87. Infanterie-Division (Wehrmacht)

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87. Infanterie-Division
Truppenkennzeichen der 87. Infanterie-Division
Truppenkennzeichen der 87. Infanterie-Division
Aktiv 26. August 1939 bis Mai 1945 (Kapitulation)
Land Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Streitkräfte Wehrmacht
Teilstreitkraft Heer
Typ Infanteriedivision
Grobgliederung siehe Gliederung
Aufstellungsort Altenburg
Spitzname Grünes Herz
Zweiter Weltkrieg Westfeldzug
Ostfront
Kommandeure
Liste der Kommandeure

Die 87. Infanterie-Division war ein militärischer Großverband der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Division wurde bei der Mobilmachung am 26. August 1939 als Teil der 2. Welle in Altenburg im Wehrkreis IV aufgestellt. Nach beendeter Aufstellung wurde sie zur Grenzsicherung in die Eifel verlegt. Im Rahmen des Westfeldzugs drang sie über Südbelgien bis an die Somme vor und war in der zweiten Phase am Kampf um Paris beteiligt, wo sie danach auch zeitweilig als Besatzungstruppe verblieb. Im Oktober 1940 wurde etwa ein Drittel der Division zur Aufstellung der 319. Infanterie-Division abgegeben.

Im Frühjahr 1941 wurde die Division nach Ostpreußen verlegt und für den Angriff auf die Sowjetunion der 9. Armee unterstellt. Über die Stationen Suwalki und Wilna war sie an der Kesselschlacht bei Białystok beteiligt. Wenig später wurde sie nördlich von Smolensk eingesetzt. Im August 1941 kam es zwischen dem IR 187 und der 32. Kosaken-Division in den Pripjetsümpfen westlich von Bobruisk zu größeren Kampfhandlungen.[1] Im Winter 1941 marschierte die Division im Rahmen der Operation Taifun über WjasmaGschatskMoschaiskRusa und Swenigorod bis kurz vor Moskau vor, bevor sie sich wieder in den Raum Gschatsk zurückziehen musste. Das Jahr 1942 wurde für die Division durch die verlustreichen Abwehrkämpfe im Frontbogen von Rschew bestimmt. Im Frühjahr 1943 setzte sie die 87. ID in der Unternehmen Büffelbewegung über Sytschowka, Dorogobusch in den Raum Welisch aus dem Rschewer Frontbogen ab. Am 1. April 1943 musste das GR 173 aufgrund starker Verluste aufgelöst werden, es wurde erst im April des folgenden Jahres wieder neu aufgestellt. Im Oktober 1943 folgte im Verband der 3. Panzerarmee der Rückzug in die Panther-Stellung im Raum Witebsk.

Anfang 1944 wurde die Division dann der 16. Armee am südlichen Flügel der Heeresgruppe Nord unterstellt. Infolge der sowjetischen Sommeroffensive 1944 musste sich die Division dann über Dorpat ins Kurland zurückziehen, wo die gesamte Heeresgruppe eingeschlossen wurde. Es folgte die Teilnahme an den sechs Kurlandschlachten bis zur Kapitulation im Mai 1945.

Personen[Bearbeiten]

Divisionskommandeure der 87. ID
Dienstzeit Dienstgrad Name
1. September 1939 bis 17. Februar 1942 Generalleutnant Bogislav von Studnitz
17. Februar bis 1. März 1942 Generalmajor Walther Lucht (m.d.F.b.)
1. März bis 22. August 1942 Generalleutnant Bogislav von Studnitz
22. August 1942 bis 1. Februar 1943 Generalleutnant Werner Richter
1. Februar bis 22. November 1943 Generalleutnant Walter Hartmann
22. November 1943 bis August 1944 Generalleutnant Mauritz Freiherr von Strachwitz
August bis September 1944 Generalmajor Gerhard Feyerabend (m.d.F.b.)
September 1944 bis 16. Januar 1945 Generalmajor Helmuth Walter (m.d.F.b.)
16. Januar bis 8. Mai 1945 Generalleutnant Mauritz Freiherr von Strachwitz
Bechler war Angehöriger der 87. ID, wurde am 28. Januar 1943 bei Stalingrad mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet und geriet wenig später als Offizier der 6. Armee in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Während seiner Gefangenschaft wurde Bechler Mitglied des Nationalkomitee Freies Deutschland und war später am Aufbau der NVA beteiligt.

Gliederung[Bearbeiten]

  • Infanterie-Regiment 173
  • Infanterie-Regiment 185
  • Infanterie-Regiment 187
  • Artillerie-Regiment 187
  • Pionier-Bataillon 187
  • Panzerabwehr-Abteilung 187
  • Aufklärungs-Abteilung 187
  • Nachrichten-Abteilung 187
  • Nachschubstruppen 187

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Oehmichen & Martin Mann: Der Weg der 87. Infanterie Division von 1939–1945, Selbstverlag der Traditionsgemeinschaft, 1969.
  • Klaus Froh & Rüdiger Wenzke: Die Generale und Admirale der NVA: Ein biographisches Handbuch, Ch. Links Verlag, 2007, ISBN 978-3-86153-438-9.
  •  Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 6. Die Landstreitkräfte 71 – 130. 2. Auflage. Biblio-Verlag, Bissendorf 1979, ISBN 3-7648-1172-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Infantry behind the lines – still a viable concept?, Major Mike McMahon, Infantry School of Advanced Military Studies United States Army Command and General Staff College Fort Leavenworth, Kansas