Drei Affen

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Dieser Artikel behandelt das Sprichwort. Zum Film von Nuri Bilge Ceylan siehe Drei Affen (Film).
Die drei Affen von Nikkō

Die drei Affen (jap. 三猿, sanzaru/san’en oder 三匹の猿, sambiki no saru) haben ihren Ursprung in einem japanischen Sprichwort und stehen dort für den vorbildlichen Umgang mit Schlechtem.

Ursprung[Bearbeiten]

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Der Spruch „nichts (Böses) sehen, nichts (Böses) hören, nichts (Böses) sagen“ ist Bestandteil der Lehre des buddhistischen Gottes Vadjra. Er gelangte vermutlich im 8. Jahrhundert von Indien über China nach Japan und wurde dort als „mizaru, kikazaru, iwazaru“ (見ざる、聞かざる、言わざる) bekannt. So findet sich im 12. Buch der Analekten des Konfuzius folgende Aussage gegenüber seinem Schüler Yan Yuan (auch Yan Hui genannt) über das Wesen der „Sittlichkeit“ (chinesisch Pinyin rén ‚Menschlichkeit‘):

「非禮勿視,非禮勿聽,非禮勿言,非禮勿動。」

「fei li wu shi, fei li wu ting, fei li wu yan, fei li wu dong.」

„Was nicht dem Gesetz der Schönheit [= angemessenes Verhalten] entspricht, darauf schaue nicht; was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht, darauf höre nicht; was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht, davon rede nicht; was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht, das tue nicht.“[1]

Vier weise Affen

Im klassischen Japanisch wird die grammatische Form ざる (zaru) (Verneinung einer Tätigkeit) ähnlich ausgesprochen wie Affe (, saru). Wohl auch in diesem Zusammenhang entstand der Glaube von den drei Affen Mizaru (見ざる), Kikazaru (聞かざる) und Iwazaru (言わざる), die am Kōshin-machi den Göttern über die Menschen berichten sollen. Aufgrund eines Abwehrzaubers sehen, hören und sprechen sie aber nichts Böses.

Manchmal wird noch ein vierter Affe, Shizaru genannt (しざる; von shisaru (四猿, „vier Affen“)), mit dargestellt, der mit seinen Händen seinen Unterleib bedeckt. Er hat die Bedeutung „nichts Böses tun“. „Meist dreht es sich bei Vier-Affen-Figuren um die drei traditionellen Affengebärden plus eine mehr oder weniger sexuelle Gebärde. Im Englischen heißt es als Beschriftung fast immer ‘See no evil!’ ‘Hear no evil!’ ‘Speak no evil!’ ‘Have no fun!’. Natürlich aber kann es auch einmal ‘Think no evil’ oder ‘Take no evil’ heißen, und das vierte Äffchen mit seinem verschmitztem Lächeln auf einer Geburtstagskarte könnte wohl auch ‘Have fun’ signalisieren.“[2]

Heute sind die drei Affen in Japan als Minai, Kikanai und Iwanai (-nai ist die moderne Verneinungsform) bekannte Glücksbringer.

Die drei Affen in der Kunst[Bearbeiten]

Das berühmteste Drei-Affen-Motiv stammt aus dem 17. Jahrhundert und befindet sich nahe der Stadt Nikkō auf der japanischen Hauptinsel Honshū, etwa 140 Kilometer nördlich von Tokio. Es ist als Fassadenschnitzerei an einem eher unscheinbaren Gebäude – einem ehemaligen Stall für heilige Pferde – auf dem Gelände des Tōshōgū-Schreins zu finden. Von dort ausgehend hat es sich als Symbol weltweit verbreitet.

Bedeutungswandel in der westlichen Welt[Bearbeiten]

Während die drei Affen in Japan eigentlich die Bedeutung „über Schlechtes weise hinwegsehen“ haben, werden sie in der westlichen Welt eher als „alles Schlechte nicht wahrhaben wollen“ interpretiert. Aufgrund dieses negativen Bedeutungswandels gelten die drei Affen daher häufig als Beispiel für mangelnde Zivilcourage.

So hat beispielsweise der US-amerikanische Künstler Keith Haring das Bild der drei Affen in Form menschlicher Silhouetten Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre wieder aufgegriffen. Er forderte damit zu mehr Zivilcourage im Kampf gegen AIDS auf.

Unicode-Zeichen[Bearbeiten]

Im Unicode-Zeichensatz gibt es Emoticons der Affen:[3]

  • Mizaru: 🙈 (1F648)
  • Kikazaru: 🙉 (1F649)
  • Iwazaru: 🙊 (1F64A)

Literatur[Bearbeiten]

  •  Wolfgang Mieder: „Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen“. Die drei weisen Affen in Kunst, Literatur, Medien und Karikaturen (= Kulturelle Motivstudien. 5). 1 Auflage. Praesens Verlag, Wien 15. November 2005, ISBN 3-7069-0248-6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Martin Thiele: Die Drei Affen. Zu der Bedeutung eines Symbols und dem Verzicht auf Kommunikationskanäle. 1. Auflage, Grin Verlag, München 2013, ISBN 978-3-640-55880-3. (Studienarbeit)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Drei Affen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Kungfutse: Lun Yu. Gespräche. Düsseldorf/Köln 1975, S. 121.
  2.  Wolfgang Mieder: „Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen“. Die drei weisen Affen in Kunst, Literatur, Medien und Karikaturen (= Kulturelle Motivstudien. 5). 1 Auflage. Praesens Verlag, Wien 15. November 2005, ISBN 3-7069-0248-6, Kapitel 7, S. 97 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche). Frequent questions and answers about the three monkeys. Sometimes I see a figurine with 4 monkeys. What is the idea? Abgerufen am 23. August 2012 (englisch): „A fourth monkey (usually called ‘Do no Evil, Have no Fun or Have no Sex’) is a later addition to the well-known trio […].“
  3. Unicode 6.0.0 characters in Emoticons block: SEE-NO-EVIL MONKEY ‹🙈›, HEAR-NO-EVIL MONKEY ‹🙉› and SPEAK-NO-EVIL MONKEY ‹🙊›. Supported by Symbola font.