AIDAcara

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AIDAcara
Die AIDAcara verlässt den Hafen von Helsinki

Die AIDAcara verlässt den Hafen von Helsinki

p1
Schiffsdaten
Flagge ItalienItalien (Handelsflagge) Italien
andere Schiffsnamen

AIDA (1996–2001)
(genannt „AIDA - Das Clubschiff“)

Schiffstyp Kreuzfahrtschiff
Rufzeichen IBNR
Heimathafen Genua
Eigner
Bauwerft Kvaerner Masa Yards AB (Turku, Finnland)
Stapellauf 16. Februar 1996
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
193,34[1] m (Lüa)
Breite 27,60[1] m
Tiefgang max. 6,00[1] m
Vermessung 38.557 BRZ / 17.766 NRZ[1]
 
Besatzung 369
Maschine
Maschine 4 × Dieselmotoren (MAN B&W 6L48/60) je 5.430 kW (ca. 7.385 PS)
mechanisch über Getriebe und Wellenanlage
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
21.720 kW (29.531 PS)
Geschwindigkeit max. 20 kn (37 km/h)
Propeller 2 × Verstellpropeller,
2 × Halbbalance-Ruder
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 3752 tdw
Zugelassene Passagierzahl 1339
Sonstiges
Klassifizierungen

Germanischer Lloyd

Registrier-
nummern

IMO-Nr. 9112789

Die AIDAcara ist ein Kreuzfahrtschiff von Carnival Corporation & plc. Sie wird für Fahrten unter der speziell auf den deutschen Markt ausgerichteten Konzernmarke AIDA Cruises eingesetzt. Betrieben wird sie unter italienischer Flagge durch Costa Crociere S.p.A. in Genua.

Bis zu ihrer Umbenennung in AIDAcara im Dezember 2001 war sie vor allem über ihren Marketing-Beinamen als „AIDA – Das Clubschiff“ bekannt. Sie war das erste Kreuzfahrtschiff, das für die Marke AIDA gebaut und in Dienst gestellt wurde. Die heute für eine ganze Flotte charakteristische Lackierung mit „Kussmund“, Augen und Lidschatten wurde durch den Grafiker Feliks Büttner entworfen und an diesem Schiff zum ersten Mal umgesetzt. Auf 38.557 BRZ vermessen, ist die AIDAcara sowohl das älteste, als auch das kleinste der AIDA-Schiffe.

Geschichte[Bearbeiten]

Bau und Indienststellung[Bearbeiten]

Nachdem die Hamburger Kaufleute Nikolaus W. Schües und Horst Rahe die gerade privatisierte Deutsche Seereederei übernommen und für den deutschen Markt ein Konzept für Kreuzfahrten in ungezwungener Atmosphäre nach amerikanischem Vorbild entwickelt hatten,[2] beauftragten sie am 26. August 1994 den Bau eines „Clubschiffes“ bei der finnischen Werft Kværner Masa Yards AB.[3] Dieses wurde am 11. September 1995 unter Baunummer 1337 in Turku auf Kiel gelegt. Der Stapellauf folgte am 16. Februar 1996. Am 7. Juni 1996 wurde das Schiff im Ostseebad Warnemünde durch Christiane Herzog, die Ehefrau des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog, auf den Namen AIDA getauft. Der Name wurde gewählt, um wie die übrigen Passagierschiffe der Deutschen Seereederei einen Namen mit dem Buchstaben „A“ am Anfang und Ende zu haben, aber auch im Hinblick auf die gleichnamige Oper von Giuseppe Verdi, der fälschlich nachgesagt wird, sie sei für die Eröffnung des Suezkanals in Auftrag gegeben worden.

Einsatz[Bearbeiten]

Im Nord-Ostsee-Kanal

Am 11. Juni 1996 lief die AIDA zu ihrer ersten Kreuzfahrt nach Palma de Mallorca aus, wo sie auch zunächst stationiert wurde, um während der Sommermonate Ziele in der Mittelmeerregion anzulaufen. Im Winter wurde das Schiff in der Karibik eingesetzt.

Im August 1997 ging die AIDA an die NCL Corporation Ltd. und wurde dort auf Liberia umgeflaggt, jedoch ansonsten wie bisher weiter betrieben. 1999, nur zwei Jahre später nahm die Deutsche Seereederei das Schiff zurück, um es in ihr gerade mit der britischen Peninsular and Oriental Steam Navigation Company (P&O) gegründetes Joint Venture AIDA Cruises Ltd. einzubringen. P&O hielt daran die Mehrheit und sollte die AIDA-Marke und das Schiff nur ein Jahr später vollständig übernehmen. Neuer Eigentümer wurde dann jedoch P&O Princess Cruises, in welche P&O zeitgleich zur Übernahme sein gesamtes Kreuzfahrtgeschäft als eigenständiges Unternehmen ausgegründet hatte. Im Dezember 2001 erhielt das Schiff den Namen AIDAcara.[4]

Im Jahr 2003 entschied P&O Princess Cruises, sich mit der amerikanischen Carnival Corporation zur Carnival Corporation & plc zu verbinden, in deren Eigentum das Schiff und die Marke AIDA Cruises seither stehen. Als neuer Eigner wurde zunächst deren europäische Tochter Societa di Crociere Mercurio S.r.l. bestimmt. Seit 2010 ist das Schiff jedoch auf Costa Crociere S.p.A. in Genua eingetragen, die als operativer Arm der Carnival-Gruppe schon seit 2004 die AIDAcara und auch die übrige inzwischen stark angewachsene AIDA-Flotte unter italienischer Flagge betreibt.

Die AIDAcara wird während des gesamten Jahres vorwiegend in europäischen Kreuzfahrtregionen wie Ostsee, Mittelmeer, den Kanarischen Inseln und in nordeuropäischen Gewässern eingesetzt. Das Schiff ist in der Lage, auch Regionen wie das Amazonasgebiet anzusteuern, die größeren Kreuzfahrtschiffen nicht zugänglich sind. Darüber hinaus werden auch Atlantiküberquerungen und Fahrten in der Karibik sowie im südamerikanischen Raum angeboten. Ende 2006 war die AIDAcara als erstes Schiff der Reederei in den Gewässern um die arabische Halbinsel im Einsatz.

Seit 2009 passiert die AIDAcara auch regelmäßig den Nord-Ostsee-Kanal; sie ist das einzige Kreuzfahrtschiff der Reederei, das dem Höhenlimit von 40 Metern für die zehn Kanalbrücken entspricht.[5] Im Frühling 2010 brach die AIDAcara zum ersten Mal zu einer Weltreise auf, die in 55 Tagen von Bangkok (Thailand) nach Hamburg führte. Den Winter verbringt sie zur Zeit meist im Südatlantik, in der Karibik und rund um die Kanarischen Inseln; im Sommer ist sie im Ostseeraum sowie im Nordatlantik unterwegs und legt regelmäßig in Kiel am Ostseekai an.[6]

Im Jahr 2013 befuhr die AIDAcara wie im Vorjahr die Meere in Nordeuropa und Südamerika und zum Jahreswechsel die Gewässer rund um die Kanarischen Inseln. Für den Sommer 2014 ist sie wieder für Nordeuropa eingeplant; den folgenden Winter wird sie in den Kanaren eingesetzt.

Umbaumaßnahmen[Bearbeiten]

AIDAcara im Jahr 2002 vor dem Umbau

In der zweiten Aprilhälfte 2005 wurde die AIDAcara im Trockendock der Neptun Stahlbau GmbH in Rostock umfangreich renoviert und umgebaut. Dabei wurden 44 Außenkabinen mit Balkonen ausgestattet. Wegen der daraus entstandenen Sichteinschränkung erhielten die beiden Brückennocks ausfahrbare Plattformen, die eine optimale Sicht beim Manövrieren gewährleisten. Im Heckbereich wurde die Fläche des Restaurantaußendecks vergrößert. Die Umbaukosten wurden mit ca. 2,5 Mio. Euro angegeben.[7]

Vom 3. bis 14. November 2007 lag das Schiff im Trockendock der Fincantieri-Werft in Palermo. Während dieser Zeit wurde der Gästebereich modernisiert, unter anderem der Eingangsbereich, die Discothek und Teile des Spa-Bereichs.[8]

Zwischen dem 9. September und dem 21. September 2009 wurde die AIDAcara bei Blohm + Voss in Hamburg erneut überarbeitet. Dabei wurde die komplette Innenausstattung der Kabinen an die Gestaltung der Neubauten der Sphinx-Klasse angepasst, Restaurant- und Servicebereiche wurden erweitert. Darüber hinaus wurden Computersysteme erneuert und eine Lasershow-Anlage installiert.[8]

Vom 13. bis 24. März 2011 war die AIDAcara bei Blohm + Voss gedockt. Neben den fälligen Wartungsarbeiten wurden der Anstrich und der Wellness-Bereich erneuert sowie ein Golfsimulator installiert.[9]

Im Oktober 2013 wurde die AIDAcara im Dock der Lloyd Werft in Bremerhaven erneut modernisiert. Das Bordrestaurant "Calypso" wurde umgestaltet, und das Schiff bekam neben einer Lounge für Jugendliche und einer Bildergalerie auch einen neuen Anstrich. Weiter wurden übliche Wartungsarbeiten durchgeführt. Zudem wurden Vorbereitungsarbeiten für den Einbau einens umfassendes Filtersystem zur Reduzierung der Abgase durchgeführt. Als erstes Schiff der AIDA-Flotte wird sie einen Katalysator zur Bindung der Stickoxide und Filter erhalten, in denen Ruß- und Brennstoffrückstände ausgefällt werden. Die Schwefeloxide werden ohne Zusatz von Chemikalien in einem Wäscher entfernt. Das Filtersystem wurde innerhalb der Carnival Gruppe entwickelt und soll die Emission von Rußpartikeln, Stick- und Schwefeloxiden zwischen 90 und 99 Prozent reduzieren.[10][11]

Maschinenanlage und Antrieb[Bearbeiten]

AIDAcara auf Reede vor Visby/Gotland (Schweden)

Die AIDAcara ist mit einer konventionellen Maschinen- und Antriebsanlage ausgestattet, bei der vier mittelschnell laufende 4-Takt-Dieselmotoren paarweise über ein Reduktionsgetriebe und Wellenanlage auf die beiden Kamewa-Verstellpropeller wirken. Bei den Motoren des Typs MAN B&W 6L48/60 handelt es sich um 6-Zylinder-Reihenmotoren mit Abgasturbolader. Jeder Motor hat einen Hubraum von ca. 650 Litern. Die beiden Hauptgetriebe reduzieren deren Drehzahl von 450/min auf die geforderte Propellerdrehzahl von 152/min. Da Motoren und Propeller mit weitgehend konstanter Drehzahl laufen, ist der Anstellwinkel der Propellerblätter je nach Fahrsituation variabel.[1]

Die Hauptversorgung mit elektrischer Energie erfolgt über zwei Wellengeneratoren. Sie erzeugen eine elektrische Leistung von je 4.500 kVA. Zusätzlich stehen drei Generatoren mit einer Leistung von je 3.500 kVA zur Verfügung, die von Dieselmotoren des Typs Wärtsilä Vasa 3R32D angetrieben werden.[1]

Die Steuerung des Schiffes erfolgt über zwei Halbbalance-Schweberuder im Heck, die beim Manövrieren von zwei Querstrahlanlagen unterstützt werden. Zur Dämpfung von Rollbewegungen ist die AIDAcara mit zwei Flossenstabilisatoren von Blohm + Voss ausrüstet.

Kabinen und Bordeinrichtungen[Bearbeiten]

Die AIDAcara verfügt über insgesamt 590 Passagierkabinen unterschiedlichster Kategorien, die sich auf den unteren Passagierdecks befinden. Nach den Umbaumaßnahmen von 2005 stehen auch 44 Balkonkabinen zur Verfügung. Je nach Ausstattung können die Kabinen mit bis zu vier Personen belegt werden. Die vier Premium-Suiten und die zwölf Junior-Suiten liegen im vorderen Bereich von Deck 7 und bieten eine Fläche von je 35 bzw. 25 Quadratmetern. Die Premium-Suiten verfügen über ein eigenes Sonnendeck mit Blick über den Schiffsbug; die seitlich angeordneten Junior-Suiten sind mit Balkonen ausgestattet.

Die öffentlichen Bereiche des Schiffes befinden sich mit Ausnahme der Rezeption auf den vier oberen Decks. Viele Einrichtungen wie das Markt-Restaurant, die sternförmige AIDA-Bar oder der Einkaufsbereich AIDA Shop wurden auf der AIDAcara erstmals realisiert und aufgrund des Erfolges in teilweise modifizierter Form für alle Clubschiffe der Reederei übernommen. Das Theater im Bug erstreckt sich über zwei Decks und bietet Platz für bis zu 700 Zuschauer. Es ist mit Amphitheater-ähnlichen Sitzbänken anstatt der üblichen Sessel ausgestattet.

Der Wellness-Bereich umfasst eine Fläche von etwa 1.100 Quadratmetern. Dem Clubschiff-Konzept entsprechend, bietet das Schiff umfangreiche Sportmöglichkeiten (z. B. Golfsimulator, Volleyball- und Basketballfeld). Auf dem Sonnendeck ist ein getrennter FKK-Bereich eingerichtet.

Unfälle[Bearbeiten]

Am 13. Oktober 2012 touchierte die AIDAcara beim Ablegen vom Hamburger Kreuzfahrtterminal in Altona den am Kai befindlichen Fender. Das Schiff wurde dadurch beschädigt und konnte die angefangene Reise erst nach einer Notreperatur im Hamburger Hafen mit neun Stunden Verspätung antreten.[12]

Am 22. April 2013 touchierte die AIDAcara beim Ablegen in Oslo wegen starken Windes den Kai. Eine leichte Beschädigung am Heck wurde festgestellt, woraufhin eine Rückkehr in den Hafen veranlasst wurde. Nach einer mehrstündigen Überprüfung konnte die AIDAcara ihre Reise fortsetzen.[13]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: AIDAcara – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Germanischer Lloyd AG, aufgerufen am 12. Januar 2010
  2. Bericht Die Geschichte der 'Aida' im Hamburger Abendblatt vom 4. März 2006, aufgerufen am 13. Januar 2010
  3. Unternehmensgeschichte von AIDA Cruises, aufgerufen am 13. Januar 2010
  4. Daten zum Einsatz des Schiffes, aufgerufen am 29. Januar 2010
  5. Nord-Ostsee-Kanal-Info: Rostocker Reederei nimmt den Nord-Ostsee-Kanal erstmals ins Sommerprogramm auf, aufgerufen am 14. Januar 2010
  6. http://www.hafen-kiel.de/index.php?active_id=49&PHPSESSID=026a90e73c2c21ec9bdf32ce08da8dd8 Kreuzfahrerliste 2011 Kieler Hafen
  7. AIDA: Technische Daten und allgemeine Informationen
  8. a b Pressearchiv der Reederei AIDA Cruises, aufgerufen am 14. Januar 2010
  9. AIDAcara Umbau bei Blohm und Voss. Golfsimulator und neuer SPA-Bereich
  10. Pressemitteilung: AIDA Cruises investiert 100 Millionen Euro für Umweltschutz
  11. Pressemitteilung: AIDAcara nach Modernisierung auf dem Weg nach Südamerika
  12. Lokalzeitung Hamburg
  13. AIDAcara kollidiert erneut mit einer Hafenmauer. In: Kreuzfahrten-Blog. 23. April 2013, abgerufen am 12. März 2014.