3. Brief des Johannes

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Der 3. Brief des Johannes ist der letzte von drei neutestamentlichen Briefen in der Bibel, die dem Evangelisten Johannes zugeschrieben werden.

Allgemein[Bearbeiten]

Der 3. Johannesbrief ist mit 219 Worten (nach Nestle-Aland27) der kürzeste Brief im Neuen Testament. Wer ihn verfasst hat, ist unter Theologen umstritten. Die Tradition sieht im Evangelisten Johannes den Verfasser. Das wird aber immer mehr bestritten. Der Brief wird von vielen Theologen heute entweder dem Presbyter Johannes, der von Papias erwähnt wird, oder einem anderen Schüler der johanneischen Schule zugeschrieben. Das Datum der Abfassung wird je nach theologischer Lehrmeinung bei 90 n. Chr. bis ca. 130 n. Chr. angesetzt. Als Abfassungsort gilt Ephesus.

Aufbau und Inhalt[Bearbeiten]

Der Brief ist wie ein klassischer antiker Privatbrief aufgebaut, allerdings mit dem Unterschied, dass die salutatio, also der sonst übliche Gruß in der Einleitung, fehlt.

Briefpräskript[Bearbeiten]

Am Anfang des Briefes, im sogenannten Briefpräskript, steht die Superscriptio, also die Absenderangabe. Als Absender wird nur Ὁ πρεσβύτερος = „Der Älteste“ oder „Der Alte“ angeführt, ohne weitere Namensnennung. Der Empfänger ist ein Gaius, über den man im Neuen Testament sonst nichts Weiteres erfährt.

Briefkorpus[Bearbeiten]

Der eigentliche Hauptteil des Briefes, der sog. Briefkorpus, lässt sich in vier Abschnitte gliedern:[1]

  • Im ersten Abschnitt, V. 5-8, richtet der Verfasser eine Bitte an Gaius: Er solle die Wandermissionare auf ihrer Reise unterstützen
  • Im zweiten Abschnitt, V. 9-10, erwähnt der Verfasser Diotrephes, ein Mitglied der Gemeinde, das die Autorität des Verfassers nicht anerkennt und den Missionaren jegliche Unterstützung verweigert.
  • Der dritte Abschnitt, V. 11, weist einen chiastischen Aufbau auf:[2]
Geliebter, ahme nicht das Schlechte nach,
sondern das Gute.
Wer Gutes tut, ist aus Gott.
Wer Böses tut, hat Gott nicht gesehen.
  • Im vierten Abschnitt, V.12, wird eine dritte Person eingeführt, Demetrius, der vom Verfasser sehr positiv beschrieben wird. Dieser Vers veranlasst manche Theologen dazu, im 3. Joh einen Empfehlungsbrief zu sehen.[3]

Briefschluss[Bearbeiten]

Auf den Briefkorpus folgt der Briefschluss 13-15. Der Briefschluss besteht dabei aus der Absichtsbekundung, dass der Verfasser plane, Gaius zu besuchen (V.13-15) und dem Schlussgruß in V.15.

Literatur[Bearbeiten]

  • Udo Schnelle, Einleitung in das Neue Testament, 5. Aufl., Göttingen 2005, S. 492-498, ISBN 3-8252-1830-9.
  • Wolfgang Baur, Erster, Zweiter und Dritter Johannesbrief, Stuttgarter kleiner Kommentar Bd.17, Stuttgart 1991, ISBN 3-460-15471-3.
  • Rudolf Schnackenburg, Die Johannesbriefe, Herders theologischer Kommentar zum Neuen Testament XIII,3, 7. Aufl., Freiburg 1984, ISBN 3-451-01150-6.
  • Rudolf Bultmann, Die drei Johannesbriefe, Kritisch-exegetischer Kommentar über das Neue Testament, XIV. Abt. - 2. Aufl. der Neuauslegung, Göttingen 1969.
  • Hans-Josef Klauck: Der Zweite und Dritte Johannesbrief, Evangelisch-Katholischer Kommentar zum Neuen Testament XXIII, 2, Neukirchen-Vluyn 1992, ISBN 3-7887-1420-4.
  • Georg Strecker, Die Johannesbriefe, Kritisch-exegetischer Kommentar über das Neue Testament, XIV. Abt, Göttingen: Vandenhœck&Ruprecht 1989, ISBN 3-525-51621-5

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Hans-Josef Klauck: Der zweite und Dritte Johannesbrief, S. 86.
  2. Hans-Josef Klauck: Der Zweite und der Dritte Johannesbrief, S. 111.
  3. Hans-Josef Klauck: Die Johannesbriefe, S. 84.