ABC-Theorie

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Der ABC-Theorie nach Albert Ellis liegt die Erkenntnis zugrunde, dass bestimmte wahrgenommene Reize (unbewusst) bewertet werden und diese Bewertungen Ursache für die daraus abgeleiteten Verhaltenskonsequenzen sind.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] ABC-Theorie

Veranschaulichung des ABCDE-Modells

Das Modell der ABC-Theorie setzt sich aus den Komponenten A, B und C zusammen: A für Activating event: Reiz → B für Belief: Bewertung des Reizes A → führt zu C für Consequences: Verhaltenskonsequenz.[1]

[Bearbeiten] Klinisches Fallbeispiel

Ein Patient erinnert sich, dass er vor dem Zusammenbruch in einem Zug noch keine Angst davor hatte, mit dem Zug zu fahren.

Vor dem Zusammenbruch ergibt sich somit folgendes Schema:

A (Reiz: Zug) → B (Bewertung: Zugfahren ist nicht gefährlich) → C (Verhaltenskonsequenz: es wird keine Angst empfunden)

Da es jedoch zum Zusammenbruch im Zug kam, hat der Patient die Situation und den Zug aufgrund des Zusammenbruches als Gefahrensituation miteinander verknüpft. Die Folge ist, dass der Patient nach diesem Ereignis Züge negativ bewerten wird:

A (Reiz: Zug) → B (Bewertung: Zugfahren ist gefährlich, da es im Zug zu einem Zusammenbruch kam) → C (Verhaltenskonsequenz: Angst: der Zug wird gemieden)

[Bearbeiten] Anwendung in der Psychotherapie

Bei Panikern und Patienten mit Angststörungen lassen sich oft unangemessene Bewertungen beobachten. Dies liegt auch daran, dass Patienten mit einer Angststörung Reize oft mit Angst verknüpfen (pathologischer Befund). Ziel einer Therapie ist es deshalb, alte unangemessene kognitiv-emotionale Bewertungen durch neue zu ersetzen:

Beispiel 1:

A (Reiz: Treffen mit Freund steht) → B (Bewertung: ich werde rot und mich blamieren etc.) → C (Verhalten: Angst vor dem Treffen) [2]

Beispiel 2:

A (Reiz: Es soll mit dem Zug gefahren werden) → B (Bewertung: Zugfahren ist gefährlich (Erfahrung, Zusammenbruch im Zug, Berichte über Zugunglücke)) → C (Verhalten: Zug wird gemieden)

Beispiel 3:

A (Reiz: Es soll mit dem Fahrstuhl gefahren werden) → B (Bewertung: In Fahrstühlen ist es eng, ich kann nicht fliehen) → C (Verhalten: Fahrstuhl wird gemieden)

Beispiel 4:

A (Reiz: Ich nehme jede kleinste Veränderung an meinem Körper wahr) → B (Bewertung: Ich bin krank, ich bin in Gefahr) → C (Verhalten: Angst / Panikreaktion)

Therapeutische Ansätze:

Es soll versucht werden, kognitive Muster zu durchbrechen und durch neue zu ersetzen. Dies kann durch sokratisches Fragen, durch das der Patient seine Gedanken und Bewertungen in Frage stellt, geschehen. Auch hat sich die Konfrontationstherapie sehr bewährt: Der Patient soll versuchen, Situationen (z.B. Fahrstuhl, Zug oder Treffen mit Freund) auszuhalten in denen er Angst empfindet und lernen sich nicht vermeidend zu verhalten. Weiter soll der Patient erkennen, dass seine Bewertungen unangemessen sind, und von der Situation / dem Reiz keine Gefahr ausgeht. Außerdem soll der Patient unter Umständen seine Wahrnehmung verändern (z.B. die Wahrnehmung des eigenen Körpers).

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Die A-B-C-Methode
  2. http://www.psychologie.tu-dresden.de/i2/klinische/studium/ss07/kognitivetherapieverfahren27_04.ppt

[Bearbeiten] Literatur

  • Beate Wilken: Methoden der Kognitiven Umstruktierung. Ein Leitfaden für die psychotherapeutische Praxis, Verlag W. Kohlhammer: Stuttgart, Berlin, Köln 1998.
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