AIDAblu

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt das im Jahr 2010 in Dienst gestellte Kreuzfahrtschiff. Für das Schiff, das von 2004 bis 2007 diesen Namen führte, siehe Pacific Jewel.
AIDAblu
Die AIDAblu, 2011 in Funchal

Die AIDAblu, 2011 in Funchal

p1
Schiffsdaten
Flagge ItalienItalien (Handelsflagge) Italien
Schiffstyp Kreuzfahrtschiff
Klasse Sphinx-Klasse (modifiziert)
Rufzeichen IBWX[1]
Heimathafen Genua
Eigner Costa Crociere[1]
Reederei AIDA Cruises
Bauwerft Meyer Werft, Papenburg
Baunummer S.680[1]
Baukosten ca. 350 Mio. EUR[2]
Bestellung 12. Juni 2007
Kiellegung 25. Juli 2007 [3]
Taufe 9. Februar 2010
Stapellauf 11. Juli 2009
(Ausdockung 5. Januar 2010)
Übernahme 4. Februar 2010
Verbleib in Fahrt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
253,33[1] m (Lüa)
Breite 32,2[1] m
Tiefgang max. 7,3[1] m
Vermessung 71.304 BRZ[1]
 
Besatzung 607
Maschine
Maschine Dieselelektrischer Antrieb
2 × elektr. Propellermotoren (Siemens), je 12,5 MW; Wellenanlage
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
25.000 kW (33.991 PS)
Geschwindigkeit max. 21,8 kn (40 km/h)
Energie-
versorgung
4 × Dieselmotor (Caterpillar-MaK 9M43C),
je 9.000 kW
Generator-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
36.000 kW (48.946 PS)
Propeller 2 (5-Blatt-Festpropeller, Balance-Ruder)
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl 2.500 auf 12 Passagierdecks
Sonstiges
Klassifizierungen

Germanischer Lloyd

Registrier-
nummern

IMO 9398888[1]

Die AIDAblu ist ein Kreuzfahrtschiff von Carnival Corporation & plc. Sie wird für Fahrten unter der speziell auf den deutschen Markt ausgerichteten Konzernmarke AIDA Cruises eingesetzt. Betrieben wird sie unter italienischer Flagge durch Costa Crociere in Genua.

Sie ist das vierte von sieben nahezu baugleichen Schiffen der Sphinx-Klasse und das zweite Schiff dieses Namens. Ihre Namensvorgängerin wurde nach Indienststellung der AIDAdiva im Frühjahr 2007 vom Mutterkonzern zunächst für einen Einsatz unter der Marke Ocean Village neu gestrichen und schließlich, nachdem diese Marke aufgegeben wurde, im Jahr 2009 als Pacific Jewel nach Australien verlegt.

Sie gehört wie ihre Schwesterschiffe AIDAdiva, AIDAbella und AIDAluna zur Sphinx-Klasse. Der Bauplan wurde bei ihr und den folgenden Schiffen dieser Klasse aber nochmal um ein halbes Deck erweitert, so dass sie mit 71.304 BRZ vermessen wurde und nach den Angaben der Klassifizierungsgesellschaft Germanischer Lloyd auch 1,44 m länger ist als das Typschiff AIDAdiva.

Geschichte[Bearbeiten]

Heckansicht der AIDAblu

Bau, Überführung und Indienststellung[Bearbeiten]

Am 22. Juli 2008 gab die Reederei AIDA Cruises den Taufnamen des Projekts SPHINX IV bekannt und noch während das Schwesterschiff AIDAluna im Baudock lag, wurde die AIDAblu mit der Baunummer S.680 am 20. Oktober 2008 im Dock I der Meyer Werft im Beisein der Vertreter von Reederei und Werft auf Kiel gelegt. Der erste Baublock hatte ein Gewicht von ca. 450 Tonnen.[4] Am 7. Juli 2009 wurde mit dem Schornsteinaufsatz der letzte der 55 Baublöcke aufgesetzt. Am Morgen des 5. Januar 2010 verließ die AIDAblu die Dockhalle der Werft und machte nach Tests an Rettungsbooten und Stabilisatoren am Ausrüstungskai fest.[5]

Mit einer Breite von 21 Metern hat die AIDAblu den größten „Kussmund“ der Flotte. Die letzten Pinselstriche zur Fertigstellung wurden von sieben Gewinnern durchgeführt, die sich dafür beworben hatten.[6]

Die Überführung der AIDAblu über die Ems begann am 15. Januar 2010. Um bestmögliche Manövrierbarkeit zu gewährleisten, erfolgte die Überführung mit Schlepperunterstützung und dem Heck voraus. Nach 16 Stunden erreichte das Schiff am Morgen des 16. Januar 2010 den Emskai in Emden. In der Zeit bis zur geplanten Ablieferung an die Reederei am 4. Februar 2010 wurden noch abschließende Arbeiten und diverse Probefahrten auf der Nordsee durchgeführt.
Für die Überführung musste die Ems aufgestaut werden, was von Umweltschützern kritisch beurteilt wird. Die Bürgerinitiative „Rettet die Ems“ hatte zu Protesten aufgerufen.

Die Taufe der AIDAblu fand am 9. Februar 2010 vor der Fischauktionshalle im Hamburger Hafen statt. Die Taufpatin des Schiffes ist Jette Joop. Die Gäste der Jungfernfahrt erlebten die Taufe an Bord des Schiffes mit.

Einsatz[Bearbeiten]

Die Jungfernfahrt der AIDAblu begann unmittelbar nach der Taufzeremonie und führte über eine Dauer von zwölf Tagen von Hamburg nach Palma de Mallorca. Im Anschluss daran wurde das Schiff planmäßig in Nordeuropa, in den Gewässern um die Kanarischen Inseln, im Mittelmeer sowie im Persischen Golf eingesetzt.

Im Rahmen der Taufe der AIDAmar im Mai 2012 nahm die AIDAblu gemeinsam mit den Schwesterschiffen AIDAsol und AIDAluna an den Feierlichkeiten zum Geburtstag des Hamburger Hafens teil. 2013 und 2014 ist sie im Mittelmeer ab Mallorca unterwegs.

Schiffstechnik[Bearbeiten]

In technischer Hinsicht entspricht die AIDAblu weitgehend ihren Schwesterschiffen der Sphinx-Klasse. Sie hat eine dieselelektrische Maschinenanlage, bei der vier von Dieselmotoren angetriebene Generatoren das Schiff mit Elektrizität und Prozesswärme versorgen. Der Antrieb der beiden Propeller erfolgt über Elektromotoren.

Aufgrund des höheren Gewichts sind Dienst- bzw. Höchstgeschwindigkeit etwas niedriger als bei den drei Vorgängerschiffen.

Kabinen und Bordeinrichtungen[Bearbeiten]

Neben der Schiffstechnik orientieren sich auch Deckaufteilung und Ausstattung der AIDAblu weitgehend an den Standards der Sphinx-Klasse. Im Vergleich zu den Schwesterschiffen AIDAdiva, AIDAbella und AIDAluna wurde jedoch der Wellness- und Spa-Bereich um 300 Quadratmeter auf insgesamt 2.600 Quadratmeter erweitert. Er gehört damit zu den größten seiner Art auf Kreuzfahrtschiffen. 34 Spa-Kabinen mit Balkon und fünf Spa-Suiten haben direkten Zugang. Insgesamt verfügt das Schiff über 1.096 Kabinen, darunter 471 Balkonkabinen (davon 18 Suiten) und 172 konventionelle Außenkabinen.[7] Die AIDAblu ist das erste Kreuzfahrtschiff von AIDA Cruises, das eine eigene Bierbrauerei an Bord hat, in der Bier der Marke Hövels gebraut wird.[8]

Zwischenfälle[Bearbeiten]

Vom 9. Dezember bis 11. Dezember 2013 lag die AIDAblu in Funchal auf Madeira an der Pier. Das Schiff traf dort deutlich früher ein, da es eine Sturmwarnung gab. Während des Sturms wurde die AIDAblu gegen die Pier gedrückt, sodass die Backbordseite stark beschädigt wurde. Gleichzeitig rissen mehrmals die Trossen, sodass sie häufig neu ausgelegt werden mussten.[9]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Germanischer Lloyd AG, aufgerufen am 29. Januar 2011
  2. Bericht auf "SPIEGEL online": "Aida Blu" schippert auf der Ems gen Nordsee, aufgerufen am 17. Januar 2010
  3. Germanischer Lloyd AG zu IMO 9398888 geprüft 26. September 2011
  4. Pressemitteilungen der MEYER WERFT, aufgerufen am 17. Januar 2010
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPressemitteilung von AIDA vom 5. Januar 2010. Abgerufen am 1. April 2010.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPressemitteilung von AIDA vom 6. Juli 2009. Abgerufen am 1. April 2010.
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPressemitteilung von AIDA vom 4. Februar 2010. Abgerufen am 1. April 2010.
  8. http://www.nordkurier.de/index.php?objekt=nk.nachrichten.m-v&id=630542
  9. AIDAblu trägt starke Blessuren davon beim Sturm in Funchal. 19. Dezember 2013, abgerufen am 21. Dezember 2013.