3DO

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit einer Firma und ihrer Spielkonsole; für das gleichnamige Projekt, den Dortmunder Hauptbahnhof zu renovieren, siehe 3do-Dortmund
3DO
3DO Logo.svg
3DO-FZ1-Konsole
Hersteller 3DO/Panasonic
Typ Stationäre Spielkonsole
Generation 5. Generation
Veröffentlichung
JapanJapan 20.03.1994
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 04.10.1993
Hauptprozessor 32Bit ARM60 RISC
Speichermedien CD-ROMs

3DO bezeichnet sowohl ein Unternehmen als auch die von diesem entwickelte Spielkonsole.

The 3DO Company[Bearbeiten]

The 3DO Company wurde 1991 unter dem Namen SMSG, Inc. vom Electronic-Arts-Mitbegründer Trip Hawkins gegründet, um eine neue Spielkonsole zu entwickeln, die von Lizenznehmern produziert und verkauft werden sollte.

Der 1993 veröffentlichte und anfangs sehr teure 3DO Interactive Multiplayer konnte keinen kommerziellen Erfolg erzielen. Die Rechte an dem bereits fertig entwickelten Nachfolger M2 wurden 1995 an Matsushita verkauft, und The 3DO Company entwickelte von nun an Spiele für andere Systeme.

Die größten Erfolge wurden mit der Army-Men-Reihe erzielt. Ebenfalls erfolgreich waren die Serien Might and Magic und Heroes of Might and Magic, die von der 1996 aufgekauften Firma New World Computing entwickelt wurden. Mit Meridian 59 wurde zudem eines der ersten 3D-MMORPGs veröffentlicht.

Im Mai 2003 war The 3DO Company insolvent und wurde aufgelöst.

3DO Interactive Multiplayer[Bearbeiten]

Die 32-bit ARM 60 CPU in der 3DO-Spielkonsole FZ-10

Die Spezifikationen des 3DO Interactive Multiplayer wurden von der New Technology Group, die letztlich von der 3DO Company aufgekauft wurde, entwickelt. Die erste Variante der für damalige Verhältnisse sehr leistungsstarken und schon auf 3D-Grafik ausgelegten CD-Konsole war das FZ-1, das Panasonic 1993 für 700$ auf den Markt brachte.

Spätere Varianten stammten von Sanyo, Samsung, Goldstar und Creative Labs. Während der Hersteller Sanyo sein Gerät ausschließlich in Japan auf den Markt brachte, stellte Samsung im Sommer 1994 auf der CES in Chicago seine Version des 3DO vor, die nebenbei noch VCD-Filme abspielen konnte. Dieses wurde jedoch nie veröffentlicht. Die Goldstar 3DO-Konsole erschien in Asien und Europa für einen Preis von 399$ und war damit günstiger als das Panasonic-Gerät. Creative Labs stellte eine ISA-Steckkarte für PCs her, die es ermöglicht, 3DO-Software auf diesen auszuführen. Crystal Dynamics wurde speziell für die Entwicklung von 3DO-Spielen gegründet. Auch die Pornofilmgesellschaft Vivid Entertainment Group veröffentlichte einige Softcore-VCDs.

Das Softwareangebot war relativ gering und enthielt nur einige Titel, die sich dafür aber grafisch von der Konkurrenz abheben konnten. Besonders The Need for Speed und FIFA International Soccer zeigten die 3D-Fähigkeiten der Konsole. Ein besonders bekanntes Spiel des 3DO wurde Plumbers Don’t Wear Ties auf Grund seiner negativen Kritiken. Insgesamt war die Palette aber nur mit wenigen Killer-Applikationen besetzt.

Das 3DO galt aber nicht nur als Geburtskonsole zahlreicher Spieleserien (The Need For Speed erschien zuerst auf dem 3DO), sondern zudem als Spielwiese der Programmierer für zahlreiche Experimente mit Filmsequenzen. So wurden in einem nicht unwesentlichen Teil der erhältlichen Spiele sog. Full Motion Videos (FMV) mit echten Schauspielern oftmals als Bestandteil des Spielinhalts eingesetzt. Beispiele hierfür sind u.a. die Lightgun-Shooter aus dem Hause American Laser Games sowie einige Spiele aus dem Genre des Interactive Movie: Hierbei seien vor allem Night Trap und Psychic Detective zu erwähnen, die FMV nicht als bloßen Selbstzweck, sondern Bestandteil der fortschreitenden Handlung einsetzten.

Technische Daten[Bearbeiten]

  • Prozessor: 32 Bit ARM60 RISC 12,5 MHz
  • DRAM: 2 MB
  • VRAM: 1 MB
  • Farben: 16,7 Millionen (24 Bit pro Pixel)
  • Auflösung: 320×240 / 320×480 (intern), 640×480 (Ausgabe)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: 3DO – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien