275. Infanterie-Division (Wehrmacht)

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275. Infanterie-Division
Aktiv 17. November 1943 bis April 1945
Land Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Streitkräfte Wehrmacht
Teilstreitkraft Heer
Typ Infanteriedivision
Grobgliederung Siehe Gliederung
Aufstellungsort Frankreich
Zweiter Weltkrieg Schlacht in der Normandie
Schlacht im Hürtgenwald
Kessel von Halbe
Kommandeure
Liste der Kommandeure

Die 275. Infanterie-Division war ein militärischer Großverband der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

Divisionsgeschichte[Bearbeiten]

Die Division wurde im November 1943 als Division der 22. Aufstellungswelle im November 1943 in Westfrankreich aufgestellt. Sie setzte sich aus dem Divisionsstab und Restteilen der an der Ostfront zerschlagenen 223. Infanterie-Division, ergänzt um Teile der 158. Reserve-Division, zusammen und trug kurze Zeit die Nummer 352, bis im Dezember die Umbenennung in 275. Infanterie-Division erfolgte. Noch während der Aufstellung wurde die Division in die Bretagne verlegt.

Zu Beginn der alliierten Landung in der Normandie wurden zwei Infanterie- bzw. Füsilier-Bataillone der 275. ID[1] in das dortige Gefechtsgebiet entsandt. Im Juli 1944 folgte der Rest der Division, die auf der Halbinsel Cotentin eingesetzt wurde. Sie erlitt im Zuge der Kämpfe durch die amerikanische Operation Cobra sowie auf dem Rückzug in den Kesseln von Falaise und Mons schwere Verluste und verfügte, als sie bei Aachen die deutsche Grenze erreichte, nur noch über rund 800 Mann.

Anfang Oktober 1944 erfolgte eine Auffrischung der Division, unter anderem durch Zuführung zweier Luftwaffen-Festungs-Bataillone. Mittlerweile waren auch die US-Streitkräfte auf den Westwall bei Aachen vorgerückt. Die 275. ID wurde bei Düren erneut in den Kampf geschickt und begegnete im Oktober 1944 der 9. US-Infanteriedivision in der sogenannten „Allerseelenschlacht“ um die Ortschaft Schmidt.[2] Hierbei wurde die Division erneut praktisch vernichtet. Ihre Überlebenden wurden in die 344. Infanterie-Division eingegliedert.

Es gab Planungen, aus dem evakuierten Divisionsstab die 275. ID im November 1944 als Volksgrenadier-Division neu aufzustellen. Eine begrenzte Neuaufstellung erfolgte Anfang 1945 als Teil der 33. Aufstellungswelle bei Flensburg. Die neu entstandene Einheit wurde ab März 1945 an der Ostfront im Bereich der Lausitz eingesetzt und im April im Kessel von Halbe vernichtet.

Personen[Bearbeiten]

Divisionskommandeure der 275. ID
Dienstzeit Dienstgrad Name
10. Dezember 1943 bis 22. November 1944 Generalleutnant Hans Schmidt
1944 Generalmajor Helmut Bechler
März bis April 1945 Generalleutnant Hans Schmidt
Generalstabsoffiziere (Ia) der 275. ID
Dienstzeit Dienstgrad Name
Dezember 1943 bis unbekannt Major Fritz Hahn
5. Februar bis 1. August 1944 Oberstleutnant Hugo Hass
1. August 1944 bis 1. April 1945 Major Johann Berger

Gliederung[Bearbeiten]

  • Grenadier-Regiment 983
  • Grenadier-Regiment 984
  • Grenadier-Regiment 985
  • Divisions-Füsilier-Bataillon 275
  • Artillerie-Regiment 275
    • I bis IV. Abteilung
  • Pionier-Bataillon 275
  • Feldersatz-Bataillon 275
  • Panzerjäger-Abteilung 275
  • Nachrichten-Abteilung 275
  • Nachschubstruppen 275[3]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 8: Die Landstreitkräfte 201–280. 2. Auflage. Biblio-Verlag, Bissendorf 1979, ISBN 3-7648-1174-9.
  • Werner Haupt: Die deutschen Infanterie-Divisionen 1921–1945, 3 Bände, Dörfler Verlag 2005, ISBN 978-3-89555-274-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kampfgruppe Heintz, 984. GR, BA-MA RS3-17/8 Bericht der Kampfgruppe Heintz vom 30. Juni 1944.
  2. Allerseelenschlacht, Gemeinde Hürtgenwald, eingesehen am 20. Januar 2013
  3. http://www.diedeutschewehrmacht.eu/275%20inf%20div.htm