AMC AMX/3
| AMC | |
|---|---|
|
AMC AMX/3 |
|
| AMX/3 | |
| Hersteller: | American Motors Corporation |
| Produktionszeitraum: | 1969–1970 |
| Klasse: | Sportwagen |
| Karosserieversionen: | Coupé |
| Motoren: | 6,5 Liter V8 |
| Länge: | 4460 mm |
| Breite: | 1902 mm |
| Höhe: | 1105 mm |
| Radstand: | 2675 mm |
| Leergewicht: | 1615 kg |
| Vorgängermodell: | keines |
| Nachfolgemodell: | keines |
Der AMC AMX/3 war ein Mittelmotorsportwagen des amerikanischen Automobilherstellers American Motors, der von Giotto Bizzarrini und BMW entwickelt wurde. Er war als Serienmodell konzipiert; kurz vor Beginn der Produktion beendete AMC allerdings das Projekt. Eine Ableitung des AMX/3 war der Bizzarrini Sciabola, der nur in einem Exemplar realisiert wurde.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Der Hintergrund
Der AMX/3 war ein zweisitziger Hochleistungssportwagen, der mit dem Ford GT40 und dem De Tomaso Pantera konkurrieren sollte.
Bereits 1966 hatte AMC mit dem AMX einen zweisitzigen Sportwagen mit italienisch beeinflusstem Design entwickelt, der bis 1969 in etwa 25.000 Exemplaren hergestellt worden war. Während der erste AMX ein Frontmotorfahrzeug mit großseriennaher Technik gewesen war, sah AMC für das Nachfolgemodell im Hinblick auf die avisierten Konkurrenten ein Mittelmotorkonzept vor. Eine eigene Studie, die 1969 mit der Bezeichnung AMX/2 [1]präsentiert wurde, kam über das Stadium eines Modells nicht hinaus; auch ein von ItalDesign erarbeiteter Alternativentwurf aus dem gleichen Jahr scheiterte. Ab Frühjahr 1969 konzentrierte sich AMC daraufhin auf den AMX/3, der eine im Haus entworfene Karosserie trug und von außen stehenden Unternehmen zur Serienreife entwickelt werden sollte. Für die Serienproduktion war eine Kooperation mit dem deutschen Automobilhersteller Karmann vorgesehen.
[Bearbeiten] Das Auto
Die Karosserie des AMX/3 wurde von einem Designteam unter der Leitung von Richard A. „Dick“ Teague entworfen, einem Vizepräsidenten der AMC. Ausführende Designer waren Vince Geraci und Bob Nixon. Der Wagen war niedrig, hatte eine weit vorn angesetzte Fahrgastzelle und ein Fließheck. Die hinteren Kotflügel wiesen einen markanten Schwung auf. An der Frontpartie fanden sich Klappscheinwerfer, am Heck wurde ein ausfahrbarer Spoiler installiert. Als Antrieb war ein 6,5 Liter großer Achtzylindermotor von AMC vorgesehen; er sollte mit einem Fünfganggetriebe von ZF verbunden werden.
Mit der Entwicklung des Fahrwerks beauftragte AMC „mangels eigenen Know-Hows“[2] den italienischen Rennwagenkonstrukteur Giotto Bizzarrini, der bis zur Insolvenz seines in Livorno ansässigen Unternehmens Automobili Bizzarrini unter eigenem Namen Sportwagen entwickelt und hergestellt hatte. Die Verbindung von AMC zu Bizzarrini wurde von Pininfarina hergestellt. Bizzarrini konzipierte das Fahrwerk und die Aufhängung innerhalb weniger Monate. Gleichzeitig stellte Salavatore Diomante, der mit Bizzarrini freundschaftlich verbundene Inhaber eines auf Kleinstserien spezialisierten Karosseriewerks, die ersten Karosserien des AMX/3 her. Das erste fahrbereite Exemplar wurde im Juni 1969 komplettiert.
Nachdem die ersten Prototypen hergestellt worden waren, übertrug AMC dem bayerischen Automobilhersteller BMW die Aufgabe, das Fahrwerk zu überarbeiten und zur Serienreife zu entwickeln. Bei BMW erhielt der Wagen den Entwicklungscode E18. BMW unternahm zahlreiche Testfahrten und stellte dabei erhebliche Mängel fest. So erwies sich das Fahrwerk als deutlich zu schwach ausgelegt, und der Geradeauslauf war mangelhaft. Auch die Kühlung des Motors war problematisch. Bizzarrini überarbeitete das Fahrwerk, zudem wurde die Kühlung modifiziert.
Anfang 1970 präsentierte AMC den AMX/3 in Rom der Öffentlichkeit; den ersten Messeauftritt hatte das Auto - ebenso wie sein avisierter Konkurrent Pantera - auf der New York Motor Show im April 1970. Im Juli 1970 allerdings stellte AMC das Projekt kurzfristig und ohne Angabe von Gründen ein. Der Name AMX wurde in den folgenden Jahren von anderen, sportlich ausgestatteten Großserienmodellen aus dem AMC-Konzern verwendet, anfänglich von einem Javelin und später von einem Hornet. Ein weiteres Mittelmotorcoupé entwickelte AMC nicht mehr.
[Bearbeiten] Bizzarrini Sciabola
Wenige Wochen nach dem Rückzug von AMC erklärte Giotto Bizzarrini, er werde etwa 20 Exemplare des AMX/3 unter der Bezeichnung Bizzarrini Sciabola vermarkten. Das Projekt wurde von OTO Melara finanziert, einem italienischen Getriebehersteller. Ein Prototyp des Sciabola wurde auf dem Turiner Autosalon 1971 vorgestellt, eine Serienfertigung kam indes nicht zustande, da AMC entgegen einer anfänglichen Zusage die Lieferung von technischen Komponenten verweigerte.
[Bearbeiten] Produktionsumfang
Wie viele AMX/3 hergestellt wurden, ist unklar. In Presseberichten werden Zahlen zwischen 13 und 17 genannt. Neun Fahrzeuge wurden auf Anweisung von AMC zerstört; sechs Fahrzeuge sollen in den Vereinigten Staaten von Amerika stehen. Der Prototyp Sciabola existiert nach wie vor.
[Bearbeiten] Einflüsse
Die Linienführung des AMX/3 beeinflusste mehrere Serienmodelle von AMC. Sowohl die Fließheckversion des AMC Hornet als auch das AMC Matador Coupé griffen die geschwungenen hinteren Kotflügel auf.
[Bearbeiten] Literatur
Wolfgang Blaube: Akte X. Vorstellung und Entwicklungsgeschichte des AMC AMX/3 in: Oldtimer Markt 4/2011, S. 42 ff.
[Bearbeiten] Weblinks
- Abbildung eines AMC AMX/3 auf der Internetseite www.ultimatecarpage.com (abgerufen am 12. April 2011).
- Abbildung eines AMC AMX/3 im Profil auf der Internetseite iedei.files.wordpress.com (abgerufen am 12. April 2011).
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Abbildung eines AMC AMX/2 auf der Internetseite www.conceptcarz.com (abgerufen am 12. April 2011).
- ↑ Oldtimer Markt, Heft 4/2011, S. 44.
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