9. Jahrhundert

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Das 9. Jahrhundert begann am 1. Januar 801 und endete am 31. Dezember 900.

Entwicklungen

In Europa ist dieses Jahrhundert Teil des Frühmittelalters (ca. 500-1050). Dort begann mit der mittelalterlichen Warmzeit eine Periode milden Klimas. Nach dem Tod Karl des Großen (814) umfasste das Fränkische Reich auch unter seinem Nachfolger Ludwig dem Frommen große Teile Europas. Nach dessen Tod wurde das Reich ab 843 unter seinen Nachkommen mehrmals in neue Teile aufgeteilt, bis im Vertrag von Ribemont (880) die Teilung in ein Westfrankenreich, ein Ostfrankenreich und das spätere Königreich Italien erfolgte. Die Auseinandersetzungen der Karolinger über die Herrschaft im Frankenreich, die schon während der Regierung Ludwigs des Frommen begann, führten zu einer zunehmenden Schwächung der karolingischen Herrscher zugunsten lokaler Adeliger.

Im 9. Jahrhundert führten die Wikinger von Skandinavien regelmäßige Raubzüge vorwiegend in den Küstenregionen Europas durch. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts eroberten sie Teile Englands und besiedelten Island. Alfred der Große bringt in derselben Zeit die anderen englischen Territorien zunehmend unter seine Kontrolle und wird schließlich als erster König von England anerkannt.

Das Bulgarische Reich expandierte im gesamten Jahrhundert, insbesondere auf dem Balkan. Mit der Einführung des Christentums nach östlichem Ritus in der zweiten Jahrhunderthälfte verschwanden allmählich die Unterschiede zwischen Protobulgaren und Slawen.

Das Byzantinische Reich erlitt am Anfang des Jahrhunderts weitere Gebietsverluste. So wurden die Inseln Kreta und Sizilien durch muslimische Truppen erobert. Auch der byzantinische Bilderstreit lebte kurzzeitig wieder auf. In den 840er Jahren beruhigte sich die Bedrohung des Reiches jedoch zunehmend und es erlebte eine relativ friedliche Zeit mit zeitweise wirtschaftlicher und kultureller Blüte.

Das Kalifenreich erlebte unter den Abbasiden am Anfang des Jahrhunderts eine Blüte und eine Wissenschaft, die zunehmend auf griechische und römische Quellen zurückgriff. Gleichzeitig spalteten sich ab diesem Zeitraum zahlreiche Teilreiche vom Abbasiden-Kalifat ab und es begann ab dem zweiten Quartal des Jahrhunderts ein zunehmender Niedergang der Macht der Dynastie.

Auf der koreanischen Halbinsel verlor das Königtum des Reiches Silla an Macht zugunsten lokaler Militärmachthaber. Schließlich begann mit der Abspaltung eines Teilreiches im Jahr 892 das Ende des Königreiches Silla.[1]

In Südostasien errichteten und vergrößerten die Khmer ihr Königreich (auch Königreich von Angkor genannt). Die Khmer entwickelten eine effektive Landwirtschaft mit Hilfe von Bewässerungskanälen und Wasserspeichern. Die Nahrungsüberschüsse ermöglichten es König Indravarman I. am Ende des Jahrhunderts ein umfangreiches Bauprogramm in Angkor zu beginnen, das von seinen Nachfolgern fortgeführt wurde.

In Amerika begann der Niedergang des Maya-Reiches. Im Tiefland wurden einzelne Maya-Zentren aufgegeben und ein rapider Bevölkerungsrückgang setzte ein. Neben anderen Erklärungen werden Klimaveränderungen in Kombination mit Umweltzerstörung als Ursachen für den Niedergang diskutiert.

Ereignisse

Persönlichkeiten

Erfindungen und Entdeckungen

Literatur

  • Ernst Dümmler (Hrsg.): Briefe und Verse des neunten Jahrhunderts. Sonderdruck aus: „Neues Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde“, XIII. Um 1890 (Digitalisat)

Weblinks

 Commons: 9. Jahrhundert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1.  Marion Eggert, Jörg Plassen: Kleine Geschichte Koreas. Verlag C. H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-52841-4, S. 37–38.