38-cm-SK-L/45

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38-cm-Schnellladekanone
„Langer Max“ als Bettungsgeschütz an der Westfront, Mai 1918

Das 38-cm-SK-L/45 (Kaliber 38 cm, Schnellladekanone, Kaliberlänge 45) war ein im Ersten Weltkrieg eingesetztes Geschütz des deutschen Heeres. Ursprünglich als Schiffsgeschütz konzipiert, kam es unter Bezeichnung 38-cm-Geschütz Max bzw. Langer Max zum Landeinsatz. Es wurde ebenso wie die „Dicke Bertha“ von der Firma Krupp produziert.

Der „Lange Max“ besaß ein Rohr mit dem Innendurchmesser von 38 cm und zählt damit zu den größten damals eingesetzten Kalibern. Seine Reichweite betrug 48 km.

Ihren Ursprung hatten diese Geschütze als Hauptbewaffnung – jeweils zwei Geschütze in vier Türmen zusammengefasst – der deutschen Großlinienschiffe der Bayern-Klasse, von denen nur die SMS Bayern und die SMS Baden bis zum Ende des Ersten Weltkriegs fertiggestellt wurden.

Mit dem Beginn des Stellungskrieges im Jahr 1914 wurde das Fehlen schwerer und überschwerer Artillerie auf deutscher Seite bemerkbar; zahlreiche Improvisationen entstanden in aller Eile. Den Umbau der ursprünglich für Schiffe vorgesehenen Geschütze für den Landeinsatz betreute der Vizeadmiral Maximilian Rogge, nach dem das Geschütz die Bezeichnung „Max“ erhielt.

Der „Lange Max“ konnte sowohl als reines Eisenbahngeschütz, als Bettungsgeschütz zur Küstenverteidigung, aber auch in Frontnähe eingesetzt werden, wozu eine je nach Bauweise bis zu 360° drehbare Bettung vorgesehen war. Als Küstengeschütze in festen Bettungen wurden 38-cm-SK-L/45 in den Batterien Pommern und Deutschland an der flandrischen Küste eingesetzt.

Die Geschützbank-Variante war im Aufbau schwierig. Zwischen zwei Eisenbahnwaggons wurde die Barbette über eine Bettung gefahren. Diese Bettung war mit Beton ausgegossen. Der Auf- und Abbau dieser Anlage dauerte relativ lange. So wurde das Geschütz meist weit hinter der Front aufgebaut. Die Schlacht um Verdun wurde am 21. Februar 1916 um 08:12 Uhr durch Schüsse des „Langen Max“ im Wald von Warphémont begonnen.

Stellungen einiger Bettungsgeschütze, von denen zum Teil noch bauliche Reste vorhanden sind:

Standort Land Koordinaten Ziel
Bois de Warphémont F 49° 21′ 32″ N, 5° 36′ 18″ O49.3588861111115.6049805555556 Verdun
Bois de Muzeray (heute Bois de Watlemont) F Verdun
Ferme Sorel F 49° 18′ 1″ N, 5° 35′ 0″ O49.3002222222225.5832444444444 Verdun
Predikboom B 51° 0′ 25″ N, 2° 54′ 42″ O51.0070718011112.9115700722222 Dünkirchen, Bergues
Leugenboom B 51° 7′ 11″ N, 2° 58′ 52″ O51.1198288566672.9811143875 Dünkirchen, Les Moëres
Santes F Béthune, Bruay-en-Artois
Saint-Hilaire-le-Petit F Châlons-sur-Marne, Sainte-Menehould, Suippes
Coucy-le-Château F 49° 31′ 38″ N, 3° 18′ 19″ O49.5272836388893.3051466941667 Compiègne, Fismes, Villers-Cotterêts
Zillisheim F 47° 40′ 46″ N, 7° 18′ 20″ O47.6794822733337.3055756091667 Belfort, Wesserling
Hampont F 48° 49′ 41″ N, 6° 33′ 29″ O48.8281417494446.5579366683333 Nancy, Dombasle-sur-Meurthe, Lunéville

Technische Daten[Bearbeiten]

38-cm-Granaten für Schnellladekanone
  • Kaliber: 38 cm
  • Länge: 31,60 m
  • Gewicht: 274 t
  • Höhenrichtbereich: −5° bis +55° (feste Bettung), −5° bis +18,5° (als Eisenbahngeschütz)
  • Seitenrichtbereich: 4° (als Eisenbahngeschütz)
  • Mündungsgeschwindigkeit: ca. 820 m/s
  • Höchstschussweite: 47,5 km

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Langer Max – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien