A/V-Verhältnis
Das Oberfläche-zu-Volumen-Verhältnis (A/V-Verhältnis) ist der Quotient aus der Oberfläche A und dem Volumen V eines geometrischen Körpers. Es hat die Dimension 1/Länge.
Bei gegebenem Volumen weist von allen Körpern die Kugel die kleinste Oberfläche auf. Bei wachsendem Volumen nimmt das A/V-Verhältnis bei allen Körpern ab, da die Oberfläche quadratisch, das Volumen jedoch kubisch (in der dritten Potenz) wächst. Dies ist auch die Ursache dafür, dass Pinguine in der Antarktis größer sind als ihre nahe dem Äquator lebenden Verwandten; die Antarktis-Pinguine verlieren durch ihre große Größe weniger Wärme über die im Verhältnis kleinere Oberfläche. Demhingegen sind Pinguine in wärmeren Gebieten auf eine bessere Möglichkeit der Wärmeabgabe angewiesen, um dem Tod durch Überhitzung zu entgehen.
[Bearbeiten] Bauphysik
Das A/V-Verhältnis ist in der Bauphysik und beim Wärmeschutznachweis eine wichtige Kenngröße für die Kompaktheit eines Gebäudes. Es wird berechnet als Quotient aus der wärmeübertragenden Hüllfläche, d. h. Flächen, die Wärme an die Umwelt abgeben, wie Wände, Fenster, Dach, und dem beheizten Gebäudevolumen. Das A/V-Verhältnis beeinflusst entscheidend den Heizenergiebedarf. Ein geringeres A/V-Verhältnis bedeutet bei gleichem Gebäudevolumen eine kleinere wärmeübertragende Außenfläche. Pro m³ Volumen ist somit weniger Energie notwendig, um die Wärmeverluste über die Hülle auszugleichen.
Große Gebäude weisen naturgemäß kleinere A/V-Verhältnisse auf als z. B. Einfamilienhäuser. Typische Werte für Einfamilienhäuser liegen zwischen 0,8 und 1,0 m²/m³. Bei großen, kompakten Gebäuden sind Werte bis unter 0,2 m²/m³ möglich.