7,5-cm-leichtes Infanteriegeschütz 18

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7,5-cm-leichtes Infanteriegeschütz 18


Allgemeine Angaben
Militärische Bezeichnung: 7,5-cm-leichtes Infanteriegeschütz 18
Herstellerland: Deutsches Reich
Entwickler/Hersteller: Rheinmetall, Böhmische Waffenfabrik / Habämfa
Entwicklungsjahr: 1927
Produktionszeit: 1932 bis ?
Stückzahl: ~ 12.000
Mannschaft: 6
Technische Daten
Rohrlänge: 0,783 m
Kaliber:

75 mm

Kaliberlänge: L/11,8
Kadenz: 8–12 Schuss/min
Höhenrichtbereich: −10° bis +75 Winkelgrad
Seitenrichtbereich: 11°

Das 7,5-cm-leichtes Infanteriegeschütz 18 oder kurz leIG 18 war ein leichtes Feldgeschütz der Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges.

Entwicklung und Produktion[Bearbeiten]

Das leIG 18 entwickelte Rheinmetall 1927 in Düsseldorf. 1932 wurde das Geschütz als 7,5-cm-leichtes Infanteriegeschütz 18 bei der Reichswehr in Dienst gestellt. Hersteller waren die Böhmische Waffenfabrik in Strakonitz und die Habämfa in Halle u. Ammendorf.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das leIG 18 hatte einen niedrigen Aufbau mit einfacher Kastenlafette und ein relativ kurzes Rohr. Das hydropneumatische Rohrrücklauf- und Vorholsystem lag in der Wiege unter dem Rohr. Das Geschütz besaß einen Kippverschluss und wurde ähnlich wie ein Schrotgewehr geladen. Dabei wurde das Rohrende über einen Hebel angehoben.

Um die Stabilität beim Abschuss des Geschützes zu gewährleisten, wurde der Holm mit einem Erdspaten versehen. Dieser grub sich beim Abschuss in die Erde. Zum Schutz der Besatzung war es mit einem Kanonenschild versehen. Dieser Schild bot indes lediglich Schutz gegen Beschuss aus Handwaffen und gegen Splitterwirkung.

Als Richtmittel diente das Rundblickfernrohr Z.E.34. Eine bauliche Unterscheidung der Geschütze entstand durch die Art der Transportmöglichkeiten. Das Geschütz für den bespannten Pferdezug hatte Holzräder; das Geschütz für den Kfz-Zug hatte gummibereifte Metallräder.

Munition[Bearbeiten]

Die Splitterwirkung der Sprenggranate betrug bis zu 20 Meter nach den Seiten. Bei direkten Treffern konnte ein Meter Erddeckung durchschlagen werden.

Einsatz[Bearbeiten]

Eine der Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg war, dass die Infanterie stark von eigener Artillerieausstattung profitierte. Dies führte zu der Entwicklung leichter Feldgeschütze, die diese Rolle ausführen konnten. So wurde die Divisionsartillerie entlastet. Das leIG 18 fand Verwendung bei den Infanteriegeschützkompanien der Infanterie- und Schützenregimentern, später auch in den schweren Kompanien der Infanterie- und später Panzergrenadierbataillone. Obgleich die Reichweite des Geschützes mit 3.375 m relativ gering war, erzielte es gute Resultate im Feld und erwies sich als zuverlässig. Trotz des kurzen Rohres konnte es unter Verwendung von Sprenggranaten auch gegen leicht gepanzerte Ziele wie Panzerspähwagen auf bis zu 300 m Entfernung erfolgreich eingesetzt werden. Für den Einsatz zur Panzerabwehr wurden in der zweiten Kriegshälfte Hohlladungsgranten ausgegeben, mit denen bis zu 85 mm Panzerstahl durchschlagen werden konnten. Dies war zumindest ausreichend, um auch gegen mittlere Panzer akzeptable Erfolgschancen zu erhalten.

Innerhalb der Panzergrenadiereinheiten wurde der leichte Schützenpanzerwagen 251 in der Ausführung Sd.Kfz. 251/4 als Zugmittel für ein leichtes Infanteriegeschütz verwendet. Dieses transportierte darüber hinaus Munition und Zubehör sowie die Besatzung des Geschützes. Insgesamt waren bei Kriegsbeginn 2993 Geschütze vorhanden. Fast 12.000 wurden gebaut.


Varianten[Bearbeiten]

Es wurden zwei in Teillasten zerlegbare Varianten für den Einsatz bei der Gebirgstruppe und den Fallschirmjägern geplant.

Das für die Gebirgsjäger gebaute 7,5-cm-leichte Gebirgsinfanteriegeschütz 18 war in zehn (im Mannschaftstransport) oder sechs (Packtiertransport) Teillasten zerlegbar und konnte auch mit einer Schlittenlafette gefahren werden.

Von dem für die Fallschirmjäger geplanten 7,5-cm-leichtes Infanteriegeschütz 18F wurden nur acht Stück gebaut und erprobt. Durch das Weglassen des Schutzschildes konnte eine Gewichtsreduzierung um 75 kg erreicht und das Geschütz in vier Abwurfbehältern mit dem Fallschirm abgeworfen werden. Insgesamt erwies es sich als unpraktisch und man gab die Herstellung zugunsten des LG 40 auf.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ian Hogg: Artillerie des 20. Jahrhunderts. Gondromverlag, Bindlach 2001, ISBN 3-8112-1878-6.
  • Terry Gander, Peter Chamberlain: Enzyklopädie deutscher Waffen 1939–1945. Spezialausgabe, 2. Auflage. Motorbuchverlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-613-02481-0, (Motorbuch-Verlag spezial).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: 7,5-cm-leichtes Infanteriegeschütz 18 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien