8. US-Infanteriedivision
Die 8. US-Infanteriedivision war ein militärischer Großverband der US Army. Sie ist seit dem 17. Januar 1992 inaktiv.
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[Bearbeiten] Abzeichen und Spitzname
Die Division besitzt zwei verschiedene Spitznamen. Den ersten, PATHFINDER DIVISION, nahm die Division bereits bei ihrer Aufstellung im Jahr 1918 zu Ehren des "Pfadfinders" Generalmajor John C. Fremont (1813–1890), der weite Teile des noch unbesiedelten Westens der USA erschloss, an. Der zweite, GOLDEN ARROW DIVISION, kam hinzu, nachdem die Einheit ihr Abzeichen geschaffen hatte, eine weiße Acht auf blauem Grund, durchstochen von einem goldenen Pfeil.
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Die 1950er und 1960er Jahre
Bereits 1955 gab die Armeeführung bekannt, dass die Division an der Operation Gyroscope, dem turnusmäßigen Austausch ganzer Divisionen in Deutschland, teilnehmen sollte. Im Oktober 1956 verlegten die ersten Einheiten nach Europa, bevor am 14. Dezember 1957 der Stab in Bad Kreuznach eingerichtet wurde. Seit 1958 wurden der Division zwei Airborne-(Luftlande-)Bataillone zugeschlagen, eine Besonderheit für eine mechanisierte Infanteriedivision.
Anlässlich des Mauerbaus im August 1961 wurde die 18. Infanterie zur Unterstützung der dortigen Einheiten nach West-Berlin gesandt. Der Rest des Jahrzehnts war geprägt von zahlreichen und großangelegten Übungen mit Landungen in Dänemark, Spanien und der Türkei. 1963 wurde die Division, wie alle anderen auch, umgegliedert in Brigaden, Regimenter und Bataillone. Dabei wurde die 1. Brigade komplett aus in Mainz (Lee Barracks) stationierten Luftlandeeinheiten gebildet. Im selben Jahr fand im Rahmen der Operation BIG LIFT eine Großübung statt, zu der rund 16.000 Soldaten der 2. US-Panzerdivision aus den USA eingeflogen wurden, die ihr Großgerät aus Depots in der Pfalz und Frankreich übernahmen und zusammen mit der "deutschen" 3. US-Panzerdivision, 8. US-Infanteriedivision und dem 3. gepanzerten Kavallerieregiment eine Manöverstreitmacht von über 40.000 Soldaten und 12.000 Fahrzeugen ergaben. Nach einem "Gegenangriff" der feindlichen Kräfte wurde der Main bei Aschaffenburg überquert und die Übung endete mit einer großen "Panzerschlacht" mit über 800 beteiligten Panzern der Typen M48 Patton und M60 im Raum Gießen.
[Bearbeiten] Die 1970er Jahre
1970 wurde das Aufklärungsbataillon der 3. Brigade als erstes in Europa mit dem neuen Spähpanzer M551 Sheridan ausgestattet. Im selben Jahr erhielt die Division, wiederum als erste, ein eigenes Flugabwehrbataillon mit Panzern vom Typ M163 Vulcan. 1973 wurden die Airborne-Einheiten von der Division abgezogen und die 1. Brigade wurde nun durch mechanisierte Infanteriebataillone gebildet.
[Bearbeiten] Die 1980er Jahre
1983 erhielt die Division, als erste in Deutschland, eine direkt unterstellte Raketenwerferbatterie. Diese war ausgestattet mit 9 Fahrzeugen M933 MLRS, Multiple Launch Rocket System, zu deutsch mittleres Artillerie Raketen-System MARS-Werfer. Im selben Jahr wurde der neue Kampfpanzer M1 Abrams eingeführt. 1984 bekam die Division eine Kampfhubschrauberbrigade als 4. Brigade. Mitte der achtziger Jahre bekam die Division für jede der Kampfbrigaden (3) ein Panzerhaubitzenbataillon mit drei Batterien der Fahrzeuge M109 Paladin. Im Jahre 1990 bestand folgende Gliederung:
- Stab und Stabskompanie in Bad Kreuznach
- 1. Brigade in Mainz
- 2. Brigade in Baumholder
- 3. Brigade in Mannheim
- 4. Brigade (Heeresfliegerbrigade) am Flugplatz Mainz-Finthen mit der Cavalry in Mannheim
- DICSOM (Divisionsunterstützungskommando) in Bad Kreuznach
- DIVENG (Pioniere) in Dexheim
- DIVARTY (Artillerie) in Baumholder
- MI Bn (Aufklärung) in Bad Kreuznach
- ADA Bn (Flugabwehr) in Mainz
[Bearbeiten] Inaktivierung
Die 8. US-Infanteriedivision wurde am 17. Januar 1992 bei einer feierlichen Zeremonie in Bad Kreuznach inaktiviert. Ihren Standort nahm umgehend die 1. US-Panzerdivision ein, die aus dem mittelfränkischen Raum abgezogen wurde.