97. Jäger-Division (Wehrmacht)

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97. Jäger-Division
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Aktiv 10. Dezember 1940 bis Mai 1945
Land Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Streitkräfte Wehrmacht
Teilstreitkraft Heer
Truppengattung Infanterie
Typ Infanteriedivision
Grobgliederung Gliederung
Aufstellungsort Bad Tölz
Spitzname Spielhahnjäger-Division
Kommandeure
Liste der Kommandeure
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Die 97. Jäger-Division (97. JD) war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

Divisionsgeschichte[Bearbeiten]

Aufstellung und Verlegung in den Einsatzraum[Bearbeiten]

Die Division wurde am 10. Dezember 1940 im Wehrkreis VII zwischen Murnau und Rosenheim als 97. leichte Infanterie-Division aufgestellt und mit vorwiegend kampferfahrenen Soldaten aufgefüllt. Der Divisionsstab wurde in Bad Tölz stationiert, weshalb diese Stadt als Heimatort der Division gilt. Als Verbandszeichen wurde die von Major Weyrauther (IIa der Division) vorgeschlagene Spielhahnfeder bestimmt, worauf die spätere Bezeichnung Spielhahnjäger-Division zurückging. Am 20. Mai 1941 wurde das Vorauspersonal der Division in die Slowakei verlegt, am 23. Mai folgte der restliche Verband. Die Truppen wurden in Pressburg entladen und bis zum 28. Mai nach Südpolen, in die Räume Lancut und Rzeszow verlegt, wo umfangreiche Märsche und Kampfübungen durchgeführt wurden. Bis zum 22. Juni wurde die Division vollständig auf die Ostseite des Flusses San verlegt, wo sie ihre Bereitstellungsräume für das bevorstehende Unternehmen Barbarossa bezog.

Vormarschkämpfe[Bearbeiten]

Die Division drang im Rahmen der 17. Armee der Heeresgruppe Süd auf ukrainisches Territorium vor und besetzte als erstes Angriffsziel Magierów. Bei der anschließenden Verfolgung des geschlagenen Gegners durchbrach die Division die Riegelstellung von Zolkiew, stieß über Kulikow nach Südosten vor, durchstieß südlich von Latyczów die Stalin-Linie und beteiligte sich an der Kesselschlacht bei Uman. Ende August 1941 setzte die Division über den Fluss Dnepr über, errichtete einen Brückenkopf und stieß bis Anfang November über Krassnograd und Losowaja bis Artemowsk vor. Den folgenden Winter hindurch bis April 1942 lag die Division im Großraum Artemowsk und musste zahlreiche sowjetische Gegenangriffe abwehren. Mit Einsetzen der Frühjahresoffensive Mitte Mai, setzte die Division über den Fluss Donez und beteiligte sich bei der Vernichtung des sowjetischen Brückenkopfes bei Isjum, womit sie einen erheblichen Anteil zur siegreichen Schlacht bei Charkow beitrug. Am 6. Juli 1942 wurde die 97. leichte Infanterie-Division in 97. Jäger-Division umbenannt. Im Rahmen der Sommeroffensive 1942 überquerte die Division die Flüsse Don und Manytsch, besetzte Armawir, überschritt den Kuban und eroberte die strategisch wichtigen Ölfelder von Maikop, ehe sie durch den Westkaukasus bis ins Pschisch-Tal vordrang und hier von starken sowjetischen Truppenverbänden zum Stehen gebracht wurde.

Rückzugskämpfe[Bearbeiten]

Anfang 1943 wurde die Division im Eiltempo in den Raum südöstlich von Krasnodar verlegt, um nach der Niederlage der 6. Armee bei der Schlacht von Stalingrad, ein Abschneiden der deutschen Verbände im Kaukasus zu verhindern. In den folgenden Monaten setzte sich die Division kämpfend zum Kuban-Brückenkopf ab und lieferte sich dort besonders bei Abinskaja, Krymskaja und Moldawanskoje schwere Abwehrkämpfe. Nach dem Zurückweichen auf die Kleine Gotenstellung, wurde die Division Anfang Oktober 1943 von der Taman-Halbinsel über die Straße von Kertsch auf die Krim überführt. Mitte Oktober wurde die Division in den Schwerpunkt der Wotan-Stellung im Raum Melitopol verlegt und zog sich von dort aus kämpfend über Alexandrowka, Samolowski, Nikolajewka und Lopatki auf den Dnepr-Übergang im Raum Bolschaja-Lepaticha zurück, wo sie sich drei Monate lang gegen sämtliche Feindangriffe halten konnte. Nach dem Absetzen über den Dnepr hatte die Division durch die Einnahme von Bolschaja-Kostromka eine der Voraussetzungen für das Durchkämpfen der Gruppe Schörner aus dem Brückenkopf Nikopol geschaffen. Die weitere Rückzugsroute führte über Moldawien nach Rumänien, wo die Division abgelöst und ostwärts der polnischen Stadt Kielce eingesetzt wurde, um die Verteidigung der Weichsel-San-Linie zu verstärken. Im September 1944 erfolgte die Verlegung in den Raum ostwärts von Kaschau, wo weitere schwere Abwehrkämpfe geführt wurden. Anfang 1945 kämpfte die Division im oberschlesischen Industriegebiet und bei Ratibor, ehe sie auf das Gebiet des Protektorats zurückwich und hier von der deutschen Gesamtkapitulation im Mai erfuhr.

Auflösung[Bearbeiten]

Die Division verweigerte jedoch eine Kapitulation und ein Niederlegen der Waffen und versuchte stattdessen, die US-amerikanischen Linien im Westen zu erreichen. Grund dafür waren nicht nur tschechische Partisanen, die bereits sich ergebende deutsche Truppenteile massakriert hatten, sondern auch die Furcht vor der sowjetischen Gefangenschaft und Gerüchte, wonach es mit den Amerikanern zu einer gemeinsamen Fortsetzung des Krieges gegen die Sowjetunion kommen würde. Bei Deutsch Brod stieß die Division jedoch auf den von den sowjetischen Truppen errichteten Sperriegel Linz-Prag und löste sich in mehrere Marschkolonnen auf, die nun selbstständig versuchten, die US-Linien zu erreichen. Viele dieser Kolonnen gerieten jedoch in sowjetische Gefangenschaft oder gelten als vermisst, darunter auch jene mit dem Divisionskommandeur Generalmajor Robert Bader.

Kommandeure (ohne Vertretungen)[Bearbeiten]

Gliederung[Bearbeiten]

  • 97. Jäger-Division
    • Jäger-Regiment 207
    • Jäger-Regiment 204
    • Artillerie-Regiment 81
    • Aufklärungs-Abteilung 97 (zwischen 1. Juni 1942 und 1. April 1943 als Radfahr-Abteilung 97 bezeichnet)
    • Pionier-Bataillon 97
    • Panzerjäger-Abteilung 97
    • Nachschub-Abteilung 97
    • Verwaltungsdienste 97
    • Feldersatz-Bataillon 97 (ab 1. September 1943 als Feldersatz-Bataillon 81 bezeichnet)
    • Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 97
    • Sanitätsdienste 97
    • Veterinärkompanie 97

Auszeichnungen[Bearbeiten]

EK I mit Verleihungsurkunde eines Soldaten des 81. Artillerie-Regiments der Division, verliehen am 20. Januar 1944 von Divisionskommandeur Friedrich-Carl Rabe von Pappenheim

Die 97. Jäger-Division zählte zu den meistausgezeichneten Truppenverbänden der Wehrmacht. Bis 15. November 1944 wurden allein 12.158 Eiserne Kreuze (davon 1468 der I. Klasse) an Soldaten dieser Division verliehen, damit liegt die Anzahl von Verleihungen mehr als 70 % über dem Heeresdurchschnitt anderer Divisionen.

34 Soldaten der Division waren Ritterkreuzträger, acht davon erhielten zusätzlich noch das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Bis 10. Dezember 1943 wurden zudem 68 Deutsche Kreuze verliehen.

Für die rund 10.000 gefallenen Soldaten der Division wurde auf dem Studentenbühl bei Bad Tölz ein Ehrenmal errichtet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Ott: Jäger am Feind, Geschichte und Opfergang der 97. Jäger-Division 1940–1945, Verlag der Kameradschaft der Spielhahnjäger, München 1966.
  • Ernst-Ludwig Ott: Die Spielhahnjäger 1940–1945, Bilddokumentation der 97. Jäger-Division, Podzun-Pallas-Verlag, Friedberg 1982.
  • Ernst-Ludwig Ott: Spielhahnjäger – tapfer und pflichtbewußt bis zum Ende, Fortsetzung bzw. Ergänzung der Divisions-Geschichte der 97. Jäger-Division, 1990.