5 am Tag

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5 am Tag ist eine Aktion, die sich die Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung durch einen gesteigerten Verzehr von Obst und Gemüse zum Ziel gesetzt hat. Der Organisator in Deutschland ist der Verein 5 am Tag e. V., der im Jahr 2000 ins Leben gerufen wurde. Maßgeblich unterstützt wird die Aktion in Deutschland von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Der Verein stellt seinen Mitgliedern Informationsmaterial, Plakate, Werbematerial (teilweise kostenlos, teilweise gegen einen Beitrag) für Veranstaltungen (z. B. Schulfeste, Infostände, Tag der offenen Tür und weitere) zur Verfügung. Außerdem dürfen die Mitglieder das Logo von 5 am Tag verwenden.

Ursprung[Bearbeiten]

Im englischsprachigen Raum läuft diese Kampagne für den Verzehr von fünf Portionen Obst und Gemüse täglich unter dem Namen 5 A Day - For a better Health. Initiator war in den 1990er Jahren das nationale Krebsforschungsinstitut der USA, da medizinische Studien Hinweise darauf geben, dass der regelmäßige Verzehr von Obst und Gemüse dazu beitragen kann, Krebserkrankungen vorzubeugen. Am deutlichsten sind die Studienergebnisse im Hinblick auf Krebs im Mund- und Rachenraum, Speiseröhrenkrebs, Magenkrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs.[1] Ausschlaggebend für diese Wirkung seien bioaktive Substanzen in Obst und Gemüse. Als optimale Menge empfiehlt 5 am Tag insgesamt 650 Gramm Obst und Gemüse pro Tag.

Diskussion[Bearbeiten]

Einen wissenschaftlichen Nachweis für die tatsächliche Senkung des Krebsrisikos durch Obst und Gemüse gibt es bislang nicht. Dennoch sei „von den vielen Ernährungsfaktoren, die potenziell für die Krebsprävention in Frage kommen, der Einfluss von Gemüse und Obst wissenschaftlich am besten abgesichert“, heißt es in einer Veröffentlichung der DGE.[1] Eine Auswertung von 2010 der EPIC-Studie konnte diese These nicht stützen. In dieser europäischen Studie wurde über 8 Jahre und mit einer halben Million Studienteilnehmern der Zusammenhang von Ernährung und Krebs untersucht, die erwartete signifikante Schutzwirkung durch Gemüse und Obst konnte jedoch nicht bestätigt werden.[2][3][4]

Auch ist bislang der Erfolg dieser Kampagne im Hinblick auf das Ernährungsverhalten der Bevölkerung eher mäßig. Im Ernährungsbericht 2004 gab die DGE an, dass die empfohlene Menge von 650 Gramm Obst und Gemüse von den meisten Deutschen nicht erreicht wird.

Mitglieder der Aktion[Bearbeiten]

Die Mitglieder kommen aus verschiedenen Bereichen, die im weiteren Sinn mit Ernährung und Lebensmitteln zu tun haben, beispielsweise

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b „5 am Tag“-Kampagne: Wissenschaftliche Begründung. DGE. 1. Juli 2001. Abgerufen am 3. März 2011.
  2. Boffetta, P. et.al.: Fruit and Vegetable Intake and Overall Cancer Risk in the European Prospective Investigation Into Cancer and Nutrition (EPIC).. In: oxfordjournals.org (Hrsg.): J Natl Cancer Inst. 102, Nr. 8, 18. Februar 2010, S. 529–537. doi:10.1093/jnci/djq072. PMID 20371762. Abgerufen am 2. März 2011. „Conclusions: A very small inverse association between intake of total fruits and vegetables and cancer risk was observed in this study. Given the small magnitude of the observed associations, caution should be applied in their interpretation.
  3. Udo Pollmer: Das europäische Schweige-Epos - die EPIC-Studie. Deutschlandradio. 9. Mai 2010. Abgerufen am 2. März 2011.
  4. Obst und Gemüse schützen (kaum) vor Krebs. In: Deutsches Ärzteblatt vom 7. April 2010