AGO C.I-III

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AGO Pusher mit offenem Cockpit

Die von den AGO Flugzeugwerken gebauten Doppeldecker AGO C.I, C.II und C.III waren Aufklärungsflugzeuge der deutschen Fliegertruppe im Ersten Weltkrieg mit Druckpropellerantrieb.

Entwicklung[Bearbeiten]

Der schweizerische Konstrukteur der AGO C.I (Werksbezeichnung DH6) August Haefeli hatte Besatzung und Motor mit H. & Z.-Seitenkühler gemeinsam in einer Gondel untergebracht. Rechts und links dieser Gondel trugen zwei schlanke hohe Holme mit ovalem Querschnitt, auf das vierrädrige Fahrgestell gesetzt, das Heckleitwerk. Die Verstrebung war dreistielig. Der Beobachter saß vor dem Piloten und verfügte über ein MG.

Eine Maschine wurde unter der Bezeichnung AGO C.Iw für Küstenpatrouillen an die Kaiserliche Marine geliefert.

Ende 1915 ersetzte die C.II (Werksbezeichnung DH7) die C.I. Bis auf geringe Änderungen blieb das Konstruktionsprinzip der C.II das gleiche. Modifikationen betrafen den Motor, der nun über einen Flügelkühler gekühlt wurde, außerdem waren einige aerodynamische Verbesserungen vorgenommen worden. Die Verstrebung blieb dreistielig.

Auch von der C.II wurden einige Maschinen mit vergrößerter Spannweite und Flügelfläche gebaut, um sie unter der Bezeichnung AGO C.IIw wahlweise mit Fahrwerk oder auch mit Schwimmern an die Kaiserliche Marine zu liefern.

Ebenfalls in geringer Zahl folgte als letztes Baumuster gleichen Konstruktionstyps die AGO C.III als verkleinerte Variante der C.II. Bei einigen Exemplaren wurde zudem auf die Bugräder verzichtet.[1]

Einsatz[Bearbeiten]

Die C.I wurde ab Juni 1915 in geringer Stückzahl zu den Feldfliegerabteilungen an der Westfront geliefert, noch im Sommer gefolgt von der C.II. Diese hatte eine große Reichweite und blieb, da sie bei den Piloten als schnell und wendig beliebt war, bis in das Jahr 1917 im Einsatz.

Neben den Otto C-Typen blieben die AGO C.I-III die einzigen Druckpropeller-Zweisitzer, die auf deutscher Seite zum Einsatz kamen – im Gegensatz zu den Alliierten, die zahlreiche Flugzeuge dieses Konstruktionsprinzips verwendeten. Auch die Firmen Euler und Schwade hatten noch 1914 mit MG-bewehrten Druckpropellerflugzeugen experimentiert, die als Kampfflugzeuge mit einem nach vorn gerichteten MG ausgerüstet waren. Die Schwade C.I mit Stahlgondel und die beiden Euler-Kampfflugzeuge (eine einsitzige Version mit einem und eine zweisitzige Version mit zwei MG) kamen jedoch nicht zum Einsatz. So waren die AGO-C-Typen Mitte 1915 die einzigen zweisitzigen Aufklärungsflugzeuge auf deutscher Seite mit nach vorn wirkendem, also offensiv einsetzbarem MG.[2]

Technische Daten AGO C.I–III[Bearbeiten]

Kenngröße AGO C.I AGO C.I AGO C.Iw AGO C.II AGO C.IIw AGO C.III
Baujahr: 1915 1915 1915 1915 1916 1915/16
Einsatzzweck: Aufklärer Aufklärer Seeaufklärer Aufklärer/Bomber Seeaufklärer Aufklärer, Bomber
Länge: 9,84 m 9,00 m 10,40 m 9,84 m 11,24 m 7,00 m
Spannweite: 14,48 m 15,00 m 14,48 m 18,30 m 11,00 m
Höhe: 3,50 m 3,50 m 3,50 m 3,58 m
Flügelfläche: 40,00 m² 41,50 m² 40,00 m²
Leergewicht: 800 kg 1.360 kg 1.316 kg
Startgewicht: 1.320 kg 1.946 kg 1.946 kg
wassergekühlter Reihenmotor: Benz Bz III
150 PS
Mercedes D III
160 PS
Benz Bz.III
150 PS
Mercedes D IV
220 PS
Benz Bz IV
200 PS
Mercedes D IV
220 PS
Höchstgeschwindigkeit: 145 km/h in NN 140 km/h in NN 145 km/h in NN 147 km/h in NN
Steigzeit auf 1.000 m: 7 min
Steigzeit auf 2.000 m: 16 min
Steigzeit auf 3.000m: 30 min
Dienstgipfelhöhe: 4.500 4.800 m 4.500 m
Reichweite: 500 km 480 km 580 km
Flugdauer: 4 h
Bewaffnung: 1 Kaliber 7,92-mm-Parabellum-MG wie C.I wie C.I wie C.I wie C.I wie C.I
Besatzung: 2 Mann 2 Mann 2 Mann 2 Mann 2 Mann 2 Mann

Galerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Liste von Flugzeugtypen

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise/Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Die später folgenden Typen AGO C.IV-VIII waren konventionelle Zugpropeller-Doppeldecker.
  2. Zum Thema der MG-Bewaffnung deutscher Flugzeuge vgl. auch Lemma Fokker E.I-IV.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Enzo Angelucci, Paolo Matricardi: Flugzeuge von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg („Gli aeroplani“). Falken, Wiesbaden 1976, ISBN 3-8068-0391-9.
  •  Günter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910–18. Lohse-Eissing, Wilhelmshaven 1977, ISBN 3-920602-18-8.
  •  Kenneth Munson: Überwachungs- und Aufklärungsflugzeuge, Band 2: Bomber 1914–19. Orell Füssli, Zürich 1968.
  •  Heinz Nowarra: Die Entwicklung der Flugzeuge 1914–18. Lehmanns, München 1959.
  •  Michael J. Taylor: Jane's Encyclopedia of Aviation. Portland House, New York 1989, ISBN 0-517-69186-8, S. 39.

Weblinks[Bearbeiten]