AT-15 Springer

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AT-15 Springer

9M123 Khrizantema.JPG

Allgemeine Angaben
Typ: Panzerabwehrlenkwaffe
Heimische Bezeichnung: 9K123 Chrisantema
NATO-Bezeichnung: AT-15 Springer
Herkunftsland: Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion / RusslandRussland Russland
Hersteller: Konstruktionsbüro KBM
Entwicklung: 1980er-Jahre
Einsatzzeit: im Dienst
Technische Daten
Länge: 2,04 m
Durchmesser: 152 mm
Gefechtsgewicht: 54 kg
Spannweite: 305 mm
Antrieb: Feststoffraketentriebwerk
Geschwindigkeit: 400 m/s
Reichweite: 400-6.000 m
Ausstattung
Zielortung: SACLOS via Laser oder Radarsuchkopf im Ku-Band
Gefechtskopf: Tandem-Hohlladung
Zünder: Aufschlagzünder
Waffenplattformen: 9P157-2 Kettenfahrzeug
Listen zum Thema

Die AT-15 Springer ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus russischer Produktion. Der GRAU-Index lautet 9K123 Chrisantema, die Lenkwaffe trägt die Bezeichnung 9M123.

Entwicklung[Bearbeiten]

Das AT-15 Waffensystem wurde Mitte der 1980er Jahre zur Bekämpfung westlicher Kampfpanzer wie Leopard 2 und M1 Abrams konzipiert. Ebenso sollten Ziele mit Reaktivpanzerung bekämpft werden können. Die AT-15 war als Nachfolgemodell für AT-6 Spiral und AT-9 Spiral-2 vorgesehen. Das System wurde im Oktober 1996 von der Entwicklerfirma Konstruktionsbüro KBM der Öffentlichkeit vorgestellt.[1] Die ersten Systeme wurden vermutlich 2004 an die russischen Streitkräfte ausgeliefert.[2] Eine luftgestützte Version für die Kampfhubschrauber Mi-28 Havoc und Ka-50 Hokum war geplant, wurde aber nicht realisiert.

Technik[Bearbeiten]

Die derzeit einzige Waffenplattform für die AT-15 ist der auf dem Fahrgestell des BMP-3 basierender Jagdpanzer 9P157-2 Chrisantema-S. Das Kettenfahrzeug verfügt rechts auf dem Fahrzeugdach über einen Werferarm mit zwei Lenkwaffenbehältern. Dieser ist 170 Grad drehbar. Unter dem Werferarm befindet sich ein Magazin für 15 Lenkwaffen. Der Nachladevorgang erfolgt automatisch. Links vom Werferarm befindet sich ein Sensorturm mit einem Radar im Ku-Band. Vor dem Werferturm befinden sich Tag- und Nachtoptiken.[2][3] Das Fahrzeug hat eine Besatzung von zwei Mann, ist amphibisch und verfügt über ABC-Schutz. Gefechtsbereit wiegt es 19.400 kg und hat eine Spitzengeschwindigkeit von 70 km/h.[3]

Die kombinierte Laser- und Radarsteuerung der AT-15 ist weltweit einzigartig. Primär wird die Radarsteuerung verwendet. Der Schütze kann auf einem Radarbildschirm Ziele erfassen und selektieren. Nach dem Lenkwaffenstart verfolgt das Millimeterwellenradar das Ziel und die Lenkwaffe automatisch. Unmittelbar nach dem Start kann der Schütze ein weiteres Ziel selektieren und sobald die erste Lenkwaffe im Ziel ist, eine weitere Waffe starten. In diesem Modus arbeitet AT-15 nach dem Prinzip "fire and forget". Die Radarlenkung kann bei jedem Wetter und bei Nacht über die volle Einsatzdistanz von 6.000 m eingesetzt werden.[1] Neben der Radarlenkung steht weiter eine halbaktive Laserzielsuche zur Verfügung. In diesem Modus wird eine Sichtverbindung zum Ziel benötigt. In der Nacht und bei schlechter Sicht ist die Zierfassung auf eine Distanz von 3.500 m beschränkt. Der Laserleitstrahl stellt ein moduliertes und kodiertes Bündel von Einzelstrahlen dar, die gemeinsam ein von der Rakete lesbares Koordinatensystem bilden, mit dessen Hilfe in der Lenkrakete die Kurskorrekturen errechnet werden. In diesem Modus arbeitet AT-15 nach dem SACLOS-Prinzip. AT-15 erlaubt auch zwei Ziele gleichzeitig zu bekämpfen, indem eines automatisch mit Radar bekämpft wird, während das andere mit der Lasersteuerung bekämpft wird. Ebenso können auch langsam fliegende Hubschrauber bekämpft werden.[2][3]

Raketen[Bearbeiten]

Die 9M123-Lenkwaffen werden in versiegelten Aluminium- Transport- und Abschussbehältern aus dem Werk ausgeliefert. Die 9M123-Lenkwaffe hat einen Sprengkopf mit einer Tandemhohlladung die 1.250 mm homogenen Panzerstahl (RHA) durchschlagen kann. Die 9M123F-Lenkwaffe hat einen thermobarischen Gefechtskopf zur Bekämpfung von Weichzielen und Feldbefestigungen.[3]

Folgende Ausführungen sind bekannt:

  • 9M123: Mit Laserzielsteuerung und Gefechtskopf mit Tandemhohlladung
  • 9M123-2: Mit Radarsteuerung und Gefechtskopf mit Tandemhohlladung
  • 9M123F: Mit Laserzielsteuerung und thermobarischem Gefechtskopf
  • 9M123F-2: Mit Radarsteuerung und thermobarischem Gefechtskopf

Verbreitung[Bearbeiten]

Einsatz[Bearbeiten]

Der erste Gefechtseinsatz der AT-15 erfolgte 2011 während des Bürgerkrieges in Libyen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Soviet/Russian Armor and Artillery Design Practices 1945 to Present. Hull, A.W. , Markov, D.R. , Zaloga, S.J., Darlington Productions 1999, ISBN 1-892848-01-5
  2. a b c "Khrizantema (AT-15 Springer)", Military-today.com, Zugriff: 6. Mai 2013 (englisch)
  3. a b c d "BMP-3 Khrizantema-S anti-tank missile vehicle", Armyrecognition.com, Zugriff: 6. Mai 2013 (englisch)
  4. Esoteric Armour.com, Zugriff: 13. Oktober 2011 (englisch)
  5. warfare.ru Zugriff: 10. Januar 2013 (englisch)
  6. Dmitry Gorenburg: Russian arms sales to the Middle East and North Africa « Russian Military Reform. Russiamil.wordpress.com. Abgerufen am 18. September 2012.

Weblinks[Bearbeiten]