AMD Catalyst

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
AMD Catalyst
AMD Catalyst Software Logo.png
Entwickler AMD
Aktuelle Version 14.2
(7. März 2014)
Aktuelle Vorabversion 14.3 Beta 1.0
(18. März 2014)
Betriebssystem Windows und Linux
Kategorie Treiber
Lizenz proprietär
Deutschsprachig ja
www.amd.com/de

AMD Catalyst, früher ATI Catalyst, ist ein Treiberpaket für die Radeon-Grafikkarten der von AMD übernommenen Firma ATI. Neben dem eigentlichen Treiber beinhaltet das Paket das Catalyst Control Center (CCC), das zum Einstellen der Treiberoptionen dient. Das Catalyst-Paket wurde erstmals mit der Radeon 8500 veröffentlicht, seitdem erscheint monatlich eine neue Version. Bis Ende des Jahres 2005 wurde statt des CCC das alte ATI Control Panel verwendet, das sich in die Anzeigeeinstellungen des Betriebssystems Windows integrierte. Die letzte offizielle Version mit dem Control Panel war Catalyst 5.12.

Technische Einzelheiten[Bearbeiten]

Die Versionsnummerierung des Treibers folgt dem Schema Jahr.Monat. So erschien zum Beispiel die Version 7.4 im April (4. Monat) 2007, demnach gibt es zwölf offizielle Treiber pro Jahr. Selten erschien am Ende des Jahres noch eine dreizehnte Version, die meist schwerwiegende Fehler behebt oder kleinere Funktionen hinzufügt. Ferner erschienen in der Vergangenheit noch sogenannte Hotfix-Treiber, die entweder die Leistung eines neu erschienenen Programmes verbesserten oder größere Probleme mit einem Programm beseitigten. Beispiele dafür waren etwa das Spiel Crysis oder der Benchmark 3D Mark Vantage.

Neben den offiziellen Catalyst-Treibern gibt es mehr oder weniger bekannte Modifizierungen. Die bekanntesten sind der seit längerem nicht mehr weiterentwickelte ATI-Omega-Treiber[1] sowie der DNA-Treiber.[2]

Anwendungs-spezifische Einstellungen werden in den so genannten Catalyst Application Profiles (abgekürzt CAP) gespeichert, um das Verhalten der Grafikkarte(n) zu steuern. Diese Anwendungsprofile wurden eingeführt, um den Entwicklungsprozess des Treiberpaketes zu beschleunigen.[3][4]

Versionsgeschichte[Bearbeiten]

Mit der Version 10.8, die am 25. August 2010 veröffentlicht wurde, wird auch offiziell die Programmierschnittstelle OpenGL ES in der Version 2.0 vollständig unterstützt. Zudem werden mit dieser Version alle AMD- und ATI-Grafikprozessoren ab dem Radeon HD 2400 (einschließlich der mobilen Varianten) unterstützt.[5]

Am 15. September 2010 wurde Version 10.9 veröffentlicht, mit der Neuerung, dass sich nun Besitzer einer Radeon-Karte zukünftig über das Programm Steam automatisch über aktualisierte Treiber benachrichtigen lassen können.[6]

Seit der am 22. Oktober 2010 veröffentlichten Version 10.10 wird, neben einer weiteren Optimierung für einige DirectX-Spiele, die offene Grafikschnittstelle OpenGL in der Version 4.1 und die morphologische Kantenglättung neuerer Radeon-Grafikkarten der HD-6000-Serie unterstützt.[7]

Mit der am 13. Dezember 2010 veröffentlichten Version 10.12 wurde die Benutzeroberfläche vom Catalyst-Control-Center stark überarbeitet,[8] das Treiberpaket mit der vollständigen Unterstützung für OpenGL in der Version 4.1, sowie die Hardwarebeschleunigung für Videos im DivX-Format und weitere Unterstützung für die HD-6000-Serie erweitert.[9]

Mit der am 26. Januar 2011 veröffentlichten Version 11.1a wurde neben der Version 11.1 eine Fehlerbehebung bereitgestellt, welche kein WHQL-Zertifikat besitzt, aber erstmals die Möglichkeit bietet über einen Regler den Verfeinerungsgrad von geometrischen Details oder die Kachelung (englisch tessellation) von Grafiken zu verringern.[10]

Am 29. März 2011 wurde die Version 11.3 veröffentlicht und das Treiberpaket, neben den üblichen Fehlerbehebungen, mit einer Programmierschnittstelle und Laufzeitumgebung für OpenCL erweitert.[11][12]

Mit der am 17. August 2011 veröffentlichten Version 11.8 soll es möglich sein, mit Hilfe des 3D-Verfahrens HD3D Bilder in stereoskopischer Darstellung, mit über den Verbindungsstandard DisplayPort angebundene Bildschirme, anzuzeigen. Zudem können damit nun AMD-Prozessoren der Black-Edition übertaktet werden.[13][14]

Seit der am 13. Dezember 2011 veröffentlichten Version 11.12 wird die Grafikschnittstelle OpenGL in der Version 4.2 sowie Stereoskopie für drei gleichzeitig betriebene Bildschirme unterstützt.[15][16]

Mit der kommenden Version 12.1, die im Januar 2012 veröffentlicht werden soll, wird unter anderem eine Profilverwaltung ergänzt, mit dessen Hilfe die Nutzer erstmals ihre Einstellungen für verschiedene Anwendungen speichern können.[15][16]

Am 31. Mai 2012 hat das Unternehmen offiziell verkündet, nicht länger den monatlichen Update-Rhythmus für die WHQL-Treiber verfolgen zu wollen. Stattdessen soll es häufiger Hotfix- und Beta-Treiber geben, mit denen künftig Optimierungen für aktuelle Spiele-Veröffentlichungen und dringende Bugfixes ausgeliefert werden. Neue WHQL-Releases sind nur noch vorgesehen, wenn sie signifikante Vorteile für die Kunden mit sich bringen.[17]

Unterstützte Hardware[Bearbeiten]

Einstellungsmöglichkeiten[Bearbeiten]

Linux[Bearbeiten]

Für Linux wird der Treiber als fglrx („FireGL and Radeon for X“ oder auch als „ATI Catalyst Proprietary Linux Display Driver“) veröffentlicht. Er enthält nicht nur quelloffene, sondern auch proprietäre Teile.

Für die Direct Rendering Infrastructure (DRI) müssen die Kernel-Header-Quellen installiert und kompiliert sein. Ohne Kernelmodul funktioniert der Treiber nur ohne DRI.

Normalerweise wird er zeitgleich mit dem Treiber für das Betriebssystem Windows veröffentlicht und entspricht diesem in der unterstützten Hardware.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. OmegaDrivers.net (englisch) – Treiber-Entwicklerseite; Stand: 17. Februar 2011
  2. DoNotArgue.com (englisch) – Treiber-Entwicklerseite; Stand: 17. Februar 2011
  3. Official Catalyst Application Profiles FAQ! (englisch) – offizieller Beitrag im Rage3D-Diskussionsforum, vom 8. April 2010 (Übersetzung)
  4. Crossfire: AMD löst Grafikproblem bei Crysis 2 mit neuem CAP – Artikel bei Golem.de, vom 1. April 2011
  5. Catalyst 10.8: AMDs neue Grafiktreiber mit OpenGL ES 2.0 – Artikel bei Golem.de, vom 26. August 2010
  6. Update für die Grafikkarte: ATI Catalyst 10.9 erschienen – Artikel bei der PC-Welt, vom 16. September 2010
  7. AMD Catalyst: Betatreiber mit OpenGL 4.1 und neuer Kantenglättung – Artikel bei Golem.de, vom 27. Oktober 2010
  8. Grafiktreiber: AMD runderneuert Bedienung mit Catalyst 10.12 – Artikel bei Golem.de, vom 13. Dezember 2010
  9. Nachgelegt: Catalyst-Treiber mit neuer Oberfläche – Artikel bei Heise online, vom 16. Dezember 2010
  10. Nachgelegt: Performance-Updates bei AMD und Nvidia – Artikel bei Heise online, vom 27. Januar 2011
  11. Grafiktreiber: Catalyst 11.3 mit OpenCL-API, aber ohne Fix für Crysis 2 – Artikel bei Golem.de, vom 30. März 2011
  12. Nachgelegt: Catalyst-Treiber mit OpenCL-Schnittstelle – Artikel bei Heise online, vom 30. März 2011
  13. Nachgelegt: Service-Update für Radeon-Grafikkarten – Artikel bei Heise online, vom 28. Juli 2011
  14. Nachgelegt: Grafikkartentreiber kann AMD-Prozessoren übertakten – Artikel bei Heise online, vom 19. August 2011
  15. a b Catalyst 11.12 und 12.1: AMDs Grafiktreiber mit mehr 3D und Spieleprofilen – Artikel bei Golem.de, vom 14. Dezember 2011
  16. a b Nachgelegt: Stereoskopie-Updates für GeForce- und Radeon-Grafikkarten – Artikel bei Heise online, vom 14. Dezember 2011
  17. AMD beendet monatlichen Rhythmus, um Qualität der Catalyst-Treiber zu verbessern – Artikel bei Planet 3DNow!, vom 31. Mai 2012
  18. http://support.amd.com/us/kbarticles/Pages/AMDCatalystSoftwareSuiteVersion126ReleaseNotes.aspx
  19. http://support.amd.com/us/gpudownload/linux/legacy/Pages/legacy-radeon_linux.aspx