AS Saint-Étienne

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
AS Saint-Étienne
AS Saint-Etienne (aktuell).svg
Voller Name Association sportive de
Saint-Étienne Loire
Ort Saint-Étienne
Gegründet 1919
Vereinsfarben grün-weiß
Stadion Stade Geoffroy-Guichard
Plätze 35.600
Präsident Bernard Caïazzo
Trainer Christophe Galtier
Homepage www.asse.fr
Liga Ligue 1
2012/13 5. Rang
Heim
Auswärts

Die Association Sportive de Saint-Étienne Loire aus der mittelfranzösischen Industriestadt Saint-Étienne ist einer der erfolgreichsten französischen Fußballvereine.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Verein wurde 1919 von Angestellten der Einzelhandelskette Casino als Amicale de la Société Casino gegründet, dann in Association Sportive Stéphanoise (nach dem Beinamen der Stadt – Étienne und Stéphane sind Synonyme) umbenannt und nahm 1933 seinen heutigen Namen (in Frankreich kurz: l’ASSE) an. Die Vereinsfarben sind Grün und Weiß, weshalb der Verein auch, lange vor einer gleichnamigen Partei, als Les Verts (Die Grünen) bezeichnet wird.

Die erste Fußballmannschaft trägt seit vielen Jahren ihre Heimspiele im Stade Geoffroy-Guichard aus, das eine Kapazität von 35.600 Zuschauern aufweist. Sie wird von Christophe Galtier trainiert, der Mitte Dezember 2009 Alain Perrin ablöste. Vereinspräsident ist Bernard Caïazzo. (Stand: August 2013)

Ligazugehörigkeit[Bearbeiten]

Die AS Saint-Étienne gehörte der höchsten Spielklasse (Division 1, seit 2002 Ligue 1 genannt) von 1938–1943, 1944–1962, 1963–1984, 1986–1996, 1999–2001 und erneut seit 2004 an. Auch wenn die Hochzeit des Vereins (in den 1960er und 1970er Jahren) schon eine Weile zurückliegt: Kein Klub hat mehr französische Meistertitel (10 an der Zahl) gewonnen als die Stéphanois, und auch hinsichtlich der Zahl von Pokalerfolgen steht die ASSE blendend da.
Seitens der Fans hat sich über die Jahre eine „herzliche Abneigung“ gegenüber dem aktuell sehr erfolgreichen Rivalen Olympique aus dem relativ nahe liegenden Lyon entwickelt.

Aufstieg und Fall[Bearbeiten]

ASSE-Fans beim Gastspiel ihrer Mannschaft in Paris (1:1) am 10. Mai 2008.

Ab dem letzten Drittel der sechziger Jahre dominierte die ASSE den französischen Ligafußball. Parallel zum achten Meisterschaftserfolg innerhalb von zwölf Jahren erreichte der Verein 1976 im Glasgower Hampden Park das Finale des Europacups der Landesmeister gegen Bayern München – und verlor es mit 0:1. In diesem Match trafen die Stéphanois je einmal unter die Latte (Dominique Bathenay) und an den Innenpfosten (Jacques Santini) des Münchner Kastens. Da das Torgebälk seinerzeit noch eckig war, überquerte der Ball in beiden Fällen nicht die Linie, und so war Sepp Maier zwar geschlagen, Bayern siegte aber dennoch zu null. Noch heute weiß jeder in Saint-Étienne, was gemeint ist, wenn jemand von „les poteaux carrés“ („die eckigen Pfosten“) spricht. Trotz der Niederlage wurde die Mannschaft am nächsten Tag auf den Pariser Champs Elysées als bislang einzige französische Vereinsmannschaft von einer gewaltigen Menschenmenge empfangen.

Durch diesen Achtungserfolg wurde die ASSE zum neuen „Lieblingsclub der Nation“, in dem der Fußball davor lange Zeit nur mäßig populär war, und sogar über die Landesgrenzen hinaus; so benannte sich die britische Popband Saint Etienne nach dem Club. Für die Stadt, die gleichzeitig eine Krise aufgrund von Zechenstilllegungen und Pleiten einiger großer Arbeitgeber verdauen musste, wurde der Verein zum Bindeglied. In den 1980er Jahren wurde es allerdings stiller um den Rekordmeister: 1981 folgte der letzte nennenswerte Titelgewinn. Das System „ASSE“ hatte plötzlich Sand im Getriebe. Ein Jahr später, 1982, war erstmals von schwarzen Kassen die Rede. Dazu kam eine sportliche Talfahrt, Schlüsselspieler wie Platini und Lopez verließen den Verein. Schon 1983 stiegen les Verts nach 22 Jahren Erstligazugehörigkeit in die zweite Liga ab. Was folgte, war eine Achterbahnfahrt, die durch mehr Tiefen als Höhen gekennzeichnet war. Die sogenannte „Passfälschungsaffäre“ (affaire des faux passeports), bei der es Ende der 1990er Jahre um gefälschte Reise- und Spielerpässe ging, führte zur Verurteilung von Vizepräsident Gérard Soler, außerdem kam es 2001 zu Punktabzügen für die Mannschaft und Abstieg in die Division 2.

Inzwischen hat sich die ASSE wieder stabilisiert und besetzt seitdem wieder respektable Plätze in der höchsten französischen Liga. Am Ende der Saison 2009/10 belegte St. Etienne den ersten Nichtabstiegsplatz. 31 Jahre nach dem letzten Gewinn eines nationalen Titels setzte Saint-Étienne sich im April 2013 im Endspiel des französischen Ligapokals durch – eine Trophäe, die der ASSE in ihrer stattlichen Sammlung bis dahin noch gefehlt hatte.

Aktueller Kader 2013/14[Bearbeiten]

Stand: 2. September 2013

Nr. Position Name
1 TW Baptiste Valette
2 ElfenbeinküsteElfenbeinküste ST Ibrahim Sissoko
3 AB Pierre-Yves Polomat
4 AB Kurt Zouma
5 GuineaGuinea AB Florentin Pogba
6 MF Jérémy Clément
7 ElfenbeinküsteElfenbeinküste ST Max Gradel
8 MF Benjamin Corgnet
9 BrasilienBrasilien ST Brandão
10 MF Renaud Cohade
11 ST Idriss Saadi
12 AB Jean-Pascal Mignot
13 AlgerienAlgerien AB Faouzi Ghoulam
16 TW Stéphane Ruffier
Nr. Position Name
17 MF Yohan Mollo
18 MF Fabien Lemoine
20 AB Jonathan Brison
21 MF Romain Hamouma
22 TurkeiTürkei ST Mevlüt Erdinç
23 AB Paul Baysse
24 AB Loïc Perrin
26 SenegalSenegal AB Moustapha Bayal Sall
27 MF Franck Tabanou
28 ElfenbeinküsteElfenbeinküste MF Ismaël Diomande
29 AB François Clerc
30 TW Jessy Moulin
31 ST Allan Saint-Maximin

Logohistorie[Bearbeiten]

Erfolge[Bearbeiten]

Für den Verein wesentliche Personen aus der Vergangenheit[Bearbeiten]

Spieler[Bearbeiten]

Trainer und Präsidenten[Bearbeiten]

Vermutlich ist neben der „Talentschmiede“ die personelle Kontinuität im Verein eines der Geheimnisse der großen Erfolge von ASSE: in der Zeitspanne, in der les Verts all ihre Titel – mit Ausnahme des Pokalsieges von 1962 – gewannen, waren lediglich vier Trainer insgesamt 40 Jahre im Amt, drei von ihnen vorher zudem bereits Spieler in Saint-Étienne – und parallel dazu brachten es ganze zwei Klubpräsidenten auf zusammen 41 Dienstjahre.

Präsidenten
Pierre Guichard
(1927–1943, 1950–1952 und 1959–1961)
Roger Rocher
(1961–1982)

Trainer
Ignace Tax, 1943–1950
Jean Snella, 1950–1959 und 1963–1967
Albert Batteux, 1967–1972
Robert Herbin, 1972–1983, 1987–1990 und 1997/98

Frauenteam[Bearbeiten]

Die Frauenfußballabteilung der AS Saint-Étienne wurde 1977 aufgelöst. Daraufhin wurde der Racing Club de Saint-Étienne gegründet, dessen Frauenfußballerinnen sich 2009 dem finanzstärkeren Lokalrivalen anschlossen, zunächst unter dem Namen Saint-Étienne Loire Féminin und ab 2010 wieder als ASSE.

Die erste Frauschaft spielt seither bis einschließlich 2013/14 in der Division 1 Féminin, der höchsten Frauenfußballliga in Frankreich. 2011 gewannen die Spielerinnen die Coupe de France féminine, den französischen Vereinspokal, während sie 2013 erneut im Endspiel standen, es diesmal aber verloren.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christophe Barge/Laurent Tranier: Vert passion. Les plus belles histoires de l’A.S. Saint-Étienne. Timée, Boulogne 2004, ISBN 2-915586-04-7
  • Thierry Berthou/Collectif: Dictionnaire historique des clubs de football français. Pages de Foot, Créteil 1999 – Band 1 (A–Mo), ISBN 2-913146-01-5, Band 2 (Mu–W), ISBN 2-913146-02-3
  • Jean Cornu: Les grandes équipes françaises de football. Famot, Genève 1978
  • Frédéric Parmentier: AS Saint-Étienne, histoire d’une légende. Cahiers intempestifs, Saint-Étienne 2004, ISBN 2-911698-31-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: AS Saint-Étienne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien