64 Gespanschaften

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Die 64 Gespanschaften (ungarisch Hatvannégy Vármegye Ifjúsági Mozgalom (HVIM)) ist eine verbotene ultra-rechte ungarische Jugendorganisation.

Geschichte[Bearbeiten]

Emblem der HVIM

Der HVIM wurde 2001 von László Toroczkai gegründet, der 2006 den Vorsitz an Gyula Györgi Zagyva abgab. Der HVIM hat in der Vergangenheit Aktionen unter den ungarischen Minderheiten in den Nachbarstaaten durchgeführt, wie zum Beispiel das Schicken von Schulmaterialien an ungarische Kinder in der Vojvodina (Serbien) oder das Projekt „Haus der Hoffnung“ in den Zonen, wo die ungarischen Minderheiten leben.

Die Organisation mobilisiert ihre Anhänger in den "Gespanschaften", die nach dem Ersten Weltkrieg durch den Vertrag von Trianon von den Siegermächten vom Königreich Ungarn getrennt wurden und nach Rumänien sowie in die neu entstandenen Staaten Tschechoslowakei und Jugoslawien integriert wurden. Gegen den Vertrag von Trianon waren schon seit den 1920er Jahren wiederholt nationale und nationalistische Bewegungen mobilisiert worden, die auch die Grundlage für das ungarische Bündnis mit dem nationalsozialistischen Deutschland bildeten.

Durch die anti-staatlichen Krawalle vom September 2006 in Ungarn und die Attacke auf das Gebäude des Staatsfernsehens und die darauf folgenden Berichte in den Zeitungen wurde die Organisation weltweit bekannt. Toroczai wurde nach Agitationen 2008 in Serbien verhaftet, abgeschoben und ihm für zwei Jahren die Einreise untersagt.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hungarian far-right figure attacked in Serbia, bei politics.hu, 13. Mai 2008