AT-11 Sniper

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AT-11 Sniper
Allgemeine Angaben
Typ: Panzerabwehrlenkwaffe
Heimische Bezeichnung: 9K119 Refleks/Swir
NATO-Bezeichnung: AT-11 Sniper
Herkunftsland: Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion / RusslandRussland Russland
Hersteller: Konstruktionsbüro für Gerätebau
Entwicklung: 1970er
Indienststellung: 1984
Einsatzzeit: im Dienst
Technische Daten
Länge: 0,695 m
Durchmesser: 125 mm
Gefechtsgewicht: 24,3 kg
Spannweite: 250 mm
Antrieb: Feststoffraketentriebwerk
Geschwindigkeit: 350 m/s
Reichweite: 100–5.000 m
Ausstattung
Lenkung: SACLOS via Laser
Gefechtskopf: 4,2-kg-Tandemhohlladung
Zünder: Aufschlagzünder
Waffenplattformen: Panzer und Panzerabwehrkanonen
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Die AT-11 Sniper ist eine kanonenverschossene Panzerabwehrlenkwaffe aus russischer Produktion. Der GRAU-Index lautet 9K119 Refleks und 9K119 Swir. Die Lenkwaffe trägt die Bezeichnung 9M119 Invar,

Entwicklung[Bearbeiten]

Das System AT-11 wurde als Nachfolger für die AT-8 Songster konzipiert. Die Systementwicklung beim Hersteller KBP in Tula begann Mitte der 1970er-Jahre. Die ersten Exemplare wurden 1984 an die sowjetischen Streitkräfte ausgeliefert. AT-11 kann von den Panzern T-72, T-80, T-84, T-90, 2S25 Sprut-SD und der Panzerabwehrkanone 2A45 Sprut eingesetzt werden.

Technik[Bearbeiten]

Die AT-11-Lenkwaffen werden aus herkömmlichen 125-mm-Kanonen von Kampfpanzern verschossen. Die Ausführung Refleks kann aus dem Stand und aus der Bewegung mit bis zu 30 km/h auf stehende und bewegliche Ziele sowie gegen tieffliegende Hubschrauber eingesetzt werden. Die Ausführung Swir kann nur aus dem Stand verschossen werden. Eine Ausstoßladung treibt die Lenkwaffe aus dem Kanonenrohr. Unmittelbar nach dem Verlassen des Rohres zündet der Raketenmotor und beschleunigt die Lenkwaffe auf die Marschfluggeschwindigkeit. Die Steuerung der Lenkwaffe erfolgt mittels eines vom Zielfernrohr ausgesendeten Laserleitstrahles (Beam Rider Verfahren). Der Laserleitstrahl stellt ein moduliertes und kodiertes Bündel von Einzelstrahlen dar, die gemeinsam ein von der Lenkrakete lesbares Koordinatensystem bilden, mit dessen Hilfe in der Lenkrakete die Lenkkorrekturen errechnet werden. Um die gesamte Reichweite von 5.000 m zu durchfliegen, benötigt die Waffe 17,6 Sekunden. Ein Ziel in einer Entfernung von 4.000 m wird in 11,7 Sekunden erreicht. Nach 28 Sekunden Flugzeit zerlegt sich der Flugkörper selbst. Der Sprengkopf der Lenkwaffe besteht aus einer Hohlladung, bzw. Tandemhohlladung oder einem thermobarischen Gefechtskopf.

Varianten[Bearbeiten]

  • 9K119 Refleks: Version für die T-80- und T-90-Kampfpanzer.
    • Patrone 3UBK14 mit Lenkwaffe 9M119. Reichweite 5.000 m, Panzerdurchschlag 650–700 mm RHA.
    • Patrone 3UBK20 mit Lenkwaffe 9M119M Invar mit Tandemhohlladung. Reichweite 5.000 m, Panzerdurchschlag 700–750 mm RHA. Eingeführt 1992.
    • Patrone 3UBK20M mit Lenkwaffe 9M119M1 Invar-M. Reichweite 5.000 m, Panzerdurchschlag 850–900 mm RHA.
    • Patrone 3UBK14F mit Lenkwaffe 9M119F. Version mit einem 4,5 kg schweren Thermobarischen Gefechtskopf. Reichweite 5.000 m.
    • Patrone 3UBK14F1 mit Lenkwaffe 9M119F1. Version mit einem 9 kg schweren Splitter/Brand Gefechtskopf. Reichweite 3.500 m.
  • 9K119 Swir: Version für den T-72-Kampfpanzer.
    • Patrone 9UBK14 mit Lenkwaffe 9M119. Reichweite 4.000 m, Panzerdurchschlag 650–700 mm RHA.
    • Patrone 9UBK20 mit Lenkwaffe 9M119M Invar mit Tandemhohlladung. Reichweite 4.000 m, Panzerdurchschlag 700–750 mm RHA.
    • Patrone 9UBK20M mit Lenkwaffe 9M119M1 Invar-M. Reichweite 4.000 m, Panzerdurchschlag 850–900 mm RHA.
    • Patrone 9UBK14F mit Lenkwaffe 9M119F. Version mit einem 4,5 kg schweren thermobarischen Gefechtskopf. Reichweite 4.000 m.
    • Patrone 3UBK14F1 mit Lenkwaffe 9M119F1. Version mit einem 9 kg schweren Splitter-Brand-Gefechtskopf. Reichweite 3.000 m.

Weblinks[Bearbeiten]