ARTES (ESA)

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ARTES (Advanced Research in Telecommunications Systems) ist ein in den 1990er Jahren initiiertes, langfristiges Technologieprogrammpaket des Direktorates für Telekommunikation und Integrierte Anwendungen (Telecommunications and Integrated Applications Directorate, TIA) der ESA[1] mit dem Ziel, die Entwicklung fortgeschrittener Kommunikationssatelliten wie auch Satelliten zur Erdbeobachtung und Navigation und deren Komponenten zu fördern. Ein analoges Programmpaket für allgemeine Entwicklungen existiert unter dem Namen General Support Technology Programme (GSTP). Die Mitgliedstaaten der ESA können sich um entsprechende Aufträge bewerben.

Die einzelnen Elemente des Programms sind die folgenden:

  • ARTES 1 (Vorbereitung): Dieses Arbeitspaket umfasst strategische und Marktanalysen, Technologie- und Systemstudien, Regulatorien und Normen und dient der Entwicklung und der Unterstützung von Standards zur Satellitenkommunikation.
  • ARTES 3 und 4 (Produkte): Beinhaltet die Entwicklung, Qualifikation und Prototypeinsatz von Komponenten, Unterbaugruppen oder Subsystemen in Form von Hardware, Software, Dienstleistungen oder Anwendungen.
  • ARTES 5.1 und 5.2 (Technologie): Diese Pakete beinhalten langfristige Technologiestudien, die im Programm 5.1 auch von der ESA initiiert und betrieben werden können. 5.2 richtet sich an von der Industrie vorgeschlagene, nicht-kompetitive Studien.
  • ARTES 7 (EDRS): Entwicklung und Inbetriebnahme des European-Data-Relay-Satellite-Systems. Diese zumeist im geostationären Orbit stationierten Datenübertragungssatelliten dienen der Kommunikation zwischen anderen Satelliten in niedrigeren Orbits, anderen Raumfahrzeugen und Bodenstationen und sind ein Pendent zu den TDRS der USA.
  • ARTES 8 (Alphabus, Alphasat): Programm für die Entwicklung der Alphabus-Plattform für leistungsfähigere geostationäre Kommunikationssatelliten und des Alphasat-Satelliten. Der in Partnerschaft mit Inmarsat von Astrium und Thales Alenia Space entwickelte Alphasat soll der erste Satellit basierend auf diesem Satellitenbus sein und Mitte 2013 an Bord einer Ariane 5 starten.
  • ARTES 10 (Iris): Iris zielt darauf ab, satellitengestützte Kommunikation und Dienstleistungen zur europäischen Luftraumüberwachung und -kontrolle zu etablieren. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem 2006 begonnenen Programm SESAR (Single European Sky Air Traffic Management Research) der EUROCONTROL und der EU.
  • ARTES 11 (Small GEO): Dieses Element besteht in der Entwicklung der Luxor-Plattform für kleine (ca. 3500 kg Startmasse) geostationäre Satelliten. Der erste Satellit dieser Plattform soll Hispasat AG1 sein.
  • ARTES 20 (Integrated Applications Promotion, IAP): Bei diesen Studien handelt es sich um die Entwicklung, Implementierung und den Pilotbetrieb von integrierten Anwendungen, die mehrere Typen von bestehenden Satelliten oder -anwendungen für Zwecke der Telekommunikation, der Erdüberwachung oder der Navigation kombinieren.
  • ARTES 21 (Automatic Identification System, AIS): Anwendung für die Seefahrt. Dieses Programm verfolgt die automatische Identifikation und Verfolgung von Wasserfahrzeugen in Zusammenarbeit mit der Europäischen Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs (EMSA) mit dem Ziel der Erhöhung der Sicherheit auf See, aber auch z. B. der Kontrolle von Fischereirechten und der Verfolgung von Meeresverschmutzern.

Die Teilnahme an einem bestimmten Element ist nur Firmen und Angehörigen aus einem Staat möglich, der diesem Element beigetreten ist. Der Grad der Unterstützung der ESA ist dabei je nach Element und Technologie auf 50 % oder 75 % begrenzt. Lediglich Studien aus ARTES 5.1 werden zu 100 % von der ESA finanziert.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Understanding ARTES. ESA. 25. September 2012. Abgerufen am 5. Februar 2013.