3096 Tage (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel 3096 Tage
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2013
Länge 111 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
JMK 14[1]
Stab
Regie Sherry Hormann
Drehbuch Ruth Toma,
Bernd Eichinger,
Peter Reichard
Produktion Martin Moszkowicz
Musik Martin Todsharow
Kamera Michael Ballhaus
Schnitt Mona Bräuer
Besetzung

3096 Tage ist ein deutsches Filmdrama aus dem Jahr 2013. Es basiert auf der Autobiographie der Österreicherin Natascha Kampusch, die entführt und acht Jahre lang gefangen gehalten wurde. Am Drehbuch schrieb Bernd Eichinger mit, der jedoch vor Vollendung des Buches verstarb.

Handlung[Bearbeiten]

Im März 1998 wird die zehnjährige Natascha Kampusch auf dem Weg zur Schule in Wien in einen Lieferwagen gezerrt. Ihr Entführer, der Nachrichtentechniker Wolfgang Přiklopil, bringt das Mädchen in sein Haus nach Strasshof in Niederösterreich. Das Mädchen wird dort in einen kleinen Raum unter der Garage eingesperrt. Acht Jahre von Nahrungsentzug, physischer und psychischer Gewalt liegen vor Natascha.

Während die Öffentlichkeit wie auch die Medien langsam den Namen Natascha Kampusch vergessen, beschließt das Mädchen, stärker zu sein als „der Täter“ und verspricht sich selbst, mit achtzehn Jahren ein neues Leben zu beginnen und ihrem Martyrium zu entkommen, was sie nach 3096 Tagen auch hält.

Produktion[Bearbeiten]

Die Dreharbeiten zu dem Film starteten im Mai 2012.[2] Sie fanden überwiegend in den Bavaria Filmstudios in München statt, wo auch Natascha Kampuschs Verlies nach Originalfotos detailliert rekonstruiert wurde. Einige Außenaufnahmen entstanden zwecks höherer Authentizität in Wien. Ebenso entstand die Szene, in der Natascha mit ihrem Peiniger Ski fährt, in den Tiroler Bergen. Dennoch beteiligte sich der Österreichische Rundfunk (ORF) nicht an der Produktion, so dass 3096 Tage keine Koproduktion Deutschlands mit Österreich ist. Als einzige österreichische Schauspielerin verkörpert Erni Mangold die Großmutter von Wolfgang Přiklopil.

Um den Film auch international gut vermarkten zu können, wurde der Film mit international bekannten Schauspielern in englischer Sprache gedreht.

Die Weltpremiere des Films war am 25. Februar 2013 in Wien.[3] Seit dem 28. Februar 2013 ist er sowohl in deutschen wie auch österreichischen Kinos zu sehen.

In Österreich lockte der Film am Eröffnungswochenende 30.000 Zuseher in die Kinos, in Deutschland waren es 144.000 Kinobesucher.[4][5]

Kritiken[Bearbeiten]

„3096 TAGE ist grausam, spannend und verwirrend. Eine ganz spezielle Mixtur, die nicht passender zur Thematik des Films hätte sein können. Die Konzentration auf die Vielfältigkeit seiner Charaktere ist das Qualitätssiegel des Films und lässt vor allem die Hauptdarsteller Thure Lindhardt und Antonia Campbell-Hughes aufblühen. Trotz des sehr herben Themas ein absolutes Must-See in diesem Kinojahr!“

Kino7.de[6]

„3096 Tage ist manchmal zurückhaltend und manchmal aufdringlich, mal distanziert und mal emotionsgeladen und spielt mit Parametern des Konsumierbaren, ohne sie auszuloten. Für einen aufgewärmten Diskurs über Opfer- und Täterschaft ist Hormanns Film allemal gut. Aber: Die Filme, über deren Machart man sich geärgert hat, bleiben einem unweigerlich im Kopf. Jene, die nicht wissen, was sie mit ihrem realen Vorbild anstellen sollen, allerdings nicht.“

critic.de[7]

„[3096 Tage ist] ein handwerklich makelloses, spannend erzähltes und kraftvoll gespieltes Frauendrama, das sich leider nicht fernab seiner mannigfaltigen Metadiskurse denken lässt. [...] Der atmosphärisch dichte und in einer ungeheuren, schnörkellosen Intensität inszenierte Film changiert dabei zwischen Gefängnisfilm, Torture Porn und einer faszinierend abwegigen sadomasochistischen Love-Story.“

filmfutter.com[8]

„Der Film zeigt, wie Priklopil sein Opfer vergewaltigt und in die groteske Karikatur einer Beziehung zwingt. Aber Horman […] lässt kein Gran Erotik zu. Sie platziert den Sex auch nicht als Herzstück des Films, sondern inszeniert ihn als kleinen Teil des umfassenden Missbrauchs. Dass das klappt, liegt auch an den großartigen Darstellern, an Antonia Campbell-Hughes, die uns den Teenager vorführt, und an Thure Lindhardt, der Priklopil spielt.“

Stuttgarter Zeitung[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Filmdatenbank des BMUKK, abgerufen am 30. August 2013
  2. „Erster Drehtag nach Rentenantritt“ (Berliner Morgenpost)
  3. Film über Natascha Kampusch – Premiere ohne Feier. Süddeutsche.de, 26. Februar 2013
  4. 30.000 Besucher im Kampusch-Drama 3096 Tage
  5. Film "3096" nur auf Platz fünf
  6. Kritik: 3096 Tage (2013), von Josephine Drews / Kino7.de
  7. Kritik 3096 Tage, von Josef Lommer auf critic.de
  8. Kinokritik 3096 Tage (2013), von Asokan Nirmalarajah auf filmfutter.com
  9. Ausgabe Kreis Böblingen, 28. Februar 2013, S. 31