7er-Rugby

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Dieser Artikel beschreibt die unter dem Namen 7er-Rugby bekannte Rugby-Union-Variante. Für die entsprechende Rugby-League-Variante siehe 7er-Rugby-League.
Gedränge beim 7er-Rugby

7er-Rugby (englisch Rugby Sevens) ist eine Variante des Rugby Union aus der Familie der Rugbysportarten und wird, im Gegensatz zur herkömmlichem Variante mit 15 Spielern, mit nur 7 Spielern gespielt. Diese Spielvariante des Rugby wird 2016 auch in das Programm der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro aufgenommen.

Regeln[Bearbeiten]

Gasse beim 7er-Rugby

7er-Rugby wird vom Weltverband International Rugby Board (IRB) gefördert und besitzt, genau wie Rugby Union, ein offizielles IRB-Regelwerk. Die Grundlage bilden die Rugby-Union-Regeln und auch das Spielfeld besitzt dieselbe Größe wie im 15er-Rugby.

Die Dauer eines Spiels wird jedoch auf 2 × 7 Minuten mit einer Minute Halbzeitpause beschränkt; Endspiele dauern 2 × 10 Minuten bei zwei Minuten Halbzeitpause. Auf diese Weise können 7er-Rugby-Turniere an einem Tag oder einem Wochenende veranstaltet werden. Durch die verringerte Spielerzahl bei gleicher Platzgröße hat das angreifende Team einen Vorteil und Punkte werden häufiger als in der 15er-Variante erzielt. Da durch die Rahmenbedingungen auch der Ballbesitz mehr Wert als Feldvorteile hat, wird der Ankick, nachdem Punkte erzielt wurden, von der Mannschaft ausgeführt, die erfolgreich war – im Gegensatz zum „großen“ Rugby Union. Erhöhungen müssen per Dropkick ausgeführt werden. Gasse und Gedränge (bestehend aus drei Spielern) sind weiterhin Teil des Spiels, wobei in einigen Situationen statt eines Gedränges ein Freitritt verhängt wird.

So gut wie alle 7er-Rugby-Spieler spielen auch 15er-Rugby. Gute Siebenermannschaften bestehen meist aus Spielern der Hintermannschaft und Dritte-Reihe-Stürmern, da diese für das schnellere und laufintensivere Spiel körperlich gewöhnlich besser geeignet sind und über eine bessere Ballbehandlung verfügen.

Geschichte[Bearbeiten]

Spielpark des Melrose RFC

Erfunden wurde das 7er-Rugby 1883 von Ned Haig, einem Metzger aus der schottischen Stadt Melrose. Gedacht war es als einmalige Aktion, um Geldmittel für den örtlichen Verein zu beschaffen, doch die Idee fand beim Publikum Anklang. Das erste offiziell vom IRB unterstützte Spiel fand 1973 im Murrayfield Stadium zum hundertjährigen Jubiläum des schottischen Rugbyverbandes statt. Drei Jahre später fand zum ersten Mal das Hong-Kong-Sevens-Turnier statt. 1993 wurde erstmals die 7er-Rugby-Weltmeisterschaft ausgetragen, in der die besten Nationalmannschaften der Welt um den Melrose Cup spielen.

Weitere wichtige Wettbewerbe, in denen 7er-Rugby gespielt wird, sind die Commonwealth Games und die World Games. Das IRB veranstaltet über mehrere Monate hinweg eine Reihe von Turnieren in Städten auf der ganzen Welt, die in die Endauswertung der IRB Sevens World Series mit einfließen. Nach dem gleichen Prinzip veranstaltet die FIRA-AER eine europäische Turnierserie.

In Deutschland wird 7er-Rugby auf vielen Turnieren gespielt. Hier besteht die Möglichkeit für junge und kleine Vereine, die noch nicht über einen großen Spielerkader verfügen, wertvolle Spielerfahrung zu sammeln. Auch die Deutschen Meisterschaften im Schul- sowie Hochschulrugby werden im 7er-Rugby ausgetragen. Seit 1996 gibt es eine Deutsche Meisterschaft im 7er-Rugby für Männer, vier Jahre später wurde der gleiche Wettbewerb für Frauenmannschaften eingeführt.

Olympische Spiele[Bearbeiten]

Nachdem Rugby Union 1924 letztmals Teil der Olympischen Sommerspiele gewesen war, wurde seit längerem über die Aufnahme von 7er-Rugby in das olympische Programm diskutiert. Das IRB verweist unter anderem auf die große Beliebtheit bei Zuschauern und die Möglichkeit für kleine Nationen wie Fidschi oder Samoa, in diesem Sport erfolgreich zu sein. Das Internationale Olympische Komitee jedoch verweigerte letztmals im Juli 2005 die Aufnahme.[1] (Stand: Juli 2006). Im Vorfeld der Entscheidung hatte der Schweizer IOC-Vertreter Denis Oswald mit der Äußerung für Aufsehen gesorgt, dass er zwar kein Rugbyspezialist sei, jedoch von Leuten aus dem Sport erfahren habe, dass 7er-Rugby eine Art Witz darstelle.[2] Oswald erklärte später, er habe noch nie ein Rugbyspiel gesehen. Als Reaktion auf Kritik während der Bewerbungsphase richtete das IRB auch eine Turnierserie für Frauen ein.

Im August 2009 schlug die Exekutive des IOC die Aufnahme von 7er-Rugby und Golf in das Programm der Olympischen Spiele 2016 vor. Diesem Vorschlag wurde auf der Vollversammlung des IOC am 9. Oktober 2009 in Kopenhagen zugestimmt.[3]

Berühmte 7er-Rugby-Spieler[Bearbeiten]

Berühmte 7er-Rugby-Spieler sind unter anderem Waisale Serevi, Christian Cullen, Ben Gollings, Jonah Lomu und Brian Lima.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Rugby – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Rugby

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: 7er-Rugby – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BBC Sport: Fewer sports for London Olympics, 8. Juli 2005 (englisch)
  2. Duncan Mackay (The Observer): Sevens captains hit back at „joke“ remark, 12. Juni 2005 (englisch)
  3. Golf und 7er Rugby in Rio, 9. Oktober 2009