Aßlar

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Aßlar
Aßlar
Deutschlandkarte, Position der Stadt Aßlar hervorgehoben
50.5833333333338.4666666666667175Koordinaten: 50° 35′ N, 8° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Lahn-Dill-Kreis
Höhe: 175 m ü. NHN
Fläche: 43,57 km²
Einwohner: 13.632 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 313 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 35614,
35630 (Heinrichsegen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 06441, 06443, 06440, 06446
Kfz-Kennzeichen: LDK, DIL
Gemeindeschlüssel: 06 5 32 001
Stadtgliederung: 6 Stadtteile/Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Mühlgrabenstraße 1
35614 Aßlar
Webpräsenz: www.asslar.de
Bürgermeister: Roland Esch (FWG)
Lage der Stadt Aßlar im Lahn-Dill-Kreis
Dietzhölztal Haiger Eschenburg Siegbach Dillenburg Breitscheid (Hessen) Driedorf Greifenstein (Hessen) Bischoffen Herborn Sinn (Hessen) Mittenaar Hohenahr Ehringshausen Aßlar Lahnau Wetzlar Hüttenberg (Hessen) Solms Leun Braunfels Schöffengrund Waldsolms Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Landkreis Marburg-Biedenkopf Landkreis Gießen Wetteraukreis Hochtaunuskreis Landkreis Limburg-WeilburgKarte
Über dieses Bild

Aßlar ist eine Stadt nahe Wetzlar im Lahn-Dill-Kreis in Hessen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Aßlar liegt am Tal der Dill (Unteres Dilltal), die im benachbarten Wetzlar in die Lahn mündet, an der Nahtstelle des Oberwesterwaldes (Westerwald, im Westen) zu Krofdorf-Königsberger Forst und Hörre (Gladenbacher Bergland).

Ein geografischer Mittelpunkt50.577628.41345 des Lahn-Dill-Kreises, berechnet mit der Methode "Schnittpunktermittlung", befindet sich südwestlich von Berghausen, einem Stadtteil. Die unterschiedlichen Methoden zur Berechnung geografischer Mittelpunkte sind bei der Berechnung des Mittelpunkt Deutschlands beschrieben.

Geologie[Bearbeiten]

Die Kernstadt und der Stadtteil Werdorf liegen in der Talsohle des Dilltales, eines Muldentales. Die übrigen Stadtteile liegen entweder im Lemptal (Oberlemp, Bermoll) oder auf Erhebungen des Lahn-Dill-Berglandes (Berghausen, Bechlingen).

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Aßlar grenzt im Norden an die Gemeinden Mittenaar und Hohenahr, im Südosten an die Stadt Wetzlar, im Süden an die Stadt Solms sowie im Westen an die Gemeinde Ehringshausen (alle im Lahn-Dill-Kreis).

Stadtteile[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Blick auf die Kernstadt, im Vordergrund liegt Klein-Altenstädten

Aßlar wird im Jahre 783 durch eine Schenkungsurkunde erstmals im Lorscher Codex erwähnt.

Wie viele andere Orte entwickelte sich Aßlar aus einigen großen Höfen, gelegen an den Bachläufen, über die Industrialisierung vor dem Ersten Weltkrieg zu einer Größe von ca. 5.000 Einwohnern, wobei es immer mit dem am jenseitigen Dillufer gelegenen Ortsteil Klein-Altenstädten eine Gemeinde bildete. Klein-Altenstädten versuchte immer wieder, unabhängig zu werden, konnte sich aber niemals vom weitaus größeren Aßlar loslösen.

Mit der Aufnahme von zirka 1.500 Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg und der Eingliederung der Gemeinden Bechlingen, Berghausen, Bermoll, Oberlemp am 31. Dezember 1971.[2] Mit dem Abschluss der Gebietsreform in Hessen durch Eingliederung von Werdorf am 1. Januar 1977 durch ein Landesgesetz[3], erreichte Aßlar seine jetzige Größe von zirka 4400 ha mit rund 13.700 Einwohnern.

Die Verleihung der Stadtrechte für Aßlar erfolgte am 16. November 1978.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kulturdenkmäler in Aßlar[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis: [4]

Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
31,2 %
29,6 %
24,2 %
13,0 %
2,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-6,0 %p
+1,1 %p
-1,3 %p
+7,0 %p
-0,7 %p
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
FWG Freie Wählergemeinschaft 31,2 11 37,2 14
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 29,6 11 28,5 11
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 24,2 9 25,5 9
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 13,0 5 6,0 2
FDP Freie Demokratische Partei 2,0 1 2,7 1
Gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 38,9 37,1

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die vergangenen Bürgermeisterwahlen lieferten folgende Ergebnisse:

Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
2013 Roland Esch FWG 63,5
Uwe Wolter SPD 36,5
Wahlbeteiligung in % 39,9
2007 Roland Esch FWG 87,7
Wahlbeteiligung in % 30,2
2001 Roland Esch FWG 71,8
Karl Jürgen Meinecke SPD 28,2
Wahlbeteiligung in % 51,8
1996(1) Roland Esch FWG 60,0
Karl Jürgen Meinecke SPD 40,0
Wahlbeteiligung in % 52,9
Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
1996 Roland Esch FWG 34,3
Heiko Budde CDU 8,6
Karl Jürgen Meinecke SPD 29,8
Horst Klaper 27,3
Wahlbeteiligung in % 56,7
(1)Stichwahl

Bei der letzten Wahl am 3. November 2013 wurde der amtierende Bürgermeister Roland Esch (FWG) mit 63,5 % der Stimmen wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 39,9 %.

Wappen Aßlars

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Geteilt und unten von Gold und Rot gespalten; oben in Blau ein wachsender, rot bewehrter, silberner Löwe, unten vorn eine aufrechte rote Raute, hinten eine aufrechte goldene Haselnuss.

Die Genehmigung zur Führung eines Wappens und einer Flagge erhielt der Ort in den Jahren 1959 und 1960 durch die Hessische Landesregierung. Farben und Heraldik des Wappens sind weitestgehend zurückzuführen auf die Grafen von Solms und die Herren von Bicken (im Wappen als der Löwe und die Raute), die während des gesamten Mittelalters das Leben im Gebiet um Aßlar bestimmten. Die Haselnuss im unteren Teil des Wappens weist auf die Auslegung der Entstehung des Ortsnamens hin, nämlich auf das Wort "Haselare". So nannte man in frühgeschichtlicher Zeit eine mit Haselruten abgegrenzte heilige Stätte. Dieser wurde durch den Bau einer Kirche ein Denkmal gesetzt, die sich bis heute an dieser Stelle befindet und in der jede Woche evangelischer Gottesdienst gefeiert wird.

Dill zwischen Berghausen und Werdorf

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • Seit 1966 ist Aßlar mit der südfranzösischen Stadt Saint-Ambroix im Département Gard verschwistert.
  • Eine innerdeutsche Partnerschaft besteht seit 1991 mit der Stadt Jüterbog in Brandenburg.

Eine große Ehre wurde der Stadt Aßlar im Oktober 2001 zuteil. Für das Engagement der Stadt auf dem Gebiet der Verständigung innerhalb Europas verlieh der Europarat der Stadt Aßlar die Europafahne.

Kultur und Bildung[Bearbeiten]

Werdorfer Schloss

Museen[Bearbeiten]

  • Museum für Heimatgeschichte im Werdorfer Schloss
  • Besucherbergwerk Grube Fortuna, unterirdisch auf der Berghausener Gemarkung
  • Grubenbahnmuseum der Grube Fortuna nahe dem Besucherbergwerk

Bauwerke[Bearbeiten]

Auf dem Berg nahe dem Aßlarer Marktplatz ist die Evangelische Kirche von Aßlar zu sehen. Sie ist eines der markanten Bauwerke der Stadt Aßlar.

Im Stadtteil Werdorf ist das Werdorfer Schloss zu bewundern. In den Jahren 1680 bis 1700 wurde das Schloss von den Grafen Solms-Greifenstein erbaut. Es diente als Witwen- sowie als Sommersitz für die gräfliche Familie.

Bildung[Bearbeiten]

Die Stadt Aßlar besitzt drei allgemeinbildende Schulen in ihrem Gebiet. Die Schüler des Stadtteils Werdorf besuchen nach der vierten Klasse in der Regel die Gesamtschule im nahen Ehringshausen anstatt der Alexander-von-Humboldt-Schule Aßlar. Dafür wird die Alexander-von-Humboldt-Schule Aßlar normalerweise von Schülern des zur Stadt Wetzlar gehörenden Hermannsteins besucht.

Von der ersten bis zur vierten Jahrgangsstufe:

  • Grundschule Aßlar
  • Grundschule Werdorf

Von der fünften bis zur zehnten Jahrgangsstufe:

  • Alexander-von-Humboldt-Schule Aßlar

Religionen[Bearbeiten]

Evangelische Kirchengemeinde[Bearbeiten]

Die Evangelische Kirchengemeinde Aßlar ist die weitaus größte religiöse Vereinigung in Aßlar. Aßlar ist, wie auch die Gebiete in der Umgebung, evangelisch geprägt. Die evangelische Gemeinde hält jeden Sonntag ihre Gottesdienste in der Evangelischen Kirche zu Aßlar ab.

Freie evangelische Gemeinde[Bearbeiten]

In den Ortsteilen Bechlingen (FeG Bechlingen) und Bermoll (FeG Altenkirchen-Bermoll) ist jeweils eine Freie evangelische Gemeinde beheimatet. Die Gemeinden verfügen über ein vielfältiges Gemeindeprogramm und Angebote für alle Altersgruppen. Als Freikirche gehören die Freien evangelischen Gemeinden zur Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) und als Gastmitglied zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK).

Katholische Kirchengemeinde Christ König[Bearbeiten]

Die Katholische Kirchengemeinde Christ König Aßlar hat zirka 2000 Mitglieder und erstreckt sich über die Orte Kernstadt Aßlar mit Klein-Altenstädten, Werdorf, Berghausen und Bechlingen. Die Pfarrei gehört zum kirchlichen Bezirk Wetzlar im Bistum Limburg. In der Gemeinde sind vielfältige Gruppierungen engagiert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Aßlar ist über die A 480 (AS Wetzlar-Nord/Aßlar) an die A 45 angeschlossen. Weiterhin ist Aßlar über die B 277 aus Richtung Wetzlar/Dillenburg gut zu erreichen.

Aßlar liegt an der Dillstrecke und verfügt über einen Bahnhof und einen Haltepunkt im Stadtteil Werdorf. In der Nähe von Aßlar befindet sich auf einem Ausläufer des Westerwaldes ein Segelflugplatz.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Aßlar ist Unternehmenssitz des börsennotierten Vakuumtechnologieherstellers Pfeiffer Vacuum mit ca 2.300 Mitarbeitern weltweit.

Auch durch die Lage im weiteren Einzugsbereich des Rhein-Main-Gebiets, ist Aßlar ein attraktiver Standort. Zu nennen wären hier vor allem noch PVA TePla als Hersteller von Kristallzuchtanlagen, der Solarsystemanbieter und Modulhersteller FiveStarEnergy, BEDEA Berkehoff und Drebes (Drahterzeugnisse), die Großbäckerei Moos, Howeld Schweißtechnik, Buderus Schleiftechnik, Gerth Medien GmbH (Buch- und Musikverlag), Bögl Reitz GmbH (Maschinenbau und Anlagenindustrie) sowie im Ortsteil Berghausen die Seil- und Netzfabrik Manfred Huck GmbH.

Freizeitmöglichkeiten[Bearbeiten]

Die Palette der Freizeitgestaltung reicht über zirka 80 Vereine mit kulturellen und sportlichen Angeboten bis hin zu Grillplätzen und Wanderwegen sowie einem Thermalsolebad, die Laguna Aßlar, das in Mittelhessen so nicht noch einmal zu finden ist und einer Stadthalle, Dorfgemeinschaftshäuser sind in den meisten Stadtteilen der Stadt Aßlar ebenfalls zu finden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 380 und 383.
  3. Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen vom 13. Mai 1974. In: GVBl. I S. 237
  4. Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011, Aßlar, Hessisches Statistisches Landesamt. Abgerufen am 5. April 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aßlar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien