AMD-800-Serie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
AMD-800- bzw. -8er-Chipsatz-Serie
Unterstützte CPU(s) Phenom
Athlon
Sempron
Unterstützte Sockel AM3
Southbridge(s) SB850, SB710
Desktop/Mobile
Enthusiast-Segment 890FX
Performance-Segment 890GX
Mainstream-Segment 880G, 870
Verschiedenes
Direct3D-Unterstützung des IGP 10.1
Vorgänger AMD-700-Serie
Nachfolger AMD-900-Serie

Die AMD-800-Serie ist eine Chipsatz-Familie von AMD für K10-Prozessoren und Nachfolger der AMD-700-Serie. Im Gegensatz zur Vorgängergeneration ist die 800-Serie vorläufig nur für den Sockel AM3 vorgesehen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das erste Modell der 800-Serie stellte AMD am 2. März 2010 auf der Computermesse CeBit in Hannover vor.[1] Dabei handelte es sich um den 890GX-Chipsatz, der, wie der Name bereits suggeriert, den älteren 790GX-Chipsatz aus dem Sommer 2008 ablösen soll. Die unter dem Codenamen RS880P entwickelte Northbridge ist allerdings technisch gesehen mit dem im August 2009 vorgestellten 785G-Chipsatz (Codename: RS880) identisch. Nur das bestehende Interface zur Southbridge wird nun über vier PCI-Express-2.0-Leitungen angebunden, welche zuvor noch mit PCI-Express-1.1-Standard betrieben wurden. Durch den nun als „A-Link Express III“ bezeichneten Standard steigt die Übertragungsrate auf insgesamt 4 GByte/s (2 GByte/s pro Richtung).[2] Neuentwickelt ist dagegen die SB850-Southbridge, die erstmals nativ den SATA-III-Standard unterstützt. Bisher musste dieser über Zusatzchips bereitgestellt werden. Die USB 3.0 Schnittstelle wird nicht vom Chipsatz selbst unterstützt, allerdings bieten viele Mainboards mit einem AMD 8er-Chipsatz auch USB 3.0 an, was über einen zusätzlichen NEC-Controller realisiert wird. Vermutlich war die Entwicklung des SB850-Chips bereits zu weit fortgeschritten, als die finale USB 3.0-Spezifikation fertiggestellt wurde. Als IGP kommt die Radeon HD 4290 zum Einsatz, wobei es sich um eine höher getaktete Radeon HD 4200 handelt. Der weiterhin verwendete RV620-Grafikprozessor wird aber nun mit 700 statt mit 500 MHz betrieben.

Die Modelle 890FX, 880G und 870 folgten am 27. April 2010.

Modellübersicht[Bearbeiten]

Alle Chipsätze sind nach der verwendeten Northbridge benannt.

Northbridges[Bearbeiten]

Modell Codename Erscheinungsdatum Fertigungs-
prozess
CPU-Anbindung IGP PCIe 2.0 Lanes Southbridge Multi-GPU-Technik TDP Sonstiges
AMD 890FX RD890 27. April 2010 65 nm 2000 MHz HT 3.0 - 42 Lanes SB850 ATI Crossfire X 19,6 W IOMMU 1.2
AMD 890GX RS880P 2. März 2010 55 nm 2000 MHz HT 3.0 ATI Radeon HD 4290 22 Lanes SB850 ATI Crossfire X, ATI Hybrid Crossfire 25 W HD-Video- Unterstützung, Avivo-HD, DirectX 10.1, UVD 2.0
AMD 880G RS880D 27. April 2010 55 nm 2000 MHz HT 3.0 ATI Radeon HD 4250 22 Lanes SB850 / SB710 ATI Hybrid Crossfire 18 W HD-Video- Unterstützung, Avivo-HD, DirectX 10.1, UVD 2.0
AMD 870 RD870 27. April 2010 65 nm 2000 MHz HT 3.0 - 22 Lanes SB850 / SB710 - 12,5 W -

Integrierte Grafik (IGP)[Bearbeiten]

Einige Chipsätze der AMD 800er Serie verfügen über einen integrierten Grafikkern (IGP). Die Modelle unterscheiden sich im Wesentlichen durch die Taktrate, die bei der HD 4290 um 25 % höher ist.

Modell DirectX API Takt (MHz) Videobeschleunigung Unterstützte Video-Formate Multi-GPU-Technik Sonstige Video Funktionen Unterstützte Videoausgabe-Modi SurroundView
(Multi-display)
AVIVO AVIVO HD+
UVD+AVP
MPEG-2 H.264 VC-1 DisplayPort
(mit DPCP)
HDMI 1.2a
(mit HDCP)
DVI
(mit HDCP)
D-Sub
Radeon HD 4250 10.1 560 Ja Ja, UVD 2 Ja Vollständig Vollständig ATI Hybrid Graphics Dual Videostream Ja Ja Ja Ja eingeschränkt
Radeon HD 4290 10.1 700 Ja Ja, UVD 2 Ja Vollständig Vollständig ATI Hybrid Graphics Dual Videostream Ja Ja Ja Ja eingeschränkt

Ein Mehrbildschirmbetrieb ist bei beiden Modellen möglich, allerdings kann jeweils nur eine digitale Schnittstelle zugleich angesprochen werden. Somit sind nur die Modi VGA+DVI, VGA+HDMI oder VGA+Displayport möglich.

Southbridges[Bearbeiten]

Modell Fertigungs-
prozess
PCI-Anschlüsse PCIe 2.0 Lanes PATA SATA Unterstützte RAID-Modi USB-Anbindungen Ethernet Audio NB-SB-Schnittstelle TDP
SB710 130 nm 6 (Rev. 2.3, 33 MHz) - 2× ATA-133 6× SATA-II (3 Gbit/s) 0, 1, 10 12× USB 2.0 + 2× USB 1.1 - HDA A-Link Express II 4,5 W
SB850 65 nm 4 (Rev. 2.3, 33 MHz) 2 - [3] 6× SATA-III (6 Gbit/s) 0, 1, 5, 10 14× USB 2.0 + 2× USB 1.1 GbE-MAC, zusätzliche PHY benötigt [4] HDA A-Link Express III 4 W

Darüber hinaus war mit der SB810 eine abgespeckte SB850 geplant, die jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben ist [5]. Sie sollte der SB850 entsprechen, allerdings nur SATA-II beherrschen und den Raid-Modus 5 nicht unterstützen. Da (Stand Juni 2011) bereits die Chipsatzserie 900 mit ebenfalls neuen Southbridges lieferbar ist, erscheint eine Veröffentlichung der SB810 indes sehr fraglich.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ComputerBase: AMD stellt den 890GX-Chipsatz offiziell vor, Nachricht vom 2. März 2010, abgerufen am 2. März 2010
  2. HardTecs4U: AMDs 890GX-Chipsatz: Alter Norden, Neuer Süden - Seite 2, Testbericht vom 2. März 2010, abgerufen am 14. März 2010
  3. PCTreiber.Net: AMD SB850 verfügt über keinen IDE Port, abgerufen am 18. Juni 2011
  4. Planet3DNow: Warum keiner den Netzwerk-Controller der AMD SB850 nutzt, Nachricht vom 5. März 2010, abgerufen am 14. März 2010
  5. PC Games Hardware: AMD SB810 Southbridge auf unbestimmte Zeit aufgeschoben, Nachricht vom 24. Juni 2010, abgerufen am 18. Juni 2011

Weblinks[Bearbeiten]

Offizielle Produktseite