2e régiment étranger de parachutistes

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Abzeichen des 2e REP
Das Camp Raffali auf Korsika

Das 2e régiment értranger de parachutistes (2e REP) (2. Fremdenregiment der Fallschirmjäger) ist ein Luftlande-Verband und eine Spezialeinheit der französischen Fremdenlegion. Es untersteht der 11e brigade parachutiste (11. Fallschirmjägerbrigade) der Armee de Terre. Sein Einsatzschwerpunkt ist die Kommandokriegsführung. Das Hauptquartier des Regiments befindet sich im Camp Raffali in Calvi auf Korsika. Auf Korsika findet auch die Ausbildung statt.

Auftrag[Bearbeiten]

Im Regiment mit seinen 1500 Soldaten sind einige Fallschirmkommandoeinheiten der Fremdenlegion konzentriert. Wie alle Regimenter der Fremdenlegion ist es so gegliedert, dass es überall auf der Welt hinter den feindlichen Linien Kommandoeinsätze durchführen kann. Darüber hinaus ist das Regiment in Terrorismusbekämpfung und Geiselbefreiung ausgebildet.

Im Gegensatz zum 2. REG hat das 2. REP wie fast jedes andere Legionsregiment nur eine etatmäßige Spezialkommandogruppe (GCP). Das 2. REG hat zwei Einheiten, eine Kampfschwimmergruppe PAT (Dinops) und eine Gebirgskommandojägergruppe GRH2. Diese sind seit etwa 2009 in einer Section gegliedert, Section de renseignement et d’intervention offensive. Die ersten Fallschirmlehrgänge sämtlicher Fremdenlegionseinheiten werden im 2. REP durchgeführt, bevor es zu Speziallehrgängen in andere Regimenter oder zur Stammeinheit zurückgeht.

Organisation[Bearbeiten]

In seiner Gliederung unterscheidet sich das Regiment grundlegend nicht von den anderen Einheiten der Legion. Es verfügt über eine Stabskompanie, die so aufgebaut ist, dass Einsätze unter eigenem Kommando überall durchgeführt werden können. Des Weiteren besteht das Regiment aus vier Kampfkompanien, von denen jede eine unterschiedliche Spezialisierung hat, sowie aus einer Aufklärungs- und Unterstützungskompanie und einer Wartungs- und Instandhaltungskompanie. Alle Soldaten des Regiments sind ausgebildete Fallschirmjäger. Die Einsatzkompanien bestehen aus einem Stabszug (Section de commandement), drei Einsatzzügen (Section de combat) mit drei Gruppen zu jeweils elf Mann sowie einem Unterstützungszug (Section d'appui) mit zwei Milan-Panzerabwehrraketen und zwei 81-mm-Granatwerfern[1]. Die Sprung- und Infanterie-Ausbildung ist für alle Soldaten gleich, doch jede Kompanie hat ihren eigenen Einsatzschwerpunkt; dadurch ist das Regiment äußerst flexibel. Die Ausbildung in diesen Schwerpunkten finden in der Kompanie statt.

Kompanien[Bearbeiten]

Die 2. REP gliedert sich in fünf Kompanien sowie eine Aufklärungs- und Unterstützungskompanie.

1. Kompanie[Bearbeiten]

Zu den speziellen Aufgaben dieser Kompanie zählen der Orts- und Häuserkampf, Nachtkampf, die Bekämpfung von Scharf- und Heckenschützen sowie die Panzerabwehr. Seit 1996 verfügt diese Kompanie über einen Zug mit 17 Hunden, die für das Aufspüren und Sichern im Häuserkampf eingesetzt werden. Das Übungsgelände dieser Kompanie ist Fraselli auf Korsika, aber auch der Übungsplatz Hammelburg der Bundeswehr wird regelmäßig aufgesucht.

2. Kompanie[Bearbeiten]

Die Spezialaufgabe dieser Kompanie ist das Durchführen von alpinen Kommandoeinsätzen. Die korsischen Berge dienen als ihr Übungsgelände. Im Winter wird der Bau von Iglus geübt und das Fortbewegen auf Schneeschuhen, auf denen die Soldaten sich ebenso sicher bewegen sollen wie auf Skiern. Im Sommer erfolgt dann die anstrengende Ausbildung als Alpinist. Diese Ausbildung wird durch weitere Ausbildungsabschnitte bei der 27.Gebirgsbrigade in Montgenèvre ergänzt.

3. Kompanie[Bearbeiten]

Die Aufgabe der 3. Kompanie ist das Durchführen von amphibischen Kommandoaktionen. Dazu gehören Strandaufklärung und Anlandungen von See her, aber auch Flussüberquerungen. Zu den Spezialisten dieser Kompanie gehören die Kampfschwimmer, die an den Tauchlehrgängen der Marine teilgenommen haben, aber auch die Bootsführer, die mit ihren Schlauchbooten für die Verbringung der Kompanie zuständig sind.

4. Kompanie[Bearbeiten]

Die Soldaten der 4. Kompanie sind auf den Umgang mit allen Arten von Sprengsätzen geschult, sei es das Verlegen oder Entschärfen von Minen oder der Einsatz von selbstgebastelten Sprengsätzen. In dieser Kompanie sind außerdem die meisten Scharfschützen des Regiments zusammengefasst. Nur die Aufklärungs- und Unterstützungskompanie hat noch eine Spezial-Scharfschützengruppe.

5. Kompanie[Bearbeiten]

Sie wurde 1994 gegründet, um die Abhängigkeit vom Brigadestab auf dem Festland zu verringern. Ihre Aufgaben bestehen in der Wartung und Instandhaltung sowie in der logistischen Versorgung des Regiments. Diese Kompanie übernimmt außerdem die Versorgung mit Materialien für den Einsatz.

Aufklärungs- und Unterstützungskompanie[Bearbeiten]

Die größte Kompanie des gesamten Regiments verfügt über einen Panzerabwehrzug mit Milan-Panzerabwehrraketen, Mörserzug mit 120- und 81-mm-Granatwerfern, Luftabwehrzug mit 20-mm-Flak sowie einen Aufklärungszug mit schweren Scharfschützengewehren.

Die frühere Fernspähkommandogruppe Commandos de Recherche et D'Action dans la Profondeur (CRAP) des 2°REP gliedert sich administrativ auch in die Kompanie ein, wurde hingegen 2001 in die Groupement des Commandos Parachutistes (GCP) umgewandelt, die sich verstärkt auf Terrorismusbekämpfung spezialisiert. Sie ist dennoch weiterhin formell dem CEA, der Aufklärungs- und Unterstützungskompanie unterstellt.

Rekrutierung und Ausbildung[Bearbeiten]

Zuerst wird ein medizinischer Tauglichkeitstest durchgeführt. Sobald dieser Test bestanden ist, beginnt der vierwöchige Grundkurs. Er ist zeitlich ausgefüllt mit Märschen, Schießausbildungen, Seilklettern, Ausdauertests und dem Erlernen der Grundlagen des Fallschirmsprungs. Am Ende der zweiten Ausbildungswoche beginnt die Sprungausbildung. Nach sechs Sprüngen erhalten die Bewerber das begehrte Springerabzeichen. Anschließend finden zweimal im Monat Sprungübungen statt, zuerst auf Gruppen-, dann Zug- und schließlich Kompanieebene. Die weitere Ausbildung im besonderen Kompetenzbereich findet in der Kompanie statt. Andere Ausbildungsabschnitte werden auch in Dschibuti und in Französisch-Guyana durchgeführt.

Ausrüstung[Bearbeiten]

Zwei Scharfschützen des 2° REP in Afghanistan (2005). Der Schütze im Vordergrund ist mit einer PGM Hécate II ausgerüstet, sein Kamerad dahinter hält eine FR-F2 im Anschlag
  • Pistolen
    • MAB PA 15 (9 mm × 19)
    • PA MAC 50 (9 mm × 19)
  • Maschinenpistolen und PDWs
    • HK MP5, verschiedene Versionen (9 mm × 19) (SD als auch A3-A4)
    • IMI Uzi, 9 mm Parabellum (Mini/Normal Uzi mit Schalldämpfer)
  • Sturmgewehre
    • GIAT FAMAS F1(5,56 mm × 45)
    • GIAT Famas G2 (5,56 mm × 45)
    • HK AG36k (5,56 mm × 45) nur GCP
    • HK G36c (5,56 mm × 45) nur GCP
  • Nachtsichtgeräte
    • Thales Lucie „OB70“(IR)
    • Thales Moni
    • Thales UGO „OB64“ (IR)
    • Thales Sophie „OB72“ (thermisch)
    • MIRABEL für System ERYX (thermisch)
    • MIRA für System MILAN (thermisch)
  • Maschinengewehre
    • FN Minimi (5,56 mm × 45)
    • Modell 1952 lMG (7,5 mm × 54)
    • AANF1 (7,62 mm × 51) in Version MIT und FM
  • Schrotflinten
    • diverse Typen von Mossberg und Remington
  • Scharfschützenwaffen
  • Panzerabwehrwaffen
    • Panzerabwehrrohr AT 4 (84 mm)
    • Panzerabwehrrohr LRAC F1 (89 mm)
    • Panzerabwehrrohr APILAS (112 mm)
    • Panzerabwehrlenkwaffe MILAN
    • Panzerabwehrlenkwaffe ERYX
  • Unterstützungswaffen

Geschichte[Bearbeiten]

Aufstellung und Einsatz in Indochina[Bearbeiten]

Die ersten Fallschirmjäger der Fremdenlegion wurden im Jahre 1948 in einer eigenständigen Kompanie des 3°REI aus Freiwilligen für den Einsatz in Indochina zusammengefasst. Kurz darauf wurde aus dieser Kompanie in Algerien ein Fallschirmjäger-Bataillon, das 1°BEP, aufgestellt. Wenig später folgte das 2°BEP. Beide Einheiten wurden im Indochinakrieg eingesetzt. Wegen der hohen Verluste wurde 1949 ein drittes Bataillon - das 3°BEP - als Reserveeinheit aufgestellt.

Schlacht von Điện Biên Phủ[Bearbeiten]

Sämtliche Fallschirmjäger der Fremdenlegion wurden bei der Schlacht von Điện Biên Phủ im Indochinakrieg eingesetzt. Nach dem Plan des Oberbefehlshabers in Indochina, General Henri Navarre, sollte die Kolonie mit einem Netz von Stützpunkten unter Kontrolle gebracht werden. Wieso ausgerechnet Điện Biên Phủ für einen dieser Stützpunkte ausgewählt wurde, ist unbekannt. Nach Angaben des Oberbefehlshabers wurde das Tal von Điện Biên Phủ ausgewählt, um die Nachschubwege der Việt Minh zu unterbrechen. In der Gegend von Điện Biên Phủ gab es jedoch noch Hunderte andere mögliche Wege, durch welche die Việt Minh ihren Nachschub hätten schaffen können. Die französischen Fallschirmjäger sprangen dann im Morgengrauen über dem Tal ab, darunter auch die 'Paras' der Fremdenlegion. Pioniere begannen anschließend sofort mit dem Bau einer Start- und Landebahn. Mit Hilfe dieser Landebahn wurden weitere Truppen und Material angeschafft und der Stützpunkt ausgebaut. Die behelfsmäßigen Bunker, die von den Legionären gebaut wurden, waren jedoch nur aus Erde und Holz und nicht gegen den Beschuss durch schwere Artillerie geschützt.

Die französischen Strategen dachten, dass es wegen des schwierigen Geländes unmöglich wäre, schwere Artillerie die umliegenden Berge hinauf zu schaffen und gegen den Stützpunkt einzusetzen. Doch den Việt Minh war es gelungen, in langwieriger Arbeit 75- und 105-mm-Geschütze, Granatwerfer und Munition in beherrschender Stellung über dem Stützpunkt in Stellung zu bringen und diesen unter Beschuss zu nehmen. Hinzu kamen massive Infanterieattacken. Die französische Besatzung wurde schließlich aufgerieben und der Stützpunkt ging Mitte 1954 verloren.

Algerien[Bearbeiten]

Nach dem verlorenen Indochinakrieg wurde das 3°BEP aufgelöst und die anderen beiden Bataillone wurden zu Regimentern, dem 1°REP und dem 2°REP, erweitert, anschließend wurden die Einheiten zurück nach Algerien verlegt. Dort kämpften sie im Algerienkrieg von 1955 bis 1962. Als die französische Regierung unter Charles de Gaulle 1961 bekannt gab, sich aus Algerien zurückziehen zu wollen, kam es zum Generalsputsch von Algier im April 1961, einem Putsch, an dem das 1°REP zentral beteiligt war. Die Aktion scheiterte und das 1°REP wurde in der Konsequenz aufgelöst. Das 2°REP wurde nach Korsika verlegt und 1967 der 11° Division Parachutiste unterstellt.

1960er Jahre bis heute[Bearbeiten]

Seit Ende des Algerienkrieges war das 2°REP an jeder Intervention der französischen Streitkräfte beteiligt. Heute untersteht das Regiment der 11° Brigade Parachutiste.

Liste der Einsätze des 2°REP von den 1960er Jahren bis heute[Bearbeiten]

Mörser im Einsatz der 2e REP, Schlacht um Kolwezi, 1978
Jeep Radio, Schlacht um Kolwezi, 1978
  • 1969: Erster Einsatz im Tschad
  • 1976: Zusammen mit der GIGN Geiselbefreiung in Dschibuti
  • 1978: Zweiter Einsatz im Tschad
  • 19. Mai 1978: Die Legionäre befreien im damaligen Zaire mehr als 2000 europäische Geiseln aus der Hand von Rebellen - Schlacht um Kolwezi
  • 1982: Einsatz in Beirut
  • 1984: Dritter Einsatz im Tschad
  • 1987: Vierter Einsatz im Tschad
  • 1990: Einsatz in Ruanda
  • 1991: Teilnahme an der Operation Daguet im zweiten Golfkrieg (nur das Commando de recherche et d'action en profondeur, CRAP, des Regiments - das heutige GCP (Groupement des Commandos Parachutistes) du 2e REP)[2]
  • 1993: Einsatz in Somalia und Bosnien
  • 1995: Zweiter Einsatz in Bosnien
  • 1996: Fünfter Einsatz im Tschad
  • 1997: Teilnahme an der Opération Pélican, einer Geiselbefreiung im Kongo
  • 2000: Einsatz im Kosovo
  • 2003: Einsatz in Côte d'Ivoire - Elfenbeinküste Opération Licorne
  • 2004: Einsatz in Côte d'Ivoire / Abidjan - Elfenbeinküste Opération Licorne
  • 2006: Einsatz in Côte d'Ivoire - Elfenbeinküste Opération Licorne
  • 2006: Einsatz im Tschad Opération Épervier
  • 2006: erneute Geiselbefreiung im Kongo, zuständig das GCP (aufgelistet im Magazin der Legion, Kepi Blanc), Genaueres ist unbekannt
  • 2008: Einsatz in Afghanistan
  • 2010: Einsatz in Afghanistan
  • 2013: Einsatz in Mali[3][4]

Verweise[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Les compagnies du 2e REP (Webseite des 2e REP, eingesehen am 15. September 2011)
  2. Thomas Gast: "Die Legion - Mit dem 2e REP in den Krisenherden dieser Erde", Seite 169, Kapitel 18, letzter Absatz
  3. Jean-Paul Lottier: 200 légionnaires du 2e REP de Calvi au Mali (französisch) corsenetinfos.fr. 24. Januar 2013. Abgerufen am 12. Januar 2014.
  4. Mali. La Légion a sauté sur Tombouctou! (französisch) Ouest-France.fr. 28. Januar 2013. Abgerufen am 12. Januar 2014.

Literatur[Bearbeiten]

  • Guido Schmidt, Der Cafard - Als Fallschirmjäger bei der Fremdenlegion, Motorbuch Verlag, ISBN 3-613-01795-4
  • Die Enzyklopädie der Spezialeinheiten, Moewig-Verlag, ISBN 3-8118-1895-3
  • Yers Keller, Die Fallschirmjäger der Fremdenlegion, Motorbuch-Verlag, ISBN 3-613-01902-7
  • Thomas Gast, Die Legion - Mit dem 2e Rep in den Krisenherden dieser Erde, Motorbuch Verlag, ISBN 978-3-613-03154-8
  • Thomas Gast, Die Legion 2e B.E.P. - Die Fallschirmjäger im Indochina-Krieg, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2012. ISBN 978-3-613-03415-0

Weblinks[Bearbeiten]

42.55368.8006Koordinaten: 42° 33′ 13″ N, 8° 48′ 2,2″ O