Aggregat 2

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Das Aggregat 2 (kurz: A2) (von der Wehrmacht auch als „Rauchspurgerät II“ bezeichnet) war die erste von Wernher von Braun entwickelte flugfähige Versuchsrakete.

Aggregat 2

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Technische Parameter

Das Aggregat 2 hatte:

  • eine Länge von 1,61 m,
  • ein Kaliber von 31,4 cm,
  • ein Leergewicht von 72 kg,
  • ein Startgewicht von 107 kg und
  • einen Startschub von 3,14 kN (320 kp).

Der Antrieb erfolgte aus einer Mischung aus mit Druckgas gefördertem Alkohol und Flüssigsauerstoff (LOX). Damit erreichte die Rakete eine Brennzeit von 16 Sekunden.

Im Unterschied zum erfolglosen Vorgängermodell Aggregat 1 war bei dieser Rakete der Stabilisierungskreisel in der Mitte der Rakete zwischen Alkohol- und Sauerstofftank angeordnet, was ihr einen stabilen Flug ermöglichte, so lange die Rakete Schub entwickelte.

[Bearbeiten] Abschuss auf Borkum

Vom Aggregat 2 wurden zwei Exemplare gebaut, die den Namen Max und Moritz erhielten, und beide nacheinander von Borkum aus gestartet wurden. Dazu wurde am nordöstlichen Ende der Insel, in den Steernklippendünen, ein 12 m hoher Mast als „Startrampe“ errichtet. Während des Versuchs wurde der Ortsteil Ostland von Borkum evakuiert. „Max“ wurde am 19. Dezember 1934 abgeschossen, erreichte einen Brennschluss in 1.700 m Höhe und eine noch Flughöhe von 2,3 Kilometern. Nach Brennschluss begann die Rakete stark zu trudeln und stürzte ca. 800nbsp;m südlich der Abschussstelle, nahe des Außendeiches auf die Insel. „Moritz“ folgte einen Tag später, am 20. Dezember 1934. Die Rakete gelangte stabil bis zur Brennschlusshöhe und einer Scheitelhöhe von 2,2 Kilometern. Sie wurde von den Beobachtern aus den Augen verloren und später 1,5 Kilometer östlich der Abschussstelle im Watt wieder gefunden.

[Bearbeiten] Weiterentwicklung

Aufgrund der erfolgreichen Versuche in Borkum wurde das Aggregat 2 weiter entwickelt. Zunächst folgte das Aggregat 3, dann das Aggregat 4, die V 2-Rakete, die im Zweiten Weltkrieg als Waffe eingesetzt wurde. Das Aggregat 2 ist damit auch ein direkter Vorläufer der Raketenprogramme der Nachkriegszeit in beiden Militärblöcken und der Raumfahrtprogramme, einschließlich der Mondlandung.

[Bearbeiten] Literatur

  • Volker Apfelt: Borkum – Festung im Meer. Die interessante Geschichte der Seefestung Borkum von den Anfängen im Jahre 1902 bis zur Schließung des Bundeswehrstandortes 1996. Eigenverlag 2008. ISBN: ohne, S. 39ff.

[Bearbeiten] Weblinks

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