ASFINAG

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Autobahnen- und Schnellstraßen- Finanzierungs-Aktiengesellschaft
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1982
Sitz Wien, Österreich
Leitung Alois Schedl
Klaus Schierhackl
Mitarbeiter 2710 [1]
Website www.asfinag.at

Die Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft, kurz ASFINAG,[2] ist eine österreichische Infrastrukturgesellschaft, welche für die Planung, die Finanzierung, den Ausbau, die Erhaltung, den Betrieb und die Bemautung des österreichischen Autobahnen- und Schnellstraßennetzes zuständig ist. Die ASFINAG ist vollständig im Eigentum der Republik Österreich.

Aufgaben[Bearbeiten]

Die A1 bei Eugendorf
Die A2 zwischen Grafenstein und Völkermarkt Ost
Die A3 vor dem Knoten Eisenstadt
Die A4 Richtung Budapest

Die ASFINAG wurde 1982 gegründet, 1997 wurde das Unternehmen durch einen Vertrag mit dem Bund für weitere Aufgaben belehnt: Die ASFINAG erhebt in staatlichem Auftrag die gesetzlichen Mautgebühren bzw. Benützungsgebühren (österreichisch: einheben). Dazu hat die ASFINAG formal seither das Fruchtgenussrecht an den im Eigentum des Bundes stehenden Grundstücken und Anlagen des hochrangigen Bundesstraßennetzes. Die ASFINAG erhält kein Geld aus dem Staatsbudget, sondern führt eine Dividende an die Republik Österreich ab.

Tarifstruktur[Bearbeiten]

Wie in vielen anderen Ländern erhebt die ASFINAG im Unterschied zu einer der Nutzung proportionalen Maut für die Autobahnstrecken eine zeitlich gestaffelte Benützungsgebühr unabhängig von der tatsächlichen Nutzung allein nach Gültigkeitsdauer des Tickets (Spitzname „Pickerl“).

Konzernstruktur[Bearbeiten]

Die Konzernmutter ASFINAG sitzt in Wien und unterhält verschiedene Tochtergesellschaften:[3]

  • die ASFINAG Maut Service GmbH (MSG) mit Firmensitz in Salzburg ist zuständig für Mauteinhebung, Streckenmaut, Vignette und LKW-Maut
  • die ASFINAG Bau Management GmbH (BMG) mit Firmensitz in Wien verantwortet Neubauprojekte und den Streckenausbau
  • die ASFINAG Service GmbH (SG) mit Sitz in Ansfelden für die Streckenerhaltung
  • die ASFINAG Alpenstraßen GmbH sitzt in Innsbruck für die Streckenerhaltung
  • die ASFINAG International GmbH (AIG) mit Firmensitz in Wien

Zahlen und Fakten[Bearbeiten]

Die ASFINAG betreibt ein Streckennetz von 2178 Kilometern Länge [1] mit 360 Anschlussstellen,[1] 153 Tunnelanlagen mit 361 Kilometer Röhrenlänge [1] und 5194 Brücken. [1]

Die ASFINAG betreibt weiters 44 Rastplätze [1] und rund 123 Parkplätze [1], sie verpachtet insgesamt 87 Raststationen [1]. Insgesamt gibt es am gesamten Netz 6493 Lkw- und 15.000 Pkw-Stellplätze [1].

Management und Aufsichtsrat[Bearbeiten]

Das Management der ASFINAG setzt sich zusammen aus dem Vorstand des Unternehmens, Alois Schedl und Klaus Schierhackl, und den einzelnen Geschäftsführern der Gesellschaften.

Der Aufsichtsrat setzt sich zusammen aus der Vorsitzenden Claudia Kahr (seit 23. Juni 2010) und den Mitgliedern Herbert Kasser (seit 24. Mai 2007), Maria Kubitschek (seit 24. Mai 2007), Kurt Eder (seit 4. September 2014) und Nikolaus Gretzmacher(seit 4. September 2014).

Arbeitnehmervertreter sind Roman Grünerbl als Vorsitzender der Konzernvertretung und Uschi Zortea-Ehrenbrandtner als Vorsitzende des Betriebsrats.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ASFINAG wurde am 11. September 1982 gegründet.[4] Ab diesem Zeitpunkt wurden die Kreditoperationen zentral für alle Projektgesellschaften in Österreich geführt. 1992 wurde die ÖSAG (Österreichische Autobahnen und Schnellstraßen AG) und ASG (Alpen Straßen AG) gegründet, eine Zusammenführung der bis dato sechs operativen Autobahngesellschaften in Österreich in die ASG im Westen, ÖSAG für den Rest Österreichs.

Ab 1997 übernahm die ASFINAG die Gesamtverantwortung für Netz und Verbindlichkeiten. Eine gesetzlich geregelte Ausgliederung von kumulierten Verbindlichkeiten in der Höhe von 5,66 Milliarden Euro verschaffte der ASFINAG neue Aufgaben: Planung, Bau, Erhaltung, Betrieb und Finanzierung des hochrangigen Straßennetzes in Österreich. Das Recht zur Einhebung von Maut und Benutzungsgebühren im eigenen Namen (Fruchtgenussrecht) führte neben den Einnahmen aus den Sondermautstrecken zur Einführung einer zeitbezogenen Maut für Fahrzeuge unter zwölf Tonnen höchstzulässigem Gesamtgewicht. Seit 2004 wird für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen eine streckenabhängige Maut eingehoben.

2005 erfolgte eine Änderung der Konzernstruktur durch die Fusion der ASG und der ÖSAG mit der Konzernmutter ASFINAG. Mitte 2005 übernahm die ASFINAG die italienische Autostrade-Tochter Europpass und gründete die ASFINAG International.

2006 übernahm die ASFINAG den Straßenbetrieb durch Beendigung der Werkverträge mit den Bundesländern. Ebenso 2006 wurde die PPP Ostregion, das erste öffentlich-private Partnerschaftsprojekt, zur Errichtung der Nord Autobahn A 5 beauftragt.

2009 wurden die drei Servicegesellschaften der ASFINAG unter der „ASFINAG Servicegesellschaft“ zusammengelegt und eine Vertretung der ASFINAG in Brüssel in Kooperation mit der ASECAP aufgebaut.

Nach knapp sechs Jahren Bauzeit wurden in der Nacht auf den 4. Juli 2013 die beiden neuen Röhren des Pfändertunnels für den Verkehr freigegeben. Gleichzeitig mit der Verkehrsfreigabe endete per Gesetz die Gültigkeit der Vorarlberger Korridor-Vignette für die Fahrt zwischen der Staatsgrenze und Hohenems auf der Rheintal Autobahn A14.[5]

Die ASFINAG ist an dem PPP-Projekt beteiligt, das gemeinsam mit dem Bauunternehmen Porr in den Jahren 2009 und 2010 ein Teilstück der ungarischen Autópálya M6 errichtete und 30 Jahre lang betreiben soll.[6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i ASFINAG: ASFINAG auf einen Blick. 4. September 2014, abgerufen am 12. September 2014.
  2. Firma Autobahnen- und Schnell-straßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft Firmenbuchdaten Creditreform/firmenabc.at
  3. ASFINAG: Gesellschaften. 2010, abgerufen am 23. Mai 2010.
  4. bka.gv.at: BGBl. 1982/591 („ASFINAG-Gesetz“; PDF-Datei, 467 kB).
  5. ASFINAG: Heute Nacht fahren die ersten Fahrzeuge durch den zweiröhrigen Pfändertunnel. Aussendung der ASFINAG zur Eröffnung der beiden neuen Röhren des Pfändertunnels.
  6. Der Standard: ASFINAG und Porr stellen Autobahnteilstück fertig. vom 31. März 2010, abgerufen am 22. Januar 2013