3D-Portrait in Glas

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Das 3D-Portrait in Glas, auch 3D-FACESCAN, 3D-Glasfoto, 3D-Fotokristall, 3D-Foto, Glasportrait, 3D-Portrait, 3D-Portraitfoto, ist ein dreidimensionales Portraitfoto (ein Abbild) einer Person, dargestellt in einem Glasblock.

3D-Portrait in Glas, Abmessungen 50×50×80 mm, erstellt 2002 während der Olympischen Winterspiele in Salt Lake City/USA

Anders als bei der herkömmlichen, klassischen Fotografie, bei der ein zweidimensionales Abbild eines Gegenstandes, einer Person oder einer Szene zum Beispiel auf Fotopapier dargestellt wird, wird das 3D-Portraitfoto in einem Glasblock dargestellt und kann wie die Person selbst, von allen Seiten betrachtet werden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Technologie

Die Aufnahme geschieht mit einem 3D-Scanner, welcher zum Beispiel nach dem Prinzip der Streifenprojektion das Gesicht einer Person erfasst. Die ermittelten Daten der dreidimensionalen Aufnahme werden mittels Software in eine Punktwolke umgewandelt. Die Datei enthält jeden einzelnen Punkt des Portraits angeordnet innerhalb eines dreidimensionalen Raums. Jeder dieser Punkte ist mit den dreidimensionalen Koordinaten X, Y und Z versehen.

Die Datei wird dann mittels Laser durch die Fokussierung eines Laserstrahls Punkt für Punkt computergesteuert in einen Glasblock gelasert. Dieses Verfahren ist bekannt als Glasinnengravur (oder auch Vitrographie). Der Vorgang des Einscannens und des Laserns eines 3D-Portraits in einen Glasblock mit den Abmessungen 50×50×80 mm und einer Punktanzahl von zirka 180.000 bis 350.000 Punkten für ein Standard 3D-Portraitfoto dauert zirka 3–5 Minuten[1].

Mit derselben Technologie, der Glasinnengravur, können auch andere Objekte wie zum Beispiel Sehenswürdigkeiten in Glas gelasert werden. Hier sind auch 2D (Fotos) einlaserbar.

[Bearbeiten] Farbdarstellung

Die Vitrographie erzeugt kleine Strukturen im Glas, das amorphe Glas wird auskristallisiert und in sehr kleinen Punkten von wenigen µm Größe bei Tageslicht durch die Lichtbrechung als weiße Punkte sichtbar. Helligkeitsunterschiede werden durch die Punktabstände erzeugt: Viele Punkte sehr nah beieinander erscheinen als weiße Fläche, wenige Punkte mit etwas größerem Abstand erscheinen als graue Fläche. Das 3D-Portrait in Glas erscheint augenscheinlich als schwarz/weiß-Foto. Eine farbige Lasergravur ist derzeit noch nicht möglich. Die weißen Laserpunkte können lediglich durch LED-Beleuchtungen farbig angestrahlt werden, womit man einen Farbeffekt erzeugen kann.

[Bearbeiten] Geschichte

Um 1971 haben russische Physiker erstmalig mit Geschwindigkeiten von einem Punkt pro Sekunde (entspricht 1 Hertz) erste dreidimensionale Strukturen eingelasert. Russische und chinesische Laser-Hersteller haben bis Ende der 1990er Jahre Laser mit Pulswiederholfrequenzen um 30 Hertz angeboten. 1997 gelang es am Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik mittels Scannertechnik, eine Pulswiederholfrequenz von 500 Hz umzusetzen, wodurch eine kommerzielle Nutzung möglich wurde. Zur Fertigungsreife gebracht hat das Verfahren 1998 die Vitro Laser GmbH mit Sitz in Minden in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Lasertechnik (ILT) in Aachen. Der Durchbruch kam eher zufällig. Auf der Messe Hannover 1999 wurde anhand eines 3D-Scanners ein Facescan erzeugt, der anschließend in einen Glasblock 3D gelasert wurde. Im März 1999 hat das Unternehmen Vitro Laser GmbH zu Demonstrationszwecken die Besucher auf der Hannover Messe dreidimensional eingescannt und mit Hilfe selbst entwickelter Nd:YAG Laser Systeme als 3D-Portrait in optisches Glas gelasert. Der Anbieter von 3D-Portrait in Glas „LOOXIS“ ging kurze Zeit später als Spin-off aus dieser Anwendung hervor. Weltweit gibt es über 55 LOOXIS-Geschäfte, die 3D-Portraits in Glas anbieten.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Quelle: LOOXIS
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