3. Armee (Rumänien)

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3. rumänische Armee
Armata a 3-a Română
Aktiv
Land Rumänien KonigreichRumänien Rumänien
Streitkräfte Armata Română
Typ Armee
Unterstellung Heeresgruppe Süd
Heeresgruppe A
Heeresgruppe B
Heeresgruppe Südukraine
Zweiter Weltkrieg Deutsch-Sowjetischer Krieg
Kesselschlacht bei Uman
Schlacht am Asowschen Meer
Belagerung von Sewastopol
Schlacht von Stalingrad
Operation Jassy-Kischinew
Kommandeur
Wichtige
Kommandeure

Petre Dumitrescu

General Petre Dumitrescu führte die 3. Armee

Die rumänische 3. Armee war eine Armee der Streitkräfte des Königreichs Rumänien, die im Zweiten Weltkrieg an der Seite der deutschen Wehrmacht gegen die Sowjetunion kämpfte. Sie wurde in der Schlacht von Stalingrad vernichtet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Armee wurde erstmals im Ersten Weltkrieg aufgestellt, in dem sie auf Seiten der Entente kämpfte.

Sie wurde erneut nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September 1939 aufgestellt und bewachte zusammen mit der 4. Armee die Grenze zur Sowjetunion. Bei der sowjetischen Invasion Bessarabiens im Sommer 1940 zog sie sich nach einem Ultimatum kampflos zurück. Im März 1941 übernahm Generalleutnant Petre Dumitrescu die Armee, die er während der gesamten Zeit des Krieges gegen die Sowjetunion führen sollte.

Nach dem Beginn des Unternehmens Barbarossa am 22. Juni 1941 erklärte auch Rumänien der Sowjetunion den Krieg. Auf rumänischem Boden war zu diesem Zeitpunkt die deutsche 11. Armee stationiert. Am 2. Juli griffen die deutsche 11. und rumänische 3. und 4. Armee die sowjetisch besetzte Nordbukowina und Bessarabien an. Der 3. Armee, der zu diesem Zeitpunkt nur ein Gebirgskorps unterstand, fiel dabei der Angriff auf die Nordbukowina in Richtung auf Czernowitz zu. Nach dem Erreichen des Dnister bei Chotyn wandte sie sich nach Osten, um den Angriff des der 11. Armee temporär unterstellten Kavalleriekorps zu unterstützen.

Nach der Entscheidung Antonescus zur Fortsetzung der Operationen an der Seite der Deutschen wurde die Armee der deutschen 11. Armee unterstellt. Nach dem Überschreiten des Dnister nahm die Armee an der Ausräumung des Kessels von Uman teil. Sie überquerte danach Mitte August den Bug bei Wosnessensk und setzte ihren Vormarsch in Richtung auf Kriwoi Rog fort. Anfang September deckte sie die Flanke der Überquerung des Dnepr durch die 11. Armee. Dabei wurde sie von der sowjetischen 18. Armee scharf angegriffen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Armee bereits Verluste von 20.000 Mann hinnehmen müssen.

Nach der Überquerung des Dnepr nahm die Armee an der Schlacht am Asowschen Meer teil, bei der ein sowjetischer Gegenangriff von zwei Armeen abgewehrt werden konnte. Danach besetzte sie bis Ende Oktober Defensivpositionen am Asowschen Meer. Sie wurde jetzt wieder direkt dem rumänischen Oberkommando unterstellt. Nach dem Durchbruch der deutschen 11. Armee auf die Krim folgte sie dieser und erreichte Mitte November das Schwarze Meer. Sie übernahm nun Küstenschutzaufgaben, während sich Teile an der Belagerung von Sewastopol beteiligten. Im Winter 1941/42 wurde ein großer Teil der rumänischen Armee in die Heimatquartiere abgezogen. Die verbliebenen Verbände in der Ukraine und auf der Krim kamen damit unter den Befehl der 3. Armee.

Teile der inzwischen wieder verstärkten Armee beteiligten sich im Mai 1942 am Unternehmen Trappenjagd gegen die Ende 1941 auf der Halbinsel Kertsch gelandete sowjetische 51. Armee. Nach Abschluss dieses Unternehmens wurden die Vorbereitungen zur Erstürmung von Sewastopol (Unternehmen Störfang) intensiviert. Das Gebirgskorps der 3. Armee deckte dabei den mittleren Abschnitt zwischen den beiden deutschen Angriffskorps. Bis zum 4. Juli war die verteidigende Selbständige Küstenarmee praktisch vernichtet, über 90.000 Mann gingen in Gefangenschaft. Die 3. Armee hatte während der Kämpfe auf der Krim etwa 19.000 Mann verloren.

Die 3. Armee wurde jetzt der deutschen 17. Armee unterstellt; sie bestand Anfang August nur noch aus dem Kavalleriekorps, das vom Unterlauf des Don aus die Taman-Halbinsel sowie die Hafenstädte Anapa und Noworossijsk angriff. Das auf der Krim zurückgebliebene Gebirgskorps nahm Anfang September am Unternehmen Blücher teil. Nach dem Abschluss dieser Operationen wurde das Oberkommando der 3. Armee an die Front bei Stalingrad abgezogen, wo sich bereits zahlreiche rumänische Verbände im Einsatz befanden. Das Kavalleriekorps blieb zurück, um an den Operationen im Kaukasus (→ Operation Edelweiß) teilzunehmen.

In der Schlacht von Stalingrad besetzte die 3. Armee Positionen im Donbogen nordwestlich von Stalingrad, die sie gegen die Südwestfront verteidigte. Sie verfügte über etwas mehr als 150.000 Mann, um eine Front von 140 km zu halten. Erschwerend wirkte sich aus, dass die Rote Armee hier Brückenköpfe über den Don besaß. Zudem machte sich der Mangel an schweren Panzerabwehrgeschützen bemerkbar, als die sowjetische Operation Uranus am 19. November begann. Vor den massierten sowjetischen Panzerangriffen löste sich die Front der 3. Armee wie auch die der 4. Armee südlich von Stalingrad stellenweise förmlich auf und sechs Divisionen wurden eingekesselt. Die verbleibenden Teile der 3. Armee, etwa 83.000 Mann, wurden jetzt der Gruppe Hollidt unterstellt und am Tschir eingesetzt. Hier wurde sie im Dezember im Zuge der Mittleren Don-Operation erneut angegriffen und weiter dezimiert. Insgesamt wurden während der Schlacht von Stalingrad 16 der 18 eingesetzten rumänischen Divisionen vernichtet.

Eine neue 3. Armee wurde danach zwar aufgestellt, aber nicht mehr außerhalb Rumäniens und der besetzten Gebiete eingesetzt. Im Frühjahr 1944 wurde aus der 3. und der inzwischen an den Bug zurückgezogenen deutschen 6. Armee noch die Armeegruppe Dumitrescu gebildet. Die sowjetische Operation Jassy-Kischinew und der Staatsstreich in Rumänien Ende August 1944 führte dann aber endgültig zum Zusammenbruch der Antonescu-Diktatur und zum Seitenwechsel Rumäniens. In der Zeit bis zum Abschluss des Waffenstillstands mit der Sowjetunion (12. September) gerieten zahlreiche Angehörige der rumänischen Armee in sowjetische Kriegsgefangenschaft.

Weblinks[Bearbeiten]