ALDIS

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ALDIS, Austrian Lightning Detection & Information System ist das österreichische Blitzortungssystem.

Beteiligte an diesem Projekt, das seit 1991 arbeitet, sind der ÖVE, der Verbund und die Siemens AG (seit 1995, betreibt auch BLIDS für die Schweiz und Deutschland).

Das System erfasst mittels 8 Sensoren, die über ganz Österreich verteilt sind, sämtliche Gewitterblitze. Die Sensoren befinden sich in Hohenems (VBG), Schwaz (Unterinntal, TIR), Hitzging (Gemeinde Eggelsberg im Innviertel OOE), Dobersberg (Waldviertel, NOE), Bad Vöslau (Wiener becken, NOE), Niederöblarn (Ennstal, STM), Fürstenfeld (Südsteiermark, STM), und Nötsch (Gailtal, KTN). Jeder der Sensoren hat eine Reichweite von 400 km und eine Genauigkeit von 1 km. ALDIS arbeitet mit LS7000 Sensoren von Vaisala (Tucson, AZ).[1]

Seit 1998 werden am Sender Gaisberg mit einer entsprechenden Messanlage am Senderturm direkte Blitzeinschläge und deren Parameter wie Blitzstromverlauf systematisch gemessen.[2] Im April 2014 wurde 20 m über der Türmerstube am Südturm des Stephansdoms ein Blitzstrom-Messsystem mit 2 Sensoren durch Phoenix Contact Österreich installiert, welches am Blitzableiter die Parameter der dort einschlagenden Blitze erfasst.[3][4]

Mit diesem Projekt werden verschiedene Ziele verfolgt:

  • Forschung über Entstehung und Auswirkung von Blitzen: Es können dadurch die Blitzschutzanlagen weiterentwickelt werden.
  • Gewitterwarnung: Schon bei den kleinsten Anzeichen für ein Gewitter können interessierte Stellen, wie Wetterdienste oder Flugüberwachung, gewarnt werden.
  • Eine Archivierung sämtlicher Blitzeinschläge, sodass auch im Nachhinein nachvollzogen werden kann, wo um eine bestimmte Zeit Einschläge zu verzeichnen waren. Stark interessiert sind daran die Feuerversicherungen, die damit leichter kontrollieren können, ob es sich um Versicherungsbetrug handelt.

ALDIS ist in das gesamteuropäische Projekt EUCLID (European Cooperation for Lightning Detection)[5] integriert.

Online ist es über den Umweltgefahrendienst HORA (hora.gv.at) des Lebensministeriums zugänglich.

Literatur[Bearbeiten]

  •  G. Diendorfer, W. Schulz: ALDIS Austrian Lightning Detection and Information System 1992–2008. In: Elektrotechnik & Informationstechnik (e&i). 125 Jhgg., Nr. 5, 2008, S. 209–213, doi:10.1007/s00502-008-0530-3 (abstract, link pdf, ALDIS Publikationen 2008).
  •  G. Diendorfer, F. Hofbauer, A. Stimmer: ALDIS – Das österreichische Blitzortungssystem. In: Elektrotechnik & Informationstechnik (e&i). 109 Jhgg., Nr. 5, 2002, S. 261–266 (Zum Aufbau des Systems).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vaisala's U.S. National Lightning Detection Network
  2. Blitzforschungsprojekt Gaisberg
  3. Wiener Stephansdom wird Teil eines globalen Blitzstrom-Messsystems. In: derStandard.at. 2. September 2014, abgerufen am 21. Dezember 2014.
  4. www.blitz-schnell-erfasst.at. Phoenix Contact, abgerufen am 5. Dezember 2014 (Projektbeschreibung und Messergebnisse).
  5. EUCLID (European Cooperation for Lightning Detection)