5. Klavierkonzert (Beethoven)
Das 5. Klavierkonzert op. 73 in Es-Dur ist das letzte Klavierkonzert Ludwig van Beethovens. Im englischsprachigen Raum ist das Konzert auch unter dem Titel Emperor bekannt.
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[Bearbeiten] Entstehung
Das Konzert entstand 1809, im selben Jahr wie die Egmont-Ouvertüre, und ist Erzherzog Rudolph gewidmet. Beethoven komponierte das Konzert im Zustand fortgeschrittener Taubheit, während Napoleons Truppen Wien mit Artilleriefeuer belegten.
[Bearbeiten] Zur Musik
[Bearbeiten] 1. Satz: Allegro
Der Kopfsatz beginnt mit einer für die Wiener Klassik völlig neuen Einleitung – mit einem Es-Dur-Dreiklang des Orchesters, worauf das Klavier mit einer virtuosen auskomponierten Kadenz einsetzt. Das Orchester markiert die Tonartwechsel in As-Dur und B-Dur, jeweils gefolgt von prächtigen Klavierpassagen, die schließlich in die Grundtonart zurückführen. Erst jetzt stellt das Orchester in der Exposition das schwungvolle Hauptthema vor. Das zweite Thema, in es-moll zuerst in Achteln und dazwischen liegenden Achtelpausen, später legato, bildet einen starken Kontrast zum Hauptthema und verursacht einen Stimmungswechsel. Dann leitet das Klavier mit einem chromatisch aufsteigenden Lauf wieder zum Hauptthema über/Exposition II. Das 2. Thema im Klavier beginnt völlig unerwartet in h-Moll und wechselt – enharmonisch verwechselt – nach Ges-Dur und Ces-Dur. Erst in der folgenden Orchesterpassage wird dann die für das 2. Thema erwartete Dominanttonart B-Dur erreicht. In B-Dur wird dann auch der anschließende Formteil Durchführung mit dem Hauptthema eröffnet und führt in einen Dialog zwischen Orchester und Klavier durch verschiedene Klangfarben, Motive und Tonarten. In der Reprise wird das Hauptthema brillant und strahlend wieder aufgenommen. Auch das zweite Thema erscheint wieder, nun von virtuosen Klavierfigurationen umspielt, die zusammen mit dem Orchester schwungvoll zum Ende des Satzes hinführen. Anstelle einer virtuosen Kadenz komponierte Beethoven eine ausgeschriebene Passage, die in die abschließende Coda übergeht.
[Bearbeiten] 2. Satz: Adagio un poco mosso
Das Adagio ist in H-Dur gesetzt, einer mit Es-Dur enharmonisch verwechselt terzverwandten Tonart. Gedämpfte Streicher stellen zunächst ein getragenes, choralähnliches Thema vor, bevor das Klavier einsetzt und das Thema schwebend zur Begleitung des Orchesters übernimmt. Es moduliert nach D-Dur und kehrt mit dem Orchester nach der Grundtonart H-Dur zurück. Zum Ende des ergreifenden Satzes leiten zwei Fagotte chromatisch von H- nach B- über, das Klavier deutet zwei Mal leise das Thema des dritten Satzes an, zwei Hörner spielen getragen das B und das Es-Dur-Rondo schließt attacca an.
[Bearbeiten] 3. Satz: Rondo Allegro
Im Schlusssatz beginnt das Klavier in donnerndem Fortissimo mit dem Hauptthema, welches aus einem zackig-aufstrebenden Dreiklang und einem abwärts geführten Gegenmotiv besteht. Das Orchester wiederholt das Hauptthema und führt es weiter. Im Klavier erscheint dann ein gesangliches Seitenthema (dolce). Beethoven lässt hier die Form des Rondos, wie in der Wiener Klassik üblich, mit der Sonatenhauptsatzform verschmelzen. In einem Durchführungsteil wird das Hauptthema über die Tonarten C-Dur, As-Dur und E-Dur geführt, ein verlängerter Triller auf der Dominante B leitet in die Reprise über. Die Coda besteht zunächst aus einer längeren Passage des Klaviers mit der Pauke, deren Ostinato sich verlangsamt und fast verhallt, bevor das Klavier unvermittelt zum Anfangscharakter zurückführt und das Orchester mit dem verkürzten Hauptthema einen triumphalen Schlusspunkt setzt.
[Bearbeiten] Wirkung
Das Werk wurde erst am 28. November 1811 mit dem Pianisten Friedrich Schneider im Gewandhaus zu Leipzig uraufgeführt. Es war von Beginn an ein großer Erfolg, auch wenn die erste Wiener Aufführung mit Beethovens Schüler Carl Czerny am 11. Februar 1812 auf Unverständnis beim Publikum stieß. Das 5. Klavierkonzert gehört heute zu den meistaufgeführten Klavierkonzerten weltweit und erfreut sich größter Beliebtheit.
[Bearbeiten] Das Konzert im Gesamtwerk Beethovens
Beethovens letztes reines Klavierkonzert (er schrieb sein Violinkonzert op. 61 später für Klavier um) ist der Gipfel seiner Weiterentwicklung dieses Genres. Gerade dieses Konzert beeinflusste nachhaltig spätere Künstler und die weitere Entwicklung der Gattung. Es setzt den Stil des sinfonischen Klavierkonzertes fort, den Beethoven im vorhergehenden 4. Klavierkonzert begonnen hatte. Das Werk stellt die Weiterentwicklung von Beethovens ersten vier Klavierkonzerten dar und zeigt den Weg zum sinfonischen Klavierkonzertstil, wie ihn u. a. später Johannes Brahms prägte. In der Tonart Es-Dur stehen u. a. 3. Sinfonie, die Eroica-Variationen und vier Klaviersonaten. Sie wurde von Beethoven öfters benutzt, um Heldentum musikalisch darzustellen. Das Konzert entstand in Beethovens mittlerer Schaffensperiode in der Umgebung der fünften bis siebten Sinfonie oder dem vierten Klavierkonzert. Das Jahrzehnt zwischen 1803 und 1813 war Beethovens produktivste Arbeitsphase
[Bearbeiten] Audio-Dateien
- 1. Satz (Allegro):
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- 2. Satz (Adagio un poco mosso):
- 3. Satz (Rondo: Allegro ma non troppo):
[Bearbeiten] Literatur
- Georg Kinsky: Beiträge zur Beethoven-Bibliographie; Studien und Materialien zum Werkeverzeichnis. Henle, München 1978, ISBN 3-87328-028-0
- Hansjürgen Schaefer: Konzertbuch Orchestermusik A-F, VEB Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1958
- Hartmut Hein: Ludwig van Beethoven. Klavierkonzert Nr.5 Es-Dur op.73. Faksimile. Laaber-Verlag, Laaber, 2005. ISBN 978-3-89007-584-6
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
Nr. 1 C-Dur op. 15 | Nr. 2 B-Dur op. 19 | Nr. 3 c-Moll op. 37 | Nr. 4 G-Dur op. 58 | Nr 5 Es-Dur op. 73