischstämmig sind, gebe es gewöhnlich auch andere, nichtarabische Schurken, wie etwa Marie Warner in der zweiten Staffel.[259] Keller (2008) wies darauf hin, dass die hauptverantwortlichen Verbrecher in den ersten fünf Staffeln keine Muslime sind, und führte die von anderen Rezensenten geäußerte Kritik, die Serie stelle Muslime durchwegs als terroristische Verbrecher dar, auch auf eine seiner Meinung nach bei Printmedien erkennbare Tendenz zu „populistischen Empörungsbekundungen“ und Skandalisierungen zurück.[43]

Resonanz in der Popkultur[Bearbeiten]

Etliche US-amerikanische Medien parodierten oder karikierten 24. Dazu zählen Satiresendungen wie etwa Late Night with Conan O’Brien, die unter anderem die Länge der Rückblenden als unverhältnismäßig lang darstellte, sowie The Daily Show with Jon Stewart und The Colbert Report. Die Show MADtv zeigte in mehreren Ausgaben 24-bezogene Sketche, von denen einer beispielsweise Bauer beim Anwenden seiner Verhörmethoden auf einen Orang-Utan beinhaltete. Das Satiremagazin MAD widmete sich in mindestens fünf verschiedenen Ausgaben der Serie. Eine davon enthielt einen 6-seitigen Comic, der die zweite Staffel und ihre Figuren durch den Kakao zieht. Zumindest die amerikanische Version einer Episode der Sesamstraße zeigte einen 24-sekündigen, von einer Bauer-Puppe handelnden Sketch.[260]

In zahlreichen US-amerikanischen Fernsehserien wurden 24, die CTU, Jack Bauer und andere Charaktere der Serie erwähnt, meist in ironischer Weise beziehungsweise in Form von Anspielungen innerhalb von Dialogen. Das gilt jeweils für eine Episode von American Dad, Entourage, Gilmore Girls, Happy Endings, In Plain Sight – In der Schusslinie, It's Always Sunny in Philadelphia, Das Büro, Scrubs – Die Anfänger und 30 Rock und für mindestens drei Episoden von Dr. House. In einer Dr.-House-Episode zum Beispiel reagiert House sarkastisch auf einen Notfall, indem er empfiehlt, Jack Bauer herbeizurufen. Erwähnt wurde Jack Bauer auch in den britischen Fernsehserien The Sarah Jane Adventures und Dead Set.[260]

Die 2007 erstausgestrahlte Episode 24 Minuten (24 Minutes, Staffel 18) der Zeichentrickserie Die Simpsons wurde als Parodie auf 24 angelegt.[261] Beispielsweise werden darin die parallel stattfindenden Handlungsstränge deutlich länger als in 24 auf Splitscreens visualisiert; zudem kommt es am Episodenende zu einer Atombombenexplosion im Nachbarort. Parodiert wurde 24 zudem in der im März 2007 erstausgestrahlten Episode Hillary 2.4 (The Snuke) der 11. Staffel der Zeichentrickserie South Park.[262]

Es entstand auch ein Musical, das – aus zwölf Stücken bestehend – Szenen und Episoden der zweiten Staffel parodiert und zumindest im Internet offiziell veröffentlicht wurde.[263] Ein Titel des Albums United Abominations der Metal-Band Megadeth wurde durch die Serie inspiriert.[260]

Es entstanden einige Websites, die sich ganz der Serie widmen. Dazu zählen beispielsweise die Seite www.jacktracker.com, die unter anderem mittels Google Maps Handlungsorte der Serie lokalisiert, und die Seite bauerkillcount.com, die die von Jack Bauer Getöteten zählt. Außerdem entstand ein mittlerweile fast 6.000 Seiten umfassendes Wikia-Wiki.[264]

Jack Bauer wurde wegen seiner Aggressivität oft als Badass bezeichnet. In Bezug auf lebensgefährliche, von Bauer überlebte Situationen entstanden etliche Scherze.[15]

In einem Kinowerbespot für Acer-Notebooks, der 2012 in europäischen Kinos gezeigt wurde, parodierte Kiefer Sutherland seine Rolle des Jack Bauer.[265]

Adaptionen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste der 24-Adaptionen

Der Schauspieler Anil Kapoor, Darsteller des Omar Hassan in der achten Staffel, produziert ein indisches Remake von 24, in dem er auch die Hauptrolle des Jack Bauer spielt. Die Dreharbeiten begannen im Februar 2013 in Mumbai,[266] die erste Staffel wurde in Indien von Oktober bis Dezember 2013 erstausgestrahlt.[6]

Die 2009 bis 2011 produzierte und auf KiKA ausgestrahlte deutsche Fernsehserie Allein gegen die Zeit entstand nach dem Vorbild von 24. Jede Episode entspricht darin ebenfalls einem Erzählzeitraum von 60 Minuten, dauert aber nur 25 Minuten.[267]

Darüber hinaus wurde 24 in den USA für zahlreiche andere Formate adaptiert, vor allem für Spiele, Miniserien, Comics und Romane. Manche dieser Artikel wurden im Rahmen des Merchandisings vertrieben. Im deutschen Sprachraum erschien jedoch nur ein relativ kleiner Teil davon.

Im Verlag Panini Books erschienen innerhalb der Reihe 24 Declassified zwischen 2005 und 2010 elf Romane. Jeder Roman erzählt – äquivalent zu jeder Staffel – einen 24-stündigen Zeitraum, aufgeteilt in 24 Kapitel. Die ersten drei Romane wurden unter dem Reihentitel 24, Akte freigegeben in deutscher Sprache veröffentlicht. Zudem erschienen im Verlag IDW Publishing insgesamt acht Comicbände, die ersten drei davon auch auf Deutsch in dem Sammelband 24: Der offizielle Comic zur TV-Kultserie. Zur Fan-Fiction-Literatur gehören außerdem eine von 2006 bis 2008 in insgesamt 12 Ausgaben erschienene Zeitschrift (24: The Official Magazine) und etliche Begleitbücher, die Hintergrundinformationen wie etwa Produktionsberichte, Fotos und Interviews, aber auch Episodenführer und die Handlung der Fernsehserie weiter vertiefende Informationen beinhalten.

Es wurden einige Webserien veröffentlicht. Dazu gehören unter anderem The Rookie: CTU, die von einem jungen, unerfahrenen CTU-Mitarbeiter handelt, und 24 – Einsatzbesprechung für Tag 6, die die Ereignisse der sechsten Staffel unmittelbar nach dem Ende von deren Erzählzeitraum thematisiert. Außerdem erschien die Mobisode 24: Conspiracy, die von den Ermittlungen eines CTU-Agenten in einem Mordfall handelt. Einige dieser Miniserien wurden zusätzlich auf den 24-DVDs veröffentlicht. Manche dienten im Rahmen von Verträgen mit Sponsoren (→ siehe auch: Product-Placement und Sponsoring), wie etwa Sprint Nextel und Unilever, zur Werbung, zum Product Placement, zum Markentransfer und zur Cross-Promotion.[61][268]

Es wurden auch etliche Spiele vertrieben. Dazu gehören Handyspiele wie etwa 24: The Mobile Game und zwei Online-Spiele. Unter dem Titel 24: The Game ist ein von Sony Computer Entertainment angebotenes, 2006 veröffentlichtes Action-Adventure-Computerspiel für die PlayStation 2 verfügbar. Es ist inhaltlich zwischen der zweiten und dritten Staffel angesiedelt und beinhaltet 58 sogenannte „Missionen“.[269] Der Spieler kann in die Rolle einer beliebigen Figur schlüpfen. Darüber hinaus wurden Brettspiele und Kartenspiele zur Serie veröffentlicht.

In den USA erschien von 2003 bis 2009 jährlich ein Wandkalender mit Fotos von der Serie. Weiterhin wurden Actionfiguren, Armbänder, ein Eau de Toilette und ein 24-Energy-Drink vermarktet.[167][270]

Literatur[Bearbeiten]

Berichte und Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Interpretationen und wissenschaftliche Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Kritikenspiegel[Bearbeiten]

Positiv

  • DeutschlandDeutschland Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 9. März 2004, Nr. 58, Seite 40, von Michael Hanfeld: Jack ist wieder da
  • DeutschlandDeutschland Funkkorrespondenz, von Harald Keller:
    • Nr. 39/2003, S. 3–6: Regelverstöße. Die US-Serie „24“ bei RTL 2: Notizen zu einem veritablen Fernsehereignis
    • Nr. 10/2004, S. 7–9: Ein beschädigter Held. Meisterliche Erzählung: RTL2 zeigt die zweite Staffel der Echtzeit-Serie „24“
    • Nr. 7/2007, S. 3–7: Bleibende Eindrücke. „24“ – eine der komplexesten Serienerzählungen der Fernsehgeschichte
    • Nr. 25/2008, S. 5–10: Das Dilemma-Prinzip. Die Thrillerserie „24“ geht mit neuen Nuancen in die sechste Staffel
  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten the Atlantic, 24. Mai 2010, von Hampton Stevens: The Enduring Legacy of ‘24’

Eher positiv

Gemischt

Eher negativ

Negativ

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: 24 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Als Produzenten wurden nur die in der IMDB mit producer versehenen Personen gewertet. Co-Produzenten, Executive Producer, Associate Producer oder ähnliche wurden nicht gezählt.
  2. Release dates for "24 - Twenty Four", in: IMDb, abgerufen am 13. Juli 2012
  3. a b Maren Koetsier: "24"-Kinofilm mit Kiefer Sutherland liegt erst einmal auf Eis, in: Filmstarts.de vom 14. März 2012, abgerufen am 7. April 2012
  4. a b FOX bestellt 24: Live Another Day als Miniserie, in: serienjunkies.de vom 13. Mai 2013, abgerufen am 13. Mai 2013
  5. Mario Giglio: FOX gibt Startdaten für 24, Gang Related und Surviving Jack bekannt, in: Serienjunkies.de vom 28. Oktober 2013, abgerufen am 13. Januar 2014
  6. a b Episode List, in: IMDb, abgerufen am 4. April 2014
  7. 24: LIVE ANOTHER DAY, in: The Futon Critic, abgerufen am 13. April 2014
  8. a b c d e f Compart 2004
  9. a b Károly Pintér: Presidential Images: African-American Presidents in the Television Series 24 and Barack Obama’s Election Victory, in: AMERICANA – E-Journal of American Studies in Hungary, 7. Jg., 2011, Nr. 2, abgerufen am 30. November 2012.
  10. Erhöhen TV-Serien die Akzeptanz von Folter?, in: Funkhaus Europa vom 11. Dezember 2013, abgerufen am 24. Dezember 2013
  11. a b c d e f g Mayer 2007
  12. a b c d e Daniel Chamberlain; Scott Ruston: 24 and Twenty-first Century Quality Television, in: Reading 24. TV against the clock. London, New York (2007), Hg.: Steven Peacock, I. B. Tauris, ISBN 978-1-84511-329-2, S. 13–24
  13. a b Johanna Adorján: Ich glaube an Jack Bauer, in: Spiegel online vom 6. Februar 2005, abgerufen am 2. März 2013
  14. a b c d Judith Arnold: Folterszenen im Schweizer Fernsehen. Kontroverse um die US-Serie "24 – Twenty Four" (PDF; 101 kB), in: medienheft vom 29. Oktober 2007, abgerufen am 4. März 2012
  15. a b c d Whitten Maher: Jack Bauer: The Post-9/11 American Hero (PDF; 179 kB), in: e-Vision, Volume 8 (2007), abgerufen am 11. März 2012
  16. a b c d Norbert Schneider: Der göttliche Computer, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 2 vom 3. Januar 2007, S. 34. Online abgerufen am 10. Mai 2012
  17. a b Nissel 2010
  18. a b c Pinedo 2010
  19. a b Daniel Haas: Terroristen-Hatz für Verschwörungsfreaks, in: Spiegel online vom 2. September 2003, abgerufen am 20. September 2012
  20. a b c d e f Keller 2003
  21. James Poniewozik, Jeanne McDowell: Television: The Time Of Their Lives, in: Time Magazine vom 12. November 2001, abgerufen am 4. März 2012. Originalzitat: “drama for the age of information overload”
  22. Michael Pfister: Heroin versus Lollipop, in: Filmbulletin Nr. 6/2011, S. 38–39
  23. Gianni Fantasia: Höhepunkte ohne Ende, in: netzeitung.de vom 16. September 2003, abgerufen am 21. September 2012
  24. a b Joachim Widmann: «24» oder Das Ende jeder Gewissheit, in: netzeitung.de vom 5. Januar 2005, abgerufen am 19. September 2012
  25. a b Joachim Huber: Sisyphus im Terror-Zeitalter, in: Der Tagesspiegel vom 23. Juni 2008, abgerufen am 4. März 2012
  26. a b Christopher Heard: Kiefer Sutherland. Living dangerously. Transit Publishing, Montreal 2009. ISBN 1-926745-04-3, S. 14–15
  27. John Kiesewetter: ‘24’ fans speculate on final hour, in: The Cincinnati Enquirer vom 21. Mai 2002, abgerufen am 28. September 2012
  28. Paul Gough: Fox Renews 24, Plans New Joe Millionaire and Mid-Season Idol, in: MediaDailyNews vom 26. Februar 2003, abgerufen am 28. September 2012
  29. 24 Officially Renewed for Season 4, in: 24 Spoilers vom 21. April 2004, abgerufen am 28. September 2012
  30. NBC Makes Play for ‘24’, in: 24 Spoilers vom 6. Mai 2005, abgerufen am 28. September 2012
  31. Fox gives low-rated 'Development' a late reprieve, in: Media Life Magazine vom 17. Mai 2005, abgerufen am 28. September 2012
  32. FOX Renews '24' For Another Two Seasons, in: 24 Spoilers vom 16. Mai 2007, abgerufen am 28. September 2012
  33. Brian Gallagher: 24 Has Come to an End!, in: MovieWeb.com vom 26. März 2010, abgerufen am 4. März 2012
  34. Holger Kreitling: Das Ende von "24" ist nichts für Heulsusen, in: Die Welt vom 28. März 2010, abgerufen am 8. Juli 2012
  35. Tobias Moorstedt: Für immer Jack Bauer, in: Süddeutsche.de vom 26. April 2010, abgerufen am 19. Februar 2012
  36. a b c Jack Bauer ist der Guerrillero der Grauzone (Interview von Jochen Hieber mit Kiefer Sutherland), in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 25. April 2010, abgerufen am 2. März 2013
  37. Sutherland: "24"-Film, "solang ich noch rennen kann", in: LN Online vom 11. April 2013
  38. Sophie Albers: Jack Bauer hat fertig, in: stern.de vom 4. Oktober 2010, abgerufen am 15. Juli 2012
  39. Rick Moran: Farewell and Adieu, Jack Bauer, in: American Thinker vom 29. März 2010, abgerufen am 18. September 2012
  40. a b Mike Pinsky: 24: Season Two, in: DVD Verdict vom 7. Oktober 2003, abgerufen am 4. April 2012
  41. a b Josh Wolk: The Day After, in: Entertainment Weekly vom 25. Oktober 2002, abgerufen am 4. April 2012
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  270. Gina Roberts-Grey: The Business of Being Jack: Why '24' Finale Isn't the End for the Franchise, in: DailyFinance vom 25. Mai 2010, abgerufen am 14. September 2012
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