5. Division (Deutsches Kaiserreich)

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Generalleutnant Otto von Dulitz, Divisionskommandeur 1901/06.
Angehöriger des Feldartillerie-Regiments „General-Feldzeugmeister“ (2. Brandenburgisches) Nr. 18 in Frankfurt (Oder) vor oder während des Ersten Weltkrieges

Die 5. Division, für die Dauer des mobilen Verhältnisses auch als 5. Infanterie-Division bezeichnet, war ein Großverband der Preußischen Armee.

Gliederung[Bearbeiten]

Die Division war Teil des III. Armee-Korps. Ihr unterstanden:

Friedensgliederung 1914[Bearbeiten]

Kriegsgliederung bei Mobilmachung 1914[Bearbeiten]

  • 9. Infanterie-Brigade
    • Leib-Grenadier-Regiment „König Friedrich Wilhelm III.“ (1. Brandenburgisches) Nr. 8
    • Infanterie-Regiment „von Stülpnagel“ (5. Brandenburgisches) Nr. 48
  • 10. Infanterie-Brigade
  • 5. Feldartillerie-Brigade
    • Feldartillerie-Regiment „General-Feldzeugmeister“ (2. Brandenburgisches) Nr. 18
    • Neumärkisches Feldartillerie-Regiment Nr. 54
    • 1. Kompanie/Pionier-Bataillon „von Rauch“ (1. Brandenburgisches) Nr. 3

Kriegsgliederung vom 26. Mai 1918[Bearbeiten]

  • 10. Infanterie-Brigade
    • Leib-Grenadier-Regiment „König Friedrich Wilhelm III.“ (1. Brandenburgisches) Nr. 8
    • Grenadier-Regiment „Prinz Carl von Preußen“ (2. Brandenburgisches) Nr. 12
    • Infanterie-Regiment „von Alvensleben“ (6. Brandenburgisches) Nr. 52
    • MG-Scharfschützen-Abteilung Nr. 13
    • 3. Eskadron/Husaren-Regiment „von Zieten“ (Brandenburgisches) Nr. 3
  • Artillerie-Kommandeur Nr. 142
    • Feldartillerie-Regiment „General-Feldzeugmeister“ (2. Brandenburgisches) Nr. 18
    • Fußartillerie-Bataillon Nr 67
  • Pionier-Bataillon Nr. 116
  • Divisions-Nachrichten-Kommandeur Nr. 5

Geschichte[Bearbeiten]

Der Großverband ging aus der im März 1816 in Crossen gebildeten Truppen-Brigade hervor und wurde am 5. September 1818 zur 5. Division erweitert. Das Kommando stand zunächst bis 1840 in Frankfurt (Oder), dann in Berlin und ab 1845 wieder in Frankfurt (Oder). Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde die Division dort demobilisiert und 1919 schließlich aufgelöst.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs im August 1914 machte die Division mobil und marschierte unter Führung des Generals Georg Wichura im Verband des III. Armee-Korps in das neutrale Belgien ein. Am 18. August 1914 kam es bei Tirlemont zu ersten Kämpfen, denen am 22. und 23. August die Schlachten bei Mons und am 26. August die bei Le Cateau folgten. Nach der Schlacht an der Marne deckte die Division den Rückzug des II. Armee-Korps vom linken auf das rechte Aisneufer. Mitte September ging die Division nach schweren Kämpfen in der Schlacht an der Aisne in den Stellungskrieg über. Im Januar 1915 kämpfte die Division in der Schlacht bei Soissons, die sich aus einem Durchbruchsversuch der Franzosen entwickelt hatte. Im Spätsommer 1915, bereits zum Abtransport an die Ostfront vorgesehen, wurde die Verladung gestoppt und die Division ab 24. September als nächstverfügbare Reserve in die Herbstschlacht in der Champagne geworfen. Nach Beendigung der dortigen Kämpfe Anfang November verblieb die Division bis Anfang Dezember 1915 in der Champagne und trat dann in den Bereich der 5. Armee, die vor Verdun lag, über. Während der am 21. Februar 1916 beginnenden Schlacht um Verdun stürmte die Division innerhalb weniger Tage Bois de Ville, den Walvrille-Wald, die Louvremont-Stellung sowie den Pfefferrücken und kämpfte schließlich um das stark befestigte Dorf Douaumont, das am 2. März kurzfristig eingenommen werden konnte. Daran schlossen sich erbitterte Kämpfe im Caillette-Wald und um das Dorf und Fort Vaux an. Nach schweren Verlusten wurde die Division zur Erholung und Auffrischung aus der Front gezogen. Sie kam zu Beginn der Schlacht an der Somme wieder zum Einsatz und verteidigte den Abschnitt Longueval-Wald von Delville. Am 7. September 1916 übernahm General Hasso Georg von Wedel die Division, die zu diesem Zeitpunkt wieder in der Champagne lag. Nach den folgenden Stellungskämpfen kam sie anschließend Mitte April 1917 bei der 1. Armee in der Doppelschlacht Aisne-Champagne zum Einsatz. Anfang Juli 1917 verlegte die Division an die Ostfront und wurde während der Kerenski-Offensive am Sereth eingesetzt. Im September 1917 kam die Einheit an die Italienfront. In der 12. Isonzoschlacht und nach den Durchbruch bei Tolmein gelang am 27. Oktober die Erstürmung des Monte Hum, des Monte Spinh sowie das Castel del Monte. Nach der Schlacht bei Udine blieb die Division im Vormarsch und überschritt den Tagliamento. Kurzzeitig zur Erholung aus der Front gezogen, war sie Armeereserve und trat dann wieder in die venezischen Gebirgskämpfe ein. Mitte Dezember 1917 erfolgte der Rücktransport an die Westfront, wo sich die Division bei der 18. Armee an der Frühjahrsoffensive beteiligte. Am 21. März 1918 überschritt die sie den Kanal zwischen St.-Christ und Tergnier und stieß bis Ende März auf die Linie Montdidier-Noyon vor. Es folgten Verfolgungskämpfe zwischen Oise und Aisne. Zusammen mit der Garde gelang am 27. Mai die Erstürmung der Höhe des Chemin-des-Dames. Nach dem zweiten Vormarsch zur Marne, folgte nach der alliierten Gegenoffensive der Rückzug auf die Vesle. Rückzugskämpfe über die Somme auf die alte Siegfriedlinie, bis November 1918 erfolgte der Rückzug auf die Maas-Stellung.

Gefechtskalender[Bearbeiten]

1914[Bearbeiten]
  • 18. bis 19. August – Schlacht an der Gette
  • 23. bis 24. August – Schlacht bei Mons
  • 25. bis 27. August – Schlacht bei Solesmes und Le Cateau
  • 28. bis 30. August – Kämpfe an der Somme
  • 1. September – Gefecht bei Villers-Cotterêts
  • 4. September – Gefechte bei Vieils-Maisons-Montmirail
  • 5. bis 9. September – Schlacht am Ourcq
  • 10. September – Nachhutgefechte bei Neuilly-St. Front
  • ab 12. September – Kämpfe an der Aisne
1915[Bearbeiten]
  • bis 1. Juli 1915 – Kämpfe an der Aisne
    • 8. bis 14. Januar – Schlacht bei Soissons
    • 9. Mai bis 23. Juli – Schlacht bei La Bassée und Arras
  • 24. Juli bis 22. September – Stellungskämpfe in Flandern und Artois
  • 24. September bis 3. November – Herbstschlacht in der Champagne
  • 4. November bis 10. Dezember – Stellungskämpfe in der Champagne
  • ab 30. November – Kämpfe an der Aisne
1916[Bearbeiten]
  • bis 2. Februar – Kämpfe an der Aisne
  • 21. Februar bis 31. Mai – Schlacht bei Verdun
    • 21. bis 22. Februar – Erstürmung des Bois-de-Ville
    • 23. Februar – Erstürmung des Wavrille-Waldes
    • 25. bis 26. Februar – Erstürmung der Louvémont-Stellung und des Pfefferrückens
    • 25. Februar bis 2. März – Kämpfe um Dorf Douaumont
    • 3. bis 20. März – Stellungskämpfe vor Verdun
    • 12. bis 15. März – Kämpfe im Caillette-Wald
    • 22. bis 25. Mai – Kämpfe um Fort Douaumont
  • 1. Juni bis 18. Juli – Reserve der OHL
  • 19. Juli bis 4. August – Schlacht an der Somme
  • 14. August bis 27. Oktober – Stellungskämpfe in der Champagne
  • 27. Oktober bis 16. Dezember – Stellungskämpfe vor Verdun
  • ab 16. Dezember – Reserve der OHL
1917[Bearbeiten]
  • bis 7. Februar – Reserve der OHL
  • 18. Februar bis 17. April – Stellungskampf im Oberelsass
  • 18. April bis 4. Mai – Doppelschlacht Aisne-Champagne
  • 5. Mai bis 5. Juli – Reserve der OHL
  • 7. bis 18. Juli – Stellungskämpfe östlich Zloczow
  • 19. bis 28. Juli – Durchbruchsschlacht in Ostgalizien
    • 19. Juli – Erstürmung der Mackowa-Gora
    • 20. Juli – Verfolgungskämpfe bis zur Bahn Jezierna-Tarnopol
    • 21. Juli – Durchbruchskämpfe an der Straße Jezierna-Tarnopol
    • 22. Juli – Vorstoß an den Sereth
    • 23. Juli – Erzwingung des Überganges über den Sereth
    • 24. Juli – Waldkämpfe im Wielki-Las
    • 25. Juli – Gniezna-Übergang
  • 29. Juli bis 20. September – Stellungskämpfe am Sereth
  • 20. September bis 15. Oktober – Aufmarsch hinter der Isonzo-Front
  • 3. bis 23. Oktober – Stellungskämpfe am Isonzo
  • 24.bis 27. Oktober – Durchbruch durch die Julischen Alpen
    • 26. Oktober – Erstürmung des Monte Hum
    • 27. Oktober – Erstürmung des Monte San Giovanni, Monte Spighi und Castel del Monte
  • 28. Oktober bis 3. November – Schlacht bei Udine
    • 29. Oktober bis 1. November – Vorstoß gegen den unteren Tagliamento
  • 4. bis 11. November – Verfolgung vom Tagliamento bis zur Piave
  • 12. November bis 18. Dezember – Gebirgskämpfe in den Venezianischen Alpen
  • ab 18. Dezember – Stellungskämpfe in der Champagne
1918[Bearbeiten]
  • bis 4. März – Stellungskämpfe in der Champagne
  • 5. bis 20. März – Ruhezeit hinter der 18. Armee
  • 21. März bis 6. April – Große Schlacht in Frankreich
  • 7. April bis 27. Mai – Kämpfe an der Avre und bei Montdidier-Noyon
  • 27. Mai bis 13. Juni – Schlacht bei Soissons und Reims
    • 27. Mai – Erstürmung der Höhen des Chemin des Dames
    • 28. Mai bis 1. Juni – Verfolgungskämpfe zwischen Oise und Aisne und über die Vesle bis zur Marne
    • 30. Mai bis 13. Juni – Angriffskämpfe westlich und südwestlich von Soissons
  • 14. Juni bis 4. Juli – Stellungskämpfe zwischen Oise, Aisne und Marne
  • 18. bis 25. Juli – Abwehrschlacht zwischen Soissons und Reims
  • 26. Juli bis 3. August – Bewegliche Abwehrschlacht zwischen Marne und Vesle
  • 4. August bis 3. September – Stellungskämpfe an der Vesle
  • 3. bis 27. September – Kämpfe vor und in der Siegfriedstellung
  • 10. bis 12. Oktober – Kämpfe vor der Hunding- und Brunhildfront
  • 13. Oktober bis 4. November – Kämpfe in der Hundingstellung
  • 5. bis 11. November – Rückzugskämpfe vor der Antwerpen-Maas-Stellung
  • ab 12. November – Räumung des besetzten Gebietes und Rückmarsch in die Heimat

Kommandeure[Bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum
Generalmajor Friedrich August von Brause 5. September 1818 bis 29. März 1835
Generalmajor Georg Prinz zu Hessen-Cassel 30. März 1835 bis 8. Mai 1840
Generalmajor Prinz Albrecht von Preußen 9. Mai 1840 bis 3. Oktober 1844
Generalmajor Karl Heinrich Wilhelm von Pochhammer 4. Oktober 1844 bis 14. März 1848
Generalmajor Ludwig Roth von Schreckenstein 15. März bis 12. April 1848
Generalmajor Heinrich von Holleben 13. April bis 3. November 1848
Generalleutnant Johann Georg Philipp von Wussow 2. Mai 1850 bis 1855
Generalmajor Karl August von Brandenstein 1855 bis 2. Juli 1858
Generalleutnant Eduard Vogel von Falckenstein 3. Juli 1858 bis 28. Januar 1863
Generalleutnant Wilhelm von Tümpling 29. Januar 1863 bis 29. Oktober 1866
Generalmajor Wilhelm Friedrich Johann von Kamienski 30. Oktober 1866 – Mai 1867
Generalleutnant Ferdinand von Stülpnagel 16. Juli 1867 bis 17. Oktober 1871
Generalleutnant Georg von der Gröeben 13. Januar bis 18. November 1872
Generalmajor Bernhard Alexander Heinrich von Kessel 19. November 1871 bis 12. Mai 1879
Generalmajor Walter Friedrich Karl von Loë 13. Mai 1879 – 21. April 1884
Generalmajor Barthold Bernhard von Ditfurth 22. April 1884-1888
Generalleutnant Hermann Paul von Blomberg April 1884 bis Oktober 1888
Generalleutnant Maximilian Vogel von Falckenstein Oktober 1891 bis 1. Januar 1896
Generalleutnant Colmar von der Goltz 2. Januar 1896 bis 23. Juli 1898
Generalleutnant Oldwig Wilhelm Ferdinand von Natzmer 24. Juli 1898
Generalleutnant Ernst Gustav Martin Köpke 25. Juli bis 9. September 1898 (in Vertretung)
Generalleutnant Ernst Gustav Martin Köpke 10. September 1898 bis 7. Juni 1901
Generalleutnant Otto von Dulitz 8. Juni 1901 bis 9. April 1906
Generalleutnant Limbrecht von Schlieffen 10. April 1906 bis 21. März 1910
Generalmajor Gustav Schuch 22. März bis 3. Juli 1910
Generalleutnant Richard von Süßkind-Schwendi 4. Juli 1910 bis 30. September 1912
Generalleutnant Georg Wichura 1. Oktober 1912 bis 5. Mai 1915
Generalmajor Arthur von Gabain 6. Mai bis 2. Juli 1915 (in Vertretung)
Generalleutnant Georg Wichura 3. Juli 1915 bis 6. September 1916
Generalleutnant Hasso Georg von Wedel 7. September 1916 bis 4. Juli 1918
Generalleutnant Georg Reinhold Johow 5. Juli 1918 bis 20. Januar 1919

Literatur[Bearbeiten]

  • Ruhmeshalle unserer Alten Armee. Herausgegeben auf Grund amtlichen Materials des Reichsarchivs. Militär-Verlag. Berlin 1927. S. 61–62, 95.
  • Histories of Two Hundred and Fifty-One Divisions of the German Army Which Participated in the War (1914–1918). United States War Office as War Department. Document No. 905. Office of the Adjutant. 1920. S. 108–111.
  • Friedrich von Bernhardi: Deutschlands Heldenkampf. J. F. Lehmann Verlag. München 1922.