ADAC GT Masters

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ADAC GT Masters
Aktuelle Saison ADAC-GT-Masters-Saison 2014
Gtmasters logo.png
Fahrzeugtyp Gran Turismo
Land oder Region Deutschland
Erste Saison 2007
Offizielle Website www.adac-gt-masters.de

Das ADAC GT Masters ist eine Deutsche Automobil-Rennserie mit Sportwagen der Klasse GT3. Die Serie wurde im Jahr 2007 erstmals ausgetragen und war zwischen 2009 und 2012 Teil des ADAC Masters Weekend. Ab 2013 nennt der ADAC sein bisheriges Veranstaltungspaket ADAC Masters Weekend schlicht ADAC GT Masters. Organisiert wird das ADAC GT Masters von der ADAC Motorsport-Abteilung aus München in technischer Kooperation mit dem Deutschen Motorsport Bund (DMSB).[1] Ausgewählte Events des ADAC GT Masters zählten 2010 und 2011 zusätzlich zur vom DMSB ausgeschriebenen Deutschen GT-Meisterschaft.

Geschichte[Bearbeiten]

Rennen am Sachsenring

Mitte der 1970er-Jahre wurde in der Deutschen Rennsport-Meisterschaft erstmals eine nationale Rennserie in Deutschland ausgeschrieben, bei dessen Rennen neben Amateuren auch Profirennfahrer in GT-Fahrzeugen an Veranstaltungen teilnehmen konnten. Bis zur Auflösung 1985 öffnete sich die Serie zunehmend Sportprototypen. 1993 versuchte der ADAC GT Cup die Lücke zu schließen. Bis 1997 wurden dort in verschiedenen Fahrzeugkategorien Rennen im deutschsprachigen Raum veranstaltet. Jedoch konnte die Serie nicht an die Erfolge der DRM anknüpfen, zudem starteten auch eine Reihe von Tourenwagen, zunächst um die Startfelder zu füllen. Ab 1995 wurden die leistungsstärkeren GT-Fahrzeuge verboten und die Meisterschaft bis 1997 mit immer kleiner werdenden Starterfeldern nun fast ausschließlich mit Tourenwagen ausgefahren.

Parallel zu den Ereignissen stieg die von Stéphane Ratel, Patrick Peter und Jürgen Barth initiierte europäische GT-Meisterschaft BPR Global GT Series zu der von dem internationalen Automobilverband geleiteten FIA-GT-Meisterschaft auf. Ratel gründete dazu in den Jahren die SRO (Stéphane Ratel Organisation) und schuf mit den unterschiedlichen Fahrzeugreglements die Basis für mehrere nationale GT-Serien in Europa, Brasilien und Australien. Neben der Übernahme der britischen und belgischen GT-Serie, gründete die SRO 2007 gemeinsam mit dem ADAC unter anderem das ADAC GT Masters. Die Leitung übernahm Jürgen Barth. Dabei setzte Barth weitestgehend auf das Konzept der ebenfalls von der SRO seit 2006 ausgetragenen FIA GT3-Europameisterschaft.

Obwohl es 2008 von Seiten des Veranstalters Pläne gab, die Fahrzeuge um die von der SRO entwickelten GT4-Kategorie zu erweitern,[2] blieben die Fahrzeuge nach Reglement der GT3 die einzig zugelassenen Rennwagen. So wurden in den ersten Jahren, wie in der Europameisterschaft, neben der Hauptwertung auch Markenpokale ausgefahren. Diese Wertung wurde 2009 jedoch nicht fortgeführt. Stattdessen trennte der ADAC die Gesamtwertung in eine Profi- und Amateurwertung. Im Gegensatz zur Ende 2012 eingestellten FIA GT3-Europameisterschaft sind im ADAC GT Masters bereits seit dem bestehen auch reine Profifahrerpaarungen zugelassen. Organisiert wurde das ADAC GT Masters zwischen 2007 und 2011 von der Stéphane Ratel Organisation in Verbindung mit dem ADAC, unter der Leitung von Jürgen Barth. Seit dem Saisonbeginn 2012 organisiert der ADAC das ADAC GT Masters über seine Motorsport-Abteilung aus München, und intensivierte auf der technischen Seite die Kooperation mit dem Deutschen Motorsport Bund (DMSB).[1]

Reglement[Bearbeiten]

Technisches Reglement[Bearbeiten]

Hauptartikel: Gruppe GT3

Im ADAC GT Masters sind sämtliche nach GT3-Reglement aufgebauten und von der Fédération Internationale de l’Automobile homologierten Fahrzeuge zugelassen. Jedes dieser Autos wird vor der Saison einem Leistungstest unterzogen. Dabei werden von einem von der FIA bestimmten Fahrer alle Fahrzeuge getestet und mit Gewichtszuladungen, Motorenbegrenzungen oder ähnlichem nivelliert, um alle auf ein gleiches Niveau zu bringen. Dies soll Chancengleichheit garantieren. Die Fahrzeugeinstufung wird während der Saison fortwährend überprüft und angepasst. Für die Fahrzeugeinstufung im ADAC GT Masters zeichnet alleine der DMSB verantwortlich.

Das ADAC GT Masters startet seit der Saison 2012 auf Einheitsreifen von YOKOHAMA. Zwischen 2007 und 2011 stattete Michelin das ADAC GT Masters mit Einheitsreifen aus.[3]

Sportliches Reglement [4][Bearbeiten]

Meister Thurn und Taxis (Nr.1) überholt den Meister der Amateurwertung Toni Seiler

Jedes Auto muss mit zwei Fahrern besetzt sein, wobei Amateur- als auch Profifahrer zugelassen sind. Jeder Fahrer wird vor einem Event in einer von vier Kategorien eingestuft. Die Stufen A, B und C sind Profis vorbehalten, während in der Stufe D Amateurfahrer starten. Um die Chancengleichheit der verschiedenen Fahrerpaarungen zu garantieren, werden die Fahrzeuge abhängig von der Einstufung der gemeldeten Fahrer mit Zusatzgewicht belegt. Seit der Saison 2013 erlaubt das ADAC GT Masters erstmals auch eine Kombination aus zwei Profi-Fahrern der Fahrerkategorie A. Bisher war diese Kombination nicht zugelassen. Im gleichen Zug wurde auch das System der Handicapgewichte überarbeitet.[5]

Das Zusatzgewicht der Gesamtwertung ist seit 2013 wie folgt geregelt:[6]

Kombination Gewicht
A+A + 40 kg
A+B + 40 kg
B+B + 40 kg
A+C + 20 kg
B+C + 20 kg
A+D + 10 kg

A = Platin; B = Gold; C = Silber; D = Bronze

Alpina-BMW

Die Punkteverteilung je Rennen erfolgte von 2007 bis 2010 nach dem damals gültigen FIA Standard:

Punktesystem
Platzierung 1 2 3 4 5 6 7 8
Punkte 10 8 6 5 4 3 2 1

Ab der Saison 2011 gilt das neue Punkteschema der FIA mit folgenden Vergaben:

Punktesystem
Platzierung 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Punkte 25 18 15 12 10 8 6 4 2 1

Punkteberechtigt sind fest eingeschriebene Fahrer und Teams. Gaststarter erhalten abgesehen von den letzten vier Saisonrennen ebenfalls Punkte.

Zusätzlich werden Fahrer der Kategorie D in einer gesonderten Gentlemen-Wertung geführt. Zwischen den Jahren 2009 und 2012 wurde die Unterwertung der Fahrer der Kategorie D "Amateur-Wertung" genannt, seit dem Jahr 2013 Gentlemen-Wertung. Um dort Fahrerkombination, die ausschließlich aus Piloten der Kategorie D bestehen, gegenüber Profi-/Amateur-Kombinationen nicht zu benachteiligen, werden alle erzielten Punkte in dieser Wertung mit 1,5 multipliziert. Bei Profi-/Amateur-Kombinationen ist lediglich der Fahrer der Kategorie D in der Amateurwertung punktberechtigt. In der Gentlemen-Wertung wird ein Preisgeld in Höhe von 75.000 Euro ausgeschüttet.[7]

An einem Rennwochenende werden zwei Rennen über eine Distanz von 60 Minuten ausgetragen. Für jedes Rennen wird ein Qualifikationstraining ausgetragen, nach dem die Startaufstellung erfolgt. Dabei fährt der niedriger eingestufte Fahrer das erste, der stärkere das zweite Zeittraining. Während des Rennens muss ein Boxenstopp zwischen der 25. und 35. Minute eingelegt werden, wobei ein Fahrerwechsel stattfinden muss. Je nach Rennstrecke gibt es eine Mindestzeit für den Boxenstopp, die Anzahl der Personen, welche am Fahrzeug arbeiten dürfen, ist auf zwei beschränkt. Diese Regelung soll verhindern, dass die Boxenstopps rennentscheidend sind. Während des Rennens darf weder nachgetankt noch Reifen gewechselt werden. Ausgenommen davon sind beschädigte Reifen oder wenn die Rennleitung den Wertungslauf als Regenrennen ausgibt.

Nach einem Rennen werden Platzierungsgewichte verteilt, welche für das folgende Rennen gelten. Dabei gilt folgende Regelung:

Platz Gewicht
1 +30 kg
2 +20 kg
3 +10 kg

Pro Fahrzeug dürfen maximal 50 kg Platzierungsballast zugeladen werden. Die Platzierungsgewichte werden nach jedem Rennen neutralisiert.[8] Platzierungsgewichte sollen Seriensiege verhindern und ebenfalls Chancengleichheit herstellen.

Meister[Bearbeiten]

Jahr Fahrer-Meister Fahrzeug Team-Meister Meister der Amateurwertung
2007 DeutschlandDeutschland Christopher Haase Lamborghini Gallardo GT3 Reiter Engineering nicht ausgeschrieben
2008 DeutschlandDeutschland Tim Bergmeister Porsche 997 GT3 Cup S Team Flatex-Reiter nicht ausgeschrieben
2009 DeutschlandDeutschland Christian Abt Audi R8 LMS Callaway Competition SchweizSchweiz Toni Seiler
2010 DeutschlandDeutschland Albert von Thurn und Taxis
NiederlandeNiederlande Peter Kox
Lamborghini Gallardo LP560 GT3 Abt Sportsline SchweizSchweiz Toni Seiler
2011 FrankreichFrankreich Dino Lunardi
GriechenlandGriechenland Alexandros Margaritis
Alpina B6 GT3 Reiter Engineering SchweizSchweiz Marc Hayek
2012 DeutschlandDeutschland Sebastian Asch
DeutschlandDeutschland Maximilian Götz
Mercedes-Benz SLS AMG GT3 MS Racing Team DeutschlandDeutschland Swen Dolenc
2013 ItalienItalien Diego Alessi
DeutschlandDeutschland Daniel Keilwitz
Corvette Z06.R GT3 Prosperia C. Abt Racing DanemarkDänemark Christina Nielsen

Für die besten Fahrer jeder Marke wurde 2007 und 2008 auch ein Pokal vergeben. Im Jahr 2007 brachten nur Porsche und Lamborghini genügend Starter für die geforderte Mindestanzahl von sechs Fahrzeugen auf. Für die Saison 2008 wurde die Mindestanzahl von Startern für die Ausschreibung der Markenwertung von sechs auf vier reduziert, danach das Konzept zugunsten einer Amateurwertung komplett verworfen.

Jahr Porsche-Pokal Lamborghini Pokal
2007 DeutschlandDeutschland Jan Seyffarth
DeutschlandDeutschland Frank Schmickler
DeutschlandDeutschland Christopher Haase
2008 DeutschlandDeutschland Tim Bergmeister DeutschlandDeutschland Christopher Haase
DeutschlandDeutschland Albert von Thurn und Taxis

Fernsehübertragung[Bearbeiten]

Die Rennen des ADAC GT Masters werden seit 2010 im ran-Fenster live im Fernsehen auf kabel eins übertragen. Im ersten Jahr der Übertragung kommentierte Rainer Braun[9] alle Rennen, seit 2011 sitzt Patrick Simon hinter dem Mikrofon.[10] . Simon wird in der Saison 2013 vom ehemaligen Sky-Formel-1-Kommentator Jacques Schulz unterstützt.[11] Eine Aufzeichnung beider Meisterschaftsläufe wird eine Woche später auf dem Fernsehsender Sport1 sowie Sport1+ [12] im Magazin ADAC Masters Weekend erneut ausgestrahlt. Am Tag nach dem Rennwochenende zeigt zusätzlich der Nachrichtensender N24 eine Zusammenfassung.[13] Der ADAC und der Privatsender kabel eins haben ihre Partnerschaft bis 2014 verlängert.[14]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: ADAC GT Masters – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b ADAC intensiviert Kooperation mit dem DMSB
  2. Keine deutsche GT4-Serie in 2009
  3. ADAC GT Masters ab 2012 mit Yokohama
  4. http://www.adac-gt-masters.de/download/downloadsavefile.php?PHPSESSID=4ae4d40d59582a60a251af345178e761&pfad=/home/gtmaste/public_html/images/2008/regeln/2011/&datei=gt_masters-110113-0002.pdf
  5. ADAC GT Masters 2013 mit noch mehr Spannung
  6. 2013 Sportliches Reglement
  7. Startschuss für ADAC GT Masters-Saison 2013
  8. Konzept ADAC GT Masters: Faszination auf vier Rädern
  9. „Rainer Braun kommentiert ADAC GT Masters bei kabel eins“ (gtmasters.org am 1. April 2010)
  10. Renn-As Patrick Simon am kabel eins-Mikrofon – ADAC GT Masters – News
  11. Jacques Schulz kommentiert ADAC GT Masters
  12. ADAC GT Masters ab sofort im TV auch bei Sport1+
  13. Umfassende TV-Präsenz des ADAC GT Masters
  14. ADAC GT Masters: Alle Rennen 2013 und 2014 bei kabel eins