AB Aerotransport

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Aktiebolaget Aerotransport
Logo der ABA
IATA-Code:
ICAO-Code:
Rufzeichen:
Gründung: 1924
Betrieb eingestellt: 1948
Sitz: Stockholm, SchwedenSchweden Schweden
Unternehmensform: Aktiebolag
Flottenstärke:
Ziele: National und international
Aktiebolaget Aerotransport hat den Betrieb 1948 eingestellt. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor Einstellung des Betriebes.

AB Aerotransport (kurz: ABA) ist eine ehemalige schwedische Fluggesellschaft. Sie ist seit 1948 Teil der SAS Group.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

AB Aerotransport wurde 1924 als Aktiebolaget Aerotransport von John Björk, Adrian und Carl Florman, Ernst Linder und Johann Nilsson gegründet. Hauptfinanzierer und -besitzer waren die deutschen Junkerswerke, die 1925 82 Prozent der Aktien besaßen.

1920er Jahre[Bearbeiten]

Start des ersten Fluges der ABA in Stockholm.

Der erste Flug fand am 2. Juni 1924 mit einer Junkers F 13 vom Flughafen Lindarängens in Stockholm nach Helsinki statt. Das Flugzeug, bis 1929 registriert als S-AAAC, danach SE-AAC, steht heute im Tekniska museet (technischen Museum) in Stockholm. Der Flugplan, mit Flügen am Tag von Stockholm nach Helsinki und in der Nacht mit Postflügen auf der Route StockholmMalmöAmsterdamLondon, wurde bis 1928 mit vier Maschinen des Types Junkers F 13[1] fortgesetzt. 1925 startete die ABA in Zusammenarbeit mit der Deutschen Luft Hansa Linienflüge zwischen Stockholm und Berlin.

AB Aerotransport war die erste Fluggesellschaft, die mit dreimotorigen Junkers G 24, die in Schweden von der AB Flygindustri angefertigt worden waren, den Flugbetrieb aufnahm. Die ersten zwei bekam AB Aerotransport im März 1925. Im selben Monat erteilte der Riksdag (das Parlament Schwedens) der ABA die Konzessionen für die Flugrouten Stockholm – Helsinki, KopenhagenGöteborgOslo und MalmöHamburgAmsterdam. Weitere G 24 wurden teilweise über die neugegründete AB Flygmateriel finanziert, von der dann die AB Aerotranport die Maschinen leaste[2].

1930er Jahre[Bearbeiten]

AB Aerotransport kaufte im Jahre 1931 mehrere Land- und Wasserflugzeuge der Typen Junkers W 33, W 34, G 23 und G 24. Für längere Flugreisen wurde eine dreimotorige Fokker F.XII erworben.

Zeitungsannonce

1935 wurde der schwedische Staat Haupteigentümer der ABA.

1938 wurde eine Junkers Ju 86 Z-7 als Postflugzeug gekauft, die auf den Namen Svalan getauft wurde. 1940 wurde die Ju 87 von der schwedischen Luftwaffe beschlagnahmt. ABA erhielt dafür eine Entschädigung. In der Luftwaffe wurde das Flugzeug auf den Namen P9 umgetauft.

Im Jahre 1937 kaufte AB Aerotransport als zweite europäische Fluggesellschaft, nach der niederländischen KLM, eine Douglas DC-3. Dies erlaubte Flüge von längerer Distanz, zum Beispiel ab 1939 nach Moskau. Seit diesem Jahr wurden die Flugzeuge der ABA mit SWEDISH AIR LINES beschriftet. Neben der DC-3 bestand die Flotte der ABA damals aus fünf Junkers Ju 52/3m, einer Junkers F 13 (Wasserflugzeug) und zwei Fokker F.XII.

1940er Jahre[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges versuchte die AB Aerotransport ihren Linienflugplan aufrechtzuerhalten. Die Flüge nach Moskau wurden ab Juni 1941 eingestellt, die nach Berlin kurz vor der Kapitulation des Dritten Reiches.

Im Mai 1942 wurden regelmäßige Transportflüge nach London aufgenommen. Zwei Maschinen des Typs DC-3 (SE-BAG und SE-BAF) wurden 1943 während eines solchen Transportfluges abgeschossen. Nach einer vertraglichen Vereinbarung mit den kriegführenden Parteien wurde der Flugverkehr nach London wieder aufgenommen, und zwar mit Flugzeugen, auf deren Rumpf groß „SWEDEN“ stand und auf dem Leitwerk die Nationalflagge aufgemalt worden war. Trotzdem wurde eine dritte DC-3 beschossen, die Maschine wurde jedoch glücklicherweise verfehlt. Daher beschloss man, ab nun für die Transportflüge nach London nur noch Flugzeuge des Typs Boeing B-17 zu verwenden.

Die ABA weitete ihre europäische Tätigkeit mehr und mehr aus. Nach dem Abzug der deutschen Besetzung wurden Linien nach Paris, Oslo und Prestwick (Schottland) eröffnet.

Am 30. Juni 1948 fusionierte die staatliche ABA mit der privaten Svensk Interkontinental Lufttrafik AB (kurz: SILA) und führte den Luftfahrtbetrieb unter dem bisherigen Namen AB Aerotransport weiter. Damit wurde die ABA in die 1946 von den Fluggesellschaften SILA (Schweden), Det Danske Luftfartselskab A/S (Dänemark) und Det Norske Luftfartselskap (Norwegen) gegründete Scandinavian Airlines eingegliedert.

Scandinavian Airlines[Bearbeiten]

Hauptartikel: SAS Scandinavian Airlines

Die Scandinavian Airlines (kurz:SAS) stiegen zu einer der führenden Fluggesellschaften in Europa auf und bestehen heute aus je zwei norwegischen und dänischen und drei schwedischen Eigentümeranteilen.

Sonstiges[Bearbeiten]

Einer der ersten Piloten der AB Aerotransport war Hermann Göring.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anzahl der Junkers F13. Abgerufen am 19. März 2011.
  2. Abschnitt The Junkers G24, Beleg zu Anzahl, Produktionsstätte der G24er und zu Flugrouten der ABA (englisch). Abgerufen am 19. März 2011.