AT-14 Spriggan

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AT-14 Spriggan

9M133 Kornet.JPG

Allgemeine Angaben
Typ: Panzerabwehrlenkwaffe
Heimische Bezeichnung: 9K135 Kornet
NATO-Bezeichnung: AT-14 Spriggan
Herkunftsland: Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion / RusslandRussland Russland
Hersteller: Konstruktionsbüro für Gerätebau
Entwicklung: 1988
Indienststellung: 1994
Einsatzzeit: im Dienst
Technische Daten
Länge: 1,20 m
Durchmesser: 152 mm
Gefechtsgewicht: 22,2 kg
Spannweite: 457 mm
Antrieb: Feststoffraketentriebwerk
Geschwindigkeit: 240 m/s
Reichweite: 100–5.500 m
Ausstattung
Lenkung: SACLOS via Laser
Gefechtskopf: Tandem-Hohlladung
Zünder: Aufschlagzünder
Waffenplattformen: Tragbar oder Fahrzeuge
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Die AT-14 Spriggan ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus sowjetischer Produktion. Der GRAU-Index lautet 9K135 Kornet, die Lenkwaffe trägt die Bezeichnung 9M133.

Entwicklung[Bearbeiten]

Das AT-14-Waffensystem wurde Mitte der 1980er-Jahre zum Einsatz gegen Kampfpanzer wie Leopard 2 und M1 Abrams konzipiert. Die AT-14 war als Nachfolgemodell für AT-4 Spigot und AT-5 Spandrel vorgesehen. Das System wurde im Oktober 1994 von der Entwicklerfirma KBP der Öffentlichkeit vorgestellt. Vermutlich noch im gleichen Jahr wurden die ersten Systeme an die russischen Streitkräfte ausgeliefert. Hergestellt wird das System in der Waffenfabrik Wolsk.[1]

Technik[Bearbeiten]

Die 9M133-Lenkwaffen werden in versiegelten GFK-Transport- und Startbehältern aus dem Werk ausgeliefert. Das Abfeuern kann von einer 9P163-1-Dreibein-Lafette erfolgen, wobei die Rakete unmittelbar aus ihrem Transport- und Abschussbehälter gestartet wird. Die Startvorrichtung kann von zwei Mann transportiert und eingesetzt werden. Die Startvorrichtung ist zusätzlich zur 1PN79-1-Tageslicht-Zieloptik mit einem Wärmebildgerät ausgestattet, das eine Zielerfassung auf bis zu 3.500 Meter Entfernung ermöglicht.[2] Darüber hinaus ist es möglich, von einem Zielgerät aus zwei Startvorrichtungen gleichzeitig anzusteuern und dadurch ein Ziel simultan mit zwei Raketen zu bekämpfen. Die Ausführung 9P163-2 der Lafette kann auf leichten Geländefahrzeugen montiert werden.[3][4]

Der Jagdpanzer 9P163M-1 Kornet-S basiert auf dem Fahrgestell des BMP-3. Das Kettenfahrzeug verfügt über Tag- und Nachtoptiken. Der Lenkwaffenstart erfolgt ab einem 360 Grad drehbaren Werferarm mit zwei Lenkwaffenbehältern. Unter dem Werferarm befindet sich ein Magazin für 16 Lenkwaffen. Der Nachladevorgang erfolgt automatisch. Der Jagdpanzer kann zeitgleich ein Ziel mit zwei Lenkwaffen bekämpfen.[4]

Der Jagdpanzer 9P162 Kornet-T basiert auf dem Fahrgestell des BMD-3. Das Kettenfahrzeug verfügt über Tag- und Nachtoptiken. Der Lenkwaffenstart erfolgt ab einem 360 Grad drehbaren Werferarm mit zwei Lenkwaffenbehältern. Unter dem Werferarm befindet sich ein Magazin für 16 Lenkwaffen. Der Nachladevorgang erfolgt automatisch. Der Jagdpanzer kann zeitgleich ein Ziel mit zwei Lenkwaffen bekämpfen.

Die Ausführung Kornet-EM wurde im Jahr 2011 vorgestellt. Das System ist auf dem Geländewagen GAZ-2330 installiert. Auf dem Fahrzeugdach sind zwei unabhängig bedienbare Werferarme mit je vier Lenkwaffen und Zieloptiken installiert. Das Fahrzeug kann zeitgleich zwei Ziele mit je zwei Lenkwaffen bekämpfen.[5][4]

Für die Schützenpanzer BTR-80 und BMP-1 sowie kleinere Wasserfahrzeuge existiert unter der Bezeichnung Kliwer ein Waffenturm mit vier Raketen, einer 30-mm-Maschinenkanone vom Typ 2AT72 (4000 Meter Reichweite, 350 bis 400 Schuss pro Minute) und einem 7,62-mm-Maschinengewehr vom Typ PKT. Voll aufmunitioniert wiegt der Turm 1,5 Tonnen. Er verfügt über einen Feuerleitcomputer und ähnliche Zielsysteme wie die Dreibein-Startvorrichtung. Der Turm ist um 360 Grad drehbar und bestreicht einen Bereich von −15 bis +60 Grad.[3]

Die Steuerung der 9K135 Kornet basiert auf einer Zielbeleuchtung mit Laser nach dem SACLOS-Prinzip. Diese erfolgt mittels eines vom 1P45-Zielfernrohr der 9P163-Lafette ausgesendeten Laserleitstrahles. Der Laserleitstrahl stellt ein moduliertes und kodiertes Bündel von Einzelstrahlen dar, die gemeinsam ein von der Lenkrakete lesbares Koordinatensystem bilden, mit dessen Hilfe in der Lenkrakete die Kurskorrekturen errechnet werden. [3] Die Lenkwaffen der Ausführung Kornet-EM werden auf einer semiballistischen Flugbahn abgefeuert und erreichen so eine größere Reichweite als die Standardversion. Durch den steilen Anflugwinkel ist Kornet-EM nur schwer durch abstandsaktive Schutzsysteme zu bekämpfen.

Beim Standard-Gefechtskopf handelt es sich um eine Hohlladung bzw. Tandemhohlladung, die 1.100–1.300 Millimeter homogenen Panzerstahl (RHA) durchdringen kann. Neben diesem Gefechtskopf existieren thermobarische, Splitter- und Splitter-Brand-Gefechtsköpfe zum Einsatz gegen Weichziele und Befestigungen.[4]

Varianten[Bearbeiten]

Das System AT-14 Spriggan verwendet folgende Lenkwaffentypen:

  • 9M133-1: Initialversion. Reichweite 5.000 m. Mit Monoblock-Hohlladung. Panzerdurchschlag 1.000 mm RHA.
  • 9M133: Basisversion mit Tandem-Hohlladung. Panzerdurchschlag bis zu 1.200 mm RHA.
  • 9M133F: Version mit einem thermobarischen Gefechtskopf.
  • 9M133F-1: Version mit einem Splitter-Brandgefechtskopf.
  • 9M133B: Prototyp einer Fire-and-Forget-Version mit aktivem MMW- oder IR-Suchkopf.

Im Jahr 2011 wurde die Ausführung Kornet-EM vorgestellt[6]:

  • 9M133M-2: Version mit Tandem-Hohlladung. Reichweite 8.000 m. Panzerdurchschlag bis zu 1.300 mm RHA.
  • 9M133FM: Version mit einem Splitter-Brandgefechtskopf. Reichweite 8.000 m.
  • 9M133FM-3: Version mit einem Splittergefechtskopf und Näherungszünder. Reichweite 10.000 m.

Verbreitung[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A.W. Hull, D.R. Markov, S.J. Zaloga: Soviet/Russian Armor and Artillery Design Practices 1945 to Present. Darlington Productions, 1999, ISBN 1-892848-01-5.
  2. Michal Fiszer: Russia's Tank Stoppers, Part 1 & 2. Journal of Electronic Defense (JED), Nov 2004.
  3. a b c Kornet E Anti-Tank Missile, Army-technology.com, Zugriff: 19. April 2013 (englisch)
  4. a b c d "Kornet-E 9M133 AT-14 Spriggan, Armyrecognition.com, Zugriff: 19. April 2013 (englisch)
  5. 9M133M-2 Kornet-EM, Deagel.com, Zugriff: 19. April 2013 (englisch)
  6. Kornet-EM – New Capabilities of Antitank Guided Missile Systems. In: KBP Tula. 14. Juli 2011. Abgerufen am 2. August 2011.
  7. Algeria could become Russia's main military partner – paper. In: RIA Novosti. 29. März 2007. Abgerufen am 17. November 2008.
  8. Bahrain orders latest Kornet ATGW. In: Jane‘s. 13. August 2014. Abgerufen am 19. August 2014.
  9. Αμυντική Βίβλος 2008–2009 (journal), Defence Net Media, page 64
  10. (Russian) Турция закупила российские противотанковые комплексы. In: Lenta.ru. 16. September 2008. Abgerufen am 17. November 2008.


[1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: AT-14 Spriggan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Fehlender Parameter „url“ und „titel“ (Hilfe) — Abgerufen am 19. August 2014.