ABB Stotz-Kontakt

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ABB Stotz-Kontakt GmbH
ABB-Logo.svg
Rechtsform GmbH
Gründung 1891 (Firma Stotz und Cie. Elektrizitätsgesellschaft mbH durch Hugo Stotz in Mannheim),
1912

verkauft an BBC,
1988 ABB
(ASEA: 1890, BBC: 1891)

Sitz Heidelberg, Deutschland
Leitung Uwe Laudenklos
(Vorsitz)
Mitarbeiter 1.492[1] (2010)
Umsatz rund 476 Mio.[1] EUR (2010)
Branche Energie- und Automationstechnik
Website www.abb.de/stotz-kontakt
ABB Installationsschütz

ABB Stotz-Kontakt ist eine GmbH, die Produkte für die elektrische Ausrüstung und Automatisierung von Gebäuden, Maschinen und Anlagen entwickelt, fertigt und vertreibt. Das Unternehmen hat seinen Firmensitz in Heidelberg. Etwa 1.492 Mitarbeiter erwirtschaften einen Umsatz von rund 476 Millionen Euro (Stand 2010). ABB Stotz-Kontakt ist eine Gesellschaft der deutschen ABB.

Geschäftsbereiche[Bearbeiten]

Das Unternehmen produziert und vertreibt Schalt- und Steuerungstechnik, Leistungsschalter, Schalter und Schaltanlagenzubehör, Installationsgeräte, Gebäudesysteme und Verbindungstechnik.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1891 wurde die Firma Moyé und Stotz, elektr. Installationen, in Mannheim gegründet. In den ersten Jahren des neuen Geschäfts nahm der Chef eine Leuchtreklame mit seinem Namenszug als Wanderbuchstaben, die nacheinander aufleuchteten, an seinem Haus in Betrieb – angeblich die erste Leuchtreklame dieser Art in Deutschland. Stotz baute die Schaltung selbst. 1896 schied der Teilhaber Moyé aus und die Firma wurde in Stotz und Cie. Elektrizitätsgesellschaft mbH umbenannt. 1912 bestanden Zweiggeschäfte in Freiburg im Breisgau, Karlsruhe, Worms, Schlettstadt, Heidelberg, Pirmasens, Wiesloch, Stuttgart, Kaiserslautern. 300 Monteure wurden beschäftigt. Nach dem Verkauf der Installationsabteilungen an Brown, Boveri & Cie wurde die Firma in Stotz und Cie. GmbH, Fabrik elektrischer Spezialapparate, umbenannt. In Mannheim-Neckarau wurde ein Fabrikationsgebäude errichtet.

1918 wurde Stotz und Cie. eine Tochtergesellschaft der BBC. 1923 begann man mit der Entwicklung von selbsttätigen Schaltern zum Schutz gegen Überlastung und Kurzschluss (Sicherungsautomaten). 1928 nahm man die Fabrikation des Sicherungsautomaten S 11 in der Art auf, die bis 1959 beibehalten wurde. 1930 erfolgte die Aufnahme der Fabrikation von Hilfsschützen, die das erste Gerät der späteren Abteilung Apparatebau war. Die Stotz GmbH und die Kontakt AG, Frankfurt am Main, schlossen sich 1930 zur Stotz-Kontakt GmbH zusammen und stellten 1935 explosionsgeschützte Geräte her.

1939 brannte die Lagerhalle in Neckarau, in der zu dieser Zeit etwa 900 Personen beschäftigt waren. Nach dem Beschluss, in Heidelberg eine neue Fabrik zu bauen, wurde 1940 eine Flugzeugbordgerätefabrik in Eberbach als Zweigwerk errichtet. 1943 nahm man die Montage von Sicherungsautomaten, Dreh- und Kippschaltern sowie Steckdosen in Heidelberg auf. Auch die Montage des Bereichs Apparatebau zog nach der Zerstörung des Werkes in Mannheim bei einem Fliegerangriff um. Während des Zweiten Weltkriegs wurden mehrere Monate lang Häftlinge aus dem Konzentrationslager Buchenwald als Zwangsarbeiter in der Produktion eingesetzt.[2] Die deutsche „ABB Asea Brown Boveri AG, Mannheim“ beteiligte sich an der Gründung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“.[3]

1948 begann die Fertigung von Schraubautomaten S 111. 1960 wurde das Werk Rheinhausen mit 73 Mitarbeitern in Betrieb genommen. Die Eröffnung der Betriebsstätte folgte 1964 in Waibstadt, in der bis 1975 Endmontagearbeiten vorgenommen wurden. Mechanisierte Fertigungseinrichtungen für Teilherstellung und Montage wurden 1968 eingeführt. Nach dem Erwerb des Elektrosektors der Busch-Jaeger, Dürener Metallwerke AG, Lüdenscheid, wurde 1969 die Busch-Jaeger Elektro GmbH gegründet. 1974 folgte der Aufbau des Arbeitsgebietes Sicherheitstechnik. Im selben Jahr wurde in Eppelheim ein neues Werk für Betriebsmittelbau, Betriebsmittelkonstruktion mit Lehrwerkstatt und Musterbau errichtet.

1978 wurde der Geschäftsbereich ‚Elektronische Geräte‘ übernommen, vier Jahre später wurde er in den Geschäftsbereich ‚Automatisierungstechnik‘ integriert. 1981 wurden die Fertigwarenlager im Warenverteilzentrum Walldorf konzentriert.

1983 wurde das SIGMA i-BUS-System im Werk Walldorf entwickelt und erstmals hergestellt. 1985 wurde die erste mechanisierte Fertigungsanlage für den Leitungsschutzschalter ‚Adam‘ in Betrieb genommen, es folgten die Aufnahme der Produktion der Typen ‚Eva‘ 1988 und ‚Lukas‘ 1991.

Ein Jahr nach der Gründung der Asea Brown Boveri (ABB) im Jahr 1988 wurden das Arbeitsgebiet ‚Explosionsgeschützte Geräte‘ der ABB CEAG GmbH zugeordnet, das Arbeitsgebiet ‚Schaltgeräte‘ (ehem. Apparatebau) der ABB Schalt- und Steuerungstechnik GmbH und das Arbeitsgebiet ‚Sicherheitstechnik‘ der ABB Installationen GmbH.

1997 folgte die Integration des Bereichs Sicherheitstechnik, ein Jahr später die Anbindung von Gefahrenmelde-Überwachungs-Sensoren an den EIB durch das Meldergruppenterminal. 1999 wurde die Produktion der Einbruchmeldezentrale (L208) mit optionaler EIB-Schnittstelle aufgenommen. 2001 stellte man den Feldbusstecker FieldBusPlug vor; 2002 den drahtfreien Näherungsschalter.

ABB Stotz-Kontakt ist u. a. Beirat im Fachverband Installationsgeräte und -systeme im ZVEI, Mitglied des VDMA-Arbeitskreises Steuerungstechnik, der EtherCAT Technology Group sowie der KNX Association.

Konzernstruktur[Bearbeiten]

Die ABB Beteiligungs-Management GmbH, Mannheim, ist die alleinige Gesellschafterin der ABB Stotz-Kontakt GmbH.[4] ABB Stotz-Kontakt unterhält folgende Tochterunternehmen (Stand 2007[1]):

  • ABB Stotz-Kontakt Eléctrica Lda., Porto (Portugal), 100 %
  • ABB Stotz-Kontakt S.A., Getafe (Spanien), 100 %
  • ABB Stotz-Kontakt/Striebel & John Vertriebsgesellschaft mbH, Heidelberg, 50 %

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c ABB Stotz-Kontakt Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Hoppenstedt-Firmennr.: 316796275, Hoppenstedt Firmendatenbank
  2. Unabhängige Expertenkommission Schweiz – Zweiter Weltkrieg: Die Schweiz, der Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg (PDF; 1,8 MB) S. 325
  3. Stiftungsinitiative.de: Mitgliederliste, Stand 17. November 2000
  4. NIEDERSCHRIFT über eine Beschlussfassung des Gesellschafters der ABB Stotz-Kontakt GmbH, Heidelberg im schriftlichen Verfahren, 3. Dezember 2007, Elektronischer Bundesanzeiger