4. Klavierkonzert (Saint-Saëns)

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Saint-Saëns im Jahr 1875

Das 4. Klavierkonzert in c-Moll, op. 44, ist ein Werk für Klavier und Orchester des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns.

Entstehung[Bearbeiten]

Das vierte Klavierkonzert entstand im Jahr 1875, etwa sieben jahre nach dem vorausgegangenen 3. Klavierkonzert. Dem Werk ist eine größere Reife und kompositorische Fortgeschrittenheit im Vergleich zu dem vorher entstandenen Konzert anzumerken. Saint-Saëns verwendet hier experimentell eine zweisätzige Form, die jedoch aus fünf charakterlich unterschiedlichen Teilen besteht. Das Konzept des Konzertes besteht in der vielseitigen Verarbeitung und Veränderung eines Grundmotives, welches einem französischen Lied entstammt. Wie sonst nur das 2. Klavierkonzert (g-Moll), steht dieses ausdrucksstarke Werk in einer Molltonart. Das Stück ist dem Konzertpianisten Anton Door gewidmet.

Zur Musik[Bearbeiten]

Besetzung[Bearbeiten]

Solo-Klavier, 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 2 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Pauke und Streicher

1. Satz: Allegro moderato - Andante[Bearbeiten]

Notenbeispiel: Das Hauptthema des Konzertes

Die erste Abteilung des Werkes beinhaltet die beiden ersten Teile des fünfteiligen Konzeptes. Das Thema und Urmotiv (Siehe Notenbeispiel) des gesamten Konzertes wird zu Beginn des Satzes im Allegro von den Streichern vorgestellt. Dialogisch entwickeln nun Orchester und sich immer virtuoser steigerndes Soloklavier das Thema. Es erklingt schließlich Fortissimo in majestätischen c-Moll bevor es von Holzbläsern und Klavier scherzhaft mit sprunghaften Läufen abgewandelt wird.

Ein Übergangsteil, bestehend aus zu Arpeggien aufgebrochenen Akkorden, führt zu einer lyrischen Variante des französischen Liedes. Diese stellt den zweiten Teil des Konzertes und somit den Andante-Teil des ersten Satzes dar. Auch diese Wendung ist aus dem Urmotiv und Hauptthema des Konzertes entwickelt und wird in der Folge vom romantisch-elegischen Klavier umspielt. Im fünften Teil des Konzertes wird diese lyrische Form des Themas wieder aufgenommen und majestätisch gesteigert. Eine erste Steigerung erfährt es bereits im Anschluss, da es vom Soloklavier und großgriffigen Akkorden virtuos ausgeschmückt wird. Leise Blechbläserfanfaren im Hintergrund des zunehmend unruhigen musikalischen Geschehens erzeugen einen Spannungsaufbau, welcher jedoch zu Ende des ersten Satzes nicht mehr aufgelöst wird.

2. Satz: Allegro vivace - Andante - Allegro[Bearbeiten]

Die zweite Abteilung des Konzertes umfasst die Teile 3 bis 5 des Konzertes. Beginnend mit einem Allegro-Teil, welcher mit scherzhaft vorbeihuschende Sequenzen im Klavier und den Holzbläsern beginnt. Das Hauptthema des Konzertes erscheint nun in einer reizvollen, rhythmisch veränderten, sprunghaften Variante im Orchester, vom Klavier scherzhaft umspielt, bevor es das Thema selbst aufnimmt. Ein kindlich-einfach wirkendes Motiv erscheint im Klavier und besteht aus dem Urmotiv entwickelten Tonfolgen, welche mit bis zu sechs Tonwiederholungen (schnell nacheinander ausgeführte Primen) pro Note gespielt werden. Das Orchester antwortet mit kurzen Einwürfen im Gegenrhythmus.

Der folgende, charakterlich gegensätzliche Andante-Teil, beginnt mit drohenden Motiven in den Streichern. In den Flöten taucht nun aber wieder die lyrische und gesangliche Variante des Hauptthemas auf. Ein plötzlicher virtuoser Ausbruch des Klaviers führt mit Trompetenfanfaren zum abschließenden Teil des Konzertes.

Im letzten Allegro-Teil des Werkes stellt das Klavier die lyrische und sehr gesangliche Ausformung des Themenmaterials in einer zunächst einstimmigen Form dar. Die Themenherkunft als Lied, ist hier kaum noch zu verkennen. Der Jubelsturm ergreift das ganze Orchester, welches das Thema nun auch euphorisch vorstellt. Immer wieder umspielt vom Soloinstrument wird das Liedthema weiterverarbeitet, immer wird hierbei der freudige und optimistische Duktus beibehalten. Das alte c-Moll des Konzertbeginns, hat sich zu strahlenden C-Dur verwandelt. In diesem Charakter endet das Konzert nun auch in einer großen und alles mitreißenden Coda in welchem das jubelnde Theme nun auch in den Blechbläsern erklingt.

Wirkung[Bearbeiten]

Die besondere konzeptionelle und motivische Arbeit Saint-Saëns' in diesem Werk, stellen einen Höhepunkt seines Schaffens dar. So wurde auch die Uraufführung des Werkes 1875, mit dem Komponisten als Solisten, zu einem großen Erfolg. Der französische Komponist Gabriel Fauré erstellte einige Jahre später ein Arrangement des Konzertes für zwei Klaviere. Das Konzert erfreut sich heute nach wie vor großer Beliebtheit und wird sehr häufig aufgeführt. Es gilt als eines der stärksten Werke Saint-Saëns', welches durch seine Innovation, den hin und wieder geäußerten Vorwurf des rückständigen Kompositionsstil des Franzosen, zu entkräften vermag.

Weblinks[Bearbeiten]